Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Phänomen des Medien-Franchising, insbesondere im Kontext der Filmindustrie, zu analysieren und zu erklären. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem tiefgründigen Verständnis der Rolle sozialer Medien und des Fan-Kults in der Vermarktungsstrategie und dem Erfolg dieser Franchises.
In einer Zeit, in der Fortsetzungen und Neuauflagen in der Filmindustrie florieren, nimmt diese Untersuchung die Faszination und den Erfolg von Medien-Franchises unter die Lupe. Der Text beginnt mit einer Diskussion über die Erwartungen der Kinobesucher für das Jahr 2017, gefolgt von einer kritischen Analyse der Gründe für die Beliebtheit von Filmfranchises und deren zunehmende Präsenz in den sozialen Netzwerken.
Die Arbeit lehnt sich an Derek Johnsons fundamentale Untersuchungen zu Medien-Franchising an und baut darauf auf, indem sie die Entwicklung, das Marketing und die Rolle der Rezipienten in diesen Franchises analysiert. Ein zentraler Fokus liegt auf der Star Wars-Reihe, einem der ältesten und erfolgreichsten Franchises, das die Vermarktungsstrategien und den Fan-Kult exemplarisch verdeutlicht.
Weitere zentrale Themen sind die Analyse des Marvel Cinematic Universe und des Harry Potter-Universums, wobei besonders auf ihre Vermarktung in sozialen Netzwerken und die Beteiligung der Fans eingegangen wird. Die Forschungsfrage teilt sich in drei Abschnitte, die das Aufbaukonzept erfolgreicher Franchises, ihre Vermarktungsstrategien in sozialen Medien und die aktive Rolle der Fans in diesem Zusammenhang untersuchen.
Der Text bietet eine eingehende Analyse von theoretischen Konzepten, historischen Entwicklungen und aktuellen Trends, und verbindet diese Erkenntnisse, um einen umfassenden Überblick über die Dynamik und die Faszination von Medien-Franchises zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
2.1. Medien-Franchise
2.2. Fankultur
2.3. Marvel
2.4. Convergence Culture und Partizipation
3. Das Medien-Franchise
3.1. Das Marvel Cinematic Universe
3.1.1. Ursprung
3.1.2. Aufstieg
3.1.3. Erfolg
3.1.4. Aufbau
3.2. Vergleich unterschiedlicher Franchises
3.2.1. Harry Potter
3.2.2. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.3. Franchise im Sinne der Medienforschung
4. Marketing-Strategie: Fan-Kult
4.1. Marketing in Zeiten der Convergence Culture und Partizipation
4.1.1. Hypothesen
4.1.2. Methode
4.2. Inhaltsanalyse der sozialen Netzwerke
4.2.1. Ergebnisse
4.2.2. Auffälligkeiten
4.3. Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen moderner Medien-Franchises am Beispiel des Marvel Cinematic Universe. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie erfolgreiche Franchises aufgebaut sind, auf welche Weise sie Nutzer in sozialen Netzwerken ansprechen und welche aktive Rolle die Fans innerhalb dieser Marketing-Strukturen einnehmen.
- Strukturelle Analyse von Medien-Franchises als ökonomisches und kulturelles Konzept.
- Untersuchung der Rolle von Fankultur im Kontext von Convergence Culture und Partizipation.
- Vergleichende Analyse zwischen dem Marvel Cinematic Universe und dem Harry Potter-Universum.
- Empirische Forenanalyse der Facebook-Marketing-Strategie von Marvel hinsichtlich Fan-Integration.
Auszug aus dem Buch
3.1.4. Aufbau
Das gesamte Franchise der Marvel Studios ist in mehrere Phasen unterteilt, die narrativ zusammenhängen bzw. neue Abschnitte einläuten. Erzählerisch bildet jeder einzelne Film eine Einheit und hat eine abgeschlossene Handlung. Dabei erzählen die einzelnen Einheiten abwechselnd von unterschiedlichen Protagonisten mit wechselnden Gegnern.
Im Gesamtkontext bildet jeder Film allerdings nur einen kleinen Ausschnitt aus den Vorgängen im dargestellten Universum. Dies ermöglicht es, dass andere Produkte, außerhalb der Kinoproduktionen, ebenfalls einen bestimmten Raum im Universum einnehmen können, ohne dass die einzelnen Segmente in Widerspruch stehen (Abbildung 2). Die Produktionen sind in diesem Zusammenhang in nicht einwandfreier chronologischer, dennoch sinnvoll angeordneter Reihenfolge erschienen. Dies wird besonders in der sogenannten 1. Phase deutlich. Diese beinhaltet zunächst die Vorstellung der titelgebenden Helden, die am Ende in der Heldengruppe Avengers zusammen für die Gerechtigkeit kämpfen. Phase 2 dient dem Aufbau der Story und der Einführung weiterer Helden, die entweder auf der Seite der Avengers kämpfen oder ihnen entgegentreten.
In der filmübergreifenden Geschichte des Franchise Marvel Cinematic Universe geht es um die Macht über das Universum, die mithilfe der sogenannten Infinity-Steine erlangt werden kann. Im Laufe der Phasen 1 bis 3 erfährt der geduldige Rezipient, der alle Produktionen ansieht, welche Infinity-Steine es gibt, welche Wirkung sie haben und wo diese sich befinden. Die Spannungsspitze befindet sich in diesem Plot in der 3. Phase, in dem, wie einer der Filmtitel dies bereits verrät, ein großer Krieg zwischen den Helden und einem sehr mächtigen Gegner um die Macht der Steine entbrennt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Franchising-Trend in modernen Medien und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Aufbau und der Vermarktung dieser Produktionen sowie der Rolle der Fans.
2. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über medienwissenschaftliche Diskurse zu Franchising, Fankultur und dem Paradigmenwechsel durch partizipative Mediennutzung.
3. Das Medien-Franchise: Der Hauptteil analysiert die Entstehung und den Erfolg des Marvel Cinematic Universe sowie einen Vergleich mit dem Harry Potter-Universum, um typische Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten.
4. Marketing-Strategie: Fan-Kult: Dieses Kapitel erläutert die empirische Forenanalyse der Facebook-Aktivitäten von Marvel, um die Integration und Partizipation der Fans in die Marketing-Strategie zu untersuchen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die bestätigt, dass Franchises zwar partizipative Strategien nutzen, die kommerzielle Ausrichtung und Kontrolle aber weiterhin beim Produzenten liegen.
Schlüsselwörter
Medien-Franchise, Marvel Cinematic Universe, Fankultur, Partizipation, Social Media, Marketing-Strategie, Convergence Culture, Forenanalyse, Fan-Bindung, digitale Kultur, transmediales Erzählen, Fan-Management, soziale Netzwerke, Unterhaltungsmedien, Erfolgskriterien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Mechanismen und Erfolgsfaktoren moderner Medien-Franchises wie das Marvel Cinematic Universe und untersucht, wie Fans in diese Strukturen eingebunden werden.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Die Schwerpunkte liegen auf den ökonomischen Hintergründen von Film-Franchises, der soziologischen Perspektive auf Fan-Kulturen und der Marketing-Kommunikation in sozialen Netzwerken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Es wird erforscht, wie erfolgreiche Medien-Franchises strukturiert sind, wie sie in sozialen digitalen Netzwerken vermarktet werden und welchen Stellenwert die Partizipation der Fangemeinschaft dabei tatsächlich einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine quantitative Forenanalyse der Facebook-Seite von Marvel über einen zweijährigen Untersuchungszeitraum, flankiert von einer theoretischen Auseinandersetzung mit Franchise- und Fan-Konzepten.
Was steht im Zentrum des Hauptteils?
Im Zentrum steht die detaillierte Untersuchung der Entwicklung und Strategie des Marvel Cinematic Universe sowie der Vergleich mit anderen erfolgreichen Marken wie Harry Potter.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am treffendsten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Medien-Franchise, Partizipationskultur, Social-Media-Marketing und Fan-Bindung im Kontext der digitalen Filmwirtschaft.
Wie unterscheidet sich die Vermarktung von Marvel von anderen Modellen?
Marvel setzt stark auf die Bindung durch tägliche Social Media Präsenz und die Förderung emotionaler Identifikation mit den Charakteren, um die Fan-Bindung über reine Filmrezensionen hinaus zu verlängern.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zur Fan-Partizipation?
Obwohl das Internet den Fans mehr Mitwirkung ermöglicht, zeigt die Analyse, dass die "Partizipation" oft strategisch vom Produzenten gesteuert wird, um den Verkauf von Produkten wie Kinotickets und Merchandise zu maximieren.
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- Susann Greve (Author), 2017, Das Medien-Franchise zwischen Fan-Kult und Social Media. Die Erfolgsrezepte von Disney’s Marvel Cinematic Universe und Co., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1390204