In dieser Arbeit werden zu den Makrostrukturen im Matthäusevangelium des
Theologen D. Martin Luthers die Absätze unter ausdrucks- und inhaltsseitiger
Betrachtung untersucht. Als Grundlage dieser Analyse dient primär die
Ausgabe letzter Hand (1545). Sekundär wird das Septembertestament (1522)
hinzugezogen, wobei eine gründliche Analyse1 dieser letztgenannten Ausgabe
nicht durchgeführt werden kann, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen
würde.
Das erste Ziel dieser textlinguistischen Analyse ist also die beiden Textkorpora
systematisch und empirisch in Bezug auf die Makrostruktur „Absatz“ zu
erfassen. Der nächste Schritt wird die Untersuchung der Textfunktion in Bezug
auf die Hervorhebung der Inhaltsseite sein, wobei hier nur auf die Ausgabe von
1545 eingegangen wird.
1 Beim Septembertestament (1522) wird nur eine tabellarische Analyse bezüglich der
Makrostruktur Absatz durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Der Begriff Makrostuktur
1.1 Definition
1.2 Materialgrunglage
1.3 Initiatoren und Terminatoren
1.4 Vorgehensweise
2. Absatzstrukturen – ausdrucksseitig
2.1 Tabelle 1
2.2 Tabelle 2
2.3 Tabelle 3
2.4 Tabelle 4
2.5 Kapitel und Absätze
3. Absatzstrukturen – inhaltsseitig
3.1 Matthäus Kapitel II
3.2 Matthäus Kapitel V
3.3 Matthäus Kapitel X
3.4 Matthäus Kapitel XXVIII
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese textlinguistische Analyse untersucht systematisch und empirisch die Makrostrukturen in den Matthäusevangelien von Martin Luther (Ausgabe letzter Hand 1545 und Septembertestament 1522), um die Funktion von Absätzen sowohl auf ausdrucksseitiger als auch auf inhaltsseitiger Ebene zu bestimmen.
- Textlinguistische Erfassung der Makrostruktur "Absatz"
- Vergleichende Analyse der Textkorpora von 1522 und 1545
- Untersuchung der ausdrucksseitigen Gestaltungsmittel (Initialen, Schriftgestaltung)
- Inhaltsseitige Funktionsanalyse ausgewählter Kapitel
Auszug aus dem Buch
1.1 Definition
In den bereits genannten Matthäus-Evangelien von 1522 und 1545 sollen anhand einer textlinguistischen Untersuchung Makrostrukturen beschrieben werden.
Da der Terminus „Makrostruktur“ in der Forschung unterschiedlich gebraucht wird, bedarf der Begriff einer klaren und exakten Definition, wobei hierbei der Makrostrukturenbegriff von Franz Simmler übernommen wird:
„ Es ist [...] das Ziel [...] unter Beachtung des aus Ausdrucks- und Inhaltsseite bestehenden Aufbaus sprachlicher Zeichen, besondere Einheiten des sprachlichen Systems nachzuweisen, die mit den Einheiten vom Morphem bis zum Satztyp nicht identisch sind, sich vom Satztyp durch wenigstens eine differentia specifica unterscheiden und Makrostrukturen genannt werden. Makrostrukturen sind also textinterne, aus Ausdrucks- und Inhaltsseite bestehende satzübergreifende Einheiten der langue, die gegenüber anderen satzübergreifenden Einheiten und hierarchisch gesehen kleineren Einheiten wie Satztypen eine distinktive Funktion besitzen und bei ihrem Auftreten mit ihnen zusammen größere Einheiten der langue, nämlich Textsorten, konstituieren [...]“
Aus dieser Definition geht klar hervor, daß unter dem Begriff Makrostruktur ein hierarchisches Beziehungsgefüge zu verstehen ist, was unterschiedlich umfangreiche und hierarchisch zu differenzierende sprachliche Zeichen umfaßt.
Diese Definition soll nun auf das vorliegende Material der Matthäus Evangelien angewandt werden, wobei im Vordergrund der Analyse die Makrostruktur „Absatz“ steht, die auf ihre Strukturen sowie kommunikative Funktion untersucht werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die textlinguistische Zielsetzung der Untersuchung der Makrostrukturen in Luthers Matthäusevangelien unter Berücksichtigung der Ausgaben von 1522 und 1545.
1. Der Begriff Makrostuktur: Definition und theoretische Herleitung des Makrostrukturbegriffs nach Franz Simmler sowie Festlegung der Vorgehensweise.
2. Absatzstrukturen – ausdrucksseitig: Detaillierte tabellarische Darstellung und Analyse der ausdrucksseitigen Absatzmerkmale der beiden Textkorpora.
3. Absatzstrukturen – inhaltsseitig: Vertiefende Untersuchung der inhaltlichen Textfunktionen anhand ausgewählter Kapitel (II, V, X, XXVIII) der Ausgabe von 1545.
Zusammenfassung: Fazit der empirischen Untersuchung, das die Verbindung zwischen ausdrucksseitigen Merkmalen und spezifischen Textfunktionen hervorhebt.
Schlüsselwörter
Makrostruktur, Matthäusevangelium, Martin Luther, Textlinguistik, Absatzanalyse, Septembertestament, Ausgabe letzter Hand, Textfunktion, Ausdrucksseite, Inhaltsseite, Merkmalbündel, Initialen, Fraktur, Antiqua, Textkorpora
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der textlinguistischen Untersuchung von Makrostrukturen, speziell dem "Absatz", in Martin Luthers Übersetzungen des Matthäusevangeliums.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die ausdrucksseitigen (formalen) und inhaltsseitigen (funktionalen) Merkmale, die zur Gliederung der Evangelientexte verwendet wurden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine systematische und empirische Erfassung des Absatzes als Makrostruktur, um dessen kommunikative und inhaltliche Textfunktion zu verdeutlichen.
Welche methodischen Ansätze kommen zum Einsatz?
Es wird eine textlinguistische Methode angewandt, die durch tabellarische Analysen der Textkorpora (1522 und 1545) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert zum einen die formale Strukturierung (z.B. durch Initialen) und zum anderen die inhaltliche Funktion spezifischer Kapitel durch eine beispielhafte Auswertung der Ausgabe von 1545.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Typische Begriffe sind Makrostruktur, Matthäusevangelium, Textfunktion, Absatzanalyse, Textkorpora und Luther-Übersetzung.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Fraktur und Antiqua bei den Initialen eine Rolle?
Der Autor zeigt auf, dass die Wahl der Schriftart bei Initialen oft mit einer positiven oder negativen inhaltlichen Bewertung innerhalb des Textes korreliert.
Welche Bedeutung kommt dem Matthäus-Kapitel II im Kontext der Untersuchung zu?
Kapitel II dient als exemplarisches Beispiel, um zu zeigen, wie formale Absatzmerkmale (wie Kapitelbeginne oder untergeordnete Absätze) die erzählerische Struktur der Weihnachtsgeschichte und der Flucht nach Ägypten markieren.
- Quote paper
- M. A. Firdaous Fatfouta-Hanka (Author), 2000, Makrostrukturen Absätze und ihre Textfunktion in Luthers Septembertestament (1522) und in der Ausgabe Letzter Hand (1545), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13890