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Leistungsfähigkeit dezentraler Kleinkläranlagen

Title: Leistungsfähigkeit dezentraler Kleinkläranlagen

Diploma Thesis , 2003 , 98 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Dipl. Ing. Kerstin Kind (Author)

Environmental Sciences
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Summary Excerpt Details

In den letzten Jahren haben das gestiegene Kostenbewusstsein öffentlicher und privater Haushalte und die technologischen Fortschritte bei Kleinkläranlagen und kleinen Kläranlagen zu einer deutlich erhöhten Akzeptanz der dezentralen Abwasserreinigung geführt, da die Unterhaltung großer Kläranlagen bzw. großer Kanalsysteme für kleine Gemeinden zu teuer wird. In dünn besiedelten Regionen oder bei Neubaugebieten kann eine dezentrale Abwasserreinigung über Hauskläranlagen oder Orts- bzw. Ortsteilkläranlagen das Kanalsystem zur Beschickung großer zentraler Kläranlagen häufig kostengünstig ersetzen.

Mit der Änderung des Niedersächsischen Wassergesetzes (NWG) vom 25.11.1995 können Gemeinden in Niedersachsen Kleinkläranlagen durch Satzung dauerhaft zulassen. Die Wartungsarbeiten können an Dritte vergeben werden. Im Auftrag der Gemeinden führt der Wasserbeschaffungsverband Wingst in seinem Einzugsgebiet im Zuge der Wartungsarbeiten Abwassermessungen durch. Es konnten Messergebnisse von insgesamt 2324 Kleinkläranlagen aus dem Jahr 2000 gewonnen werden. Auf Grund der großen Datenmenge lässt sich erstmals mit einer hohen statistischen Sicherheit die Ablaufqualität der verschiedenen Kleinkläranlagen vergleichen und beurteilen.

Durch den erfolgreichen Betrieb dezentraler Kleinkläranlagen wird der Nachweis erbracht, dass mit modernen Anlagen dank der Weiterentwicklung der Anlagentechnik eine sichere und betriebsgünstige Reinigung von häuslichen bzw. kommunalen Abwässern möglich ist. Diese Diplomarbeit stellt die wichtigsten Kleinkläranlagentypen vor und bewertet diese hinsichtlich ihrer Leistungsqualitäten

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung

2. Herkunft und Zusammensetzung des Abwassers

2.1. Abwassermenge

2.2. Abwasserzusammensetzung

2.2.1. Zehrstoffe

2.2.2. Nährstoffe

2.2.3. Schadstoffe

3. Rechtliche Grundlagen für die Abwasserbeseitigung

3.1. Einleitungserlaubnis

3.2. Abwasserverordnung

3.3. Allgemein anerkannte Regeln der Technik

3.4. Bauaufsichtliche Zulassung

3.5. Rechtliche Situation in Niedersachsen

3.6. Wasserbeschaffungsverband Wingst

3.7. Satzungsbeispiel der Samtgemeinde Hemmoor

4. Kleinkläranlagen

4.1 Allgemeines

4.2. Pflanzenkläranlagen

4.2.1. Allgemeine Beschreibung

4.2.2. Ausführungsvorschriften aus der Satzung der unteren Wasserbehörde

4.2.3. Wirkungsweise

4.2.4. Reinigungsleistung

4.2.5. Entscheidungskriterien

4.2.6. Fazit und Ausblick

4.3. Anlagen mit Festbettreaktor

4.3.1. Allgemeine Beschreibung

4.3.2. Ausführungsvorschriften aus der Satzung der unteren Wasserbehörde

4.3.3. Wirkungsweise

4.3.4. Reinigungsleistung

4.3.5. Entscheidungskriterien

4.3.6. Fazit und Ausblick

4.4. Anlagen mit nachgeschaltetem Filtergraben

4.4.1. Allgemeine Beschreibung

4.4.2. Ausführungsvorschriften aus der Satzung der unteren Wasserbehörde

4.4.3. Wirkungsweise

4.4.4. Reinigungsleistung

4.4.5. Entscheidungskriterien

4.4.6. Fazit und Ausblick

4.5. Scheibenrotationstauchkörper

4.5.1. Allgemeine Beschreibung

4.5.2. Ausführungsvorschriften aus der Satzung der unteren Wasserbehörde

4.5.3. Wirkungsweise

4.5.4. Reinigungsleistung

4.5.5. Entscheidungskriterien

4.5.6. Fazit und Ausblick

4.6. Tropfkörperkläranlagen

4.6.1. Allgemeine Beschreibung

4.6.2. Ausführungsvorschriften aus der Satzung der unteren Wasserbehörde

4.6.3. Wirkungsweise

4.6.4. Reinigungsleistung

4.6.5. Entscheidungskriterien

4.6.6. Fazit und Ausblick

4.7. Anlagen mit nachgeschaltetem Abwasserteich

4.7.1. Allgemeine Beschreibung

4.7.2. Ausführungsvorschriften aus der Satzung der unteren Wasserbehörde

4.7.3. Wirkungsweise

4.7.4. Reinigungsleistung

4.7.5. Entscheidungskriterien

4.7.6. Fazit und Ausblick

4.8. Untergrundverrieselungsanlagen

4.8.1. Allgemeine Beschreibung

4.8.2. Ausführungsvorschriften aus der Satzung der unteren Wasserbehörde

4.8.3. Wirkungsweise

4.8.4. Reinigungsleistung

4.8.5. Fazit

4.9. Ableitung des gereinigten Abwassers

4.9.1. Ableitung in einen Vorfluter

4.9.2. Verbringung in den Untergrund

5. Bodenkundliche und hydrogeologische Empfehlungen für die Abwasserbeseitigung in Kleinkläranlagen

6. Zusammenfassung

7. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Effektivität und Leistungsfähigkeit dezentraler Abwasserreinigungssysteme, insbesondere von Kleinkläranlagen, im Kontext gesetzlicher Vorgaben und hydrogeologischer Bedingungen in Niedersachsen. Ziel ist es, anhand umfangreicher Daten des Wasserbeschaffungsverbandes Wingst die Reinigungsqualität verschiedener Anlagentypen zu bewerten und Empfehlungen für deren Einsatz und Wartung abzuleiten.

  • Vergleich der Reinigungsleistung verschiedener Kleinkläranlagentypen
  • Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen und Anforderungen
  • Bewertung bodenkundlicher und hydrogeologischer Einflussfaktoren
  • Untersuchung technischer und naturnaher Reinigungsverfahren
  • Bewertung von Wartungsprotokollen und Wirtschaftlichkeit

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Zehrstoffe

Zehrstoffe sind im wesentlichen kohlenstoff-, wasserstoff-, stickstoff- und schwefelhaltige, reduzierte, organische, aber auch anorganische Verbindungen, die zu ihrer mikrobiell biochemisch oder chemisch katalysierten Oxidation den im Wasser physikalisch gelösten Sauerstoff verbrauchen (zehren). Erfolgt die Oxidation vollständig, so spricht man von Mineralisation. Als Endprodukt werden in Abhängigkeit vom Zehrstoff hauptsächlich Kohlendioxid, Nitrat, Sulfat und Wasser erhalten. Im Falle der mikrobiell katalysierten Oxidation wird ein Teil der Zehrstoffe in der mikrobiellen Zehrsubstanz fixiert nach [4].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Zielsetzung: Darstellung der wachsenden Bedeutung dezentraler Abwasserreinigung durch verbesserte Anlagentechnik und rechtliche Rahmenbedingungen.

2. Herkunft und Zusammensetzung des Abwassers: Definition und chemische Charakterisierung der Inhaltsstoffe von häuslichem Abwasser als Grundlage für Reinigungsverfahren.

3. Rechtliche Grundlagen für die Abwasserbeseitigung: Erläuterung der gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen an den Bau und Betrieb von Abwasseranlagen in Deutschland und Niedersachsen.

4. Kleinkläranlagen: Detaillierte Vorstellung verschiedener Anlagentypen inklusive Wirkungsweise, Ausführungsvorschriften, Reinigungsleistung und Wirtschaftlichkeit.

5. Bodenkundliche und hydrogeologische Empfehlungen für die Abwasserbeseitigung in Kleinkläranlagen: Ableitung von Standorteignungskriterien basierend auf geologischen und bodenkundlichen Rahmenbedingungen.

6. Zusammenfassung: Bewertung und Vergleich der Reinigungsleistungen der untersuchten Kleinkläranlagentypen auf Basis empirischer Daten.

7. Ausblick: Diskussion innovativer Verfahren wie der Mikrofiltration zur weiteren Optimierung der dezentralen Abwasserreinigung.

Schlüsselwörter

Kleinkläranlagen, Abwasserreinigung, CSB-Wert, biologische Stufe, Vorklärung, BSB5, Stickstoffelimination, Pflanzenkläranlagen, Festbettreaktoren, Filtergräben, Rotationstauchkörper, Grundwasserschutz, Abwasserverordnung, DIN 4261, Wasserbeschaffungsverband

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptziel dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit bewertet die Leistungsfähigkeit dezentraler Kleinkläranlagen unter realen Betriebsbedingungen, basierend auf einer umfangreichen Datenmenge von über 2000 Anlagen im Einzugsgebiet des Wasserbeschaffungsverbandes Wingst.

Welche Anlagentypen werden in der Arbeit detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden Pflanzenkläranlagen, Anlagen mit Festbettreaktor, Anlagen mit nachgeschaltetem Filtergraben, Scheibenrotationstauchkörper, Tropfkörperkläranlagen sowie Abwasserteiche und Untergrundverrieselungsanlagen betrachtet.

Warum ist die Wahl des Anlagentyps von den Standortfaktoren abhängig?

Die Wahl ist entscheidend für den Gewässerschutz, da bodenkundliche Bedingungen, Grundwasserabstände und hydrogeologische Faktoren bestimmen, ob ein Anlagentyp den Reinigungsanforderungen gerecht wird oder das Grundwasser gefährdet.

Welche Rolle spielt die CSB-Bestimmung für die Qualitätsbewertung?

Der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) dient als zentraler Parameter, um die organische Belastung im Ablauf der Anlagen zu messen und deren Effizienz gemäß geltender Abwasserverordnungen zu beurteilen.

Wie werden Wartungsarbeiten in dieser Arbeit bewertet?

Die Arbeit verdeutlicht, dass eine regelmäßige Wartung und Schlammbeseitigung essenziell für die Betriebssicherheit sind, da die Reinigungsleistung bei mangelnder Instandhaltung signifikant abnimmt.

Welche Bedeutung haben die Begriffe „Zehrstoffe“ und „Nährstoffe“?

Diese Stoffgruppen definieren die Hauptbelastungsquellen im Abwasser, die durch die biologische Behandlung in Kläranlagen gezielt reduziert werden müssen, um den natürlichen Selbstreinigungsprozess von Gewässern nicht zu überlasten.

Warum wird die Untergrundverrieselung kritisch gesehen?

Die Untergrundverrieselung wird kritisch bewertet, da sie eine Probenahme des Ablaufs verhindert und somit eine direkte Qualitätskontrolle unmöglich macht, was sie nach heutigem Stand der Technik als weniger geeignet erscheinen lässt.

Gibt es einen klaren technologischen Trend bei der dezentralen Reinigung?

Der Ausblick zeigt eine Entwicklung hin zu hochmodernen Verfahren wie der Mikrofiltration, die deutlich verbesserte hygienische Qualitäten und eine weitreichendere Entfernung organischer Stoffe ermöglichen.

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Details

Title
Leistungsfähigkeit dezentraler Kleinkläranlagen
College
Hamburg University of Applied Sciences  (Fachbereich Naturwissenschaftliche Technik)
Grade
1.0
Author
Dipl. Ing. Kerstin Kind (Author)
Publication Year
2003
Pages
98
Catalog Number
V138771
ISBN (eBook)
9783668786417
ISBN (Book)
9783668786424
Language
German
Tags
Dezentrale Kleinkläranlagen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Ing. Kerstin Kind (Author), 2003, Leistungsfähigkeit dezentraler Kleinkläranlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138771
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