1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit ist das Buch Todos se van von Wendy Guerra und Geschlechterrollen und Gewalt gegen Frauen auf Kuba.
Anhand des Buches soll aufgezeigt werden, inwiefern Gewalt gegen Frauen auf Kuba vorhanden ist und ob es nach wie vor die in lateinamerikanischen Länder klassischen Geschlechterrollen gibt. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Frage, ob der für viele dieser Länder typische Machismo trotz der kubanischen Revolution weiterhin im Lebensstil der Kubaner zu finden ist. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit es der für Kuba spezifische Sozialismus geschafft hat, eine Geschlechtergleichheit zwischen Männern und Frauen herzustellen, oder ob es immer noch Benachteiligungen gegenüber Frauen gibt.[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschlechterrollen und Gewalt gegen Frauen in Kuba
2.1 Gleichstellungspolitik Kubas
2.1.1 Bildung
2.1.2 Erwerbstätigkeit
2.1.3 Gesundheit
2.1.4 Das Familiengesetz / Scheidung in Kuba
2.2 El Machismo
2.2.1 Definition/Ursprünge
2.2.2 El Machismo in Kuba
2.3 Gewalt gegen Frauen in Kuba trotz Gleichstellungspolitik
2.3.1 Ökonomische Unabhängigkeit der Frau
2.3.2 Öffentlichkeit
2.3.2.1 Tabuisierung
2.3.2.2 Medien
2.3.2.3 El Machismo
2.3.3 Die rechtliche Situation
3. Todos se van
3.1 Inhalt des Buches
3.2 Hauptcharaktere
4. Gewalt und Geschlechter(un)gleichheit in Todos se van
4.1 Verhalten der Männer
4.1.1 Nieves Vater
4.1.2 Alan
4.1.3 Osvaldo
4.1.4 Antonio
4.1.5 Fausto
4.1.6 Andere
4.2 Verhalten der Frauen
4.2.1 Nieve
4.2.2 Nieves Mutter
4.2.3 Andere (Lucia, Freundin des Vaters, Cleo)
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Geschlechterrollen und Gewalt gegen Frauen in Kuba. Dabei wird analysiert, inwieweit das für Kuba spezifische sozialistische System gesellschaftliche Veränderungen bewirkt hat und ob der patriarchale "Machismo" trotz politischer Bemühungen um Gleichstellung weiterhin fortbesteht, wobei der Roman "Todos se van" von Wendy Guerra als illustrative Fallstudie dient.
- Analyse der kubanischen Gleichstellungspolitik und deren Grenzen.
- Untersuchung des soziokulturellen Phänomens "Machismo".
- Strukturelle und zwischenmenschliche Ursachen von Gewalt gegen Frauen.
- Literarische Aufarbeitung von Gewaltverhältnissen in Wendy Guerras Roman.
- Vergleich zwischen theoretischem Anspruch der Revolution und der gelebten Realität.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Definition und Ursprünge
Der Machismo ist weit verbreitet in der ganzen Welt und ist in den verschiedensten Ländern zu finden.
Die Merkmale des Machismo sind zum einen ein zentriertes, übersteigertes Männlichkeitsgefühl und die Betonung der vermeintlich männlichen Überlegenheit. Dies äußert sich unter anderem in einem draufgängerischen und aggressiven Verhalten seiner Umwelt und vor allem Frauen gegenüber und ist von einer eher konservativen Einstellung begleitet. Ein Mann muss demnach konstant seine Ehre und Männlichkeit demonstrieren und ist das Oberhaupt und der Ernährer seiner Familie. Ebenso bedeutet es typisch weibliche Eigenschaften wie zum Beispiel Treue, Zärtlichkeit und Mitleid abzulegen. Ein Mann muss hart, dominant, erobernd und unabhängig sein. Eine Frau dagegen sollte keusch und unterwürfig sein und sollte ihrem Mann treu ergeben sein, ohne ihn jemals in Frage zu stellen.
Dies beinhaltet auch eine gewisse Doppelmoral, die dem Machismo zugeschrieben wird. Ein Mann darf neben seiner Ehefrau oder Freundin mehrere Geliebte haben, ohne seitens seiner Frau oder der Gesellschaft Vorwürfe zu erwarten. Je mehr Frauen desto besser. Die Frau dagegen muss ihrem Mann immer treu sein. Würde sie eine Affäre haben und ihren Mann betrügen, würde nicht nur ihr Mann sich von ihr trennen, sie hätte auch in der Gesellschaft einen schweren Stand und würde eventuell als Hure und Ehebrecherin beschimpft.
Machismo bedeutet auch Macht zu zeigen und sie auszuüben. Somit gilt es als selbstverständlich, dass ein Mann seine Frau oder seine Kinder mit Gewalt (denn er ist hart und gefühllos) erzieht oder bestraft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Arbeit, die sich mit Geschlechterrollen und Gewalt gegen Frauen in Kuba unter Bezugnahme auf das Werk von Wendy Guerra befasst.
2. Geschlechterrollen und Gewalt gegen Frauen in Kuba: Detaillierte Darstellung der kubanischen Gleichstellungspolitik, des Machismo-Konzepts sowie der Ursachen für fortbestehende Gewalt gegen Frauen.
3. Todos se van: Kurze inhaltliche Zusammenfassung des Romans und Vorstellung der zentralen Hauptfiguren.
4. Gewalt und Geschlechter(un)gleichheit in Todos se van: Analyse der Interaktionen zwischen männlichen und weiblichen Charakteren im Roman hinsichtlich Machtdynamiken und Gewalterfahrungen.
5. Resümee: Fazit zur Diskrepanz zwischen sozialistischem Gleichheitsideal und der fortdauernden Realität des Machismo im kubanischen Alltag.
Schlüsselwörter
Kuba, Geschlechterrollen, Gewalt gegen Frauen, Machismo, Wendy Guerra, Todos se van, Gleichstellungspolitik, Sozialismus, Patriarchat, Frauendiskriminierung, Sozialisation, Familiengesetz, Doppelmoral.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Geschlechterrollen und Gewalt gegen Frauen in Kuba und untersucht, warum diese trotz staatlicher Gleichstellungspolitik weiterhin existieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Gleichstellungspolitik in Kuba, die soziokulturelle Prägung durch den Machismo und die literarische Verarbeitung dieser Verhältnisse im Roman "Todos se van".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, mittels der Erzählung von Wendy Guerra zu verdeutlichen, wie die kubanische Revolution das Bild der Frau beeinflusst hat und warum Gewalt gegen Frauen trotz offizieller Gleichheitsbemühungen weiterhin Teil der Realität ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Analyse, die theoretische Hintergründe zur Situation in Kuba mit einer inhaltlichen Untersuchung der Romanfiguren verknüpft.
Was wird im Hauptteil des Werkes behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der politische und soziale Rahmen erläutert (Gleichstellung, Machismo, rechtliche Situation) und anschließend das Verhalten der Charaktere in "Todos se van" analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Kuba, Machismo, Gleichstellungspolitik, Geschlechterrollen und patriarchale Strukturen.
Welche Bedeutung hat die Figur "Nieve" für die Gesamtaussage?
Nieve fungiert als Identifikationsfigur, an deren Biografie die verschiedenen Formen von psychischer und physischer Gewalt innerhalb der Familie und Gesellschaft sowie die Suche nach Emanzipation verdeutlicht werden.
Warum spielt der "Machismo" eine so zentrale Rolle für die Argumentation?
Der Machismo wird als tief verwurzeltes gesellschaftliches Phänomen identifiziert, das selbst durch progressive politische Maßnahmen nur schwer zu beeinflussen ist und die Wahrnehmung von Gewalt gegen Frauen als "privates" Problem legitimiert.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der kubanischen Politik?
Die Autorin stellt fest, dass die Politik zwar wichtige rechtliche Rahmenbedingungen schuf, jedoch kulturelle Denkmuster und die tatsächliche Machtverteilung zwischen den Geschlechtern kaum verändert wurden.
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- Ann-Kristin Brockmann (Author), 2009, Gewalt gegen Frauen in Kuba am Beispiel von Todos se van von Wendy Guerra, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138751