Die Hausarbeit versucht die Frage zu beantworten, ob der Trend des bargeldlosen Bezahlens sowie die Schaffung von alternativen Geldkonzepten, wie beispielsweise der Komplementärwährung, langfristig zum Ende des Bargeldes führen. Zunächst werden alternative Geldkonzepte kurz skizziert. Besonderer Fokus wird auf die Komplementärwährungen gelegt, da im folgenden Kapitel ein Vergleich zwischen der Nutzung von Bargeld und Komplementärwährungen angestellt wird. Abschließend werden die Zukunftsaussichten der jeweiligen Möglichkeiten kurz diskutiert, um die formulierte Forschungsfrage zu beantworten oder herauszustellen, ob Gründe beziehungsweise Eigenschaften vorliegen, die das Bargeld unverzichtbar machen.
Verglichen mit anderen internationalen Ländern erfreut sich das Bargeld in Deutschland besonderer Beliebtheit. Infolgedessen ist es als Zahlungsmittel überaus angesehen und kommt häufig zum Einsatz. Auch die vielseitig diskutierte Abschaffung des Bargelds wird von der überwiegenden Mehrheit der deutschen Bürger (neun von zehn Personen) abgelehnt. Hauptargument dafür, dass meist für die Erhaltung des Bargeldes plädiert wird, ist die Sicherheit. Denn aufgrund ihrer Präsenz vermitteln Geldscheine dem Inhaber den Eindruck, stets die vollständige Kontrolle zu besitzen, weshalb das Bargeld weiterhin zur Hortung von Vermögen dienen wird. Dennoch nimmt der Trend des bargeldlosen Bezahlens auch in Deutschland zu.
Gemäß einer Studie der Deutschen Bundesbank im Jahr 2017 zum Thema wöchentliche Zahlungsverhalten für die Verwendung des Einkommens wurden die Transaktionen zu 47,6% durch Bargeld, zu 39,6% mittels EC-Karte, zu 5,6% per Überweisungen und zu 2,4% durch Lastschriften abgewickelt. Schlussfolgernd lag somit der Anteil an Zahlungen, die durch Bargeld beglichen werden im Jahr 2017 bereits bei unter 50 % der wöchentlich standardmäßigen Ausgaben. Ferner wird durch diese Statistik ebenso der hohe Anteil an bargeldlosen Zahlungen untermauert. Im Zuge der Digitalisierung nehmen zusätzlich die unterschiedlichen bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten zu und auch örtliche Hersteller bieten vermehrt Komplementär- und Regionalwährungen an, um spezifische Anreize zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Alternative Geldkonzepte
3. Vergleich der Nutzung von Bargeld und Komplementärwährungen
4. Zukunftsaussichten von Bargeld und von Komplementärwährungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Forschungsfrage, ob der zunehmende Trend zu bargeldlosen Zahlungen sowie die Entstehung alternativer Geldkonzepte, insbesondere von Komplementärwährungen, langfristig zum Ende des Bargeldes in Deutschland führen könnten.
- Analyse des aktuellen Stellenwerts und der Akzeptanz von Bargeld in Deutschland
- Untersuchung von Definition, Funktionen und Verbreitung alternativer Geldkonzepte
- Vergleich der Nutzung von Bargeld gegenüber Komplementärwährungen unter Einbeziehung aktueller Statistiken
- Diskussion von Zukunftsperspektiven für verschiedene Zahlungsformen unter Berücksichtigung technischer Entwicklungen
Auszug aus dem Buch
2. Alternative Geldkonzepte
Im Folgenden werden zunächst die Absichten sowie die Funktionen der alternativen Geldkonzepte vorgestellt und erläutert. Finanzkrisen in der Vergangenheit haben oftmals zu Misstrauen gegenüber den Geldorganisationen, sowohl auf regionaler als auch auf überregionaler Ebene, geführt. Infolgedessen ist meist das Interesse an anderen Optionen, sprich alternativen Geldkonzepten, gestiegen.
Eine Form potenzieller alternativer Geldkonzepte, die in dieser Hausarbeit genauer betrachtet wird, stellen Komplementärwährungen dar. „Unter Komplementärwährungen lassen sich allgemein Währungen verstehen, die innerhalb spezifischer Gruppen in Ergänzung zum gesetzlichen Zahlungsmittel (staatlichem Geld) insbesondere als Tauschmittel genutzt werden. Sie sollen die existierenden Währungen ergänzen und dadurch spezifische Dysfunktionalitäten ausgleichen.“
Die vorliegende Definition von Degens des Begriffes macht ersichtlich, dass Komplementärwährungen keineswegs gesetzliche Zahlungsmittel ersetzen, sondern lediglich eine Ergänzung darstellen sollen, um Unfähigkeiten zu beheben. Der Begriff „Komplementärwährungen“ umfasst zum Beispiel Tauschringe, Local Exchange Trading Systems, Zeitbanken, Regionalgelder, Kryptowährungen sowie Gutschein- und Punktesysteme für Kunden und Kundinnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die hohe Beliebtheit des Bargeldes in Deutschland trotz des Trends zur Digitalisierung dar und führt die zentrale Forschungsfrage der Hausarbeit ein.
2. Alternative Geldkonzepte: Hier werden Definitionen und Funktionen von Komplementärwährungen erläutert und deren Abgrenzung zum gesetzlichen Zahlungsmittel sowie deren Entstehungsgründe dargelegt.
3. Vergleich der Nutzung von Bargeld und Komplementärwährungen: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten zur Bargeldnutzung und vergleicht diese mit den Entwicklungsmerkmalen und Verbreitungsformen von Komplementärwährungen in Deutschland.
4. Zukunftsaussichten von Bargeld und von Komplementärwährungen: Es erfolgt eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklung, wobei sowohl Faktoren zur Stärkung des Bargelds als auch die Herausforderungen bei der Etablierung von Alternativwährungen diskutiert werden.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Beantwortung der Forschungsfrage, dass angesichts fehlender Größe und Durchschlagskraft von Komplementärwährungen nicht von einer Verdrängung des Bargeldes auszugehen ist.
Schlüsselwörter
Bargeld, Komplementärwährungen, Regionalgelder, Digitalisierung, Zahlungsmittel, Finanzsystem, Wirtschaftsbeziehungen, Bargeldlose Zahlung, Transaktionen, Deutsche Bundesbank, Nachhaltigkeit, Währungssysteme, Bargeldabschaffung, Lokale Wirtschaft, Wertschöpfungskette
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Bargeldes in Deutschland und der Frage, ob alternative Währungsformen einen Einfluss auf dessen zukünftige Existenz haben könnten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Beliebtheit und Nutzung des Bargeldes, der Funktionsweise und Verbreitung von Komplementärwährungen sowie den Auswirkungen des technischen Fortschritts auf das Zahlungsverhalten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob alternative Geldkonzepte, insbesondere Komplementärwährungen, die Entwicklung des Bargeldes in Deutschland in der Zukunft langfristig beeinflussen oder zu dessen Ende führen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller statistischer Studien und Daten, unter anderem von der Deutschen Bundesbank und Experten des Handelssektors.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Skizzierung alternativer Geldkonzepte, einen detaillierten Vergleich der Nutzung von Bargeld und Komplementärwährungen sowie eine Diskussion der Zukunftsaussichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bargeld, Komplementärwährungen, Digitalisierung, bargeldloses Bezahlen, regionale Wirtschaft und Zahlungsverhalten.
Warum wird Bargeld in Deutschland trotz des bargeldlosem Trends so stark nachgefragt?
Viele Bürger schätzen das Bargeld aufgrund der empfundenen Sicherheit, der Kontrolle über die Ausgaben und der Tatsache, dass bei Barzahlungen keine persönlichen Daten anfallen oder verwendet werden.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Zukunft von Komplementärwährungen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Komplementärwährungen zwar eine ergänzende regionalwirtschaftliche Bedeutung haben, es ihnen jedoch an der notwendigen Größe, Durchschlagskraft und Reichweite fehlt, um das etablierte Bargeldsystem ernsthaft zu verdrängen.
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- Jan-Niklas Hasken (Autor), 2020, Das Bargeld in Deutschland und der Einfluss von alternativen Geldkonzepten. Komplementärwährungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1390373