Pejorative Präfixe in der englischen Wortbildung


Hausarbeit, 2009

9 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abgrenzung der pejorativen Präfixe von anderen 4 einstellungsanzeigenden Präfixen.

3. Historischer Ursprung der pejorativen Präfixe
3.1 Historischer Ursprung des pejorativen Präfixes mal-
3.2 Historischer Ursprung des pejorativen Präfixes mis-
3.3 Historischer Ursprung des pejorativen Präfixes pseudo Besonderheiten

5. Vergleich mit der deutschen Sprache

6. Bibliographie

1. Einleitung

In der englischen Sprachwissenschaft spielt die Wortbildungslehre eine bedeutende Rolle. Dafür spricht nicht nur die Vielzahl an literarischen Werken, die sich mit diesem Teilgebiet der Sprachwissenschaft befassen, sondern auch die unterschiedlichen Theorien, Ansichten und Auffassungen über den Begriff `Wortbildung`. Die Problematik eine eindeutige Definition dafür zu finden wird bei Hans-Jörg Schmid in seinem Werk Englische Morphologie und Wortbildung-eine Einführung besonders deutlich. Laut seiner Definition ist Wortbildung bzw. Derivationmorphologie folgendes:

„Die Derivationsmorphologie betrifft die Prozesse, mit Hilfe derer Sprecher des Englischen aus in der Sprache bereits vorhandenen Wörtern und Morphemen neue Wörter geformt haben bzw. bei Bedarf formen können. Es geht also um die Bildung neuer Wörter mit komplexer innerer Struktur.“ (Schmid, 2005:14)

Laut dieser Definition wird eine genaue Abgrenzung der Wortbildung von der Morphologie schwierig. Schmids Überlegungen Wortbildung als ein Teilgebiet der Morphologie zu sehen widerlegt er jedoch, da sich die Wortbildung nicht ausschließlich mit rein morphologischen Fragestellungen beschäftigt. So werden Konversionen beispielsweise gebildet, ohne dass morphologische Elemente zum Wortartenwechsel beitragen. Anhand dieses Beispiels einer Begriffsklärung soll verdeutlicht werden wie kompliziert eine genaue Abgrenzung in sämtlichen Bereichen der Wortbildung sein kann. Ähnlich verhält es sich bei folgendem Sachverhalt: Wortbildung selbst lässt sich in viele verschiedene Prozesse untersteilen. Einer davon ist die Präfigierung. Dabei wird ein lexikalisch gebundenes Morphem, auch Präfix genannt vor ein freies lexikalisches Morphem, die Basis, gestellt. Dabei kann man viele verschiedene Präfixe hinsichtlich ihrer semantischen Relation im Bezug zur Basis unterscheiden. Ein spezieller Typ sind die sogenannten pejorativen Präfixe, welche zur Gruppe der einstellungsanzeigenden Präfixe gehören. Auch hier bedarf eine Abgrenzung der pejorativen Präfixe von anderen einstellungsanzeigenden Präfixen eine genauere Untersuchung. Daher werden in folgenden Punkten die pejorativen Präfixe genauer betrachtet. Dabei ist es wichtig sie sowohl in Bezug auf ihre historischen Hintergründe, Semantik, phonologischen Eigenschaften, Vorkommen in verschiedenen Wortarten und ihrer Produktivität näher zu betrachten und zu analysieren. Zusätzlich wird ein Vergleich zur deutschen Sprache gezogen, um die Thematik weiter zu veranschaulichen.

2. Abgrenzung der pejorativen Präfixe von anderen einstellungsanzeigenden Präfixen.

Wie bereits erwähnt sind Präfigierungen Kombinationen aus freien lexikalischen Morphemen und lexikalisch gebundenen Morphemen. „Bei Präfigierungen ist die typische semantische Relation zwischen dem Präfix und der Basis die der Determination und Modifikation.“ (Schmid, 2005:148) Deutlich wird dies bei den einstellungsanzeigenden Präfixen. Hierzu zählen anti- ‚against‘ und pro- ‚for‘ , sowie mal-, mis- und pseudo-. Bei diesen Präfixen wird eindeutig eine Einstellung in Bezug zur Basis vermittelt. Jedoch gibt es einen Unterschied zwischen mal-, mis- und pseudo-, welche auch als pejorative Präfixe bezeichnet werden, und den anderen beiden Präfixen. Um diesen herauszufinden, soll zunächst der Begriff pejorativ näher erläutert werden. Das Wort stammt ursprünglich von dem lateinischen peiorare, was schlecht machen bedeutet. Ein Pejorativ ist demnach ein Wort mit abwertender bzw. herabwürdigender Bedeutung. Pejorative Präfixe bilden somit Pejorative, indem man sie vor ein Wort mit eher neutraler Bedeutung stellt. Der genaue Unterschied zwischen pejorativen und anderen einstellungsanzeigenden Präfixen kann am besten durch ein Beispiel erläutert werden. Stellt man die Wörter anticommunist und pseudocommunist gegenüber so wird der Unterschied deutlich. Während ein anticommunist jemand ist, der gegen Kommunisten bzw. gegen den Kommunismus ist, ist ein pseudocommunist ein Kommunist. Allerdings ist er ein Kommunist, den man in seiner Rolle als Kommunist gering schätzt bzw. herabwürdigt, etwa weil sein Verhalten nicht wirklich kommunistisch ist oder er nur vorgibt ein Kommunist zu sein. Anhand dieses Beispiels kann man deutlich erkennen, dass „anti- und pro- eine Einstellung in Bezug auf die Basis denotieren“ (Schmid, 2005:160), während pejorative Präfixe „die Einschätzung des Sprechers wiedergeben.“ (Schmid, 2005:160) Somit ist eine gesonderte Klassifikation dieser Präfixe gerechtfertigt, um den Unterschied der semantischen Relationen zwischen Präfix und Basis zu betonen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Pejorative Präfixe in der englischen Wortbildung
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Veranstaltung
Proseminar: Englische Wortbildung
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V138901
ISBN (eBook)
9783640485642
ISBN (Buch)
9783640485352
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortbildung, pejorativ, Präfix, Präfixe, pejorative, Morphologie, Wortbildungslehre, Derivationsmorphem, Derivationsmorpheme, Morphem, Ableitung, Kompositum, Nomina, Nomen, englisch, englische, Basismorphem, Grundmorphem, Suffix, Suffixe, mal, mis, pseudo
Arbeit zitieren
Daniel Greiner (Autor), 2009, Pejorative Präfixe in der englischen Wortbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138901

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