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Kann die Loss Aversion zur Erklärung des Equity Premium Puzzle beitragen?

Title: Kann die Loss Aversion zur Erklärung des Equity Premium Puzzle beitragen?

Term Paper , 2021 , 17 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Tim Tegtmeyer (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Diese Arbeit hat zum Ziel, der Frage, ob die von Kahneman und Tversky veröffentlichte Theorie der Loss Aversion zur Erklärung des Puzzles beitragen kann, nachzugehen.

Seit über 35 Jahren versuchen Menschen vergeblich, sich den hohen Unterschied zwischen den Renditen risikobehafteter und risikoloser Anlagen zu erklären. Mehra und Prescott zeigen in ihrem Werk The Equity Premium: A Puzzle auf, dass Menschen in ihrem Anlegerverhalten eine unerklärlich starke Abneigung gegenüber Risiko aufzeigen. Da man zum heutigen Tag noch keine allgemein anerkannte Lösung dieses Problems gefunden hat, hat es seit seiner Veröffentlichung nicht an Relevanz verloren und stellt die Wissenschaft noch heute vor die gleichen Fragen wie damals, deren Beantwortung besonders für Investoren von großem Interesse ist.

Benartzi und Thaler starten im Jahr 1995 den ersten Versuch, das Rätsel mithilfe der Myopic Loss Aversion zu erklären. Dieser Begriff setzt sich zusammen aus der Myopia, also der Kurzsichtigkeit bzw. dem kurzen Zeithorizont der Anleger und der Loss Aversion, einer Theorie, die Kernbestandteil der von Kahneman und Tversky 1979 veröffentlichten Prospect Theory ist. Gemäß dieser Theorie wiegen Menschen Verluste schwerer als entsprechende Gewinne, die Theorie erweitert also den von Neumann-Morgenstern-Erwartungsnutzen um eine Unterscheidung zwischen Gewinn und Verlust, ausgehend vom aktuellen Referenzpunkt.

Dieser Erklärungsansatz wird auf den folgenden Seiten kritisch beleuchtet. Die ersten beiden Teile erklären das Phänomen des Aktienprämienrätsels und die Theorie der Loss Aversion genauer und zeigen empirische Belege für deren Relevanz. Im letzten Teil wird zunächst der theoretische Ansatz hinter der Myopic Loss Aversion erläutert, woraufhin dieser Erklärungsversuch kritisch aus heutiger Sicht bewertet wird. Zuletzt wird auf weitere Forschung zum Einfluss der Myopic Loss Aversion eingegangen, bevor ein Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Equity Premium Puzzle

2.1 Das Equity Premium und empirische Zahlen

2.2 Das Rätsel hinter der Empirie

3 Die Prospect Theory als Erklärungsansatz

3.1 Die Theorie der Loss Aversion

3.2 Empirische Beweise der Loss Aversion

4 Der Zusammenhang zwischen Loss Aversion und dem Equity Premium Puzzle

4.1 Die Rolle des Überprüfungsintervalls von Portfolios

4.2 Theoretische Werte als quantitative Erklärung

4.2.1 Berechnung der Werte

4.2.2 Plausibilität der Werte aus heutiger Sicht

4.3 Der Einfluss der Myopic Loss Aversion auf das Equity Premium

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die von Kahneman und Tversky entwickelte Theorie der Loss Aversion dazu beitragen kann, das sogenannte "Equity Premium Puzzle" – die Diskrepanz zwischen den Renditen risikobehafteter und risikoloser Anlagen – zu erklären.

  • Analyse des Equity Premium Puzzles als ökonomisches Phänomen
  • Darstellung der Prospect Theory und der Loss Aversion
  • Untersuchung der Myopic Loss Aversion nach Benartzi und Thaler
  • Kritische Bewertung quantitativer Erklärungsansätze und Zeithorizonte
  • Empirische Evidenz zur Auswirkung von Überprüfungsintervallen auf Anlageentscheidungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Theorie der Loss Aversion

Die von Kahneman und Tversky (1979, S. 263) veröffentlichte Prospect Theory liefert einen Erklärungsansatz für das Entscheidungsverhalten von Menschen. Sie stellt einen Gegenpol zur gängigen Theorie des Homo Oeconomicus, der alle Entscheidungen rational und gewinnmaximierend trifft. Ein grafischer Ansatz einer alternativen Nutzenfunktion nach Kahneman und Tversky ist in Abbildung 1 abgebildet. Hier sieht man horizontal Gewinne und Verluste und vertikal den gemäß Prospect Theory daraus resultierenden Nutzen (oft als Prospective Utility bezeichnet) abgetragen.

Wie Abbildung 1 zeigt, unterscheidet sich der Verlauf der Prospective Utility zwischen Gewinnen und Verlusten, genauer gesagt wiegt ein Mensch Verluste schwerer als Gewinne. Somit ist es einem Menschen nützlicher, einen Verlust vorzubeugen, als einen Gewinn in entsprechender Höhe zu realisieren (vgl. Kahneman & Tverksy 1979, S. 280). Den Faktor, um den Menschen Verluste schwerer gewichten als entsprechende Gewinne, schätzen Kahneman und Tversky auf ungefähr 2 (vgl. Tversky & Kahneman 1991, S. 1053f). Diese Abneigung gegen Verluste wird als Loss Aversion bezeichnet und stellt eine der Haupterkenntnisse der Prospect Theory dar (vgl. Tversky & Kahneman 1991, S. 1039). Diese Theorie wird in einem Folgewerk noch um die Erkenntnis erweitert, dass Menschen auch die Eintrittswahrscheinlichkeit der jeweiligen Ereignisse nicht realitätsgetreu bewerten (vgl. Tversky & Kahneman 1992, S. 313).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Equity Premium Puzzle ein, erläutert die Relevanz der Thematik für Investoren und definiert das Ziel der Arbeit, die Loss Aversion als Erklärungsansatz zu prüfen.

2 Das Equity Premium Puzzle: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Risikoprämie und stellt die empirische Unstimmigkeit dar, dass risikobehaftete Anlagen historisch deutlich höhere Renditen erzielen, als klassische ökonomische Modelle vorhersagen.

3 Die Prospect Theory als Erklärungsansatz: Hier werden die Kernkonzepte der Prospect Theory, insbesondere die Loss Aversion und deren empirische Belege wie der Endowment-Effekt, als Gegenentwurf zur rationalen Nutzenmaximierung vorgestellt.

4 Der Zusammenhang zwischen Loss Aversion und dem Equity Premium Puzzle: Dieses Kapitel verknüpft die Theorie mit dem Anlageverhalten, analysiert die Rolle von Überprüfungsintervallen und diskutiert die Myopic Loss Aversion als theoretischen Lösungsansatz anhand von Simulationsmodellen und experimentellen Daten.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung der Myopic Loss Aversion für das Verständnis von Anlageentscheidungen und plädiert für weiterführende Forschung trotz bestehender Schwierigkeiten bei der Quantifizierung.

Schlüsselwörter

Equity Premium Puzzle, Loss Aversion, Prospect Theory, Risikoprämie, Myopic Loss Aversion, Anlegerverhalten, Kapitalmarkt, Rendite, Überprüfungsintervall, Anlageentscheidungen, Homo Oeconomicus, Risikoaversion, Zeithorizont, Empirie, Portfolio

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökonomischen Fragestellung, warum historisch gesehen risikobehaftete Aktien deutlich höhere Renditen als risikolose Papiere abwerfen – ein Phänomen, das in der Wissenschaft als Equity Premium Puzzle bekannt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Finanzmarkttheorie, die verhaltensorientierte Ökonomie (Behavioral Finance), die Prospect Theory von Kahneman und Tversky sowie das Konzept der Myopic Loss Aversion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob die von Kahneman und Tversky entwickelte Theorie der Loss Aversion genutzt werden kann, um das Equity Premium Puzzle wissenschaftlich zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse. Sie wertet bestehende wissenschaftliche Modelle, Simulationen (wie die von Benartzi und Thaler) sowie Ergebnisse aus psychologischen Experimenten zum Anlageverhalten aus, um diese kritisch zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Puzzle und die Prospect Theory definiert. Anschließend wird der spezifische Ansatz der Myopic Loss Aversion erläutert, quantitativ anhand von Überprüfungsintervallen beleuchtet und anhand aktuellerer empirischer Studien sowie Experten-Experimenten kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Equity Premium Puzzle, Loss Aversion, Myopic Loss Aversion, Anlegerverhalten und Risikoprämie charakterisieren.

Welche Schwachstellen identifiziert der Autor bei der Lösung von Benartzi und Thaler?

Der Autor weist darauf hin, dass das von Benartzi und Thaler errechnete Überprüfungsintervall von etwa einem Jahr zwar plausibel erscheint, jedoch durch die heute beobachtbare, deutlich kürzere Halteperiode von Aktien in der Praxis an Trennschärfe verliert und somit das Puzzle nicht vollständig allein erklären kann.

Wie reagieren professionelle Anleger laut den genannten Studien auf Myopic Loss Aversion?

Wider Erwarten zeigt die Forschung von Haigh und List (2005), dass professionelle Anleger nicht weniger, sondern teilweise sogar stärker ein Verhalten zeigen, das von Myopic Loss Aversion geprägt ist, als dies bei Laien oder Studierenden der Fall wäre.

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Details

Title
Kann die Loss Aversion zur Erklärung des Equity Premium Puzzle beitragen?
College
Reutlingen University  (ESB Business School)
Course
Applied Research in Finance
Grade
1,1
Author
Tim Tegtmeyer (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1387638
ISBN (PDF)
9783346932341
ISBN (Book)
9783346932358
Language
German
Tags
loss aversion equity premium puzzle finance investment myopic loss aversion
Product Safety
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Tim Tegtmeyer (Author), 2021, Kann die Loss Aversion zur Erklärung des Equity Premium Puzzle beitragen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1387638
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