Mobbing ist ein häufig auftretendes Problem, welches es auch in Betrieben zu verhindern und zu behandeln gilt. Daraus ergibt sich die Forschungsfrage: Welche Möglichkeiten einer Konfliktberatung existieren, um betriebsinternes Mobbing zu beenden? Dieses Thema ist vor allem von großer Bedeutung für Führungskräfte und Geschäftsführungen. Ein Betrieb kann nur gut funktionieren, wenn auch das Betriebsklima stimmt und die Beschäftigten sich wohlfühlen. Andererseits ist dieses Hausarbeitsthema auch für Konfliktberater wichtig, da diese in solchen Konfliktsituationen oftmals konsultiert werden und damit gewissen Methoden zur Konfliktlösung aufgezeigt bekommen. Ebenso ist es ein gesellschaftlich relevantes Thema, da natürlich auch der Staat, die Krankenkassen, die Rentenkassen etc. berechtigtes Interesse an der Vermeidung und Behandlung von Mobbingattacken hat.
Thematisch ist die Konfliktberatung in der Organisationspsychologie angesiedelt, während Mobbing aufgrund der zwischenmenschlichen Beziehungen ein Bereich aus der Sozialpsychologie und aufgrund der Folgen ein Bereich aus der Gesundheitspsychologie darstellt. Die vorliegende Hausarbeit beginnt mit den Grundlagen von Konflikten innerhalb von Organisationen. Dabei wird ebenfalls auf verschiedene Arten von Konflikten eingegangen. Das dritte Kapitel handelt ausschließlich von Mobbing, wie es definiert wird, wie Mobbing in Organisationen aussieht und welche Folgen Mobbing am Arbeitsplatz haben kann. Zuletzt werden beide Themen verbunden, indem eine Konfliktberatung aufgrund von Mobbing näher beleuchtet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen von sozialen Konflikten
2.1 Definition Konflikt und sozialer Konflikt
2.2 Arten von Konflikten in Organisationen
2.2.1 Beziehungskonflikt
2.2.2 Sachverhaltskonflikt
2.2.3 Wertekonflikt
2.2.4 Strukturkonflikt / Prozesskonflikt
2.2.5 Persönlicher Konflikt / Innerer Konflikt
3 Mobbing
3.1 Definition
3.2 Mobbing im organisationalen Kontext
3.3 Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz
4 Konfliktberatung gegen betriebsinternes Mobbing
4.1 Prävention
4.2 Intervention
4.3 Mediation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing im organisationalen Kontext, beleuchtet dessen Ursachen und Folgen und analysiert gezielt Möglichkeiten der Konfliktberatung, um betriebsinternes Mobbing effektiv zu beenden oder strukturell zu verhindern.
- Grundlagen und Definition sozialer Konflikte in Organisationen
- Charakterisierung von Mobbing am Arbeitsplatz als dysfunktionale Problemlösestrategie
- Analyse der negativen Auswirkungen von Mobbing auf Individuen und Unternehmen
- Präventive Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Unternehmenskultur
- Interventionsstrategien und Bedeutung der Mediation in Konfliktsituationen
Auszug aus dem Buch
Mobbing im organisationalen Kontext
Selten gibt es nur einen einzigen Auslöser für Mobbing, sondern es ist ein Zusammenspiel aus Taten und unterlassenen Handlungen, die dazu führen können. Laut Meschkutat, Stackelbeck und Langenhoff (2002, S. 110) ist die Persönlichkeit der Parteien, der Führungsstil der Führungskraft und die Organisation des Unternehmens entscheidend. „Die Entwicklung ist abhängig von der Persönlichkeit der in den Mobbingprozess involvierten Parteien, dem Führungsstil der Vorgesetzten und der Organisation der einzelnen Abteilungen oder des Gesamtunternehmens.“ (ebd. 2002, S.110).
Bei Mobbing in Unternehmen untergliedert Burfeind (2020, S. 9) in die Aktionsrichtungen Vorgesetztenmobbing (Bossing), Kollegenmobbing (Mobbing) und in Mitarbeitermobbing (Staffing). Diese Arten orientieren sich an den Hierarchieebenen einer Organisation. In einer schriftlichen Befragung konnten Mobbingbetroffene die Motive aus ihrer Sicht angeben. 60,1% der Betroffenen wurden gemobbt, weil sie unerwünschte Kritik geäußert haben und 58,9 % von ihnen, weil sie als Konkurrenz empfunden wurden. Alle weiteren Begründungen erreichten weniger als 40% Zustimmung, darunter wurden unter anderem Spannungen zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten, Suche nach einem Sündenbock oder der Arbeitsstil der Betroffenen genannt. Von den 1.317 Befragten gaben nur 7,9% an, dass ihnen der Grund für das Mobbing nicht bekannt ist. (Meschkutat, Stackelbeck & Langenhoff, 2002, S. 111).
Mögliche Mobbinghandlungen lassen sich in fünf Kategorien zusammenfassen: „Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen, Angriffe auf die sozialen Beziehungen, Angriffe auf das soziale Ansehen, Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation, Angriffe auf die Gesundheit“ (Leymann, 2013; Stapf & Häcker, 2021). Derartige Angriffe bleiben nicht folgenlos. Mögliche Auswirkungen werden im nächsten Kapitel erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas Mobbing als dysfunktionale Problemlösestrategie ein und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Möglichkeiten zur Konfliktberatung ab.
2 Grundlagen von sozialen Konflikten: Dieses Kapitel definiert den Begriff des sozialen Konflikts und klassifiziert verschiedene Arten innerhalb von Organisationen, wie Beziehungs-, Sachverhalts-, Werte- und Strukturkonflikte.
3 Mobbing: Hier wird Mobbing als systematischer Prozess definiert, das organisationale Umfeld analysiert und die weitreichenden negativen Folgen für Betroffene und Unternehmen dargestellt.
4 Konfliktberatung gegen betriebsinternes Mobbing: Das Kapitel erläutert notwendige präventive Maßnahmen, verschiedene Interventionsmöglichkeiten sowie das strukturierte Verfahren der Mediation zur Konfliktlösung.
5 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass präventive Ansätze eine tragende Rolle bei der Bekämpfung von Mobbing spielen und unterstreicht die Notwendigkeit gesteigerten Bewusstseins in allen Unternehmensebenen.
Schlüsselwörter
Mobbing, Konfliktberatung, Organisationspsychologie, Betriebsklima, Führungskräfte, Prävention, Intervention, Mediation, Soziale Konflikte, Arbeitsplatz, Arbeitsschutz, Psychische Belastung, Organisationsstrukturen, Mobbing Report, Konfliktlösung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Mobbing im Arbeitsalltag, analysiert dessen Hintergründe in Organisationen und prüft Strategien zur konstruktiven Konfliktberatung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Konflikten, die Dynamik des Mobbings, dessen Auswirkungen auf das Individuum und die Organisation sowie Ansätze zur effektiven Prävention und Schlichtung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten der Konfliktberatung aufzuzeigen, die existieren, um ein bestehendes betriebsinternes Mobbing erfolgreich zu beenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basierte auf einer Literaturrecherche und der Analyse von Fachberichten sowie psychologischen Definitionen, um fundierte Aussagen über Konfliktdynamiken und Beratungsansätze zu treffen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung über soziale Konflikte, eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen Mobbing und die Vorstellung verschiedener Beratungs- und Interventionskonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mobbing, Konfliktberatung, Organisationspsychologie, Prävention und Mediation charakterisiert.
Welche Mobbing-Arten werden nach Burfeind unterschieden?
Burfeind unterscheidet basierend auf den Hierarchieebenen zwischen Vorgesetztenmobbing (Bossing), Kollegenmobbing (Mobbing) und Mitarbeitermobbing (Staffing).
Warum ist Mobbing laut dieser Arbeit eine "dysfunktionale Problemlösestrategie"?
Es wird als dysfunktional bezeichnet, da es zwar als vermeintliche Lösung für bestimmte zwischenmenschliche Spannungen dient, jedoch für alle Beteiligten massive negative Folgen nach sich zieht und die Organisation schädigt.
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- Vanessa Reich (Author), 2023, Behandeln von Mobbing am Arbeitsplatz. Möglichkeiten der Konfliktberatung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1388014