Die Schlachten von Philippi (42 v. Chr.)


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historische Kontextualisierung
1. Konsolidierung des republikanischen Lagers
2. Konsolidierung des caesarischen Lagers

III. Die Kriegsvorbereitungen
1. Die Kriegsvorbereitungen der Caesarianer
2. Die Kriegsvorbereitungen der Republikaner

IV. Die Schlachten von Philippi
1. Der Weg der Caesarianer nach Philippi
2. Der Weg der Republikaner nach Philippi
3. Die Erste Schlacht
4. Die Zweite Schlacht

V. Beurteilung der Schlachten von Philippi

VI. Beurteilung der Quellenlage

VII. Quellen- und Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit thematisiert den Entscheidungskampf zwischen Caesarianern und Republikanern, der seinen Höhepunkt und zugleich sein Ende in den Schlachten von Philippi im Jahre 42 v. Chr. fand. Die Schlachten von Philippi markieren eine entscheidende Zäsur innerhalb der römischen Geschichte und können als Datum für den endgültigen Untergang der römischen Republik bewertet werden.

Die historische Kontextualisierung (Kapitel II) dient in aller Knappheit der Darstellung der für den weiteren Verlauf wichtigen Ereignisse. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da sie nur Entwicklungen, die relevant für die caesarische oder die republikanische Seite sind, aufzeigt.

Die Kriegsvorbereitungen (Kapitel III) der Caesarianer und der Republikaner sind wichtiger Bestandteil für das Verständnis der Schlachten von Philippi. Um den Kontrast der konkurrierenden Parteien besser herausstellen zu können, werden die jeweiligen Kriegsvorbereitungen in einzelnen Unterpunkten thematisiert. Unter demselben Aspekt werden jeweils die unterschiedlichen Probleme und Hindernisse der Caesarianer und der Republikaner auf dem Weg nach Philippi (Kapitel IV) gesondert beschrieben. In den eigentlichen Schlachten von Philippi, wird die gesonderte Darstellung der beiden verfeindeten Parteien aufgegeben.

Nach einer eigenen Beurteilung der Schlachten von Philippi (Kapitel V) werden abschließend unter Berücksichtigung der ergiebigen Quellenlage zu diesem Thema einige quellenkritische Bemerkungen angeführt.

II. Historische Kontextualisierung

Die Ermordung Caesars an den Iden des März (15. 3. v. Chr.) stellt ein Ereignis von großer Tragweite für den weiteren Verlauf der römischen Geschichte dar. Zwar gelang es den Verschwörern, Caesar als die Verkörperung einer mittlerweile monarchisch ausgebauten Herrschaft zu beseitigen, jedoch bedeutete dies keineswegs eine zwangsläufig folgende Restitution der alten republikanischen Ordnung.

Die Gruppe der ca. 60 Caesargegner – allen voran Brutus und Cassius – entbehrte jeglicher notwendiger politischer Programmatik, ja überhaupt aller Planung, was nach dem Tode des Tyrannen folgen sollte. Dahingehend stellte sogar Cicero vernichtend fest: „Die Tat wurde ausgeführt mit dem Mute von Männern, aber der Voraussicht von Kindern“. Die zu Recht unterstellte fehlende Voraussicht äußerte sich darin, dass sie lediglich Caesar beseitigten, nicht jedoch führende Exponenten des caesarischen Systems, wie den magister equitum Lepidus oder den amtierenden Konsul Antonius. Dieser verkörperte mittels der Konsularwürde die ranghöchste Repräsentation staatlicher Legalität und besaß die ausübende Gewalt im Gegensatz zu Cassius und Brutus, die lediglich das Amt eines Prätors bekleideten. Diese Tatsache wird von Gardthausen als „Hauptfehler in ihrer Rechnung [...]“1 zur geplanten Wiederherstellung der republikanischen Ordnung herauskristallisiert.

Ein weiterer Grund für das unmittelbare Scheitern des Brutus und Cassius war die zurückhaltende Rolle des Senats: Von Caesar auf 900 Mitglieder aufgestockt2, war er keineswegs mehr ausschließlich aus Republikanern, sondern ebenso aus Caesarianern zusammengesetzt. Von daher und aufgrund einer Ermangelung herausragender aristokratischer Persönlichkeiten befand sich der römische Senat in einer Art politischer Lethargie, unfähig die Gunst der Stunde für die republikanische Sache tatkräftig zu nutzen3.

Die zumindest apathische, überwiegend gar extrem feindliche Haltung der römischen Plebs gegenüber den Caesarmördern ist ein weiterer Faktor, der einen schnellen Sieg der republikanischen Sache verhinderte. Die Caesarmörder wurden nicht als Befreier gefeiert, sondern sahen sich viel eher veranlasst, Rom zu ihrer eigenen Sicherheit bereits Anfang April zu verlassen und Zuflucht in den kleinen umliegenden Städten Latiums zu suchen.

1. Konsolidierung des republikanischen Lagers

Aufgrund der Aussichtslosigkeit, die stadtrömische Politik in ihrem Sinne zu lenken, setzten sie sich schließlich im Sommer 44 v. Chr. über den Meeresweg nach Athen ab, um von den oströmischen Provinzen die Geschicke Roms zu beeinflussen. Cassius wandte sich von dort aus Richtung Syrien, Brutus gen Makedonien, um diese strategisch wertvollen und reichen Provinzen für die republikanische Sache zu gewinnen.

In der Tat gelang es Brutus erstaunlich schnell und mühelos, ganz Griechenland für sich zu gewinnen, Soldaten anzuwerben oder von dem Gegner – beispielsweise des Vatinius, Statthalter von Syrien – abzuwerben. Unmittelbar nach der widerrechtlichen Besetzung Makedoniens im Winter 44/43 v. Chr. wurde ihm das Kommando über die Provinz per Senatsbeschluss übertragen und somit seine neu errungene Position legalisiert.

Auch Cassius gewann nahezu ohne Widerstand die Provinz Syrien und sämtliche dort stationierten Legionen. Ferner gelang es ihm, die römischen Legionen, die Caesar in Ägypten stationiert hatte, für die Sache der Republikaner zu gewinnen. „Bald danach wurde dann auf Betreiben Ciceros auch die Usurpation des Cassius vom Senat legalisiert. Auch er erhielt wie zuvor schon Brutus ein Prokonsulat mit einem imperium maiu s“4.

Entscheidend ist die Tatsache, dass der Senat jene beiden Usurpatoren, die sich die Provinzen de facto widerrechtlich angeeignet hatten, in ihrem Amt bestätigte und ihre Stellung sogar legalisierte. Die regulär vorgesehenen Prätoren Dolabella und Gaius Antonius wurden somit ihres rechtskonformen Amtes per Senatsbeschluss entmachtet. Dies verdeutlicht die Tendenz einer zunehmenden Mehrheit republikanischer Gesinnung des Senats und einen offensichtlichen Affront gegenüber dem noch amtierenden caesarischen Konsul Antonius.

Somit befand sich plötzlich die ursprünglich republikanische Minderheit in einer stark verbesserten Ausgangsposition, da sie nunmehr nahezu das gesamte oströmische Imperium mit seinen beträchtlichen Ressourcen beherrschte.

(vgl. Cass. Dio XL VII, 21-32)

2. Konsolidierung des caesarischen Lagers

Die oben skizzierte Entwicklung zog postwendend einen Zusammenschluss des bis dahin zerstrittenen Lagers der Caesarianer nach sich: Asinius Pollio, der Statthalter der hispania ulterior, Plancus, der Statthalter der gallia comata, Antonius und Lepidus vereinigten sich und ihre Legionen und schlossen somit ihre Reihen gegenüber der wachsenden Macht der Republikaner5. Auch Octavian, der testamentarische Erbe und Großneffe Caesars, der bis dato aus opportunistischen Gründen mit dem römischen Senat augenscheinlich kooperiert hatte, erkannte, dass ein Zusammenschluss mit seinem Rivalen Antonius unumgänglich war, um die Caesarmörder zur Verantwortung zu ziehen. So kam es Ende Oktober 43 v. Chr. zu jener berühmten Zusammenkunft des Antonius, Octavian und Lepidus nahe der Stadt Bononia. Auf einem kleinen Inselchen, das von den Flüssen Reno und Lavino eingeschlossen ist, wurde nach zweitägiger Verhandlung das so genannte Zweite Triumvirat (tresviri rei publicae constituendae) beschlossen. Diktatorische Kompetenzen und das weströmische Imperium wurden vollständig zwischen jenen drei Männern aufgeteilt.

Unter Berücksichtigung der zuvor angeführten Entwicklungen versteht sich die Gründung des Zweiten Triumvirats als ein beabsichtigtes Konterfei gegenüber der immens gestärkten Machtposition der Republikaner. Bilanzierend kann man mit Vittinghoff davon sprechen, dass „ Sie [Brutus und Cassius] nicht die Freiheit, sondern eine neue, schrecklichere Diktatur, jetzt in der Spielart eines Dreimännerkollegiums, eines Triumvirats, in den Sattel gehoben haben“6.

(vgl. App. IV, 2-3)

III. Die Kriegsvorbereitungen

1. Die Kriegsvorbereitungen der Caesarianer

„Um sich an ihren persönlichen Feinden zu rächen, um die Gegner ihrer Führer zu berauben und das für die Rüstungen notwendige Geld zu bekommen, hatten die Triumvirn umfassende Proskriptionen beschlossen“7. Auf der verfassten Proskript-ionsliste befanden sich die Namen von ungefähr 300 Senatoren und 2000 Rittern. In erster Linie sollten die konfiszierten Vermögen der Proskribierten die finanziellen Mittel für den bevorstehenden Entscheidungskampf gegen Brutus und Cassius liefern. Da dieses Ziel aber nur unzulänglich erreicht wurde und für die finanzielle Sicherstellung des Krieges immer noch rund 200 Millionen Denare fehlten, ließen die Triumvirn von censoren aufgrund einer Einschätzung des Vermögensstands der einzelnen Bürger eine ungeheuer hohe Kriegssteuer festsetzen. Zusätzlich wurde – wenn auch nicht sehr erfolgreich – der Versuch unternommen, eine Abgabe auf das Vermögen besonders reicher römischer Frauen festzusetzen.8 Ferner wurde derart ein zukünftiger Lohn für die am Feldzug partizipierenden Soldaten festgesetzt, als dass ihnen Veteranensiedlungen innerhalb 18 italienischer Städte – darunter reiche Städte, wie Capua, Rhegium, Venusia – zugesichert wurden.

Um eine ausreichend große Streitmacht für den beschlossenen Feldzug gegen Brutus und Cassius aufzustellen, wurde das gesamte Heer des Lepidus (bis auf drei Legionen) zwischen Antonius und Octavian aufgeteilt. Lepidus sollte nicht unmittelbar an dem Feldzug teilnehmen, sondern die Stadt Rom und Italien sichern. Noch während des Winters 43 / 42 v. Chr. wurden die caesarischen Truppenverbände in Bereitschaft versetzt und erhielten den Marschbefehl nach Brundisium, dem festgelegten Startpunkt für die Überfahrt nach Makedonien.

Durch die Gesamtheit jener Maßnahmen erreichten die Triumvirn, dass die finanzielle Grundlage für den bevorstehenden Feldzug gewährleistet war und sie während ihrer Abwesenheit kaum politische Agitation vonseiten der Republikaner in Rom befürchten mussten.

(vgl. App. IV, 3-5, 31 und Plut. 22)

[...]


1 Gardthausen, S. 33.

2 vgl. Kienast, S. 22 und Syme, S.90.

3 vgl. Heuss, S. 218.

4 Kienast, S.34.

5 vgl. Kienast, S. 35.

6 Vittinghoff, S. 18.

7 Gardthausen, S. 131.

8 vgl. Syme, S. 203.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Schlachten von Philippi (42 v. Chr.)
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Das Zweite Triumvirat
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V138962
ISBN (eBook)
9783640485697
ISBN (Buch)
9783640485413
Dateigröße
691 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brutus, Cassius, Caesarmörder, Octavian
Arbeit zitieren
Philipp Wansel (Autor), 2007, Die Schlachten von Philippi (42 v. Chr.), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138962

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