In dieser Arbeit wird das Verhältnis der Bildung des männlichen und weiblichen Geschlechts untersucht. Um exemplarisch arbeiten zu können, wird für die männliche Bildung die der Jesuiten erläutert, da ihr Einfluss auf die Bildung zur damaligen Zeit enorm war. Die Bildung der Frauen wird durch Sor Juana repräsentiert, wobei herausgestellt werden muss, dass sich Sor Juana von den anderen Frauen insofern unterscheidet, als dass sie ihre Möglichkeiten anders nutzte.
Sor Juana Inés de la Cruz ist eine der bedeutendsten Frauen der mexikanischen literarischen Geschichte und bleibt "ein undurchdringliches Geheimnis". Obwohl Sor Juana im 17. Jahrhundert lebte, sind sie und ihr Leben noch heute ein wichtiger Bestandteil der Literaturgeschichte. Oftmals ist sie für ihre intellektuellen Fähigkeiten und ihre autodidaktische Aneignung von Wissen, in einer Zeit, in der Mädchen und Frauen kaum Zugang zu Bildung hatten, bekannt. Diese Zeit zeichnet sich aber nicht nur durch den begrenzten Zugang zu Wissen für Frauen aus, sondern auch durch den Einfluss der Jesuiten auf das Bildungsgeschehen.
Die Bildung von Sor Juana war eine viel höhere, als die der anderen Frauen zur damaligen Zeit. Dieser Aspekt muss bei der Arbeit berücksichtigt werden. Im Grunde sollen hier aber die Voraussetzungen und Möglichkeiten für die Aneignung von Bildung und Wissen, die sich zur damaligen Zeit für das männliche und weibliche Geschlecht boten, im Fokus stehen.
Um die Leitfrage der Arbeit "In welchem Verhältnis standen die jesuitische Bildung und die Bildung von Frauen wie Sor Juana im 17. Jahrhundert?" beantworten zu können, wird im zweiten Kapitel das Leben sowie die Bildung von Sor Juana vorgestellt. Anschließend folgen im dritten Kapitel allgemeine Informationen zu den Jesuiten und ihrer Bildung. Dabei wird explizit der Jesuit Antonio Núñez de Miranda thematisiert, welcher eine wichtige Rolle im Leben Sor Juanas einnahm und das Verhalten sowie die Gedanken der Jesuiten repräsentiert.
Durch Kapitel zwei und drei werden die wesentlichen Aspekte der männlichen und weiblichen Bildung veranschaulicht, sodass diese im nächsten Kapitel verglichen werden können. Bei dem Vergleich sollen einerseits die Parallelen und andererseits die Unterschiede herausgestellt werden, um anschließend in einem Fazit das Verhältnis zu beurteilen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Sor Juana Inés de la Cruz
2.1 Leben
2.2 Bildung
3 Die Jesuiten
3.1 Allgemeine Informationen
3.2 Die jesuitische Bildung
3.3 Antonio Núñez de Miranda
4 Vergleich der jesuitischen Bildung und der Bildung von Sor Juana
4.1 Parallelen
4.2 Unterschiede
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das historische Verhältnis zwischen der männlichen jesuitischen Bildung und der Bildung von Frauen im 17. Jahrhundert am Beispiel der autodidaktischen Gelehrten Sor Juana Inés de la Cruz, um die strukturellen Ungleichheiten des kolonialen Bildungssystems aufzuzeigen.
- Strukturelle Barrieren für den Bildungszugang von Frauen im 17. Jahrhundert
- Die pädagogische Rolle und der Einfluss der Jesuiten in Neuspanien
- Die Sonderrolle von Sor Juana Inés de la Cruz als Autodidaktin
- Vergleichende Analyse männlicher und weiblicher Wissensaneignung
- Die soziopolitische Bedeutung von Sprache und Gelehrsamkeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Die jesuitische Bildung
Im Zentrum der jesuitischen Mission stand die Unterweisung von Kindern, denn es ist einfacher Kinder von klein auf mit den richtigen Werten zu erziehen, als Erwachsene umzuerziehen. Dies erfolgte vor allem in den selbsterbauten Schulen der Jesuiten. Unterrichtet wurden dort anfangs ausschließlich Schüler der Oberschicht. Um größere Erfolge zu erzielen, wurden sie oftmals durch Internate von ihren Eltern getrennt, sodass sie einzig und allein unter dem Einfluss der Jesuiten standen. In den berühmtesten jesuitischen Schulen wurde nur eine begrenzte Gruppe von zukünftigen Führungskräften unterrichtet und ausgebildet. Ihre Macht als Produzenten und Vermittler von Wissen demonstrierten die Jesuiten durch den Bau von vielen Schulen in Mexiko und anderen Stadtzentren Neuspaniens. Dort bildeten sie Männer aus und formten ihre Bildung nach ihrem eigenen Bild. Es ist somit deutlich, dass ein Ziel der Jesuiten die Wissensverbreitung war, wovon sie Frauen aber ausschlossen. Die jesuitische Leidenschaft für das Studium war demnach eine rein männliche Angelegenheit. Durch den Ausschluss von Frauen aus den Bildungsinstitutionen konnten sich die Männer einzig und allein auf die Bildung konzentrieren – „Whereas heterosexual relations engendered material forms such as children, male ‚homosocial love‘ would ‚beget an immaterial entity: wisdom‘”.
Besonders die Jesuiten waren für die Verbreitung des Lateinischen in Mexiko verantwortlich. Latein galt als wichtigste Sprache, denn es war die gemeinsame Sprache der Gelehrten in Europa und war ein Zeichen der erfolgreichen Durchsetzung westlicher Kulturideale. Da aber überwiegend die Jesuiten für die Vermittlung zuständig waren, fand dies unter Ausschluss des weiblichen Geschlechts an ihren Schulen statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz von Sor Juana Inés de la Cruz ein und setzt den Rahmen für die Untersuchung der geschlechtsspezifischen Bildungsunterschiede im 17. Jahrhundert.
2 Sor Juana Inés de la Cruz: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg und die frühe autodidaktische Wissensaneignung von Sor Juana vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Beschränkungen.
3 Die Jesuiten: Hier werden der Einfluss des Jesuitenordens auf das Bildungswesen in Mexiko, ihre didaktischen Methoden und die Rolle von Antonio Núñez de Miranda als zentrale Akteure männlicher Bildung analysiert.
4 Vergleich der jesuitischen Bildung und der Bildung von Sor Juana: Das Kapitel stellt die Parallelen und gravierenden Unterschiede zwischen institutionalisierter männlicher Bildung und individueller weiblicher Lernbiographien gegenüber.
5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die strukturellen Bildungsbedingungen für Männer und Frauen in keinem Verhältnis zueinander standen und Sor Juana eine seltene Ausnahme innerhalb der damaligen gesellschaftlichen Ordnung darstellte.
Schlüsselwörter
Sor Juana Inés de la Cruz, Jesuiten, Bildung, 17. Jahrhundert, Mexiko, Wissenschaft, Neuspanien, Frauenbildung, Autodidaktik, Ungleichheit, Gelehrsamkeit, Lateinische Sprache, Antonio Núñez de Miranda, Geschlechterrollen, Institutionelle Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das ungleiche Bildungsverhältnis zwischen dem männlich geprägten jesuitischen Schulsystem und der Situation von Frauen im 17. Jahrhundert in Mexiko.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Bildungsgeschichte Neuspaniens, die Rolle der Jesuiten als Wissensproduzenten und die intellektuelle Biografie von Sor Juana Inés de la Cruz.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, in welchem Verhältnis die jesuitische Bildung und die Bildung von Frauen wie Sor Juana im 17. Jahrhundert zueinander standen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine vergleichende Analyse durchgeführt, die historische Literatur und Schriften zur Biografie von Sor Juana sowie zu den Bildungsstrukturen der Jesuiten auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Lebensumstände von Sor Juana, die Analyse des jesuitischen Bildungssystems und einen direkten Vergleich beider Bildungswege.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Prägende Begriffe sind unter anderem Autodidaktik, Geschlechtsspezifische Bildung, Jesuiten, Neuspanien und intellektuelle Emanzipation.
Welche Rolle spielte Antonio Núñez de Miranda für Sor Juana?
Er fungierte als ihr Beichtvater und Mentor, vertrat jedoch eine starre, intolerante Ansicht hinsichtlich weiblicher Bildung, was zu Spannungen und schließlich zum Bruch zwischen den beiden führte.
Warum war Sor Juanas Bildungsweg untypisch für ihre Zeit?
Während für die meisten Frauen der Zugang zu höherer Bildung aufgrund gesellschaftlicher Anstandsnormen verwehrt blieb, erlangte sie durch enorme Eigeninitiative und autodidaktisches Studium ein Niveau, das mit jesuitischer Gelehrsamkeit vergleichbar war.
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- Anonym (Autor:in), Jesuitische Bildung und die Bildung der Frau. Am Beispiel von Sor Juana Inés de la Cruz im 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1387761