Die Kunst der Tinte ist in so vielen Kulturen und Religionen zu finden, wie kaum etwas anderes Vergleichbares. Sie kann als Zugehörigkeitssymbol, als Kennzeichnung, als Merkmal und so vieles mehr fungieren. Überlieferungen gab es hierbei zahlreiche: in der Antike fand man Hinweise auf tätowierte Römer/innen, Griechen/innen und bemalte Pikten zur Zeit Cäsars. Häufig wurden Gesetzbrechern in dieser Epoche ihre Untaten auf der Stirn verewigt, aber auch Deserteure und Sklaven bekamen ihre Kennzeichnungen. Folglich waren jene Hautbilder in Europa noch fremdbestimmt und dienten der Ausweisung. Doch der Ursprung all dessen lag in Polynesien, wo das Konzept der Edlen Wilden entstand. Mithilfe dieses kurzen Rundumschlags werde ich nun die Tätowierungen in der indischen Kultur näher betrachten.
Tattoos, Tätowierungen, Tattookünstler, tätowieren. Wir alle haben diese Wörter oft schon gehört, genutzt und ausgesprochen. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem Phänomen der Tätowierungen? Als Tätowieren wird das „Einbringen von Farbstoffen in die eingeritzte Haut, durch eine farbige Musterung und eine bildliche Darstellung o.Ä. geschaffen, die nicht wieder verschwindet“. Einige Menschen sehen es als Verunstaltung, persönliche Abgrenzung, Körperverletzung und Folter. Doch was jene nicht im Hinterkopf haben ist, dass es Tätowierungen schon länger als unsere Zeitrechnung gibt. Siehe Ötzi, der Mann, der im Eis verschollen war. Jener besaß um die 61 Strich- und Kreuztattoos, die höchstwahrscheinlich zu Heilzwecken, genauer der Akkupunktur, angewandt wurden. In diesem Falle galten sie noch keiner Ästhetik, da sie nicht unter der Kleidung sichtbar gewesen sein konnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil:
2.1 Körperbemalungen: Henna, Mehndi und Bindi
2.2 Brauch des Tätowierens im Hinduismus
2.3 Unterschiede & Gemeinsamkeiten zwischen indischen Ethnien & den Geschlechtern
2.4 Tattoomotive im Hinduismus
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen der Körperbemalung und Tätowierung im indischen Kontext. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse traditioneller Bräuche, ihrer religiösen Bedeutung sowie dem Wandel dieser Praktiken unter kulturellen Einflüssen.
- Phänomenologie und Ursprung der Tätowierung und Körperbemalung
- Differenzierung zwischen kurzlebigen Schmuckformen wie Henna/Mehndi/Bindi und permanenten Tätowierungen
- Kulturelle und rituelle Funktionen bei verschiedenen indischen Ethnien
- Geschlechtsspezifische Rollenbilder und soziokulturelle Kontexte der Körperkunst
- Symbolik und Bedeutung religiöser Motive im Hinduismus
Auszug aus dem Buch
Brauch des Tätowierens im Hinduismus
Nach der Analyse der Körperbemalungen in der indischen Kultur, ist es nun an der Zeit, sich mit den Ursprüngen des Tätowierens auseinander zu setzen. Allzu genaue Überlieferungen und Beweise gibt es leider nicht, aber es lassen sich Thesen aufstellen und Vermutungen begründen. Im Jahre 2500 v. Chr. wurde nämlich in Goa, eine Art kreisrundes Labyrinth in einen Stein gemeißelt (kolam). Dies ist deswegen wichtig, weil es vielen ursprünglichen Tätowiervorlagen nahe kommt. Jenes diente sowohl als Labyrinth in der Steinform, als auch in seiner Tätowierungsform als Schutz vor Yama, dem Gott des Todes. Somit können sie den Irrweg als eine Form der Karte sehen, die ihnen den richtigen Weg ins Reich der Toten zeigt und ihnen den Kontakt zu verstorbenen Verwandten ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Begrifflichkeiten und historische Bedeutung von Tätowierungen mit einem Ausblick auf die indische Kultur.
2. Hauptteil: Detaillierte Betrachtung verschiedener Körperbemalungstechniken, deren Ursprünge bei indischen Ethnien und die Rolle von Tätowierungen in der hinduistischen Tradition.
2.1 Körperbemalungen: Henna, Mehndi und Bindi: Untersuchung der kurzlebigen Formen des Körperschmucks als kulturell bedeutsame Ausdrucksmittel.
2.2 Brauch des Tätowierens im Hinduismus: Analyse der mythologischen und sozialen Hintergründe für permanente Tätowierungen als Schutz- und Identitätsmerkmal.
2.3 Unterschiede & Gemeinsamkeiten zwischen indischen Ethnien & den Geschlechtern: Gegenüberstellung variierender Praktiken verschiedener Stämme und der unterschiedlichen Wahrnehmung zwischen Männern und Frauen.
2.4 Tattoomotive im Hinduismus: Beschreibung der spirituellen Bedeutung zentraler Motive wie Gottheiten, Mandalas und heiliger Symbole.
3. Schluss: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse über die Beständigkeit der indischen Tattookultur trotz westlicher Einflüsse.
Schlüsselwörter
Tätowierung, Hinduismus, Henna, Mehndi, Bindi, Körperkunst, Ethnien, Indien, Ganesha, Tradition, Symbolik, Kulturgut, Stammeskultur, Ritual, Körperschmuck.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kulturellen Bedeutung und den verschiedenen Formen der Körperbemalung und Tätowierung in der indischen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Unterscheidung zwischen temporärer Bemalung und permanenter Tätowierung sowie die spirituelle und soziale Relevanz dieser Hautbilder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Bräuche und religiösen Gründe hinter den Hautbildern in Indien zu erläutern und ihre Funktion als Identitäts- und Kultursymbol zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse und Literaturrecherche, um die kulturellen Phänomene und historischen Hintergründe der indischen Tattookultur darzulegen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert Techniken wie Henna und Mehndi, ethno-spezifische Tattoorituale sowie die symbolische Bedeutung hinduistischer Motive.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zu den prägenden Begriffen zählen neben Körperkunst und Tätowierung insbesondere kulturelle Identität, indische Ethnien sowie spirituelle Kraftsymbole wie Ganesha oder das Mandala.
Wie unterscheidet sich die Bewertung von Tattoos zwischen den Geschlechtern?
Die Arbeit zeigt auf, dass Frauen bei den betrachteten indischen Ethnien oft eine zentralere Rolle im Kontext von Körperbemalungen einnehmen und diese zur sozialen Anerkennung oder als Schutzsymbol nutzen, während bei Männern die Traditionen teilweise abweichen.
Welchen Einfluss hat die westliche Welt auf die indische Tattookultur?
Der Autor stellt fest, dass moderne westliche Einflüsse zu einer Vermischung der Motive führen und traditionelle Symbole teils durch modernere Abwandlungen oder technische Tätowiermethoden ergänzt oder verdrängt werden.
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- Anonym (Author), 2019, Über Tätowierungen und Körperbemalungen in der indischen Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1390612