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Luthers Auseinandersetzung mit den Zwölf Artikeln der Bauernschaft von 1525

Title: Luthers Auseinandersetzung mit den Zwölf Artikeln der Bauernschaft von 1525

Essay , 2009 , 11 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefan Rohde (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Die Zwölf Artikel von 1525 sind in der deutschen Geschichte unbestreitbar als Manifest der ersten deutschen Revolution und damit in einer Reihe mit der Märzrevolution von 1848 zu sehen. Selbst das II. Vatikanum setzt noch Ziele dieser Zwölf Artikel um, womit die Beschäftigung mit diesem Thema als sehr aktuell einzuschätzen ist.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist die Gesellschaft nicht von Spannungen frei. In der Feudalgesellschaft kommt es bereits um 1510 zu einer Reihe lokaler Unruhen in der Bauernschaft. Diese versucht sich gegen die vorherrschenden Missstände aufzulehnen.
In den sogenannten Zwölf Artikeln von Memmingen werden erstmals 1525 konkrete Forderungen formuliert. Durch die reformatorischen Ansätze Luthers sehen die Bauern die Bestätigung dafür, dass der Leistungsdruck, der auf ihnen lastet, nicht Gottes Wille sein kann. In der Folge des Aufstandes verlieren ca. 100.000 Bauern ihr Leben.
Die Zwölf Artikel von Memmingen sind gleichsam Manifest dieser Revolte. Die Artikel werden in diesem Essay zunächst skizziert, um sie mit den ersten Stellungnahmen Luthers zu vergleichen. Anschließend wird der Anhang zu Luthers Stellungnahmen in Bezug auf die Theologie Luthers analysiert. Der Vergleich kann im Zusammenhang mit der Analyse zu einem tiefergehenden Verständnis führen, sodass im Anschluss zu reflektieren ist, ob im Religionsunterricht über den Ansatz der Bauernkriege in das Thema der lutherischen Theologie und der Unterschiede zum Katholizismus sinnvoll eingeführt werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Die Zwölf Artikel

2.2 Luthers erste Ermahnung zum Frieden

2.3 Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern

2.4 Luther und der Bauernkrieg im katholischen Religionsunterricht

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theologische Auseinandersetzung Martin Luthers mit den „Zwölf Artikeln“ der Bauernschaft von 1525. Ziel ist es, Luthers differenzierte Haltung zu analysieren, die sich von einer anfänglichen Mahnung zum Frieden hin zu einer scharfen Verurteilung des Aufstandes entwickelte, und den Nutzen dieser historischen Quellen für den katholischen Religionsunterricht aufzuzeigen.

  • Die „Zwölf Artikel“ als Manifest der ersten deutschen Revolution
  • Luthers theologische Bewertung der bäuerlichen Forderungen
  • Die Entwicklung von Luthers Argumentation im Verlauf des Bauernkrieges
  • Das Verhältnis von geistlicher Freiheit und weltlicher Obrigkeit
  • Didaktische Potenziale der Thematik für den Religionsunterricht

Auszug aus dem Buch

2.3 Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern

Ganz anders sieht es im Anhang zu diesem Text aus, der nach ersten kriegsähnlichen, von der Bauernschaft ausgehenden Zuständen verfasst wird. In der Flugschrift „Wider die räubersichen und mörderischen Rotten der Bauern“, verurteilt Luther nun die Bauern und unterstützt die weltlichen Obrigkeiten. Erst hier deckt Luther eindrücklich auf, dass die Bauern versuchen, „unter dem namen des evangeli“ ihre Auffassungen von Gesellschaft zu verbreiten.

Luther verurteilt anschließend die Bauernschaft wegen dreierlei Sünden. Erstens haben sie ihrer Obrigkeit Treue geschworen, die sie nun mutwillig brechen; zweitens richten sie Aufruhr an und verschulden sich damit als Mörder; letztens decken sie diese Sünde mit dem Evangelium.

Auch klärt Luther genauer auf, dass sich die Bauernschaft falsch auf die Schrift stützt. So zögen sie beispielweise Gen 1, 1-25 und Gen 2 2,1-24 heran, um zu verdeutlichen, dass alle Dinge frei seien; Christus jedoch entkräftet dies mit den Worten „Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Lk 20,25). Somit sei „keyn teuffel mehr ynn der helle […], sondern […] allzumal ynn die bawrn […] gefaren“ – und dies durch das Evangelium gedeckt.

Auch stellt sich Luther hier nicht nur gegen die Bauern – er schlägt sogar den Obrigkeiten vor, diese mit aller Macht niederzuschlagen. Durch das böse Gewissen der Bauern bedingt, kämen diese in jedem Fall in die Hölle, die Obrigkeit jedoch sterbe als Märtyrer. Luther begründet seine Ansichten nun also weiter auf religiösem Niveau, indem der Argumentationsgang der Bauern gegen sie ausgelegt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet die „Zwölf Artikel“ in den historischen Kontext der Reformationszeit ein und stellt die Forschungsfrage nach der theologischen Einordnung der Bauernrevolte durch Luther.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Kernforderungen der Bauern, Luthers anfängliche „Ermahnung zum Frieden“ sowie seine spätere harte Verurteilung des Aufstandes und erörtert didaktische Ansätze für den Religionsunterricht.

2.1 Die Zwölf Artikel: Dieses Kapitel skizziert die zentralen Forderungen der Bauernschaft, insbesondere im Hinblick auf ihre religiöse Begründung durch die heilige Schrift.

2.2 Luthers erste Ermahnung zum Frieden: Es wird Luthers anfängliche Reaktion dargestellt, in der er sowohl die Bauern als auch die Fürsten kritisiert, jedoch zur Schlichtung aufruft.

2.3 Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern: Dieses Kapitel behandelt Luthers drastische Wendung gegen den Bauernkrieg, in der er das Vorgehen der Bauern als Sünde gegen das Evangelium verurteilt.

2.4 Luther und der Bauernkrieg im katholischen Religionsunterricht: Hier wird der Nutzen der Thematik für den Religionsunterricht erörtert, insbesondere als Einstieg in Themen wie Ökumene und Konfessionskunde.

3. Fazit: Das Fazit fasst die theologischen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Eignung der Thematik für den schulischen Diskurs.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Zwölf Artikel, Bauernkrieg, Reformation, 1525, Theologie, Evangelium, Leibeigenschaft, Religionsunterricht, Obrigkeiten, Ökumene, christliche Freiheit, Bauernschaft, Gesellschaftsordnung, Glaubensverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theologische Auseinandersetzung Martin Luthers mit den Forderungen der Bauern im Jahr 1525, basierend auf zentralen Quellentexten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen religiöser Freiheit und weltlicher Obrigkeit, der Bauernaufstand als „Revolte“ unter Berufung auf das Evangelium und die didaktische Einsetzbarkeit dieser Geschichte im Religionsunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Luthers Haltung zum Bauernkrieg wandelte und ob diese historische Debatte geeignet ist, Schülern lutherische Theologie im Vergleich zum Katholizismus näherzubringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse und vergleicht Luthers Schriften chronologisch, um seinen Wandel in der Argumentation nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Darstellung der „Zwölf Artikel“, die Analyse von Luthers „Ermahnung zum Frieden“ und seiner Flugschrift „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ sowie eine didaktische Reflexion für den Religionsunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Martin Luther, Zwölf Artikel, Bauernkrieg, Reformation, 1525 und theologische Argumentationsweise.

Warum lehnte Luther die Forderung der Bauern nach Abschaffung der Leibeigenschaft theologisch ab?

Luther sah darin eine unzulässige Vermischung von geistlicher Freiheit (im Glauben) und weltlicher Feudalstruktur; er argumentierte, dass geistliche Befreiung nicht automatisch weltliche Besitzverhältnisse auflöse.

Welche Rolle spielte das „Evangelium“ in der Argumentation der Bauern?

Die Bauern stützten ihre sozialen und juristischen Forderungen auf das Evangelium, um zu legitimieren, dass ihre Anliegen dem Willen Gottes entsprechen.

Wie verändert sich Luthers Tonfall zwischen seiner ersten und zweiten Schrift zum Bauernkrieg?

Während er in der ersten Schrift noch einen schlichtenden Ton zwischen den Parteien wählt, wird seine Sprache in der zweiten Schrift zu einer scharfen Verurteilung, die den Obrigkeiten sogar Gewalt gegen die Bauern empfiehlt.

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Details

Title
Luthers Auseinandersetzung mit den Zwölf Artikeln der Bauernschaft von 1525
College
Ruhr-University of Bochum  (Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit)
Course
Schwerpunkte der Reformationsgeschichte
Grade
1,3
Author
Stefan Rohde (Author)
Publication Year
2009
Pages
11
Catalog Number
V138814
ISBN (eBook)
9783640483129
ISBN (Book)
9783640483334
Language
German
Tags
Luther Bauernkrieg 1525 Zwölf Artikel Kirchengeschichte Wider mit den räuberischen Rotten der Bauern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Rohde (Author), 2009, Luthers Auseinandersetzung mit den Zwölf Artikeln der Bauernschaft von 1525, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138814
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