Wahnsinn und Wirklichkeit

Der Germanien- und Britannienfeldzug des Kaisers Caligula


Seminararbeit, 2009

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der verrückte Herrscher

2. Methodologische Vorüberlegungen Der Germanien und Britannienfeldzug

3. Der Auslöser für den Feldzug

4. Caligulas Heer
4.1 Der Aufstellungsbefehl
4.2 Verfügbare Einheiten
4.3 Vorüberlegungen zur Truppenstärke
4.4 Schätzungen zur Truppenstärke
4.5 Relevanz der Truppenstärke

5. Die militärische Lage in Germanien

6. Caligulas Handlungsrahmen

7. Aufbruch an die Kanalküste

8. Ein falscher Sieg?

9. Das Ende des Feldzugs

10. Abschlußbetrachtungen

11. Quellenverzeichnis

12. Literaturverzeichnis

13. Webseiten

1. Der verrückte Herrscher

Im Jahr 1979 startete in den Kinos „Caligula - Aufstieg und Fall eines Tyrannen“. Anspruch des Films war es „to tell the truth as no film ever did.“[1] Nach der Premiere waren sich Kritiker und Zuschauer einig: ‚Caligula’ hielt, was er versprach. Der Film beschritt Wege, auf die bis dato kein anderer Film Fuß gesetzt hatte. Er entpuppte sich als brutales, pornografisches[2] Machwerk. Roger Ebert, ein bekannter amerikanischer Filmkritiker, bezeichnete ‚Aufstieg und Fall eines Tyrannen’ als schamlosen Müll.[3] Dennoch folgten mehrere Fortsetzungen. Wie der Urfilm stellten diese Fortsetzungen den dritten römischen Princeps als verrücktes, brutales und perverses Scheusal dar.[4] Trotz fehlender Historizität tat die Filmreihe damit interessanterweise nichts anderes, als das Caligula-Bild antiker Autoren zu überzeichnen. Sueton berichtet in seinen Kaiserviten, Caligula habe sein Pferd zum Konsul ernennen wollen.[5] Er bezeichnet den Princeps als „rasenden Wüterich“[6] und stellt klar, dass er nicht nur mit seinen Frauen[7] und Schwestern[8], sondern auch mit Künstlern und Sklaven[9], Unzucht trieb. War Caligula wirklich ein so irrationaler, gefühlsgetriebener Princeps, wie ihn sich die Filmproduzenten und die antiken Autoren vorstellen?[10] Oder kann es sein, dass die Rationalität hinter seinen Taten im Nebel der Überlieferung untergeht?[11] Um diese Frage beantworten zu können, bietet es sich an, den Fokus auf eine bestimmte Episode aus Caligulas Regierungszeit zu richten und an ihr exemplarisch zu analysieren, inwiefern sich rationale Muster hinter Caligulas Taten und Entscheidungen erkennen lassen.

Der Princeps soll, wie bereits erwähnt, den Plan gehabt haben, sein Pferd zum Konsul zu ernennen. Zum anderen wird ihm vorgeworfen er sei mit einer riesigen Streitmacht nach Germanien- und Britannien aufgebrochen, ohne dabei eine handbreit Land für das Imperium erobert zu haben.[12] Beide Male wird Caligulas krankhafte Irrationalität, seine Sprunghaftigkeit, als Ursache für sein Fehlverhalten und Scheitern angegeben.

Hier soll nicht die Geschichte um das Pferd, das Konsul werden sollte, sondern der Feldzug nach Germanien- und Britannien analysiert werden. Der Grund dafür ist offensichtlich: Dem Feldzug liegt eine komplexe Ereigniskette zu Grunde. Um Caligulas Vorgehen in all seinen Kontinuitäten und Diskontinuitäten zu prüfen, bietet er sich als Analyseobjekt an.

2. Methodologische Vorüberlegungen

Zwischen Machtantritt und Ermordung des dritten römischen Princeps liegen nur vier Jahre.[13] Fast alle Ereignisse und Entwicklungen dieser Jahre wurden verfälscht und unvollständig überliefert.[14] Dies gilt in Hinblick auf die persönliche Bewertung Caligulas und seine Feldzüge in besonderem Maße.[15],[16] Setzt man es sich zur Aufgabe Caligulas Intentionen, seine Entscheidungen und militärischen Strategien zu abstrahieren, ist dies nicht ohne Spekulationen möglich.[17] Daher kann es in diesem Fall nicht Aufgabe des Historikers sein, zu erkennen „wie es wirklich gewesen ist“[18]. Vielmehr hat er aufzuzeigen, „wie es gewesen sein könnte“[19]. Dazu muss er Spekulationen so plausibel wie möglich begründen. Alternative Auslegungen sind zu erwähnen, auch wenn sie nicht ausführlich erörtert werden können. Da Fragen der Militärpolitik für den römischen Princeps auch immer Fragen von Macht, Status und Identität waren, spielen im Folgenden Caligulas Selbstsicht und seine Erwartungs-erwartungen[20] gegenüber Senat und Volk eine nicht zu unterschätzende Rolle.

3. Der Auslöser für den Feldzug

Der Germanien- und Britannienfeldzug des Kaisers Caligula ist auf Grund der Quellenlage schwer zu datieren.[21] Sein Beginn wird in der Literatur zumeist in den September 39 gelegt.[22] Nimmt man diese Angabe als Ausgangspunkt, ergibt sich eine zentrale Frage: Wieso brach Caligula gerade zu diesem Zeitpunkt auf? Die Römer sprachen Germanien und Britannien harsche klimatische Bedingungen zu. Im Gegensatz zu den römischen Legionären waren die germanischen und britannischen Krieger an diese Bedingungen gewöhnt. Kämpfe im Winter versuchten die Römer zu vermeiden.[23] Caligulas Feldzug muss, so er im September begonnen hat, ein Winterfeldzug gewesen sein. Entweder dem Princeps war diese Tatsache egal – Das ist jedoch unwahrscheinlich – Oder es gab ein konkretes Ereignis, das den Princeps zum Losmarschieren zwang? Hatte Caligula keine Alternative? Cassius Dio berichtet in seiner Römischen Geschichte, das Heer sei „in Eile“ aufgebrochen.[24] Auch diese Information deutet auf einen erzwungenen Feldzug hin.

Matthias Gelzer geht von einer Entscheidung der römischen Senatoren aus.[25] Diese These ruht auf keinem festen Fundament,[26] denn der Senat der Kaiserzeit traf weder freie Entscheidungen, noch hatte er die Macht Entscheidungen durchzusetzen. Dies gilt besonders in der Zeit des Caligula, da er den Senat verachtete und jede Gelegenheit ihn zu diskreditieren mit Freude nutzte.[27] Doch selbst wenn dem nicht so gewesen wäre: Die Senatoren wussten von den klimatischen Bedingungen und Gefahren in Germanien und Britannien. Auch sie hätten nicht ohne triftigen Grund über einen Winterfeldzug nachgedacht.

Es ist fraglich ob der Auslöser für den Feldzug überhaupt in Rom gefunden werden kann. Sinnvoller scheint es, einen Blick in das Zielgebiet des Feldzugs zu werfen. Hierbei hat Germanien Vorrang vor Britannien, da es, nach einem kurzen Aufenthalt Caligulas in Umbrien, sein erster Anlaufpunkt war.[28]

Das römisch besetzte Germanien unterteilte sich in Ober- und Untergermanien. Die Kommandogewalt über die fünf obergermanischen Legionen lag bei Gnaeus Gaetulicus. Die drei Legionen in Untergermanien befehligte Lucius Apronius. Gaetuli-cus wurde um 39 n. Chr. hingerichtet. Diese Hinrichtung steht höchstwahrscheinlich mit einer Verschwörung gegen Caligula in Verbindung.[29] Eine genaue Datierung der Verschwörung ist nicht möglich. Der Zeitpunkt ist aber auch nicht von zentraler Bedeutung. Viel wichtiger ist, dass Geatulicus bei Caligulas Ankunft in Germanien nicht mehr zugegen war. Der Princeps traf bereits auf seinen Nachfolger, den späteren Kaiser, Sulpicius Galba. Die Verschwörung wurde also vor Caligulas Ankunft, und damit vor dem Germanienfeldzug aufgedeckt.[30] Damit könnte sie, direkt oder indirekt, der Auslöser des Germanienfeldzugs gewesen sein.

Geht man davon aus, dass zwischen der Entdeckung der Verschwörung und dem Germanienfeldzug nur wenigen Wochen vergingen, so lässt sich Alois Winterlings These vertreten, dernach die Entdeckung der Verschwörung der direkte Auslöser zum Aufbruch von Caligulas Truppen war.[31] Galba und seine Streitmacht waren demnach nicht mehr als eine militärische Absicherung gewesen. Calligula musste Gaetulicus absetzen. Der Römer kommandierte allerdings fünf Legionen. Die Loyalität dieser Legionen hatte er sich in den vorausgegangenen Jahren durch Sonderbehandlung erkauft. Würden die Soldaten dem Princeps oder ihrem Kommandanten Folge leisten?

Ob Gaetulicus wirklich an der Verschwörung beteiligt war, ist nicht klärbar. Möglich ist, dass Caligula die Gunst der Stunde nutzte und Gaetulicus aus politisch-militärischem Kalkül beseitigen ließ. Auch hier hat sicherlich die Macht, die der Befehlshaber auf sich vereinte, eine Rolle gespielt. Denkbar ist aber auch, dass Caligula die Germanischen Grenzen gefährdet sah. Gaetulicus wollte sich durch laxe Führung, die Loyalität der Truppe erkaufen. Dieser fehlte es in Folge dessen an Disziplin und Kampfkraft.[32]

Geht man von einer signifikanten zeitlichen Differenz zwischen der Absetzung des Gaetulicus und dem Feldzug des Caligula aus, so bietet auch hier die Konzeption von Grenzgefährdung und Disziplinverlust einen passende Erklärung.[33] Entweder die Germanen nutzten die Gunst der Stunde und drangen in das schlecht geschützte römische Gebiet ein. Oder aber die Absetzung von Gaetulicus führte zu Aufruhr unter den Legionen. Beide Krisensituationen hätte Galba als neuer Komandant kaum ohne militärische Hilfe von Seiten Caligulas überstehen können.[34]

4.1. Caligulas Heer – Der Auftellungsbefehl

Wie Sueton berichtet, brach Caligula mit seinem Heer in Eile auf.[35] Den Feldzug scheint er spontan begonnen zu haben. Demnach ist anzunehemen, dass keine Zeit für große Truppenverlegungen blieb. Woher kamen also die Soldaten, die für Caligula kämpften? Cassius Dio spricht von 200.000 – 250.000 Mann.[36] Solch eine Streitmacht hielt sich normalerweise nicht in der Umgebung von Rom auf. Wahrscheinlich ist, dass Caligula die 200.000 – 250.000 Soldaten gezielt zusammengezogen hatte. Wozu er dies tat, wenn eben nicht für den durchgeführten Feldzug, ist nicht sicher. In jedem Fall muss eine umfassende militärische Operation geplant gewesen sein. Anders ließe sich die enorme Größe der Streitmacht nicht erklären. Vieles spricht dafür, dass Caligula für das Folgejahr einen Germanien- oder Britannienfeldzug plante[37], dann aber bei seinen Vorbereitungen gestört wurden.[38],[39]. Möglich ist auch eine Kombination aus einem Sicherungsfeldzug an der germanischen Grenze und einem darauffolgenden Krieg gegen Britannien. Dafür spricht neben der Größe von Caligulas Streitmacht vor allem die Aufstellung zweier neuer Legionen, die Archäologen mit der Herrschaft des jungen Princeps in Verbindung setzen. Legion XV und Legion XXII Primigeniae[40] waren unter Caligulas Nachfolger Claudius in die Eroberung Britanniens involviert. Möglicherweise waren sie dazu von Caligula konzipiert worden.[41] Da Claudius 41 an die Macht kam, sein Sicherungs- und Eroberungszug aber schon 43 begann, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er Pläne umsetzte, die bereits lange vor seinem Regierungsantritt ausgearbeitet worden waren.[42]

4.2 Caligulas Heer – Verfügbare Einheiten

Die römische Armee bestand beim Tod des Augustus aus 25 Legionen.[43] Unter Augustus’ Nachfolger Tiberius kamen keine weiteren Legionen hinzu.[44] Der zweite Römische Princeps verfolgte eine defensive Militärpolitik. Caligula muss also zu Beginn seiner Herrschaft über besagte 25 augusteische Legionen verfügt haben. Hinzu kommen die beiden Legionen, die er, wie bereits erwähnt, neu auftellen ließ. Damit bestand das römische Heer zur damaligen Zeit aus 27 Legionen. Möglich ist auch, dass Caligula noch eine weitere Legion hinzufügte. So hätte er die Verluste die Augustus durch die Varusschlacht erlitten hatte ausgeglichen und die ursprüngliche Stärke der Römischen Truppen von 28 Legionen[45] wiederhergestellt.

Im Folgenden soll von jenen 28 Legionen zu Zeiten Caligulas ausgegangen werden. Dafür seien zwei Gründe genannt. Erstens wird diese Zahl immer wieder in der Sekundärliteratur angegeben.[46] Zweitens soll hier im Zweifelsfall von der Variante ausgegangen werden, die der Gesamtargumentation entgegenwirkt. Schließlich sind die Ergebnisse einer Arguemntation überzeugender, wenn von vornherein der ungünstigste Fall zur Diskussion steht.

Caligula verfügte also über 28 Legionen. Die Legion der Römischen Kaiserzeit bestand aus 5000 - 6000 Mann.[47],[48] Der Historiker Marcus Junckelmann geht von 5500 Soldaten und 1000 Begleiteinheiten aus. Im Ganzen rechnet er also mit 6500 Mann pro Legion.[49] Diese Zahl muss verdoppelt werden, da den Legionen Auxiliareinheiten in etwa gleicher Stärke, zugeordnet waren.[50],[51] Diese Auxiliareinheiten waren Hilfseinheiten verbündeter bzw. unterworfener Völker. Bei 28 Legionen, 6500 Mann pro Legion und einer Verdopplung durch die Hinzunahme der Auxiliareinheiten muss Caligula über ein Heer von etwa 364.000 Mann verfügt haben.[52] Dio schätzt Caligulas Streitmacht auf 200.000 – 250.000 Mann. Diese Zahl ist in Anbetracht der Gesamtstärke des Heeres zwar hoch, scheint aber auf den ersten Blick nicht unmöglich hoch. Mit 54 – 68 % des Heeres vor den Toren Roms hatte Caligula immer noch 114.000 - 164.000 Mann zur Grenzverteidigung zur Verfügung.

4.3 Caligulas Heer – Vorüberlegungen zur Truppenstärke

Nun war aber die Grenze zu Germanien höchstwahrscheinlich voll besetzt. Zum einen ließ es die militärische Lage am Rhein nicht zu, Truppen aus Germanien abzuziehen. Zum anderen wäre dies auch gar nicht nötig gewesen, denn zu Beginn eines Germanien- und / oder Britannienfeldzugs, wären die Rheinlegionen ja bereits vor Ort gewesen und hätten sich mit der Hauptstreitmacht bei Ankunft vereinigen können.

Die Frage ist nun, von wievielen Legionen und Männern hier die Rede ist. Den Quellen nach waren in Unter- und Obergermanien insgesamt 8 Legionen stationiert. Der bereits genutzten Formel folgend ergibt sich daraus eine Stärke von 104.000 Mann.[53] Zieht man diese von den anfangs errechneten 114.000 – 164.000 Mann ab, die Caligula noch an den Grenzen des Reiches zur Verfügung standen, so ergeben sich Zahlen, die Dios Angaben untergraben. Mit 10.000 – 60.000 Mann, Begleittruppen mitgerechnet, war eine effektive Grenzverteidigung nicht realisierbar.[54]

Caligula könnte die Gefahren feindlicher Einfälle ignoriert haben. Tacitus, Sueton und auch Dio hätten zur Begründung solch eines Verhaltens sicherlich die Geisteskrankheit des Princeps herangezogen. Bei maximal 4,5 Legionen, verteilt auf 7 gefährdete Provinzen[55] müsste man allerdings auch den Völkern an der römischen Peripherie Geisteskrankheit unterstellen. Trotz bester Chancen einen Sieg über die Römische Armee zu erringen und sich für immer von der Römischen Herrschaft zu befreien, hätten sie nicht angegriffen.[56] Schon auf den ersten Blick wäre dieser Erklärungsversuch eine Farce sondergleichen.

[...]


[1] Zitat aus dem Kinotrailer, nach: www.play.com, Suchwort: ‚Caligula: The Imperial Edition’,
letzter Zugriff: 20.06.2009.

[2] Der Film wurde vom Penthouse-Magazin mitfinanziert.

[3] Vgl. www.rogerebert.suntimes.com, Suchwort ‘Caligula’, letzter Zugriff: 20.06.2009.

[4] Die Informationen zur Filmreihe sind verschiedenen Webseiten entnommen. Genannt sei vor allem
www.caligulathemovie.com. Letzter Zugriff: 20.06.2009.

[5] Sueton, Caligula, S. 55.

[6] Vgl. ebd. 56.

[7] Vgl. ebd. 25.

[8] Vgl. ebd. 24.

[9] Vgl. ebd. 36.

[10] Dazu Christian Wendt: „Die Charakterzeichnungen [Caligulas] – insbesondere die Suetonische Über-
lieferung – überlagern bis heute die Wahrnehmung des Kaisers als Politiker.“, Christian Wendt, Sine
Fine, Berlin 2008, S. 214.

[11] Aloys Winterling urteilt, mit Blick auf die Überlieferung zu Caligula, etwas holzschnittartig: „So kann
es nicht gewesen sein.“ Aloys Winterling, Caligula, München 2003, S. 105.

[12] Tacitus brandmarkt den Feldzug als lächerlich. (Tacitus, Historien, 4, 15, 3.) Wendt fragt, gewohnt
ironisch, ob es sich bei Caligulas Unternehmung um einen ‚Pfadfinderausflug’ gehandelt hat. Vgl.
Christian Wendt, Sine Fine, S. 216.

[13] 37 n. Chr. - 41 n. Chr.

[14] Hierzu Winterling. (Vgl. a.a.O. Aloys Winterling, Caligula, S. 7 – 11.) und Wilkinson. Vgl. Sam
Wilkinson, Caligula, Abingdon 2005, S. 44.

[15] Darauf weist Winterling in einem sehr emotionalen, aber durchaus korrekten, Apell hin.
Vgl. a.a.O. Aloys Winterling, Caligula, S. 104f.

[16] Deutlich wird dieser Umstand mit Seitenblick auf Suetons Galba-Vita. Vgl. Anthony Barrett, Caligula.
The corruption of power, London 1989, S. XXII.

[17] Wobei die Intentionen, bzw. Motive des Princeps, im Gegensatz zur Meinung von Wendt (Vgl
.a.a.O. Christian Wendt, Sine Fine, 217.) durchaus durch die militärischen Strategien beleuchtet
werden können. Erstens muss dabei gefragt werden, ob sich die militärischen Strategien in sinnvolle
Zusammenhänge einbetten lassen, oder ob sie durch ein instabiles Element, möglicherweise die
Sprunghaftigkeit des militärischen Befehlshabers, geprägt sind. Zweitens ist zu anlysieren, welche
Ziele mit den militärischen Strategien verfolgt und erreicht wurden. Diese Ziele sind schlöießlich ein
direkter Ausdruck von Intentionen und Motiven.

[18] Getreu Leopold von Ranke.

[19] Auch Balsdon hält dies für gerechtfertigt. Vgl. .P. Baldson, The Emperor Gaius (Caligula), Oxford
1964, S. 65.

[20] D.h.: Seine Erwartungen an die Erwartungen von Senat u. Volk.

[21] Vgl. a.a.O. A. Barrett, S. 132.

[22] Vgl. a.a.O. Christian Wendt, Sine Fine, S. 215.

[23] Vgl. Georg Veith, Geschichte der Feldzüge C. Julius Caesars, Wien 1906, S. 63f.

[24] Die Legionäre waren auf Grund der Marschgeschwindigkeit, dazu gezwungen ihre Feldzeichen auf
Lasttiere zu schnallen. Sueton weist im selben Absatz darauf hin, dass nicht die ganze Zeit über
schnell marschiert wurde. Die Beispiele, die er dazu anführt, scheinen dieser Aussage
jedoch zu widersprechen. (Vgl. Sueton, Caligula, 43.) Sie werden daher häufig uminterpretiert. Vgl.
a.a.O. Sam Wilkinson, Caligula, 39 – 40.

[25] Vgl. Matthias Gelzer, C. Iulius Caesar Germanicus (Caligula), in RE: X 1, Stuttgart 1918, S. 402.

[26] Balsdon spricht, in einem anderen Zusammenhang, treffend von einer „jack-in-the-box appearance“ des
Senats. Vgl. a.a.O. J.P. Baldson, The Emperor Gaius, S. 65.

[27] Vgl. a.a.O. Aloys Winterling, Caligula, S. 99f.

[28] Cassius Dio geht davon aus, dass Caligula den Germanien- & Britannienfeldzug nur als Vorwand
nutzte um in Gallien Geld aus der Bölkerung zu pressen. (Cassius Dio, Römische Geschichte, 59, 21,
1f.) Da ein Feldzug aber mit großem finanziellen Aufwand verbunden war, ist es genauso möglich,
dass das Auspressen der gallischen Bevölkerung nicht mehr als eine Nebenerscheinung des Ger-
manien- und Britannienfeldzugs war. Zudem ließe sich durch Caligulas Habgier nicht die Eile des
Aufbruchs erklären. Vgl. a.a.O. Aloys Winterling, Caligula, 111.

[29] Vgl. a.a.O. Christian Wendt, Sine Fine, S. 217.

[30] In diesem Zusammenhang ist interessant, dass Sueton die Verschwörung in seiner Caligula-Biografie
mit keinem Wort erwähnt, dann aber in seiner Claudius-Biografie darauf hinweist. Vgl. Sueton,
Claudius, in: Sueton, Sämtliche erhaltene Werke, Übersetzung: Adolf Stahr, Essen 2004.

[31] Wobei Winterling seine Vermutungen leider verabsolutiert. (Vgl. a.a.O. Aloys Winterling, Caligula,
S. 105.)

[32] Vgl. a.a.O. J.P. Baldson, The Emperor Gaius, S. 68.

[33] Wie sie etwa Barrett beschreibt. Vgl. a.a.O. Anthony Barrett, Caligula, S. 130.

[34] Die hier diskutierten Varianten korrespondieren mit einem Zitat Suetons, in dem er auf die geplante
Dezimierung von Truppen durch Caligula hinweist. (Vgl. Suaton, Caligula, 44 u. 48.) Sueton spricht
von der Auslöschung ganzer Legionen. Auch wenn er dabei übertreiben mag – Die Dezimierung oder
Auslöschung von Legionen wäre nach einer Revolte, ob nun mit oder ohne Gaetulicus, eine adäquate
Strafmaßnahme gewesen.

[35] Vgl. J.P. Baldson, The Emperor Gaius (Caligula), Oxford 1964, S. 65.

[36] Vgl. Cassius Dio, Römische Geschichte, 59, 22, 1.

[37] Darauf deuten u.a. Berichte einer Gesandschaft aus Alexandria hin. Vgl. a.a.O. Christian Wendt, Sine
Fine, S. 216.

[38] Laut Christian Wendt verdeutlicht die Darstellung bei Tacitus, dass Caligula einen Germanienfeldzug
geplant hatte. Dass der Princeps einen bestimmten, aber möglicherweise nicht, den am Ende realisier-
ten, Germanienfeldzug im Auge hatte, zieht Wendt nicht in Betracht. (Ebd. S. 216.) Er gesteht
Caligula zu auf Grund einer veränderten Lage nach Germanien abgezogen zu sein. (Vgl. ebd., 117. )
Dass aber Caligula bei veränderter Lage die gleiche Stategie verfolgte, ist unwahrscheinlich.

[39] Dieser Meinung ist auch Winterling. Vgl. A.a.O. Aloys Winterling, Caligula, S. 114.

[40] Vgl. G.R. Watson, The Roman Soldier, Oxford 1969, S. 23.

[41] Vgl. a.a.O. Anthony Barrett, Caligula, 125f.; Vgl. The Roman Imperial Army, London 1969, S. 112.

[42] Vgl. a.a.O. J.P. Baldson, The Emperor Gaius, S. 93.

[43] Vgl. Heinrich Schlange-Schöningen, Augustus, Darmstadt 2005, S. 137.

[44] “Since none of [the legions] had been added or lost under Tiberius.” Graham Webster, The Roman
Imperial Army, London 1969, S. 113.

[45] Die Legion des Lollius nicht mitgerechnet. Vgl. a.a.O. Heinrich S.-Schöningen, Augustus, S. 137.

[46] Vgl. Marcus Junckelmann, Die Legionen des Augustus, Mainz 1986, S. 96.

[47] Vgl. Yann Le Bohec, Die Römische Armee, Stuttgart 1993, S. 27.; Vgl. Lawrence Keppie, The
Making of the Roman Army, From Republic to Empire, London 1984, S. 64 – 66, 173.

[48] Vgl. a.a.O. Marcus Junckelmann, Die Legionen des Augustus, S. 93.

[49] Vgl. ebd., S. 94.

[50] Vgl. a.a.O. Yann Le Bohec, Die Römische Armee, S. 27.; Vgl. Michael Grant, The Army of
the Caesars, London 1974, S. 56; Mehr Auxiliareinheiten waren es nicht. Höchstens weniger. Vgl.
a.a.O. G.R. Watson, The Roman Soldier, S. 24.

[51] Tacitus, Annalen, 4, 5.

[52] Damit korrespondieren auch Junckelmanns Berechnungen. (Vgl. a.a.O. Marcus Junckelmann, Die Le-
gionen des Augustus, S. 91.) Grants und Watsons Schätzungen liegen sogar noch darunter. Vgl. a.a.O.
Michael Grant, The Army of the Caesars, London 1974, S. 55.; Vgl. G.R. Watson, The Roman Soldier,
S. 13 – 15.

[53] Vgl. a.a.O. Michael Grant, The Army of the Caesars, S. 64.

[54] Denn schon Augustus hatte sich bei der Umstrukturierung seiner Armee nach dem Bürgerkriegen, mit
29 Legionen, auf ein absolutes Minimum für die Sicherheitsbedürfnisse des Reiches beschränkt.
„Augustus’ estimate concerning the size of the army he needed was based on a meticulous, knife-edge
calculation.”, Vgl. a.a.O. Michael Grant, The Army of the Caesars, S. 55.

[55] Tacitus, Annalen, 4, 5.; Vgl. a.a.O. Graham Webster, The Roman Imperial Army, S. 113.

[56] So wie es etwa die Germanen 9 n. Chr. in der Varusschlacht taten, die sicherlich auch durch den kurz
zuvor stattgefundenen Pannonienaufstand und die daraus hervorgegangene Schwächung Roms
mitverursacht wurde.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Wahnsinn und Wirklichkeit
Untertitel
Der Germanien- und Britannienfeldzug des Kaisers Caligula
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Friedrich Meinecke Institut)
Veranstaltung
Die Germanen und die imperiale Strategie Roms
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V138726
ISBN (eBook)
9783640480111
ISBN (Buch)
9783640479924
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahnsinn, Wirklichkeit, Germanien-, Britannienfeldzug, Kaisers, Caligula
Arbeit zitieren
Stefan Noack (Autor), 2009, Wahnsinn und Wirklichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138726

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Wahnsinn und Wirklichkeit



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden