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Wissenschaftliche Bibliotheken zur Zeit des Nationalsozialismus

Title: Wissenschaftliche Bibliotheken zur Zeit des Nationalsozialismus

Term Paper , 2008 , 31 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Andrea Surner (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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In dieser Arbeit soll ein Eindruck davon vermittelt werden, wie „Menschen mit Menschen“ in der Zeit des Nationalsozialismus in bestimmten Kreisen umgingen. Dabei wird hauptsächlich die Personalpolitik an den wissenschaftlichen Bibliotheken betrachtet, anschließend soll in einem Exkurs exemplarisch der Umgang mit Benutzern der Bibliotheken dargestellt werden. Wie wurden einzelne Personen behandelt? Welche Maßnahmen wurden ergriffen? Warum wurden sie ergriffen – aus politischer Gehorsamkeit oder aus Eigennutz? Im Zentrum können hier natürlich nur individuelle Lebensläufe stehen, die keine Verallgemeinerung der Bibliothekspolitik darstellen sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Quellenlage und Forschungsstand

2. Wissenschaftliche Bibliotheken während des Nationalsozialismus – Personalpolitik

2.1 Politische Veränderungen innerhalb wissenschaftlicher Bibliotheken

2.1.1 Gesetzesgrundlagen und Veränderungen auf Staatsebene

2.1.2 Der „neue“ Bibliothekar

2.2 Der Umgang mit missliebigen Bibliotheksdirektoren

2.2.1 UB Berlin – Rudolf Hoecker

2.2.2 BSB München – Georg Reismüller

2.2.3 UB München – Walter Plöbst

2.3 Der Umgang mit „nichtarischen“ Mitarbeitern der Bibliotheken

2.3.1 UB Berlin – Heinrich Loewe

2.3.2 UB Freiburg – das „Einzelschicksal“ Max Pfannenstiel

3. Universitätsbibliotheken während des Nationalsozialismus – Benutzungspolitik

3.1 Vorgehensweise der UB Heidelberg

3.2 Vorgehensweise der UB Freiburg

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf das wissenschaftliche Bibliothekswesen in Deutschland nach 1933, wobei der Schwerpunkt auf der Personal- und Benutzungspolitik einzelner Universitätsbibliotheken liegt.

  • Analyse der nationalsozialistischen Personalpolitik und der Verdrängung missliebiger Bibliothekare.
  • Untersuchung der ideologischen Gleichschaltung und Zentralisierung des Bibliothekswesens.
  • Darstellung des Umgangs mit „nichtarischen“ Mitarbeitern anhand spezifischer Fallbeispiele.
  • Analyse der restriktiven Benutzungspolitik und des Ausschlusses jüdischer Nutzer.
  • Vergleich unterschiedlicher Verhaltensweisen von Bibliotheksleitungen im NS-Staat.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 UB Berlin – Rudolf Hoecker

Wie bereits erwähnt wurde, sollten nach dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ (BBG) politisch missliebe Personen aus ihren Ämtern entfernt werden. „Das markanteste Beispiel war wohl Rudolf Hoecker, der wegen seiner sozialdemokratischen Gesinnung seines Amtes als Direktor der Berliner Universitätsbibliothek enthoben und zum Bibliotheksrat zurückgestuft wurde.“ Hoecker war seit 1. April 1930 an der Universitätsbibliothek Berlin tätig und wurde am 22. April zum Bibliotheksdirektor ernannt. In seinem Kollegium genoss er hohes Ansehen, doch „[t]rotz seiner Reputation blieb Hoecker den nationalsozialistischen Machthabern suspekt.“ Dies lag daran, dass Hoecker von 1929 bis 1932 Mitglied der SPD gewesen war, was der neuen Regierung ein Dorn im Auge zu sein schien – schließlich sollten die Beamtenstellen nunmehr nur mit politisch unbedenklichen, also nationalsozialistisch eingestellten Staatsdienern besetzt werden. Wie alle anderen Beamten an den Universitäten, so musste auch Hoecker nach dem BBG einen Fragebogen zu seiner Person ausfüllen, in dem er angab, „[p]olitisch habe ich mich weder durch Tat, Wort noch Schrift betätigt. Der nationalen Bewegung bin ich nie hindernd in den Weg getreten.“ Da er seine politische Untätigkeit in diesem Fragebogen mehrfach betont, kann man erkennen, dass er bereits 1933 wegen seiner politischen Vergangenheit um das Amt des Direktors der UB Berlin bangen musste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Quellenlage und Forschungsstand: Erläutert die Schwierigkeiten der Quellenbeschaffung aufgrund von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und gibt einen Überblick über den Stand der bibliotheksgeschichtlichen Forschung.

2. Wissenschaftliche Bibliotheken während des Nationalsozialismus – Personalpolitik: Analysiert, wie durch Gesetze und NS-Ideologie eine politisch konforme Bibliotheksleitung erzwungen wurde.

2.1 Politische Veränderungen innerhalb wissenschaftlicher Bibliotheken: Beschreibt die gesetzliche Gleichschaltung auf Staatsebene und die Anforderungen an den „neuen“ Bibliothekar.

2.2 Der Umgang mit missliebigen Bibliotheksdirektoren: Dokumentiert anhand von Fallbeispielen die systematische Entfernung nicht-konformer Führungskräfte.

2.3 Der Umgang mit „nichtarischen“ Mitarbeitern der Bibliotheken: Untersucht die rassistisch motivierte Verdrängung jüdischer Bibliotheksmitarbeiter und individuellen Widerstand.

3. Universitätsbibliotheken während des Nationalsozialismus – Benutzungspolitik: Analysiert den Ausschluss jüdischer Nutzer aus Bibliotheken und die Rolle der Zensur.

4. Fazit: Fasst zusammen, dass die NS-Ideologie das wissenschaftliche Bibliothekswesen durchdrang und den freien Geist unterdrückte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, wissenschaftliche Bibliotheken, Bibliothekspolitik, Personalpolitik, Gleichschaltung, Berufsbeamtentum, Antisemitismus, Verfolgung, Benutzungspolitik, Bibliotheksdirektoren, NS-Ideologie, Universitätsbibliothek, Quellenlage, Forschungsstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf das wissenschaftliche Bibliothekswesen in Deutschland, mit Fokus auf die Jahre ab 1933.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Personalpolitik gegenüber Direktoren und Mitarbeitern sowie die Benutzungspolitik gegenüber jüdischen Bibliotheksnutzern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das NS-Regime durch politische Einflussnahme und Ideologie die Kontrolle über wissenschaftliche Bibliotheken erlangte und welche Auswirkungen dies auf Einzelne hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Quellen und greift auf vorliegende bibliotheksgeschichtliche Fachliteratur sowie Archivmaterialien zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Verdrängung politisch missliebiger Direktoren, den Umgang mit jüdischem Personal und die Einschränkung des Benutzerkreises an ausgewählten Universitätsbibliotheken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Nationalsozialismus, Personalpolitik, Gleichschaltung, Antisemitismus und Benutzungspolitik.

Wie unterschieden sich die Reaktionen der Bibliotheksleitungen?

Während einige Direktoren die NS-Politik aktiv vorantrieben, versuchten andere, wie etwa Josef Rest in Freiburg in Bezug auf Max Pfannenstiel, Spielräume zu nutzen, um Mitarbeiter zu schützen.

Was zeigt das Beispiel von Rudolf Hoecker?

Es veranschaulicht die systematische Entfernung missliebiger Führungskräfte durch Disziplinarverfahren, selbst wenn keine rechtliche Grundlage im Sinne des BBG vorlag.

Welche Bedeutung hatte das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums?

Es bildete die rechtliche Grundlage für die Entlassung von jüdischen und politisch unerwünschten Staatsdienern, wurde jedoch in der Praxis unterschiedlich stark durchgesetzt.

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Details

Title
Wissenschaftliche Bibliotheken zur Zeit des Nationalsozialismus
College
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Course
Die Entjudung von Wissenschaft und Hochschule nach 1933
Grade
1,5
Author
Andrea Surner (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V138735
ISBN (eBook)
9783640481538
ISBN (Book)
9783640481361
Language
German
Tags
Bibliotheken Nationalsozialismus Entjudung Wissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Surner (Author), 2008, Wissenschaftliche Bibliotheken zur Zeit des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138735
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