Woher hat der Mensch seine Sprache? Und warum hat nur er diese?
Viele unterschiedliche Wissenschaftszweige beteiligen sich an der Erforschung des Sprachursprungs. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Beleuchtung der Forschungserkenntnisse aus linguistischer Sicht. Es wird versucht, der Sache auf die Spur zu kommen, indem aus verschiedenen linguistischen Bereichen Argumente aufgezeigt werden, die eine überzeugende Rolle in der Frage des Sprachursprungs zu spielen scheinen. Sie betreffen den Spracherwerb (Liegt eine angeborene Grammatik zugrunde?), die Gebärdensprache, Pidgin- bzw. Kreolsprachen, aber auch, ob es eine Ursprache gegeben haben könnte. Auch wenn der „Untersuchungsgegenstand Gehirn“ zu großen Teilen in andere Wissenschaften gehört, ist er ja nicht unerheblich für die Neuro- bzw. Psycholinguistik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Sprachursprungstheorien
2.2. Biologische Voraussetzungen
2.3. Die Rolle des Gehirns
3. Sprache und Denken
4. Der Spracherwerb
4.1. Stadien des Erwerbs
4.2. Rolle der Umwelt und Vererbung
5. Die Rolle der Kreolsprachen
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursprünge der menschlichen Sprache unter Berücksichtigung linguistischer, biologischer und kognitiver Perspektiven. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Zusammenspiel von angeborenen genetischen Programmen und dem Einfluss externer Umweltfaktoren auf die Entstehung und Entwicklung von Sprache.
- Phylogenetische Entstehung der Sprache
- Vergleich von Spracherwerb und Sprachentstehung
- Die Hypothese der Universalgrammatik (Chomsky/Bickerton)
- Zusammenhang zwischen Gehirnentwicklung und Kommunikationsfähigkeit
- Bedeutung von Pidgin- und Kreolsprachen für die Sprachforschung
Auszug aus dem Buch
Die Herausbildung des Gehirns und dessen Bedeutung für die Sprache
Zur Abhandlung eines solchen Themas, das sich komplett auf Hypothesen stützen muss, also ohne beweisbare Erkenntnisse, muss man zunächst einen für sich überzeugenden Ausgangspunkt festlegen. Ich setze ihn am vor 1,5 Mio. Jahren einsetzenden rapiden Gehirnwachstum an, als die kognitiven Voraussetzungen für die Sprache bereits ausgebildet waren. Die Zunahme des Hirnvolumens auf seine heutigen 1400 Kubikzentimeter steht mit Sicherheit in Beziehung zur Zunahme seiner Intelligenz.
Es ist also plausibel, auch eine der markantesten Leistungen dieser Intelligenz, die Sprache, mit dem Wachstum des Großhirns in Verbindung zu bringen. Das Hirnvolumen hat während der gesamten menschlichen Evolution zugenommen, aber nicht gleichmäßig. Am stärksten ist das Gehirn auf dem Weg von Homo habilis über Homo erectus zu Homo sapiens gewachsen. Während dieser Zeit, oder danach, müsste es also gewesen sein, dass die Sprache entstanden ist. Vermutlich entwickelte sie sich zusammen mit anderen kognitiven Leistungen sehr langsam über die ganze Zeit der Ausbildung des neuronalen Substrats hinweg, oder auch erst im Anschluss daran. Denn ohne all die anderen Intelligenzleistungen wäre das neu erschaffene Kommunikationswerkzeug „Sprache“ wohl relativ nutzlos gewesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung nach dem Sprachursprung und der Einzigartigkeit der menschlichen Lautsprache.
2. Theoretischer Rahmen: Darstellung verschiedener Spekulationen und wissenschaftlicher Annahmen über die Anfänge menschlicher Kommunikation.
3. Sprache und Denken: Analyse des Verhältnisses von Denkvorgängen und sprachlichem Ausdruck anhand neurologischer und verhaltensbiologischer Indizien.
4. Der Spracherwerb: Untersuchung der Stadien des kindlichen Spracherwerbs und der Bedeutung von genetischen Programmen versus Umweltreizen.
5. Die Rolle der Kreolsprachen: Betrachtung der Entstehung komplexer Sprachen aus Pidgin-Behelfssprachen als Indiz für angeborene grammatische Fähigkeiten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Koexistenz von Vererbung und Umwelt bei der Entwicklung der menschlichen Sprache.
Schlüsselwörter
Sprachursprung, Linguistik, Phylogenese, Ontogenese, Universalgrammatik, Gehirnwachstum, Spracherwerb, Pidgin, Kreolsprachen, Lautsprache, Kognition, Genetisches Programm, Kommunikation, Evolution, Sprachentstehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Ursprung der menschlichen Sprache aus linguistischer Sicht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Evolution des Menschen, die Hirnentwicklung, der Spracherwerb von Kindern und die strukturelle Analyse von Pidgin- und Kreolsprachen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Argumente aus verschiedenen linguistischen Bereichen zu gewichten, um den Ursprung der menschlichen Sprachfähigkeit zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die vorhandene linguistische und biologische Hypothesen vergleicht und kritisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Rolle der genetischen Prädisposition (Universalgrammatik) und dem Einfluss der sozialen Umgebung auf die Sprachentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachursprung, Universalgrammatik, Ontogenese, Phylogenese und die Interaktion zwischen Gehirn und Sprache.
Warum spielt die Gehirnentwicklung eine zentrale Rolle?
Das Gehirnwachstum wird als notwendige physiologische Voraussetzung gesehen, um komplexe kognitive Leistungen wie das Erlernen einer Sprache erst zu ermöglichen.
Welche Rolle spielen Kreolsprachen für die Argumentation?
Kreolsprachen dienen als "Beweisstück", da ihre schlagartige Entwicklung aus simplen Pidgin-Sprachen auf eine angeborene, genetisch verankerte Grundgrammatik hindeutet.
- Arbeit zitieren
- Magistra Artium Daniela Nagorka (Autor:in), 2007, Sprachursprungstheorien - Der Beitrag der Linguistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138832