„In der gegenwärtigen Phase einer forcierten globalen Marktwirtschaft werden Stadtkulturen gezielt als distinktive Markenzeichen und 'city brandings ' geformt“.
Dem Thema Stadtmarketing und damit auch der Imagegestaltung von Städten kommt eine zunehmende Bedeutung zu. Die 1996 gegründete Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing e.V., die Ende Oktober 2008 in Mainz tagte, zählt aktuell Stadtmarketing-Organisationen aus über 200 verschiedenen Städten des Bundesgebietes zu ihren Mitglieder. Im Jahre 2004 wurde in Deutschland Stadtmarketing bereits in allen Großstädten und in 69% aller Städte ab 10.000 Einwohner umgesetzt. Der Trend hält weiter an: So startete die Hauptstadt Berlin im März 2008 eine 10 Millionen Euro schwere Image-Kampagne mit dem Slogan „be berlin“.
Diesen Trend, der „Vermarktung“ von Städten durch Images, soll diese Arbeit aufgreifen. Dabei soll im ersten Teil dargestellt werden, was Stadtidentität ist und wie Images über eine Stadt entstehen, um dann im zweiten Teil der Arbeit Strategien und Grenzen der Imagegestaltung im Rahmen des Stadtmarketings aufzeigen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Stadtidentität
3 Das Stadtimage
4 Stadtmarketing
4.1 Imagegestaltung im Rahmen des Stadtmarketings
4.2 Der Kommunikationsraum Stadt – von der Schaffung eines „Wir-Gefühls“
4.3 Die „be berlin“-Kampagne als aktuelles Beispiel
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Einfluss des Stadtmarketings auf die Imagebildung von Städten und beleuchtet die wechselseitige Beziehung zwischen Stadtidentität und dem öffentlichen Vorstellungsbild. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie viel Image durch Stadtmarketing tatsächlich geschaffen werden kann und wo die Grenzen dieser Steuerungsmöglichkeiten liegen.
- Grundlagen der Stadtidentität und des Stadtimages
- Die Rolle der Kommunikation im städtischen Raum
- Strategien zur aktiven Imagegestaltung durch Stadtmarketing
- Fallbeispiel: Analyse der Berliner Kampagne „be berlin“
Auszug aus dem Buch
Die Stadtidentität
"Eine Stadt ist etwas, das einen gemeinsamen Körper hat. Dieser Körper ist sichtbar, da steht eine Masse von Gebäuden herum. Dieser Stadtkörper muss aber auch eine Stadtseele haben."5 So wurde von Plato das Problem der Stadtidentität ideengeschichtlich schon vor 2.500 Jahren in die politische Theorie eingeführt. Was „Stadtidentität“ heute beinhaltet und welche Rolle sie in unserer Zeit spielt, soll im Folgenden behandelt werden.
Das Phänomen der Stadtidentität entspricht heute vom Ansatz her der so genannten „Corporate Identity“ auf Unternehmensebene. Demnach richtet ein Unternehmen auf Basis eines zuvor festgelegten Unternehmensleitbildes seine Kommunikation (Corporate Communication), sein Verhalten (Corporate Behaviour) und das Erscheinungsbild (Corporate Design) innerbetrieblich sowie nach außen in der Öffentlichkeit so aus, dass es als einheitlicher Akteur handelt und wahrgenommen wird. Das Unternehmensleitbild wird also durch die Unternehmensidentität mit Leben gefüllt, wodurch eine Art Persönlichkeit der Organisation zum Vorschein kommt.6
Analog zur Corporate Identity im unternehmerischen Bereich kann man auch von einer Stadtidentität „City Identity“ oder „Town Identity“ sprechen, welche sich durch das Erscheinungsbild (Stadtdesign), das Verhalten (Stadtkultur) und die Kommunikation (Stadt-Kommunikation) der Stadt äußert. 7
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung des Stadtmarketings in der globalen Marktwirtschaft ein und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit.
2 Die Stadtidentität: Hier wird der Begriff der Stadtidentität in Anlehnung an das Konzept der Corporate Identity erläutert und als Selbstverständnis einer Stadt definiert.
3 Das Stadtimage: Das Kapitel differenziert das Stadtimage als öffentliches Vorstellungsbild von der Stadtidentität und beschreibt dessen kognitive sowie affektive Komponenten.
4 Stadtmarketing: Dieser Hauptteil analysiert die Notwendigkeit des Stadtmarketings im Wettbewerb der Kommunen, die Gestaltung von Fremdimages und die Herausforderung, durch "Wir-Gefühl" eine stärkere Identifikation zu schaffen.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine erfolgreiche Imagekampagne zwingend auf einer authentischen Stadtidentität basieren muss, wie es exemplarisch am Fall der "be berlin"-Kampagne diskutiert wird.
Schlüsselwörter
Stadtmarketing, Stadtidentität, Stadtimage, City Identity, Imagegestaltung, Stadtkultur, Stadt-Kommunikation, Stadtentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Wir-Gefühl, Standortfaktor, Berlin, Stadtsoziologie, Kommunikation, Markenidentität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Mechanismen, wie Städte ihre Außenwahrnehmung durch Stadtmarketing gezielt beeinflussen können, und setzt dies in Beziehung zum inneren Selbstverständnis, der Stadtidentität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Abgrenzung von Stadtidentität und Stadtimage, die Bedeutung weicher Standortfaktoren sowie die Rolle aktiver Bürgerbeteiligung für eine glaubwürdige Stadtkommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, in welchem Maße Stadtmarketing tatsächlich in der Lage ist, ein Image aktiv zu formen, ohne dabei den Bezug zur realen Identität der Stadt zu verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse soziologischer und marketingtheoretischer Konzepte sowie auf eine fallbasierte Untersuchung der aktuellen Stadtkampagne von Berlin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der praktischen Umsetzung von Marketingstrategien, der Rolle der Öffentlichkeitsarbeit und der Entstehung von "Wir-Gefühlen" als Voraussetzung für erfolgreiches Stadtmarketing.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Stadtmarketing, Stadtidentität, Imagegestaltung, Standortfaktor und Stadtsoziologie beschreiben.
Wie definiert der Autor das Verhältnis von Stadtidentität und Stadtimage?
Das Stadtimage wird als Produkt der Stadtidentität gesehen; es ist das durch Kommunikationsinstrumente geformte Vorstellungsbild, das jedoch stets auf der tatsächlichen Identität aufbauen muss.
Welchen Stellenwert nimmt das "Wir-Gefühl" im Stadtmarketing ein?
Es dient als strategisches Ziel, um Bürger stärker mit ihrer Stadt zu identifizieren, da die Bewohner als glaubwürdigste Informationssender für ein positives Außenimage fungieren.
- Quote paper
- Jan Deppert (Author), 2009, Image und Identität von Städten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138973