In der vorliegende Arbeit wird der Versuch unternommen, die Theorie des Tiefenkasus am Beispiel des Instrumentals darzusellen. Die Theorie des Tiefenkasus stellt eine Interaktion von Syntax und Semantik dar. Diese Theorie hat eine große Anhängerschaft gefunden. Den einflussreichsten Beitrag in der Theorie des Tiefenkasus in ihrer Anfangsphase hat Charles J. Fillmore mit seinem Aufsatz „The Case for Case“ gemacht.
Der Tiefenkasus wird häufig als semantische Rolle bezeichnet. Ähnliche Begriffe sind Thematische Rollen, Thematische Relationen, Kasusrollen. Die Theorie des Tiefenkasus ist der wesentliche Bestandteil der Kasusgrammatik, der Satzsemantik sowie der Functional Grammar. Linguisten versuchen immer wieder semantischen Rollen wie Agens, Patiens oder Instrument zur Beschreibung von syntaktischen Verhältnisse einzusetzen. Motiviert sind diese Bemühungen von dem Versuch, eine Universal-Grammatik zu erarbeiten, die alle Sprachen erfassen kann.
In dieser Arbeit wird am Beispiel der russischen Sprache gezeigt, in welchen semantischen Rollen der Instrumental auftreten kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Ereignisschemata und Teilnehmerrollen
1.1. Der Agens. Das Handlungsschema
1.2. Das Patiens. Das Vorgangs- oder Prozessschema
1. 3. Das Essiv. Das Essivschema
1.4. Das Experiens. Das Erfahrungsschema
1.5. Der Besitzer und das Possessum. Das Besitzschema
1.6. Der Empfänger oder das Ziel. Das Übertragungsschema
1.7. Das Ursprung-Weg-Ziel-Schema. Das Bewegungsschema
2. Die semantischen Rollen des Instrumentals
2.1. Die subjektive Bedeutung
2.2. Die objektive Bedeutung
2.3.Die Bedeutung der Adverbialbestimmung
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Theorie des Tiefenkasus am Beispiel des Instrumentals im Russischen, um die Interaktion zwischen Syntax und Semantik sowie die Zuweisung semantischer Rollen innerhalb verschiedener Ereignisschemata zu verdeutlichen.
- Grundlagen von Ereignisschemata und semantischen Teilnehmerrollen.
- Analyse der verschiedenen Schemata (Handlung, Vorgang, Essiv, Erfahrung, Besitz, Übertragung, Bewegung).
- Untersuchung der morphologischen und semantischen Funktionen des Instrumentals im Russischen.
- Klassifizierung der subjektiven und objektiven Bedeutung sowie der Adverbialbestimmung des Instrumentals.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung:
In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, die Theorie des Tiefenkasus am Beispiel des Instrumentals darzustellen. Die Theorie des Tiefenkasus stellt eine Interaktion von Syntax und Semantik dar. Diese Theorie – vielleicht die meist diskutierte in den letzten Jahren – hat eine große Anhängerschaft gefunden. Den einflussreichsten Beitrag in der Theorie des Tiefenkasus in ihrer Anfangsphase hat Charles J. Fillmore mit Aufsatz „The Case for Case“ gemacht. Außerdem haben eine große Anzahl berühmter Sprachwissenschaftler, unter ihnen Chomsky, Lakoff, Radden, Janda, Ikegami diesem Thema zahlreiche Arbeiten gewidmet.
Der Tiefenkasus wird häufig als semantische Rolle bezeichnet. Ähnliche Begriffe sind Thematische Rollen, Thematische Relationen, Kasusrollen. Die Theorie des Tiefenkasus ist der wesentliche Bestandteil der Kasusgrammatik, der Satzsemantik sowie der Functional Grammar. Linguisten versuchen immer wieder semantischen Rollen wie Agens, Patiens oder Instrument zur Beschreibung von syntaktischen Verhältnisse einzusetzen. Motiviert sind diese Bemühungen von dem Versuch, eine Universal-Grammatik zu erarbeiten, die alle Sprachen erfassen kann.
In einem zweiten Schritt wird am Beispiel der russischen Sprache gezeigt, in welchen semantischen Rollen der Instrumental auftreten kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Theorie des Tiefenkasus und die Bedeutung semantischer Rollen in der Kasusgrammatik.
1. Ereignisschemata und Teilnehmerrollen: Darstellung der verschiedenen Ereignistypen wie Handlung, Vorgang oder Besitz und deren spezifische Zuweisung von Teilnehmerrollen.
1.1. Der Agens. Das Handlungsschema: Definition des Agens als aktive Entität, die eine Handlung aus eigenem Antrieb ausführt.
1.2. Das Patiens. Das Vorgangs- oder Prozessschema: Erläuterung des Patiens als die am wenigsten an Handlungen beteiligte oder von Prozessen betroffene Rolle.
1. 3. Das Essiv. Das Essivschema: Untersuchung der Rolle des Essivs in Verbindung mit dem Verb "sein" zur Beschreibung von Zuständen oder Kategorien.
1.4. Das Experiens. Das Erfahrungsschema: Analyse des Experiens, das mentale Zustände wie Gedanken, Gefühle oder Wünsche verarbeitet.
1.5. Der Besitzer und das Possessum. Das Besitzschema: Beschreibung der Besitzrelation, bei der eine Entität über ein Eigentum oder eine andere Einheit verfügt.
1.6. Der Empfänger oder das Ziel. Das Übertragungsschema: Darstellung des Schemas, in dem ein Objekt von einem Teilnehmer zu einem anderen oder an ein Ziel übertragen wird.
1.7. Das Ursprung-Weg-Ziel-Schema. Das Bewegungsschema: Analyse von Bewegungsabläufen unter Berücksichtigung von Ausgangspunkt, Pfad und Ziel.
2. Die semantischen Rollen des Instrumentals: Systematische Untersuchung des Instrumentals im Russischen hinsichtlich seiner vielfältigen semantischen Funktionen.
2.1. Die subjektive Bedeutung: Analyse der Verwendung des Instrumentals in passiven Konstruktionen und der Rolle des Agens.
2.2. Die objektive Bedeutung: Betrachtung des Instrumentals als Instrument, Stimulus oder in Besitzverhältnissen.
2.3.Die Bedeutung der Adverbialbestimmung: Untersuchung der zeitlichen, modalen und räumlichen Funktionen des Instrumentals.
Zusammenfassung: Fazit über die Vielschichtigkeit des Instrumentals und die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung.
Schlüsselwörter
Tiefenkasus, Instrumental, Russisch, Semantische Rollen, Kasusgrammatik, Ereignisschemata, Agens, Patiens, Syntax, Semantik, Essiv, Experiens, Adverbialbestimmung, Übertragungsschema, Bewegungsschema
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Tiefenkasus und analysiert, wie diese Theorie auf die semantischen Rollen des Instrumentals in der russischen Sprache angewendet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf das Zusammenspiel von Syntax und Semantik, die Klassifizierung von Ereignisschemata sowie die morphosyntaktischen und semantischen Ausprägungen des russischen Instrumentals.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die vielfältigen semantischen Rollen des Instrumentals im Russischen innerhalb verschiedener ereignissemantischer Rahmenbedingungen zu systematisieren und zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer Ansatz der Kasusgrammatik verwendet, gestützt auf die Analyse von Beispielsätzen und den Vergleich bestehender linguistischer Theorien, etwa von Fillmore, Pöring und Jakobson.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung grundlegender Ereignisschemata (wie Handlungs- oder Bewegungsschemata) und eine spezifische Analyse der subjektiven, objektiven und adverbialen Bedeutungen des Instrumentals.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Tiefenkasus, Instrumental, Semantische Rollen, Ereignisschemata, Agens, Patiens und Kasusgrammatik.
Kann der Instrumental im Russischen als Agens auftreten?
Ja, besonders in passiven Konstruktionen kann der Instrumental die semantische Rolle des Agens übernehmen, wie die Arbeit anhand von Beispielen aufzeigt.
Wie unterscheidet sich das Essivschema vom Vorgangsschema?
Das Essivschema beschreibt Zustände oder Klassenzugehörigkeiten (oft mit dem Verb "sein"), während das Vorgangsschema sich auf Prozesse konzentriert, bei denen eine Entität (das Patiens) betroffen ist.
Warum ist die Bestimmung der semantischen Rolle des Instrumentals oft schwierig?
Die Arbeit stellt fest, dass es keine einfache Eins-zu-eins-Korrelation zwischen morphologischer Form und semantischer Funktion gibt, weshalb die Interpretation stark vom Kontext und dem verwendeten Verb abhängt.
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- Magister of Philology Yana Movchan (Author), 2008, Der Tiefenkasus des Instrumentals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138763