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Mai 1968 in der Retrospektive des Regisseurs Louis Malle. Eine Untersuchung narrativer und filmischer Gestaltungsmittel in "Milou en Mai"

Titel: Mai 1968 in der Retrospektive des Regisseurs Louis Malle. Eine Untersuchung narrativer und filmischer Gestaltungsmittel in "Milou en Mai"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marcel Neumann (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Malle die Ereignisse im Mai 1968 bewertet und welche narrativen Strategien und filmischen Mittel er dazu in Milou en Mai verwendet. Dazu wird in Kapitel 2 auf die Konzeption des Films als Komödie und filmische Heterotopie dargestellt. Kapitel 3 beschäftigt sich zunächst mit dem dritten Teil der Komödie. Hier wird herausgestellt, wie Malle seine Bewertung und Kritik in die Transformation der Protagonisten und ihre gemeinsame Utopie einbringt und welcher filmischen Mittel er sich dabei bedient. Die Ergebnisse werde in Kapitel 4 mit dem vierten Teil und dem Ende des Films in Relation gesetzt. Im Fazit fasst der Autor anhand der Ergebnisse der Analyse die Bewertung Malles in der Retrospektive nach zwanzig Jahren zusammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Milou en Mai als filmische Heterotopie

3. Malles Bewertung durch die Konstruktion der Charaktere und Utopien

3.1. Transformation der Protagonisten

3.2. Die gemeinsame Utopie

3.3. Der Rückfall in die alten Rollen und die Zerstörung der Utopie

4. Zur filmischen Gestaltung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie der Regisseur Louis Malle in seinem Film „Milou en Mai“ die Ereignisse der französischen Mai-Revolte von 1968 retrospektiv bewertet. Im Zentrum steht die Analyse der narrativen Strategien und filmischen Mittel, mit denen Malle die Transformation der Protagonisten, ihre utopischen Entwürfe sowie deren Scheitern im Kontext der realen politischen Geschehnisse darstellt.

  • Die Konzeption des Films als Komödie und filmische Heterotopie.
  • Die Transformation der Charaktere durch die isolierte Lage in der Provinz.
  • Die Konstruktion und das Scheitern utopischer Lebensentwürfe und gesellschaftlicher Ideale.
  • Die filmische Inszenierung als Spiegel der retrospektiven Distanz und Bewertung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Transformation der Protagonisten

Louis Malle lässt die Protagonisten opportunistisch und ‚karnevalesk’ an den Ereignissen in Paris teilhaben. Immer wieder nutzt er die kindliche Perspektive, um die Aussagen und Forderungen der Erwachsenen in Frage zu stellen. Camilles Tochter Françoise blickt neugierig, amüsiert und prüfend auf, wenn sie die Gespräche der Erwachsenen belauscht. Ihren zumeist an Milou gerichteten Fragen geht dieser jedoch nur peinlich berührt aus dem Weg; nicht zuletzt aus fehlender Legitimation seines eigenen Handelns. Im Gegensatz zu den an der Revolte beteiligten Gruppen gehören die Protagonisten in Milou en Mai bis auf wenige Ausnahmen der gehobenen Mittelschicht an, die von den Demonstranten gestellten Forderungen nach Sozialreformen und Mindestlöhnen tangieren sie kaum. Die bourgouise Claire und der Gaullist George lehnen die Proteste anfangs ab, sie sind empört über die aus den Blockaden und dem Generalstreik resultierende Lebensmittel- und Treibstoffknappheit. Claire empfiehlt beim gemeinsamen Essen die Armee zur Bekämpfung der Revolte: „Ein bisschen mehr die Peitsche und alles hätte längst ein Ende haben können. In Frankreich will doch keiner eine Revolution“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung bietet einen historischen Überblick über die Protestbewegungen der 1968er Jahre in Europa und Amerika und führt in den Kontext des Films „Milou en Mai“ ein.

2. Milou en Mai als filmische Heterotopie: Hier wird der Film als aristotelische Komödie verortet und das Konzept der filmischen Heterotopie angewendet, um den räumlichen und zeitlichen Abstand zur Mai-Revolte zu analysieren.

3. Malles Bewertung durch die Konstruktion der Charaktere und Utopien: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie Malle durch die Charakterentwicklung und den Entwurf utopischer Ideen im Kontext des Films seine kritische Haltung gegenüber der damaligen bürgerlichen Teilhabe an den Protesten vermittelt.

4. Zur filmischen Gestaltung: Das Kapitel untersucht die ästhetischen Mittel des Films, insbesondere die Tonebene, die Farbgestaltung und den Wetterverlauf als Indikatoren für den Stimmungswandel der Protagonisten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die retrospektive Bewertung Malles zusammen, die durch die heterotope Anlage des Films eine distanzierte und kritische Sicht auf das „Fest“ des Mai 1968 offenbart.

Schlüsselwörter

Mai 68, Louis Malle, Milou en Mai, Filmkritik, Heterotopie, Protestbewegung, 68er Jahre, Frankreich, Utopie, Retrospektive, Komödie, Gesellschaftskritik, Politische Filmgeschichte, Studentenbewegung, bürgerliche Mittelschicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die filmische Auseinandersetzung des Regisseurs Louis Malle mit der französischen Mai-Revolte von 1968, wie sie in seinem Film „Milou en Mai“ von 1989 dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Transformation von Charakteren, der Entwurf und das Scheitern von Utopien sowie die filmischen Strategien, die eine retrospektive Bewertung der 68er-Revolte durch Malle verdeutlichen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Malle die Ereignisse von 1968 bewertet und welche narrativen Strategien sowie filmischen Mittel er verwendet, um diese Bewertung in „Milou en Mai“ zu transportieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die den Film als heterotopes System begreift und die narrative Struktur, Charakterkonstruktion und filmische Gestaltungselemente (wie Bildsprache und Ton) untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Charaktertransformation, die Analyse der gemeinsamen Utopien der Figuren und die filmische Gestaltung, inklusive der visuellen Symbolik und des bewussten Einsatzes von Wetter und Farbe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Mai 68, Heterotopie, Utopie, bürgerliche Mittelschicht, filmische Gestaltung und Retrospektive.

Wie bewertet Malle die Teilnahme der bürgerlichen Mittelschicht an der 68er-Revolte?

Malle stellt die Teilnahme als opportunistisch und karnevalesk dar; er kritisiert die Distanz der gehobenen Mittelschicht zur realen politischen Intention der Proteste und entlarvt deren utopische Pläne als realitätsfern.

Welche Rolle spielen die surrealen Elemente im Film?

Surreale Elemente fungieren als „Vorhang“, der auf die Widersprüchlichkeit im Handeln der Protagonisten verweist und die Dialektik der Komödie verstärkt hervorhebt.

Warum spielt die ländliche Abgeschiedenheit eine so zentrale Rolle für die Analyse?

Die räumliche Distanz ermöglicht es Malle, unterschiedliche Ideologien und Gruppen auf engstem Raum koexistieren zu lassen und die Charaktere für eine bestimmte Zeit von ihren gesellschaftlichen Alltagszwängen zu isolieren.

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Details

Titel
Mai 1968 in der Retrospektive des Regisseurs Louis Malle. Eine Untersuchung narrativer und filmischer Gestaltungsmittel in "Milou en Mai"
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Veranstaltung
Mai 68 in Film und Fernsehen
Note
1,0
Autor
Marcel Neumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V139051
ISBN (eBook)
9783640487042
ISBN (Buch)
9783640487141
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Milou Retrospektive Regisseurs Louis Malle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Neumann (Autor:in), 2008, Mai 1968 in der Retrospektive des Regisseurs Louis Malle. Eine Untersuchung narrativer und filmischer Gestaltungsmittel in "Milou en Mai", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139051
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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