Durch die zunehmende Berücksichtigung von teilweise noch jugendlichen Spielern im Profifußball rückt die konditionelle Ausbildung der Kraft hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, als auch der Verletzungsprophylaxe und Belastbarkeitssicherung in den Fokus. Ziel dieser Arbeit ist daher die Erstellung eines Praxisleitfadens unter Berücksichtigung allgemeiner und fußballspezifischer Voraussetzungen des Trainings mit Kindern und Jugendlichen. Im ersten Teil der Arbeit wird das theoretische Grundwissen dargestellt, mit einer kurzen Definition der motorischen Fähigkeit Kraft, den Kraftleistungen im Anforderungsprofil des Fußballspiels, dem Forschungsstand des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter und den Zielstellungen und Funktionen des Krafttrainings bei Nachwuchsleistungsfußballern. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich, aufbauend auf dem theoretischen Fundament, mit der Umsetzung praktikabler Empfehlungen hinsichtlich des Krafttrainings von Kindern und Jugendlichen im Nachwuchsleistungsfußball.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thematische Einführung
1.2 Ziel und Vorgehensweise der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition der motorischen Fähigkeit Kraft
2.1.1 Maximalkraft
2.1.2 Schnellkraft
2.1.3 Reaktivkraft
2.1.4 Kraftausdauer
2.2 Kraftleistungen im Anforderungsprofil des Fußballerspielers
3 Forschungsstand
3.1 Biologische Grundlagen der Muskelkraft und ihre ontogenetische Entwicklung
3.2 Wirkungen und Anpassungen durch Krafttraining im Kindes- und Jugendalter
4 Zielstellungen und Funktion des Krafttrainings
4.1 Gesundheitliche Aspekte des Krafttrainings
4.2 Kraft und Verletzungsprophylaxe
4.3 Verbesserung der sportlichen Leistung durch Krafttraining
5 Methodische Grundsätze und Richtlinien für das Krafttraining im Kindes- und Jugendalter
6 Implikationen für die Praxis
6.1 Belastungsnormative des Langhanteltrainings
6.2 Ausgewählte Krafttrainingsübungen mit der Langhantel
7 Schlussbetrachtung
7.1 Exemplarische Vorstellung einer Einheit
7.2 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen fundierten Praxisleitfaden für das Krafttraining im Nachwuchsleistungsfußball zu erstellen, der das theoretische Wissen über die kindliche Entwicklung mit der praktischen Umsetzung verbindet, um sowohl die sportliche Leistung zu steigern als auch präventiv Verletzungen entgegenzuwirken.
- Grundlagen der motorischen Fähigkeit Kraft und deren Definitionen
- Biologische Entwicklung der Muskelkraft im Kindes- und Jugendalter
- Gesundheitsprävention und Verletzungsschutz durch gezieltes Krafttraining
- Methodische Richtlinien und praktische Belastungsnormative für das Langhanteltraining
- Praktische Implementierung von Langhantelübungen im Nachwuchstraining
Auszug aus dem Buch
1.1 Thematische Einführung
Das Durchschnittsalter der eingesetzten Spieler in der ersten Fußballbundesliga hat in diesem Jahr einen historischen Tiefstwert erlangt (Deutsche Fußball Liga, 2017). Passend dazu sind Spieler wie Yann Aurel Bisseck oder Jann-Fiete Arp mit 16 bzw. 17 Jahren bereits hoffnungsvolle Athleten, die zum Stammkader ihrer jeweiligen Vereine zählen und regelmäßig eingesetzt werden (Transfermarkt.de, 2018). Um Transferausgaben zu reduzieren und zusätzlich Spieler mit Identifikationspotenzial für die Fans zu schaffen, rückt die Ausbildung klubeigener Talente immer mehr in den Fokus deutscher Spitzenmannschaften (Wolff, 2017).
In den Spielsportarten nehmen neben den technischen und taktischen Fähigkeiten insbesondere die konditionellen Fähigkeiten eine herausragende Rolle ein. Folglich setzt sich die Leistungsfähigkeit der Spieler aus einem umfangreichen und komplexen Anforderungsprofil zusammen (Keiner, Sander, Wirth & Schmidtbleicher, 2012: 8). Speziell der Fußball wird in seiner Ausübung kontinuierlich athletischer, weshalb die besondere Stellung der Kraft- als auch Schnellkraftfähigkeiten in den Vordergrund rückt. Ein gewonnenes Sprint-, oder Sprungduell entscheidet letztendlich über Torerfolg bzw. Torverhinderung (Chelly, Fathloun, Cherif, Ben Amar, Tabka & van Praagh, 2009: 2241; Sander, Keiner, Wirth & Schmidtbleicher, 2012: 29). Zusätzlich verschafft ein gut ausgebildetes Muskelkorsett einen Vorteil bei Gegnerkontakt und in diesem Zusammenhang bei der Ballbehauptung (Keiner, 2014: 2). Dementsprechend bedeutsam ist die Ausbildung der konditionellen Fähigkeit Kraft im Nachwuchsbereich der Bundesligisten und damit im Kindes- und Jugendalter (ebd.). Einerseits um eine optimale Leistungsentwicklung zu erzielen, anderseits um eine Belastbarkeitssicherung im langfristen Leistungsaufbau bzw. die Vermeidung gesundheitlicher Probleme zu gewährleisten (Fröhner & Wagner, 2006: 107f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet die steigende Bedeutung der Athletik im Profifußball und die Notwendigkeit von Krafttraining im Nachwuchsbereich zur Leistungssteigerung und Verletzungsprävention.
2 Theoretischer Hintergrund: Definiert die verschiedenen Kraftfähigkeiten und analysiert deren spezifische Rolle im Anforderungsprofil eines Fußballspielers.
3 Forschungsstand: Erläutert die biologischen Voraussetzungen der muskulären Entwicklung und diskutiert die Anpassungsprozesse an ein kindgerechtes Krafttraining.
4 Zielstellungen und Funktion des Krafttrainings: Detailliert die gesundheitlichen Vorteile, die präventive Funktion gegen Verletzungen sowie die Leistungssteigerung durch gezielte Trainingsinterventionen.
5 Methodische Grundsätze und Richtlinien für das Krafttraining im Kindes- und Jugendalter: Gibt methodische Empfehlungen für eine altersgerechte und systematische Gestaltung des Krafttrainings.
6 Implikationen für die Praxis: Vermittelt konkrete Belastungsnormative und stellt ausgewählte Langhantelübungen für die praktische Anwendung im Training vor.
7 Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen, präsentiert eine beispielhafte Trainingseinheit und zieht ein Fazit zur Integration des Krafttrainings in den Ausbildungsprozess.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Nachwuchsleistungssport, Fußball, Maximalkraft, Schnellkraft, Verletzungsprävention, Athletiktraining, Langhanteltraining, Belastungsparameter, Motorische Entwicklung, Kindesalter, Jugendalter, Leistungsfähigkeit, Muskelaufbau, Koordination
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und methodischen Gestaltung von Krafttraining für Kinder und Jugendliche im Nachwuchsleistungsfußball, um sowohl die sportliche Leistungsfähigkeit als auch die körperliche Belastbarkeit nachhaltig zu erhöhen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Kraftfähigkeiten, der biologischen Entwicklung von Kindern, der präventiven Wirkung von Krafttraining gegen Verletzungen sowie der praktischen Anwendung des Langhanteltrainings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Praxisleitfaden zu erstellen, der Trainern hilft, Krafttraining systematisch in den Ausbildungsalltag zu integrieren, ohne das Wachstum oder die Gesundheit der jungen Athleten zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender sportwissenschaftlicher Studien, um den Forschungsstand zu evaluieren und daraus praktische Empfehlungen für den Fußballnachwuchs abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der muskulären Anpassung erklärt, gesundheitliche Aspekte beleuchtet und methodische Richtlinien für das Training sowie konkrete Übungen mit der Langhantel vorgestellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kraftausbildung, Verletzungsprophylaxe, Langhanteltraining und biologische Maturation geprägt.
Warum wird vor der Pubertät eher auf statische Stabilisationsübungen gesetzt?
Aufgrund der in dieser Phase noch geringen Testosteronkonzentration und der wachsenden passiven Strukturen ist eine hohe koordinative Anforderung durch statische Übungen zur Ganzkörperstabilisation methodisch sinnvoller als ein schweres Maximalkrafttraining.
Welche Rolle spielt das Langhanteltraining für einen 12-jährigen Fußballer?
Es dient ab einem gewissen Alter als zielführendes Instrument zur Verbesserung der neuromuskulären Fähigkeiten, der Ganzkörperstabilität und der Bewegungsqualität, sofern es unter fachgerechter Anleitung und mit moderaten Lasten durchgeführt wird.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Athletiktraining im Nachwuchsleistungsfußball. Entwicklung der konditionellen Fähigkeit Kraft im Kindes- und Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1390658