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Hauptamtliche Mitarbeiterinnen des Ministeriums für Staatssicherheit

Ein multiperspektivischer Erklärungsansatz zur Unterrepräsentation von Frauen im MfS und ihre Karrieren als hauptamtliche Mitarbeiterinnen

Titel: Hauptamtliche Mitarbeiterinnen des Ministeriums für Staatssicherheit

Hausarbeit , 2022 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Michael Wagner (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme über weibliche hauptamtliche Mitarbeiterinnen (HA) im Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Die Betrachtung der allgemeinen quantitativen Anstellungsverhältnisse von Frauen im MfS sowie ihrer Anzahl in den jeweiligen Karrierestufen soll die Grundlage für die darauffolgende Analyse schaffen. Nachfolgend werden erste Erklärungsversuche des Forschungsgegenstands in den (sozial-) gesellschaftlichen Bedingungen des Daseins von Frau und Mann in der DDR verfolgt. Dazu wird zunächst die äußere, formale Gleichberechtigung sowie die Fakten zur Frauenerwerbstätigkeit dargestellt. Anschließend erfolgt ein Versuch der Darstellung der realgesellschaftlichen Umstände und Bedingungen bezüglich der tatsächlich gelebten Gleichbehandlung von Frauen und Männern. Im darauffolgenden Kapitel erfolgt die Betrachtung von Faktoren innerhalb des MfS. Zunächst werden Elemente der Rekrutierungspraxis betrachtet, welche für die Divergenz von Frauen und Männern als HA im MfS von Relevanz sein können. Sodann erfolgt eine Untersuchung von unterschiedlichen Gesichtspunkten der Lebenswirklichkeit von Frauen innerhalb des MfS. Zum Abschluss der Arbeit erfolgt die Schlussbetrachtung der dargelegten Argumentation, die Ableitung gegenwärtig relevanter Implikationen, sowie ein Ausblick auf vertiefende Forschungsmöglichkeiten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bestandsaufnahme: Hauptamtliche Mitarbeiterinnen des MfS

3 Gesellschaftliche Bedingungen

3.1 Äußere Gleichberechtigung und Frauenerwerbstätigkeit

3.2 Realgesellschaftliche Umstände

4 Faktoren innerhalb des MfS

4.1 Rekrutierungspraxis

4.2 Karriere und Lebenswirklichkeit im MfS

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für die Unterrepräsentation von Frauen als hauptamtliche Mitarbeiterinnen im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und beleuchtet, warum ihnen trotz der formell verankerten Gleichberechtigung in der DDR nur selten Führungspositionen zugeteilt wurden.

  • Analyse der Personalstrukturen und Karriereverläufe von Frauen im MfS.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen formeller Gleichstellung und realgesellschaftlichen Bedingungen.
  • Darstellung der geschlechtsspezifischen Rekrutierungspraxis des MfS unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen wie der Wehrpflicht.
  • Betrachtung von Auswirkungen der Doppelbelastung durch berufliche und private Verpflichtungen auf die Karrierechancen von Frauen.
  • Diskussion der Bedeutung von Rollenbildern und patriarchalen Strukturen innerhalb des Geheimdienstapparates.

Auszug aus dem Buch

4.1 Rekrutierungspraxis

Zunächst sei festzuhalten, dass der Rekrutierungsprozess ausschließlich innerhalb des MfS erfolgt ist. So auch die Auswahl möglicher Kandidaten und Kandidatinnen für die Anstellung als HA. Eine Selbstbewerbung möglicher Interessenten sei nicht vorgesehen gewesen. Diese Tatsache schließt bereits Hypothesen darüber aus, dass die niedrigen Einstellungsquoten von Frauen im MfS im Zusammenhang mit etwaigen niedrigen Bewerberinnenzahlen stünden. Gründe für und gegen die Auswahl und Einstellung des Personals sind also innerhalb des MfS zu suchen.

Im Rahmen der Auswahl und Sicherheitsüberprüfung von Kandidaten und Kandidatinnen seien neben positiven Beurteilungen durch Auskunftspersonen auch Persönlichkeitskriterien definiert worden, welche zum Erfolg einer Einstellung als HA zuträglich waren. Neben der politischen Zuverlässigkeit sei auch die Übernahme von gesellschaftlichen Funktionen genannt was defacto dazu führt, dass von möglichen Kandidatinnen neben der Erwerbstätigkeit und der traditionellen Tätigkeit im Haushalt und bei der Kindeserziehung ein gewisses Maß an politischer und gesellschaftlicher Partizipation, beispielsweise durch Ehrenämter, erwartet werden konnte. Die ohnehin schon doppeltbelasteten Frauen stünden unweit einer gesellschaftlichen Dreifachbelastung, sollten um eine positive Personeneinschätzung durch Auskunftspersonen zu erhalten, jedoch in jeder (sozial-) gesellschaftlichen Sphäre positiv auffallen.

Ein Hauptrekrutierungsfeld des MfS zur Auswahl und Gewinnung neuer hauptamtlicher Mitarbeiter seien die bewaffneten Organe der DDR gewesen. Wehrdienstleistende der Nationalen Volksarmee (NVA) oder der Bereitschafspolizei und insbesondere Unteroffiziere auf Zeit (UaZ) in dem Wachregiment des MfS seien bevorzugt rekrutiert worden. Als Gründe hierfür seien die vorteilhafte Informationsbeschaffung über die Kandidaten, ihrer militärischen Ausbildung und der weitestgehend noch offenen beruflichen Perspektive ebenjener jungen Menschen zu nennen. Doch gerade dieses große Rekrutierungsempfinden ist aufgrund der Gesetze über die allgemeine Wehrpflicht der DDR von Frauen unberührt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Frauenmangels in Geheimdiensten ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Gründe für die Unterrepräsentation von Frauen im MfS.

2 Bestandsaufnahme: Hauptamtliche Mitarbeiterinnen des MfS: Dieses Kapitel liefert quantitative Daten zur Beschäftigung von Frauen im MfS während der 1980er Jahre und zeigt deren überwiegende Tätigkeit in unteren hierarchischen Positionen auf.

3 Gesellschaftliche Bedingungen: Hier werden die DDR-spezifischen Rahmenbedingungen wie die gesetzliche Gleichberechtigung und die Diskrepanz zur realen Lebenswirklichkeit von Frauen analysiert.

3.1 Äußere Gleichberechtigung und Frauenerwerbstätigkeit: Dieser Abschnitt beleuchtet die verfassungsmäßigen Grundlagen der Gleichberechtigung in der DDR und deren propagierte Förderung von Frauen im Berufsleben.

3.2 Realgesellschaftliche Umstände: Das Kapitel erläutert, warum die Gleichstellung eher arbeitsmarktpolitisch motiviert war und durch die Doppelbelastung der Frauen faktisch begrenzt blieb.

4 Faktoren innerhalb des MfS: Es wird untersucht, wie Strukturen innerhalb des MfS, wie etwa Rollenvorstellungen, die Karrierechancen von Frauen beeinflussten.

4.1 Rekrutierungspraxis: Dieser Abschnitt zeigt auf, wie durch spezifische Rekrutierungswege, insbesondere innerhalb bewaffneter Organe, Frauen von vornherein benachteiligt wurden.

4.2 Karriere und Lebenswirklichkeit im MfS: Das Kapitel thematisiert die männerbündlerischen Strukturen und die Auswirkungen der Doppelbelastung auf die berufliche Laufbahn innerhalb des Geheimdienstes.

5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet gegenwartsbezogene Implikationen für die Diversität in Sicherheitsbehörden ab.

Schlüsselwörter

Staatssicherheit, MfS, Frauen, Gleichberechtigung, DDR, Doppelbelastung, Geheimdienst, Personalpolitik, Rekrutierung, Karriere, Unterrepräsentation, Geschlechterrollen, sozialistische Glasdecke, Berufsbiografien, Führungspositionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, warum Frauen im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR als hauptamtliche Mitarbeiterinnen stark unterrepräsentiert waren und nur selten Führungspositionen innehatten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Personalstatistik des MfS, der verfassungsmäßigen Gleichstellung in der DDR, der gesellschaftlichen Doppelbelastung von Frauen sowie der organisationsinternen Rekrutierungspraxis.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine Verzahnung existierender Forschungsliteratur ein Verständnis für die geschlechtsspezifischen Personalstrukturen und die Anatomie des MfS zu erlangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Synthese bestehender Forschungsliteratur und zeitgenössischer Quellen, um Erkenntnisse über die Lebenswirklichkeit und Anstellungsbedingungen im MfS abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der DDR sowie die spezifischen Faktoren innerhalb des MfS, insbesondere die Rekrutierungspraxis und die Karrierehürden für Frauen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind MfS, Doppelbelastung, Frauenanteil, Geheimdienstarbeit, Karrierestrukturen und soziale Ungleichheit.

Wie wirkten sich die gesetzliche Wehrpflicht sowie das Rekrutierungssystem des MfS auf den Frauenanteil aus?

Da das MfS vorrangig aus bewaffneten Organen rekrutierte, in denen keine Frauenpflicht bestand, wurden Frauen durch diese Rekrutierungssysteme bereits im Vorhinein von vielen Laufbahnwegen ausgeschlossen.

Welche Rolle spielte das Konstrukt der "Doppelbelastung" für die Karriere von MfS-Mitarbeiterinnen?

Die Doppelbelastung durch traditionelle Aufgaben bei Kindererziehung und Haushalt war mit den oft hohen Anforderungen an konspirative Tätigkeiten und unregelmäßigen Dienstzeiten kaum vereinbar, was Karrieren systematisch ausbremste.

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Details

Titel
Hauptamtliche Mitarbeiterinnen des Ministeriums für Staatssicherheit
Untertitel
Ein multiperspektivischer Erklärungsansatz zur Unterrepräsentation von Frauen im MfS und ihre Karrieren als hauptamtliche Mitarbeiterinnen
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,7
Autor
Michael Wagner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
19
Katalognummer
V1391227
ISBN (PDF)
9783346935267
ISBN (Buch)
9783346935274
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MfS Ministerium für Staatssicherheit Stasi Nachrichtendienste Geheimdienste HA Hauptamtliche Mitarbeiter Spionage Frauenerwerbstätigkeit Gleichberechtigung DDR Gesellschaft Karriere
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Wagner (Autor:in), 2022, Hauptamtliche Mitarbeiterinnen des Ministeriums für Staatssicherheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391227
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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