Mitte der 60er wurde der Grundstein gelegt für eine nahezu vollkommen neue Möglichkeit der
Kommunikation. Das Internet, das zunächst als Informationssystem des U.S. Militärs gedacht war,
dient heutzutage weltweit über einer Milliarde Menschen als allgegenwärtiges Medium der
Kommunikation und des Datentransfers.
Es ist nahe liegend, dass mit dem Medium Internet und seinen anscheinend unbegrenzten
Möglichkeiten viele Veränderungen und Neuerungen kamen.
Zum einen veränderte es die Art und Weise mit anderen zu kommunizieren grundlegend und schaffte
schnellere, vielfältigere und populärere Alternativen zu Brief, Fax und Telefon, zum anderen entstand
im Laufe der Entwicklung des Internets eine auf den ersten Blick eigenständige Art der Handhabung
von Sprache, das so genannten Netspeak.
Abkürzungen wie FAQ (Frequently Asked Questions), URL (Uniform Resource Locator) oder asap
(as soon as possible), Begriffe wie „freeware“, „webcam“, „newbie“ oder ganz simpel „mouse“ und die
so genannten Emoticons oder Smileys sind heutzutage Gegenstand unseres Alltags, die mittlerweile
nicht mehr nur im Internet selbst sondern auch außerhalb, im täglichen Sprachgebrauch oder in der
Werbung beispielsweise Anwendung gefunden haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Netspeak - die Sprache des Internets
1.1 Einleitung und Definition
1.2 Vergleich zwischen gesprochener und geschriebener Sprache
1.3 Charakteristika von Netspeak in verschiedenen Medien
1.4 Emotionale Ausdrucksmöglichkeiten: Mimik, Gestik und Prosodie
1.5 Revision und Struktur im Vergleich zur Schriftsprache
1.6 Einordnung nach Koch und Oesterreicher
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Netspeak“ als eigenständige Kommunikationsform des digitalen Zeitalters und analysiert, inwiefern sie sich zwischen den traditionellen Polen der gesprochenen und geschriebenen Sprache verorten lässt.
- Historische Genese und Verbreitung von Internet-Kommunikationsformen.
- Linguistische Analyse der Merkmale von Netspeak in Chats, E-Mails und Web-Inhalten.
- Untersuchung der Kompensationsmechanismen für fehlende nonverbale Signale (Emoticons, Lautmalerei).
- Klassifizierung nach dem Modell der Mündlichkeit und Schriftlichkeit von Koch und Oesterreicher.
Auszug aus dem Buch
Netspeak - die Sprache des Internets
Mitte der 60er wurde der Grundstein gelegt für eine nahezu vollkommen neue Möglichkeit der Kommunikation. Das Internet, das zunächst als Informationssystem des U.S. Militärs gedacht war, dient heutzutage weltweit über einer Milliarde Menschen als allgegenwärtiges Medium der Kommunikation und des Datentransfers.
Es ist nahe liegend, dass mit dem Medium Internet und seinen anscheinend unbegrenzten Möglichkeiten viele Veränderungen und Neuerungen kamen. Zum einen veränderte es die Art und Weise mit anderen zu kommunizieren grundlegend und schaffte schnellere, vielfältigere und populärere Alternativen zu Brief, Fax und Telefon, zum anderen entstand im Laufe der Entwicklung des Internets eine auf den ersten Blick eigenständige Art der Handhabung von Sprache, das so genannten Netspeak.
Abkürzungen wie FAQ (Frequently Asked Questions), URL (Uniform Resource Locator) oder asap (as soon as possible), Begriffe wie „freeware“, „webcam“, „newbie“ oder ganz simpel „mouse“ und die so genannten Emoticons oder Smileys sind heutzutage Gegenstand unseres Alltags, die mittlerweile nicht nur im Internet selbst sondern auch außerhalb, im täglichen Sprachgebrauch oder in der Werbung beispielsweise Anwendung gefunden haben.
Vom linguistischen Standpunkt aus betrachtet ist Netspeak, ob nun in Chats, E-mails oder als Webinhalt besonders interessant, weil es sowohl Merkmale von gesprochener, als auch von geschriebener Sprache aufweist. Grundlegend stellt sich also die Frage, zu welcher dieser beiden Kategorien das Netspeak gezählt werden kann, oder ob es eventuell sogar eine gänzlich neue Form der Sprache ist, die sich soweit von gesprochener und geschriebener Sprache abhebt als das man sie als eine eigene Kategorie bezeichnen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Netspeak - die Sprache des Internets: Einführung in die historische Entwicklung des Internets als Kommunikationsmedium und Definition des Begriffs Netspeak.
1.1 Einleitung und Definition: Herleitung der sprachlichen Neuerungen durch die Digitalisierung und Einführung von Beispielen wie Emoticons und Kürzeln.
1.2 Vergleich zwischen gesprochener und geschriebener Sprache: Untersuchung der Kriterien für die Zuordnung von Kommunikation zur gesprochenen oder geschriebenen Form.
1.3 Charakteristika von Netspeak in verschiedenen Medien: Analyse der spezifischen Bedingungen wie Asynchronität und räumliche Distanz bei Chats und E-Mails.
1.4 Emotionale Ausdrucksmöglichkeiten: Mimik, Gestik und Prosodie: Betrachtung der Möglichkeiten zur Übertragung nonverbaler Signale durch Emoticons und Lautschrift.
1.5 Revision und Struktur im Vergleich zur Schriftsprache: Analyse der Revisionsfähigkeit von Nachrichten und der lockeren Satzstrukturen im Netz.
1.6 Einordnung nach Koch und Oesterreicher: Anwendung des Modells der mündlichen und schriftlichen Sprache auf Netspeak als Mischform.
Schlüsselwörter
Netspeak, Internetkommunikation, Sprachwandel, Emoticons, Digitale Linguistik, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Asynchrone Kommunikation, Sprachstil, Medienlinguistik, Netzsprache, Online-Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Entstehung und linguistische Einordnung von „Netspeak“ als moderne Kommunikationsform im Internet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Abgrenzung von gesprochener und geschriebener Sprache sowie der Kompensation nonverbaler Elemente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob Netspeak eine eigene Sprachkategorie darstellt oder als Mischform existierender Kategorien zu verstehen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse unter Anwendung des Modells von Koch und Oesterreicher durchgeführt.
Was bildet den Hauptinhalt der Arbeit?
Der Hauptteil befasst sich mit den formalen Eigenschaften von Online-Nachrichten, wie Revisionsfähigkeit, Syntax und dem Einsatz von Emoticons.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Netzsprache, Medienlinguistik, Asynchronität und der Sprachwandel durch neue Medien.
Wie kompensiert Netspeak das Fehlen von Mimik und Gestik?
Dies geschieht primär durch den Einsatz von Emoticons, Smileys sowie lautmalerischen Schreibweisen und interpunktiven Mitteln.
Ist Netspeak als vollständig geschriebene Sprache zu betrachten?
Nein, es weist eine Mischform auf, die konzeptionell oft näher an der Mündlichkeit liegt, obwohl sie in Schriftform realisiert wird.
Wie unterscheiden sich E-Mails von Chats in Bezug auf den Sprachgebrauch?
E-Mails sind häufiger strukturiert und erlauben Revisionen, während Chats eine lockerere Struktur aufweisen und meist unmittelbarer sind.
Warum ist das Modell von Koch und Oesterreicher für diese Arbeit wichtig?
Es bietet einen wissenschaftlichen Rahmen, um die Schnittmenge zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und medialer Schriftlichkeit präzise zu verorten.
- Quote paper
- Ann-Kristin Brockmann (Author), 2008, Netspeak - die Sprache des Internets, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138743