Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit dem Begriff des Kapitals innerhalb der Wirtschaftswissenschaft. Sie beschäftigt sich mit eben diesen unterschiedlichen Ansätzen zur Klärung des Kapitalbegriffs, wobei ein
besonderer Schwerpunkt auf die Uneinheitlichkeit gelegt wird.
Zu Beginn der vorliegenden Arbeit wird der Ursprung dieser mangelnden Einheitlichkeit des Kapitalbegriffs erörtert. Anschließend wird die historische Entwicklung behandelt und zuletzt die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der Interpretationen aufgezeigt. Im darauffolgenden Abschnitt wird eine umfassende Analyse des Begriffs "Kapital" im Bereich der Wirtschaftswissenschaft präsentiert. Es wird eine eingehende Untersuchung der historischen Entwicklung dieses Begriffs durchgeführt, um anschließend die frühen Vorstellungen von Kapital in der Wirtschaftsgeschichte darzustellen, sowie den Ursprung und die ersten Konzepte dieses Begriffs zu verdeutlichen. Daraufhin folgt eine Erläuterung der klassischen Kapitaltheorie. Es werden die Begriffsdefinitionen der Ökonomen Adam Smith, David Ricardo und Karl Marx präsentiert. Ihre Ideen und Beiträge zum Konzept des Kapitals werden aufgeführt und ausführlich diskutiert. Anschließend wird die neoklassischen Kapitaltheorie erörtert. Dabei werden die namhaften Vertreter Alfred Marshall, Leon Walras und Eugen von Böhm-Bawerk vorgestellt, welche als neoklassische Ökonomen fungieren. Ihre Ansätze und Auffassungen haben ebenfalls unser Verständnis des Kapitalbegriffs geprägt.
In dem nachfolgenden Abschnitt erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff des Kapitals aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive. Dabei werden die Betrachtungen des Kapitals im Hinblick auf die Bereiche der Güter- und Geldwirtschaft unter Berücksichtigung der Produktionsfaktoren erläutert. Zudem wird die Bedeutung des Kapitals als allgemeine Größe für Berechnungen sowie als spezifische Quelle der Finanzierung diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Methodik und Aufbau der Arbeit
2. Der Kapitalbegriff in der Wirtschaftswissenschaft
2.1. Historische Entwicklung des Kapitalbegriffs
2.1.1. Definition des Begriffs „Kapital“
2.1.2. Wandel der Vorstellung von Kapital in der Wirtschaftsgeschichte
2.2. Klassische Kapitaltheorie
2.2.1. Adam Smith
2.2.2. David Ricardo
2.2.3. Karl Marx
2.3. Neoklassische Kapitaltheorie
2.3.1. Alfred Marshall
2.3.2. Leon Walras
2.3.3. Eugen von Böhm-Bawerk
2.4. Volkswirtschaftliche Betrachtungsweise des Kapitalbegriffs
2.4.1. Güterwirtschaftliche Kapitalauffassung
2.4.2. Geldwirtschaftliche Kapitalauffassung
2.5. Betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise des Kapitalbegriffs
2.5.1. Güterwirtschaftliche Kapitalauffassungen
2.5.2. Geldwirtschaftliche Kapitalauffassung
2.5.2.1. Kapital als abstrakte Rechengröße
2.5.2.2. Kapital als konkretes Finanzierungsmittel
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die umfassende Analyse der unterschiedlichen theoretischen Ansätze zur Klärung des Kapitalbegriffs und die Aufarbeitung der damit verbundenen mangelnden terminologischen Einheitlichkeit in den Wirtschaftswissenschaften.
- Historische Entwicklung des Verständnisses von Kapital von der Antike bis zur Gegenwart
- Kritische Gegenüberstellung der klassischen und neoklassischen Kapitaltheorie
- Differenzierung zwischen volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Kapitalbegriffen
- Analyse der Rolle von Kapital als Produktionsfaktor versus monetäre Finanzierungsressource
Auszug aus dem Buch
2.2.3. Karl Marx
Auch Karl Marx zählt neben Smith und Ricardo zu den Vertretern der klassischen Kapitaltheorie. Obwohl es Unterschiede zwischen den Ansichten der einzelnen Ökonomen gibt, teilen sie die gemeinsame Bedeutung des Kapitals in der Wirtschaft.
Marx knüpfte an die Arbeit von Ricardo und Smith an und übernahm einige ihrer Konzepte. Er teilt die Auffassung, dass Kapital als Ansammlung von Werten und Produktionsmitteln fungiert. Kapital ist für Marx jedoch mehr als nur eine Ansammlung von materiellen Gütern. Für ihn ist Kapital eine soziale Beziehung und eine spezifische Form der Ausbeutung.
„In der Produktion wirken die Menschen nicht allein auf die Natur, sondern aufeinander. .. Um zu produzieren, treten sie in bestimmte Beziehungen und Verhältnisse zueinander, und nur innerhalb dieser gesellschaftlichen Beziehungen und Verhältnisse findet ihre Einwirkung auf die Natur, findet die Produktion statt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik einer fehlenden einheitlichen Definition von Kapital in den Wirtschaftswissenschaften ein und erläutert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Der Kapitalbegriff in der Wirtschaftswissenschaft: Dieser Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, beleuchtet klassische und neoklassische Kapitaltheorien und differenziert zwischen volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Sichtweisen.
3. Zusammenfassung: Hier werden die wesentlichen Erkenntnisse zusammengeführt und die Frage erörtert, ob eine einheitliche Definition des Kapitalbegriffs notwendig oder überhaupt möglich ist.
Schlüsselwörter
Kapital, Kapitaltheorie, Produktionsfaktor, Wirtschaftswissenschaft, klassische Ökonomie, Neoklassik, Geldkapital, Sachkapital, Werttheorie, Arbeitskraft, Kapitalakkumulation, Finanzierung, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Kapitalbegriff
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung, terminologischen Vielfalt und dem Wandel des Kapitalbegriffs innerhalb der ökonomischen Lehre.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung, die klassische und neoklassische Kapitaltheorie sowie die Abgrenzung zwischen volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Perspektiven.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Uneinheitlichkeit des Kapitalbegriffs aufzuzeigen, verschiedene Interpretationen zu analysieren und deren Auswirkungen auf das Verständnis in Theorie und Praxis zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literaturkritische Analyse der ökonomischen Theorien von den antiken Ansätzen bis zur modernen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre durchgeführt.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der klassischen Ökonomen wie Smith, Ricardo und Marx sowie der Neoklassik mit Marshall, Walras und Böhm-Bawerk, ergänzt durch spezifische Analysen der Sach- und Geldkapitaltheorien.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?
Die Arbeit charakterisiert sich durch Begriffe wie Kapitaltheorie, Produktionsfaktoren, Werttheorie, Kapitalakkumulation und die Unterscheidung zwischen Sach- und Geldwirtschaft.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Karl Marx zu der von Adam Smith?
Während Smith Kapital primär als Teil des Vermögens zur Einkommensgenerierung sieht, betont Marx zusätzlich den Aspekt der sozialen Beziehung und der Ausbeutung von Arbeitskraft im kapitalistischen Produktionsprozess.
Warum ist eine einheitliche Definition von „Kapital“ laut der Schlussfolgerung schwierig?
Weil die wirtschaftliche Realität stetigem Wandel unterworfen ist und verschiedene Disziplinen wie die Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre je nach Anwendungszweck unterschiedliche Anforderungen an den Begriff stellen.
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- Sofia Tuchina (Author), 2023, Der Kapitalbegriff in der Wirtschaftswissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391161