Grundzüge moderner Versorgungsformen im Gesundheitswesen unter den Bedingungen des GKV-Modernisierungsgesetzes (2004) und des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (2007)

Eine Darstellung vor dem Hintergrund der Intentionen des Gesetzgebers hinsichtlich der Überwindung der sektoralen Grenzen in der Gesundheitsversorgung


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Die sektorale Gliederung des Gesundheitssystems und daraus resultierende Probleme
2.2 Aufgaben und sektorale Zuordnung der öffentlichen Gesundheitsversorgung und des öffentlichen Gesundheitsdienstes
2.3 Das GKV-Modernisierungsgesetz
2.4 Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz
2.5 Integrierte Versorgungsformen, Managed Care und Disease Management Programme

3. Auswirkungen des GKV-Modernisierungsgesetzes und des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes bezüglich der Aufbrechung der Sektorisierung und der Versorgungs- qualität im Gesundheitswesen

4. Diskussion: Welche Aufgaben sollten dem öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Überwindung sektoraler Grenzen in der Gesundheitsversorgung obliegen?

5. Zusammenfassung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das korporatistisch geprägte Gesundheitssystem der Bundesrepublik Deutschland ist seit mehreren Jahren ein Umfeld konstanter Reformbemühungen. Der Gesetzgeber sieht sich neben Kostensteigerungen und einem Einnahmenverfall mit weiteren Herausforderungen wie einem demografischen Wandel hin zu einer älteren Bevölkerung, einem technologischen Wandel mit sinkendem Lohneinkommen als finanzielle Basis der sozialen Sicherung, einem Wertewandel innerhalb der Gesellschaft hin zu einer zunehmenden Individualisierung, der aktuellen globalen Finanzkrise und nicht zuletzt der Integration in eine gesamteuropäische Gesundheitspolitik konfrontiert, welche er mit ordnungspolitischen Maßnahmen und neuen Steuerungsimpulsen zu kanalisieren und lenken versucht. Der Trend der mit der „Lahnsteiner Klausur“ (1992) begonnenen Gesundheitspolitik geht hierbei weg von einer korporatistischen, hin zu einer mehr marktwirtschaftlichen, bezüglich Qualität und Wirtschaftlichkeit transparenten Steuerung der Gesundheitsversorgung. Im Rahmen dieser Bemühungen sind u.a. das Gesundheitsstrukturgesetzt, das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG), das Vetragsarztrechtsänderungsgesetzt, das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG), das Pflege-Weiterentwicklungsgesetzt, das GKV-Organisationsweiterentwicklungsgesetzt und das Krankenhaus-finanzierungsgesetzt zu nennen.

Der Gesetzgeber hat mit diesen Reformen begonnen, marktwirtschaftliche Bedingungen in das Gesundheitssystem einzuführen, um durch den entstehenden Wettbewerbsdruck eine Kosten-Nutzen-Optimierung und eine bessere Qualität zu erreichen. Ein wesentliches Ziel ist hierbei die bestehende sektorale Gliederung innerhalb des Gesundheitswesens aufzubrechen und in integrierte, fächerübergreifende Versorgungsformen umzuwandeln, um so die Kosten und die Qualität im Gesundheitswesen effizient steuern zu können.

Im Hinblick auf die Intention des Gesetzgebers die sektoralen Grenzen in der Gesundheitsversorgung aufzubrechen, werden unter den Bedingungen des GMG und des GKV-WSG die Aufgaben analysiert, welche im Rahmen moderner Versorgungsformen dem öffentlichen Gesundheitsdienst obliegen sollten.

2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen

Im folgenden Abschnitt wird die sektorale Gliederung des deutschen Gesundheitssystems näher beleuchtet. Der Fokus liegt hier neben den daraus resultierenden Problemen insbesondere auf der Struktur und den Aufgaben der öffentlichen Gesundheitsversorgung (ÖG) und dem öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD).

2.1 Die sektorale Gliederung des Gesundheitssystems und daraus resultierende Probleme

Das Gesundheitssystem der Bundesrepublik Deutschland wird allgemein in die vier Hauptsektoren Prävention, Kuration, Rehabilitation und Pflege gegliedert, welche z.B. zur Strukturierung von Leistungspaketen weiter unterteilt werden können. Die Anwendung der Sektoren auf den Patienten erfolgt weiter im ambulanten, teilstationären oder stationären Bereich[1]. Die Aufteilung eines Systems in viele Bereiche, welche im Endeffekt wieder einen einzelnen Patienten betreffen, wirft naturgemäß Fragen nach „Zuständigkeit“ und „Verantwortung“ auf und führt zu Problemen beim Informationsaustausch zwischen den Sektoren und erschwert die Zusammenführung und die (kosten-) effektive Nutzung von Fähigkeiten und Expertisen aus unterschiedlichen Sektoren[2],[3]. Im Ergebnis kommt es so bei der Behandlung eines Patienten durch mehrere Sektoren, was dem Regelfall entspricht, z.B. durch Doppeluntersuchungen zu einer Kostensteigerung ohne zusätzlichen Informationsgewinn und bei mangelndem Informationsfluss ggf. zu Qualitätsverlusten. Da dies vom Gesetzgeber erkannt wurde zielen u.a. das GMG und das GKV-WSG darauf ab, die Sektorisierung aufzubrechen und das Modell einer sogenannten „integrierten Versorgung“ und die Etablierung von Disease Management Programmen (DMP) durchzusetzen. Der Gesetzgeber verspricht sich durch diese Reformen eine Kostenreduzierung bzw. –eindämmung sowie eine qualitative Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

2.2 Aufgaben und sektorale Zuordnung der öffentlichen Gesundheits- versorgung und des öffentlichen Gesundheitsdienstes

Die ÖG obliegt dem Staat und findet auf den Ebenen von Bund, Ländern und Gemeinden innerhalb der Gesundheitsfachverwaltung, kommunalen Krankenhäusern und Universitätskliniken Anwendung. Sie hat zur Aufgabe, sowohl die Gesundheit einzelner Menschen als auch der Gesamtbevölkerung zu schützen und zu fördern und sollte allen Bürgern unabhängig von der sozialen Stellung, des Einkommens, des Alters, des Geschlechts etc. Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsleistungen ermöglichen. Wesentliche Aufgaben der ÖG liegen hierbei in der Prävention, der Gesundheitsförderung, der Risikoerfassung und Bewertung von Krankheiten und Gefahren für die Gesundheit, Überwachung der Hygiene, gesundheitliche Aufklärung und Gesundheitserziehung sowie der Gesundheitsberichterstattung. Aus diesem Aufgabenspektrum resultieren zahlreiche Überschneidungen mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens, z.B. Ärzten, Krankenhäusern, Apothekern, Selbsthilfeorganisationen und Krankenkassen[4]. Die Aufgabenbereiche der ÖG fallen schwerpunktmäßig in den präventiven Sektor. Da über Prävention Krankheit verhindert und/oder verbessert werden kann bzw. ihre Folgen abgemildert werden können, bietet sich hier ein potentes Instrument für Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem. Die Folgen präventiver Maßnahmen lassen sich jedoch meist erst nach einer oder mehreren Generationen messen.

Der ÖGD ist ein Teilbereich der ÖG und hat den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung zum Ziel. Der ÖGD besteht auf Landesebene aus der Gesundheitsfachverwaltung (Gesundheitsämter, Untersuchungsämter, Bezirksregierungen, Ministerien) und auf Bundesebene dem Bundesministerium für Gesundheit sowie entsprechenden Bundesoberbehörden.

[...]


[1] Vgl. Runde, A.: Studienbrief Nr. 0659-01 „Grundlagen der Gesundheitsökonomie“. SRH FernHochschule Riedlingen. Riedlingen 2009, S. 23

[2] Vgl. Runde, A.: Studienbrief Nr. 0659-01 „Grundlagen der Gesundheitsökonomie“. SRH FernHochschule Riedlingen. Riedlingen 2009, S. 22

[3] Vgl. Hajen, L / Paetow, H / Schumacher H: Gesundheitsökonomie. Strukturen – Methoden – Praxis. 4. Auflage. Stuttgart. 2008, S.166-167

[4] Vgl. Janssen, U.: Studienbrief Nr. 0404-02 „Aufgaben und Akteure im Gesundheitswesen“. SRH FernHochschule Riedlingen. Riedlingen 2008, S. 67ff.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Grundzüge moderner Versorgungsformen im Gesundheitswesen unter den Bedingungen des GKV-Modernisierungsgesetzes (2004) und des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (2007)
Untertitel
Eine Darstellung vor dem Hintergrund der Intentionen des Gesetzgebers hinsichtlich der Überwindung der sektoralen Grenzen in der Gesundheitsversorgung
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V138825
ISBN (eBook)
9783640483150
ISBN (Buch)
9783640483365
Dateigröße
711 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundzüge, Versorgungsformen, Gesundheitswesen, Bedingungen, GKV-Modernisierungsgesetzes, GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes, Eine, Darstellung, Hintergrund, Intentionen, Gesetzgebers, Grenzen, Gesundheitsversorgung
Arbeit zitieren
Arne Warth (Autor), 2009, Grundzüge moderner Versorgungsformen im Gesundheitswesen unter den Bedingungen des GKV-Modernisierungsgesetzes (2004) und des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (2007), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138825

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