Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Relationships and Family

Die Bedeutung von Investitionen und Barrieren in Bezug auf die Stabilität von Ehen

Title: Die Bedeutung von Investitionen und Barrieren in Bezug auf die Stabilität von Ehen

Term Paper , 2009 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Rohm (Author)

Sociology - Relationships and Family
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Warum gibt es Ehen, die bis zum Lebensende der Ehepartner halten, während andere geschieden werden? Die Erforschung und Analyse der Ehestabilität wurde von der deutschen Familiensoziologie – im Gegensatz zu den USA – über lange Zeit völlig vernachlässigt. Ein Grund für das späte Erwachen der Disziplin in Deutschland lässt sich in der Tatsache sehen, dass die Scheidungsraten in der Bundesrepublik in den 1960er-Jahren im Vergleich zur unmittelbaren Nachkriegszeit relativ niedrig waren, erst ab den 1970er-Jahren wieder kontinuierlich anstiegen und somit zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion wurden. Zahlreiche Arbeiten halten dabei jedoch fest, dass Ehescheidungen kein alleiniges Phänomen der modernen Gesellschaften sind, sondern vielmehr seit jeher Teil der menschlichen Beziehungen fast überall auf der Welt. Neu ist in vielen westlichen Industriegesellschaften vor allem das Ansteigen der Scheidungsziffern auf ein bis dahin nicht erreichtes Niveau.

Der inhaltliche Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in einer formalen theoretischen und empirischen Betrachtung der Rolle von ehespezifischen Investitionen und eheexternen Barrieren in Bezug auf die Stabilität von Ehen. Zunächst werden in Kapitel 2 mit der Austauschtheorie und der mikroökonomischen Theorie der Familie die zwei bedeutendsten Theorieansätze zur Erklärung der Ehestabilität vorgestellt. Kapitel 3 gibt einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Scheidungszahlen in Deutschland seit 1900, während Kapitel 4 im Anschluss daran versucht, die bisher geleistete deutsche Forschung zu den Einflussfaktoren des Ehescheidungsrisikos mit besonderem Blick auf die Rolle und Bedeutung der Investitionen und Barrieren zu bilanzieren. In Kapitel 5 werden die gewonnenen Erkenntnisse kritisch betrachtet und diskutiert, bevor im sechsten und letzten Kapitel ein Fazit gezogen und ein kurzer Ausblick gegeben wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien der Ehestabilität

2.1 Austauschtheorie

2.2 Mikroökonomische Theorie der Familie (Familienökonomie)

2.3 Framing-Modell der Ehe

3. Entwicklung der Scheidungszahlen in Deutschland seit 1900

4. Stand der deutschen Ehescheidungsforschung

4.1 Ehespezifische Investitionen

4.2 Eheexterne Barrieren

5. Diskussion und Kritik

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und empirischen Determinanten der Ehestabilität in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf den Einfluss von ehespezifischen Investitionen und eheexternen Barrieren.

  • Soziologische Theorien zur Ehestabilität (Austauschtheorie, Familienökonomie, Framing-Modell)
  • Historische Entwicklung und Trends der Scheidungszahlen in Deutschland
  • Einfluss von ehespezifischen Investitionen (Kinder, Wohneigentum, Suchkosten)
  • Rolle eheexterner Barrieren (soziale Normen, Integration)
  • Kritische Diskussion der aktuellen Forschungsmethodik und -ergebnisse

Auszug aus dem Buch

2.1 Austauschtheorie

Die Austauschtheorie, die die wohl umfassendste und zur Erklärung von Ehescheidungen am häufigsten herangezogene sozialwissenschaftliche Theorie darstellt (vgl. Hartmann 1989: 64), geht auf Peter M. Blau (1964), George C. Homans (1961) sowie John W. Thibaut und Harold H. Kelley (1959) zurück. Obgleich sich hinter dem Begriff kein einheitliches Theoriekonstrukt verbirgt, gehen alle Varianten von einem zielgerichteten Individuum aus, dessen Verhalten von einem Kosten-Nutzen-Kalkül gesteuert wird (vgl. Engelhardt 2002: 29). Akteure verfolgen ihre Ziele durch Austausch von materiellen und nicht-materiellen Ressourcen und streben danach, in Interaktionen und somit auch in intimen Beziehungen „ihren Nutzen zu maximieren und ihre Kosten zu minimieren“ (Wagner/Weiß 2003: 36).

Ausgehend von dieser Prämisse kommt ein Austausch dann zustande (und wird dauerhaft), wenn sich jeder Akteur von dem Tausch mit mindestens einem anderen Akteur auf Dauer einen Gewinn bzw. Vorteil verspricht. „Dieser Gewinn (oder Nettonutzen) ergibt sich aus der Differenz zwischen den Kosten und dem Nutzen der Handlung“ (Engelhardt 2002: 29). Liegen mehrere Handlungsalternativen vor, wählt der Akteur laut Engelhardt „diejenige mit dem subjektiv größten erwarteten Gewinn“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Ehestabilitätsforschung ein und beschreibt den Aufbau der Arbeit sowie den Fokus auf Investitionen und Barrieren.

2. Theorien der Ehestabilität: Es werden die zentralen theoretischen Ansätze der Austauschtheorie, der Familienökonomie und des Framing-Modells zur Erklärung der Stabilität von Ehen vorgestellt.

3. Entwicklung der Scheidungszahlen in Deutschland seit 1900: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über den langfristigen Anstieg der Scheidungsraten unter Berücksichtigung von Unregelmäßigkeiten wie Kriegen oder Gesetzesreformen.

4. Stand der deutschen Ehescheidungsforschung: Der Forschungsstand zu Einflussfaktoren auf das Ehescheidungsrisiko wird anhand von ehespezifischen Investitionen und externen Barrieren systematisiert.

5. Diskussion und Kritik: Hier erfolgt eine kritische Reflexion der methodischen Defizite und der begrifflichen Unschärfen in der aktuellen Scheidungsforschung.

6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst die zentralen theoretischen und empirischen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen der Forschungspraxis.

Schlüsselwörter

Ehestabilität, Ehescheidung, Austauschtheorie, Familienökonomie, Ehespezifische Investitionen, Eheexterne Barrieren, Trennungskosten, Heiratsmarkt, Sozialstrukturanalyse, Scheidungsrisiko, Ehedauer, Ehequalität, Commitment, Arbeitsteilung, Soziale Kontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den soziologischen Erklärungsansätzen für die Stabilität und Auflösung von Ehen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen von ökonomischen und sozialen Investitionen in die Ehe sowie die Barrieren, die eine Scheidung erschweren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Rolle von ehespezifischen Investitionen und Barrieren theoretisch und empirisch im Kontext der deutschen Ehescheidungsforschung zu bilanzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine formale theoretische Analyse sowie eine Zusammenfassung und Auswertung empirischer Ergebnisse bestehender Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle, die historische Entwicklung der Scheidungsraten und differenziert zwischen eheinternen und eheexternen Faktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ehestabilität, Ehescheidung, Investitionen, Barrieren und Austauschtheorie.

Wie unterscheiden sich ehespezifische Investitionen von eheexternen Barrieren?

Ehespezifische Investitionen (z.B. Kinder, Immobilien) entstehen innerhalb der Partnerschaft und erhöhen die Trennungskosten, während eheexterne Barrieren auf sozialen Normen und gesellschaftlicher Kontrolle basieren.

Warum wird das "Framing-Modell" in der Arbeit angeführt?

Das Modell wird als ergänzender Ansatz aufgeführt, da es mentale Ehemodelle einbezieht, um die Stabilität der Ehe über rein ökonomische Kalküle hinaus zu erklären.

Welche Rolle spielen "Suchkosten" in der Familienökonomie?

Suchkosten entstehen, da Individuen ihre potenziellen Partner nicht perfekt kennen; hohe Suchkosten können dazu führen, dass bestehende, wenn auch suboptimale Ehen beibehalten werden.

Welche zukünftige Entwicklung empfiehlt der Autor für die Forschung?

Der Autor empfiehlt ein kumulatives Vorgehen, häufigere Replikationen sowie eine einheitlichere Definition von Variablen, um die Qualität der Ehescheidungsforschung zu steigern.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Die Bedeutung von Investitionen und Barrieren in Bezug auf die Stabilität von Ehen
College
University of Heidelberg  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar Familiensoziologie
Grade
1,3
Author
Christian Rohm (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V138869
ISBN (eBook)
9783640484737
ISBN (Book)
9783640484515
Language
German
Tags
Soziologie Familiensoziologie Frauen Männer Investitionen Barrieren Ehe Ehestabilität Austauschtheorie Familienökonomie Scheidung Scheidungszahlen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Rohm (Author), 2009, Die Bedeutung von Investitionen und Barrieren in Bezug auf die Stabilität von Ehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138869
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint