2. Schule und Internet – Der gegenwärtige Zustand
Immer mehr Schulen in Deutschland verfügen über Internetzugänge, so dass in vielen Schulen auch der kompetente Umgang mit dem Internet gelehrt wird. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass Grund- und Förderschulen staatlichen und privaten Förderprogrammen in den ersten Jahren nicht angeschlossen waren, obwohl diese Schultypen das Fundament für Bildung legen sollten. Dies hatte zur Folge, dass die Bildung bzw. das Erlernen des Umganges mit dem Computer auf einzelne Lehrkräfte zurückfiel.
Der Internetzugang innerhalb der Schule bzw. die alleinige Präsenz der Schule im Internet ist nicht mit einer wertvollen Einbindung des Internets im Geschichtsunterricht verbunden. Um eine ertragreiche und intensive Einbindung des Internets im Geschichtsunterricht zu gewährleisten, müssen neben technischen Grundvoraussetzungen, wie eine ausreichende Stückzahl von leistungsfähigen Computern, regelmäßigen Wartungsarbeiten auch geschulte Lehrer und Lehrerinnen zur Verfügung stehen. Die technische Kompetenz bzw. das Computer-Kow-How der LehrerInnen lässt allerdings laut Zeitungsartikeln und Internetzeitungen zu wünschen übrig. Dieses Bild entspricht laut BUSCHBAUER und ERDMANN nicht mehr ganz der Wirklichkeit, da z.B. wie in Dillingen Lehrerfortbildungskurse zur Thematik Computer und Geschichtsunterricht angeboten werden, oder „[…] eine Arbeitsgruppe von Geschichtslehrern am Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung in München […] eingerichtet [wurde], die Vorschläge für eine sinnvolle Einbindung des Internets in den Geschichtsunterricht machen soll.“
[...]
3.1 Grundvoraussetzungen zur Informationsgewinnung
Für den Geschichtsunterricht sollten SchülerInnen das Internet als Informationsgewinnung nutzen, präziser gesagt zur Recherche. Grundvorrausetzung für die Suche von Informationen sind vor allem grundlegende Aspekte, wie z.B. der Umgang mit Suchmaschinen. Die Lehrkraft sollte beobachten, ob alle SchülerInnen über diese Grundkenntnisse verfügen, bevor er den SchülerInnen weitere Informationen, Aufgaben und Internetpfade vorgibt, wobei diese Vorgabe je nach Jahrgangsstufe variiert. Während der Recherche sollte die Lehrkraft immer Präsenz zeigen, damit die SchülerInnen die Datenmenge mit Hilfe der Lehrkraft bewältigen können.
Nachdem die SchülerInnen die jeweiligen Informationen (z.B. historische Quellen) recherchiert haben, müssen sie diese analysieren und bewerten.[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Gliederung
2. Schule und Internet – Der gegenwärtige Zustand
3. Informationsgewinnung im Internet für das Fach Geschichte
3.1 Grundvoraussetzungen zur Informationsgewinnung
3.2 Historicum.net als Informationsquelle
4. BSCW –Arbeiten über das Internet
4.1 Grundinformationen zu BSCW
4.2 Technische Voraussetzungen
4.3 BSCW im Geschichtsunterricht
5. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Internets für den modernen Geschichtsunterricht. Dabei steht im Zentrum, inwiefern das World-Wide-Web zur Informationsrecherche geeignet ist und wie kollaborative Softwarelösungen den Austausch sowie die Bearbeitung von historischen Inhalten innerhalb einer Lerngruppe ermöglichen können.
- Aktueller Stand der digitalen Infrastruktur in Schulen.
- Methoden der zielgerichteten Informationsgewinnung und Quellenkritik.
- Einsatzmöglichkeiten fachspezifischer Portale wie historicum.net.
- Kollaboratives Arbeiten durch die Plattform BSCW (Basic Support for Cooperative Work).
Auszug aus dem Buch
3.2 Historicum.net als Informationsquelle
In Punkt 3.1 wurde kurz angeschnitten, dass die Informations- und Pfadvorgabe der jeweiligen Internetrecherche für jede Jahrgangsstufe variieren sollte, allerdings ist es immer ratsam einen gewissen Rahmen vorzugeben. Im Fach Geschichte bietet es sich an SchülerInnen der höheren Jahrgangsstufe Fachportale wie www.historicum.net als Grundlage für eine Recherche zu empfehlen.
Dieses Fachportal bezeichnet sich selbst als Netzwerk, das sich aus Geschichtswissenschaftlern, Institutionen und in gewissermaßen Privatpersonen zusammensetzt. Die Kernstruktur dieses Portals wurde in Köln und München konzipiert, wobei in dieser verschiedene Angebote und Unterportale in einem einheitlichen Layout zusammengefügt werden.
Das Portal ist in vier Unterpunkte (= Themen, Länder, Recherche, Lehren & Lernen) gegliedert. Der Unterpunkt Themen stellt Einführungstexte, Quellen, Aufsätze, Zeitleisten etc. zu bestimmten historischen Ereignissen und Epochen zur Verfügung. Beispielsweise wird hier der Achtzigjährige Krieg in weitere Unterpunkte gegliedert. So wird neben einer kurzen Einleitung in Thema, Ereignisse und Zusammenhänge auch ein Fokus auf Wilhelm von Oranien-Nassau gelegt, oder ein kleines Glossar zur Verfügung gestellt, indem die SchülerInnen recherchieren können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung benennt die Problematik der Mediennutzung im Geschichtsunterricht und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Eignung des Internets für die Informationsgewinnung und Zusammenarbeit.
2. Schule und Internet – Der gegenwärtige Zustand: Dieses Kapitel analysiert die technische Ausstattung der Schulen sowie die notwendige Medienkompetenz von Lehrkräften als Grundvoraussetzung für erfolgreiches digitales Lernen.
3. Informationsgewinnung im Internet für das Fach Geschichte: Hier werden Strategien zur Recherche und Quellenkritik dargelegt und das Portal historicum.net als fundiertes Beispiel für fachspezifische Informationsquellen vorgestellt.
4. BSCW –Arbeiten über das Internet: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise und den Einsatz der kollaborativen Software BSCW zur gemeinsamen Projektarbeit im Geschichtsunterricht.
5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Eignung des Internets als Informationsquelle sowie von BSCW als effektive Plattform für kooperatives Lernen, sofern eine gezielte methodische Anleitung durch die Lehrkraft erfolgt.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Internet, Informationsgewinnung, Medienkompetenz, Quellenkritik, historicum.net, BSCW, kooperatives Lernen, digitale Bildung, Recherche, Unterrichtsmethoden, virtuelle Arbeitsplattform, Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Gruppenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration des Internets in den schulischen Geschichtsunterricht und analysiert, wie digitale Medien sowohl für die Recherche als auch für die gemeinschaftliche Bearbeitung von Themen genutzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die methodische Informationssuche im Netz, die Notwendigkeit der Quellenkritik sowie die organisatorische Unterstützung von Gruppenarbeiten durch virtuelle Arbeitsumgebungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Internet zur Informationsgewinnung für Schüler im Geschichtsunterricht geeignet ist und wie Informationen in einem Geschichtskurs online ausgetauscht und bearbeitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Analyse und greift auf fachwissenschaftliche Literatur sowie bestehende Praxisbeispiele zur Implementierung von Web-Technologien im Unterricht zurück.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des aktuellen Zustands der Internetnutzung in Schulen, die Anforderungen an die Informationsbeschaffung und die konkrete Vorstellung der Arbeitsplattform BSCW.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschichtsunterricht, Internetrecherche, Quellenkritik, BSCW, kooperatives Lernen und Medienkompetenz.
Warum ist Medienkritik laut der Arbeit im Geschichtsunterricht so wichtig?
Da im Internet nicht alle Quellen wissenschaftlich fundiert sind, müssen Schüler lernen, qualitativ hochwertige Informationen von minderwertigen Inhalten, wie beispielsweise auf Wikipedia oder Hausarbeitsportalen, zu unterscheiden.
Was ist der Vorteil der Nutzung von BSCW im Unterricht?
BSCW bietet einen geschützten Raum für Arbeitsgruppen, in dem Dokumente gemeinsam erstellt, kommentiert und verwaltet werden können, was die Kooperation über den Präsenzunterricht hinaus fördert.
Muss der Lehrer bei der Internetnutzung im Unterricht aktiv eingreifen?
Ja, der Lehrer muss den Rahmen für die Recherche vorgeben und die Schüler zur Quellenkritik anleiten, da eine eigenständige, ungesteuerte Suche oft zu Überforderung oder inhaltlich mangelhaften Ergebnissen führen kann.
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- Tobias Neuhaus (Author), 2009, Internet im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138794