Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Design (Industry, Graphics, Fashion)

Berliner Mode und Konfektion in den 1920er Jahren

Neue Kleider für Neue Frauen?

Title: Berliner Mode und Konfektion in den 1920er Jahren

Diploma Thesis , 2008 , 74 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom Designerin Nora Fiege (Author)

Design (Industry, Graphics, Fashion)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit wurde als theoretische Diplomarbeit im Fachbereich Modedesign
an der Kunsthochschule Berlin Weißensee verfasst. Betreuende Professoren waren Gabriele
Jaenecke und Rolf Rautenberg.
Entscheidend für die Wahl des Themas waren ein persönliches Interesse an Frauengeschichte
und der Mode der 1920er Jahre, die Lektüre des Romans „Das kunstseidene
Mädchen“ von Irmgard Keun und nicht zuletzt der zufällige Fund eines kleinen Stilratgebers
mit dem Titel „Die perfekte Dame“, der 1928 von der Autorin Paula von Reznicek
verfasst wurde. Die Autorin stammte offenbar aus so genannten „besseren Kreisen“, dies
erschließt sich zum einen aus ihrem Adelstitel, zum anderen aus ihren Texten, in denen
zum Beispiel kostspielige Freizeitaktivitäten wie Opern- und Theaterbesuche, Fernreisen
und Autofahren als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Auch wenn Rezniceks
Ratschläge nur für eine verschwindend kleine, vermögende Schicht von Frauen umsetzbar
gewesen sein mögen, spiegeln sie doch die erfrischend ironische Sicht einer Augenzeugin
auf die Zeitumstände wieder. Ich habe sie daher mehrfach zitiert.
Ziel der Arbeit sollte es sein, nicht nur ein Stück Berliner Stadtgeschichte zu dokumentieren,
sondern auch die „neuen“ Formen der Damenmode der Zwanziger Jahre im Zusammenhang
mit der speziellen Berliner Situation zu betrachten. Zentrale Fragen waren
dabei:
Welche Wurzeln hat die Berliner Konfektionsbranche und wie war ihre Produktionsweise?
Inwiefern kann man von einem speziell Berliner Modestil sprechen? Welche Schnittstellen
bestanden zu anderen wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen? Welche Zusammenhänge
bestanden zwischen modischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, speziell
in Bezug auf das Alltags- und Arbeitsleben von Frauen? Was bedeutet der Begriff
„Neue Frau“ und in wie fern trifft dieses vielfach überlieferte Klischee auf die reelle Situation
von Frauen zu?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Ausgangspunkte

2.1: Preußische Uniformproduktion

2.2: Jüdische Textilhandelstradition

2.3. Anfänge der Serienproduktion von Bekleidung

2.4: Die ersten Berliner Konfektionshäuser im 19. Jahrhundert

2.3-1: Herrmann Gerson

2.3-2 : Nathan Israel

2.3-3: Gebrüder Manheimer

2.3-4: Rudolph Hertzog

3. Die Berliner Modebranche in den Zwanziger Jahren

3.1: Industrie ohne Fabriken: Berliner Konfektionsfirmen in den zwanziger Jahren

3.2: Der Verband der deutschen Modenindustrie

3.3: Berlin - Paris

3.4: Die Berliner Durchreise

3.5: Mode, Bühne und Film

3.6: Berliner Modepresse

3.7: Warenhauskultur

3.7-1: Hermann Tietz (Hertie)

3.7-2: Wertheim

3.7-3: Das Kaufhaus des Westens

4. Die „Neue Frau“

4.1: Weibliche Angestellte: Verkäuferinnen und Sekretärinnen

4.2: Arbeiterinnen

4.3: Frauenberufe in der Berliner Konfektions- und Modebranche

5. Die Berliner Damenmode der 1920er Jahre

5.1: Schönheitsideale

5.2: Wäsche

5.3: Tagesmode

5.4: Sportmode

5.5: Abendmode

5.6 Mäntel

5.7: Accessoires

5.8: Schmuck

6. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Berliner Konfektionsbranche in den 1920er Jahren und analysiert, wie diese die Entstehung der "Neuen Frau" und die Veränderungen im weiblichen Modestil sowie im gesellschaftlichen Frauenbild widerspiegelte.

  • Wurzeln und Produktionsweise der Berliner Konfektionsbranche.
  • Einfluss von Berlin als Modestandort im Verhältnis zu Paris.
  • Die Rolle der "Neuen Frau" im Kontext von Arbeit und Mode.
  • Entwicklung modischer Kleidungsstile und ihre soziale Bedeutung.
  • Bedeutung der Berliner Warenhäuser als Konsum- und Kulturräume.

Auszug aus dem Buch

3.1: Industrie ohne Fabriken: Die Berliner Konfektionsfirmen in den zwanziger Jahren

Schon die ersten Berliner Konfektionsfirmen arbeiteten nach dem so genannten Verlags- oder Zwischenmeistersystem. Der Begriff „Verlag“ leitet sich ab von „Vorlage“, das heißt, der Auftraggeber tritt mit Material oder Bezahlung in „Vorlage“ beziehungsweise Vorleistung. Charakteristisch für diese Produktionsform ist die Trennung von Produktion und Vertrieb. Das Produkt wird aus den vom Verleger – also dem Konfektionär – zur Verfügung gestellten Materialien hergestellt und anschließend an ihn geliefert. Damit entfällt für den Produzenten die Verantwortung für die Weitervermarktung und den Materialeinkauf, für den Verleger entfallen die direkten Personal- und Maschinenkosten.

Im Falle des Berliner Zwischenmeistersystems fungierte der Konfektionär beziehungsweise das Konfektionshaus als Verleger. „Konfektionär“ war ein Lehrberuf, die Lehrzeit betrug drei Jahre und führte durch alle Abteilungen eines Konfektionshauses. Je nach Berufserfahrung und wirtschaftlichem Erfolg konnten die Konfektionäre sehr hohe Gehälter durchsetzen, mitunter warben sich die Firmen ihre Konfektionäre auch gegenseitig ab. Ein Designstudium wie heute gab es in den Anfängen der Bekleidungsindustrie nicht. Erst 1920 wurde die erste Modeklasse an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin eingerichtet, Leiter des Studiengangs war Otto Haas-Heye vom Modehaus Alfred-Marie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die persönliche Motivation der Autorin und benennt die zentralen Forschungsfragen zur Berliner Konfektionsmode und zur "Neuen Frau".

2. Historische Ausgangspunkte: Das Kapitel beleuchtet die Wurzeln der Berliner Konfektion, angefangen bei der Uniformproduktion bis hin zur jüdischen Textilhandelstradition und der Etablierung der ersten Konfektionshäuser.

3. Die Berliner Modebranche in den Zwanziger Jahren: Hier werden die Produktionsweise, der Wettbewerb mit Paris, die Rolle der Bühne sowie die einflussreiche Rolle der Berliner Warenhäuser analysiert.

4. Die „Neue Frau“: Dieses Kapitel hinterfragt den Mythos der "Neuen Frau" und vergleicht das idealisierte Klischee mit der tatsächlichen wirtschaftlichen und sozialen Realität arbeitender Frauen.

5. Die Berliner Damenmode der 1920er Jahre: Eine detaillierte Betrachtung der modischen Trends, von Schönheitsidealen über Wäsche und Tagesmode bis hin zu Accessoires und Schmuck.

6. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Berliner Konfektionsbranche, ihre Zerstörung durch das NS-Regime und ihre historische Relevanz.

Schlüsselwörter

Berliner Konfektion, 1920er Jahre, Neue Frau, Zwischenmeistersystem, Warenhaus, Modebranche, Bekleidungsproduktion, Modestil, Konfektionär, Weibliche Angestellte, Emanzipation, Modefotografie, Berlin, Paris, Modegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit dokumentiert die Entwicklung und Bedeutung der Berliner Konfektionsbranche in den 1920er Jahren und untersucht deren Einfluss auf die Mode und das Leben der Frauen dieser Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der Berliner Textilindustrie, die Arbeitsbedingungen, die Entwicklung des "Neuen Frau"-Bildes sowie die Analyse verschiedener Modestile wie Tages- und Abendmode.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Damenmode im Kontext der Berliner Situation zu betrachten und zu hinterfragen, wie real das Klischee der modernen, emanzipierten "Neuen Frau" für den Großteil der weiblichen Bevölkerung tatsächlich war.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine fundierte historische Analyse, die auf Literaturrecherche, der Untersuchung zeitgenössischer Quellen (wie Zeitungen und Stilratgebern) sowie auf der Auswertung von Firmenarchiven und bildlichen Darstellungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Struktur der Konfektionsbranche (Verlagssystem), dem Einfluss der Warenhäuser, der Arbeitssituation von Frauen in der Modebranche und einer detaillierten Analyse der Kleidung von der Wäsche bis zum Abendkleid.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Berliner Konfektion, 1920er Jahre, Zwischenmeistersystem, "Neue Frau", industrielle Bekleidungsproduktion und die soziokulturelle Bedeutung des Modekonsums.

Welche Rolle spielten jüdische Unternehmer für die Berliner Mode?

Jüdische Unternehmer waren maßgeblich am Aufbau der Berliner Konfektionsbranche beteiligt. Sie brachten Handelswissen ein, pflegten internationale Kontakte und leisteten wichtige Pionierarbeit, bevor ihre Firmen in der NS-Zeit arisiert wurden.

Warum war das Berliner Zwischenmeistersystem so erfolgreich?

Das System ermöglichte hohe gestalterische Flexibilität, kurze Produktionswege und eine schnelle Reaktion auf modische Veränderungen, was Berlin einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der massenproduzierenden Fabrikkonfektion anderer Länder verschaffte.

Excerpt out of 74 pages  - scroll top

Details

Title
Berliner Mode und Konfektion in den 1920er Jahren
Subtitle
Neue Kleider für Neue Frauen?
College
School of Art and Design Berlin Weissensee
Grade
1,3
Author
Diplom Designerin Nora Fiege (Author)
Publication Year
2008
Pages
74
Catalog Number
V139013
ISBN (eBook)
9783640469291
ISBN (Book)
9783640469482
Language
German
Tags
Mode-Geschichte Kostümgeschichte Berliner Konfektion Konfektionsgeschichte Mode der Zwanziger Jahre Modesoziologie Berlin Frauen in den Zwanziger Jahren Design Nationalsozialismus Berlin Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Designerin Nora Fiege (Author), 2008, Berliner Mode und Konfektion in den 1920er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139013
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  74  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint