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Differenzierung bei Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „geistige Entwicklung“

Dargestellt in der Unterrichtsarbeit in einer Klasse der Mittelstufe der Schule am Park

Titel: Differenzierung bei Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „geistige Entwicklung“

Examensarbeit , 2009 , 50 Seiten

Autor:in: Sebastian Baltes (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verschiedenheit der Köpfe ist das große Hindernis aller Schulbildung. Darauf nicht zu achten ist der Grundfehler aller Schulgesetze, die den Despotismus der Schulmänner begünstigen und alle nach einer Schnur zu hobeln veranlassen.“
Johann Friedrich Herbart , 1807

Obwohl diese These nicht ausdrücklich in Bezug auf Lerngruppen mit Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf formuliert wurde, hat sie auch dort gleichwohl universelle Gültigkeit und bis heute nichts an Aktualität verloren.
Der Umgang mit heterogenen Lerngruppen ist eine der grundlegenden Herausforderungen, denen man im Lehrerberuf gegenübergestellt ist, unabhängig davon an welcher Schulform man als Pädagoge eingesetzt ist. An Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ stellt sich dieses Problem jedoch in besonderer Weise, da sich die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe meist in extremem Ausmaß unterscheiden und neben kognitiven Einschränkungen häufig motorische und emotional-soziale Störungen zu berücksichtigen sind. Diese Ausgangslage erfordert vom Pädagogen besondere didaktische Maßnahmen, um jedem Schüler einen Lernfortschritt zu ermöglichen. Im Allgemeinen wird der Kanon der Handlungsmöglichkeiten, mit denen man dieser Ausgangslage zu begegnen versucht, unter dem Überbegriff Differenzierung zusammengefasst.
In der vorliegenden Arbeit wird sich schwerpunktmäßig mit der Frage auseinandergesetzt, wie man, vom fachwissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen, mit heterogenen Lerngruppen umgehen kann bzw. sollte, und welche allgemein pädagogischen und spezifisch sonderpädagogischen Grundsätze bei sogenannten geistig behinderten Schülerinnen und Schülern berücksichtigt werden müssen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielstellung

1.3 Terminologische Hinweise

2 Differenzierungsmaßnahmen im fachwissenschaftlichen Diskurs der (Sonder)pädagogik

2.1 Begriffsklärung: Was versteht man unter Differenzierung und Individualisierung?

2.2 Formen und Dimensionen von Differenzierung

2.2.1 Äußere und Innere Differenzierung

2.2.2 Differenzierung nach Strukturelementen von Unterricht

2.3 Differenzierung als spezifisch sonderpädagogische Maßnahme

2.4 Diagnostik als Grundlage für Differenzierungsentscheidungen

3 Differenzierung bei Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „Geistige Entwicklung“

3.1 Formen Äußerer Differenzierung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“

3.2 Binnendifferenzierung im Unterricht bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderbedarf „Geistige Entwicklung“

4 Zum Verhältnis von Differenzierung und schulischer Integration

5 Voraussetzungen für Individualisierung und Kooperation in der Lerngruppe

5.1 Allgemeine Klassensituation

5.2 Individuelle Schülerbeschreibungen

6 Darstellung, Analyse und Bewertung der Unterrichtsarbeit

6.1 Erste Unterrichtsituation: Ritualisierte Unterrichtssequenz zum Tagesablauf und der Uhrzeit

6.1.1 Bedingungen

6.1.2 Entscheidungen

6.1.3 Analyse und Bewertung

6.2 Zweite Unterrichtssituation: Wir backen Brot im Backhaus

6.2.1 Bedingungen

6.2.2 Entscheidungen

6.2.3 Analyse und Bewertung

6.3 Erfahrungen mit der Wochenplan- und Freiarbeit

7 Gesamtreflexion und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die unterrichtspraktische Anwendung von Differenzierungsmaßnahmen bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“. Das zentrale Ziel ist es, in einem Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit individualisierter Lernangebote und dem Anspruch an Kooperation und soziales Lernen in heterogenen Lerngruppen, effektive didaktische Vorgehensweisen zu identifizieren und kritisch zu reflektieren.

  • Differenzierung im fachwissenschaftlichen Kontext der (Sonder)pädagogik.
  • Analyse der Formen äußerer und innerer Differenzierung (Binnendifferenzierung).
  • Die Bedeutung der sonderpädagogischen Diagnostik für differenzierte Lernangebote.
  • Reflexion über das Verhältnis von Differenzierung und schulischer Integration.
  • Praktische Erprobung und Evaluation von Differenzierungsansätzen in einer Mittelstufenklasse.

Auszug aus dem Buch

2.1 Begriffsklärung: Was versteht man unter Differenzierung und Individualisierung?

In der Fülle der zur Verfügung stehenden didaktischen Literatur wird der Begriff Differenzierung mit sehr unterschiedlichen Worten, aber doch in recht einheitlicher Weise definiert. Stellvertretend für alle anderen Definitionsversuche sei hier in Anlehnung an POPIOL der relativ umfassenden Definitionsansatz von SCHITTKO wiedergegeben: „Differenzierung meint die Bemühungen, (1) angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler und unterschiedlicher gesellschaftlicher Anforderungen (2) durch eine Gruppierung nach bestimmten Kriterien (3) durch didaktische Maßnahmen den Unterricht so zu gestalten, daß (4) die für das Lernen gesetzten Ziele möglichst weitgehend erreicht werden können.“

Während BÖNSCH unter dem Stichwort Differenzierung auch schon schulorganisatorische Rahmenbedingungen und Prozesse behandelt, wie beispielsweise die als interschulische Differenzierung bezeichnete Selektion der Schülerinnen und Schüler in leistungsbezogene Schultypen wird Differenzierung in dieser Arbeit schwerpunktmäßig auf Gestaltungsweisen und Organisationsformen von Unterricht und Lernangeboten hin betrachtet. Bei differenziertem Unterricht handelt es sich in diesem Sinne um ein Lernarrangement, das an den individuellen Lernmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler ansetzt. Er wird im allgemeinen als Grundvoraussetzung oder Schlüssel für das Lernen in heterogenen Lerngruppen betrachtet und führt im Extremfall zu einer völligen Individualisierung des Lernweges. Dies gilt wegen der „enormen Unterschiedlichkeiten der individuellen Lernfähigkeiten“ insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf „Geistige Entwicklung“, wie SPECK nachdrücklich betont: „Es darf keine Stunde, keine Lerneinheit ablaufen, ohne dass sich die Lehrerin auch an jedes einzelne Kind seiner Klasse wendet.“

Angesichts der Problemstellung dieser Arbeit scheint es sinnvoll, den Begriff „Individualisierung“ von „Differenzierung“ terminologisch abzugrenzen. Individualisierter Unterricht setzt einen an den individuellen Erfahrungen und dem Vorwissen des Lernenden anknüpfenden Lernprozess voraus, wobei die Vorgehensweise und das Arbeitstempo vom einzelnen Schüler in der Regel selbst gesteuert und verantwortet werden. Der Lehrer begleitet den Lernprozess und greift nur dort lenkend und helfend ein, wo der Lernende dies ausdrücklich wünscht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik heterogener Lerngruppen ein und erläutert die Relevanz der Differenzierung für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.

2 Differenzierungsmaßnahmen im fachwissenschaftlichen Diskurs der (Sonder)pädagogik: Hier werden theoretische Grundlagen der Differenzierung, ihre Formen (innere/äußere) sowie die Rolle der Diagnostik als Basis für Unterrichtsentscheidungen diskutiert.

3 Differenzierung bei Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „Geistige Entwicklung“: Dieses Kapitel verifiziert die theoretischen Differenzierungsformen in Bezug auf die spezifische Klientel der Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.

4 Zum Verhältnis von Differenzierung und schulischer Integration: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen selektiven Maßnahmen und dem Integrationsanspruch gemeinsamer Beschulung.

5 Voraussetzungen für Individualisierung und Kooperation in der Lerngruppe: Vorstellung der untersuchten Klasse M3 sowie deren individuelle Lernausgangslagen und Verhaltensvoraussetzungen.

6 Darstellung, Analyse und Bewertung der Unterrichtsarbeit: Evaluation zweier konkreter Unterrichtssituationen zur Binnendifferenzierung sowie Reflexion über Wochenplan- und Freiarbeit.

7 Gesamtreflexion und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Zielerreichung und ein Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen in der pädagogischen Arbeit mit heterogenen Gruppen.

Schlüsselwörter

Differenzierung, Binnendifferenzierung, Individuelle Förderung, Geistige Entwicklung, Sonderpädagogik, Individualisierung, Unterrichtsplanung, Heterogene Lerngruppe, Diagnostik, Lernausgangslage, Kooperatives Lernen, Lebenspraktischer Bereich, Wochenplanarbeit, Schulpraktische Reflexion, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten und Herausforderungen differenzierender Maßnahmen im Unterricht von Klassen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Differenzierung und Individualisierung, die praktische Unterrichtsgestaltung sowie das Spannungsfeld zwischen individueller Förderung und notwendiger Kooperation innerhalb einer Klasse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Differenzierungsmaßnahmen trotz heterogener Lernvoraussetzungen zielführend eingesetzt werden können, um allen Schülern individuelle Lernfortschritte zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoriebasierten Auseinandersetzung sowie einer praxisbezogenen Analyse und Bewertung von zwei ausgewählten Unterrichtssituationen aus einer spezifischen Mittelstufenklasse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst den theoretischen Diskurs über Differenzierungsformen, die Analyse der Lernvoraussetzungen in der Zielklasse sowie eine detaillierte Darstellung und Evaluation praktischer Unterrichtssequenzen, z.B. zum Thema Zeit/Uhrzeit und lebenspraktische Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Differenzierung, Binnendifferenzierung, Geistige Entwicklung, Sonderpädagogik, Individualisierung und Unterrichtsplanung.

Welche Rolle spielt die „Prozessdiagnostik“ in dieser Arbeit?

Die Arbeit betont, dass eine genaue Bestimmung der Lernausgangslage durch kontinuierliche Beobachtung im Unterrichtsalltag (Prozessdiagnostik) unerlässlich ist, um geeignete Differenzierungsmaßnahmen auszuwählen.

Wie lautet das Fazit zur Verbindung von Individualisierung und Kooperation?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es im Einzelfall schwierig ist, hohe Individualisierung und soziale Kooperation in einer einzigen Unterrichtssituation zu vereinen; stattdessen empfiehlt er eine zeitliche Trennung oder gezielte Phasierung innerhalb einer Lerneinheit.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Differenzierung bei Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „geistige Entwicklung“
Untertitel
Dargestellt in der Unterrichtsarbeit in einer Klasse der Mittelstufe der Schule am Park
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Autor
Sebastian Baltes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
50
Katalognummer
V138894
ISBN (eBook)
9783640469659
ISBN (Buch)
9783640469970
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Differenzierung Schülerinnen Schülern Förderbedarf Entwicklung“ Dargestellt Unterrichtsarbeit Klasse Mittelstufe Schule Park
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Baltes (Autor:in), 2009, Differenzierung bei Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „geistige Entwicklung“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138894
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Leseprobe aus  50  Seiten
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