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Überblick über die Exilliteratur

Titel: Überblick über die Exilliteratur

Vorlesungsmitschrift , 2022 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hitlers Machtergreifung, die Bücherverbrennungen und die Judenverfolgung sind nur einige Beispiele der Vorkommnisse in den 1930er Jahren, die viele Autoren der deutschen Literatur ins Exil zwangen. Ihre Arbeiten sind ein wichtiger Bestandteil der Zeitgeschichte und stehen im Fokus dieses Portfolios. Verschiedene Werke der Exilliteratur werden in ihren Grundzügen und wichtigsten Interpretationsansätzen dargestellt und in einen Zusammenhang mit dem Zeitgeschehen gesetzt.

Diese Vorlesungsmitschrift behandelt folgende Exilliteratur: Lion Feuchtwanger (1884-1958) "Die Geschwister Oppermann", Irmgard Keun (1905-85) "Nach Mitternacht", Oskar Maria Graf "Anton Sittinger", Bruno Frank "Der Reisepass", Anna Gmeyner "Manja", Veza Canetti "Die Schildkröten", Klaus Mann "Der Vulkan" (1939), Robert Neumann "An den Wassern von Babylon", Anna Seghers "Transit", Thomas Mann "Doktor Faustus".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorlesung 1 – Einleitung

1. Bücherverbrennung

2. Wege ins Exil

3. Sprachbewahrung/Sprachwechsel

4. Lebensumstände

5. Exilliteratur

Vorlesung 2 – Lion Feuchtwanger (1884-1958) – Die Geschwister Oppermann

1. Biografisches

2. Entstehungsgeschichte

3. Handlung

4. Deutschlandportrait

5. Schlüsselmotiv Aufklärung

6. Krise des Großbürgertums

Vorlesung 3 – Irmgard Keun (1905-85) - Nach Mitternacht

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung

3. Die Erzählerin

4. Antisemitismus

5. Denunziation

6. Schreiben

Vorlesung 4 – Oskar Maria Graf - Anton Sittinger

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung

3. Sittinger: Ehemann, Postinspektor, Philosoph

4. Die Dorfgesellschaft

5. Der Erzähler

Vorlesung 5 - Bruno Frank – Der Reisepass

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung

3. Verfolgung und Vertreibung

4. Eine Märchenerzählung

5. Exil in London

6. Der verbürgerlichte Prinz

Vorlesung 6 – Anna Gmeyner - Manja

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung

3. Prekäre Ausgangslage der Familien

4. Erlebnisse der Kinder

5. Filmisches Erzählen

Vorlesung 7 - Veza Canetti - Die Schildkröten

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung

3. Anfangsszene und Schauplatz

4. Leitmotiv Schildkröte

5. Heimatbegriffe

6. Hoffnungsfiktion

7. Geschichten, Bibelgeschichten und Mythen

Vorlesung 8 – Klaus Mann - Der Vulkan (1939)

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung und Titelgebung

3. Künstlerroman

4. Engagement im Exil

5. Andere Milieus

6. Heimweh und Hoffnung

Vorlesung 9 – Robert Neumann - An den Wassern von Babylon

1. Entstehungsgeschichte

2. Rahmenhandlung

3. Melville

4. Levy

5. Markus

6. „Das letzte Kapitel“

Vorlesung 10 - Anna Seghers – Transit

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung

3. Erzählsituation

4. Transitorte

5. Identität

6. Haltung

Vorlesung 11 – Thomas Mann - Doktor Faustus

1. Entstehungsgeschichte

2. Handlung

3. Das Archaische

4. Der Teufelspakt

5. Perspektive des Biographen

Vorlesung 12 – Schlussbilanz

1. Wie konnte es dazu kommen?

2. Darstellung des Lebens im Nationalsozialistischen Deutschland

3. Weg ins Exil, Leben im Exil

4. Darstellungs- und Erzählweisen

5. Bezugnahme auf Humanismus und Aufklärung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte Werke der Exilliteratur während des Nationalsozialismus, um die Auswirkungen von Flucht, Identitätsverlust und politischer Verfolgung auf das literarische Schaffen und die Lebenswirklichkeit der Autoren zu analysieren und deren Bedeutung für die Zeitgeschichte zu erörtern.

  • Analyse der Schreibstrategien und Bewältigungsmechanismen von Exilautoren.
  • Untersuchung der Darstellung des Alltags im Exil und der Transitsituation.
  • Beleuchtung der Rolle von Identitätsfragen und Verlust der Heimat.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der literarischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus.
  • Betrachtung von Schreibstilen wie Montagetechnik und filmischem Erzählen.

Auszug aus dem Buch

1. Bücherverbrennung

Exilliteratur waren nicht nur Texte, die während des Nationalsozialismus entstanden, es gab auch zuvor viele Autoren, die im Exil schrieben. Dennoch spielt die Exilzeit während des Dritten Reichs eine besondere Rolle unter dem Begriff der Exilliteratur, da die Nationalsozialisten sehr strikt und vehement bestimmte Gruppen verfolgten. Durch das 25 Punkte Programm der NSDAP wurde festgelegt gegen welche Inhalte man vorgehen hatte. Die Verbrennung der Werke sowie auch die Verfolgung und Vertreibung der Autoren ließ das ehemals kulturell vielfältige Deutschland der Weimarer Republik in sich zusammenfallen.

Die Bücherverbrennung wurde nach einer Art schwarzen Liste, die in einer Zeitung abgedruckt worden war, durchgeführt. Kästner z.B. wohnte der Verbrennung seiner Bücher bei und beschreibt diese als „theatralische Freiheit“. Schriftsteller, die den Nationalsozialisten genehm waren, empfanden dies z.T. als eine Schmach.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorlesung 1 – Einleitung: Diese Einführung thematisiert die existenziellen Bedingungen der Schriftsteller im Nationalsozialismus, insbesondere die Bücherverbrennungen und die daraus resultierenden Herausforderungen wie Identitätsverlust und schwierige Wege ins Exil.

Vorlesung 2 – Lion Feuchtwanger (1884-1958) – Die Geschwister Oppermann: Der Fokus liegt auf der Darstellung des bürgerlichen Lebens und dessen Zerfall unter dem NS-Regime, wobei Feuchtwanger die Oppermanns als Paradigma für das Schicksal einer jüdischen Familie nutzt.

Vorlesung 3 – Irmgard Keun (1905-85) - Nach Mitternacht: Das Kapitel beleuchtet die Perspektive von unten durch die Ich-Erzählerin Sanna, die in einer von Propaganda geprägten Gesellschaft versucht, ihre moralische Integrität zu bewahren.

Vorlesung 4 – Oskar Maria Graf - Anton Sittinger: Hier wird anhand der Lebensgeschichte des Postinspektors Sittinger verdeutlicht, wie sich unsichere Kleinbürger durch Anpassung und Opportunismus zu Mitläufern des Nationalsozialismus entwickeln.

Vorlesung 5 - Bruno Frank – Der Reisepass: Das Werk zeigt die Flucht eines aristokratischen Intellektuellen und thematisiert Identitätsverlust sowie die Schwierigkeit, sich im Exil eine neue Existenz aufzubauen.

Vorlesung 6 – Anna Gmeyner - Manja: Diese Sozialstudie nutzt das Schicksal von fünf Kindern, um die Auswirkungen politischer Geschehnisse auf unterschiedliche gesellschaftliche Milieus und die zunehmende Traumatisierung durch das NS-Regime darzustellen.

Vorlesung 7 - Veza Canetti - Die Schildkröten: Der Roman thematisiert die Zerstörung jüdischen Lebens in Österreich und nutzt das Motiv der Schildkröte als Metapher für Schutzsuche und Heimatlosigkeit.

Vorlesung 8 – Klaus Mann - Der Vulkan (1939): Dieser Künstlerroman zeichnet ein weitreichendes Panorama des Exilantenlebens und thematisiert das verzweifelte Bemühen von Künstlern, „das andere Deutschland“ zu bewahren.

Vorlesung 9 – Robert Neumann - An den Wassern von Babylon: Das Werk ist als Kranz von Erzählungen strukturiert, die unterschiedliche Facetten des Scheiterns und der Flucht von Verfolgten in einer Art Rahmenerzählung zusammenfassen.

Vorlesung 10 - Anna Seghers – Transit: Hier wird der Transitort als „Dazwischen“ dargestellt, wobei die Namenlosigkeit des Erzählers und die Instabilität von Identität in einer völkerwanderungsartigen Ausnahmesituation analysiert werden.

Vorlesung 11 – Thomas Mann - Doktor Faustus: Der Roman verknüpft die musikalische Karriere des Protagonisten mit einem Pakt, der sinnbildlich für den Untergang Deutschlands und die Verführung zum Barbarischen steht.

Vorlesung 12 – Schlussbilanz: Abschließend werden die zentralen Motive wie individuelle Anpassung, Verlust der Heimat und die Reflexion über den Akt des Schreibens im Exil synthetisiert.

Schlüsselwörter

Exilliteratur, Nationalsozialismus, Flucht, Heimatlosigkeit, Identität, Widerstand, Opportunismus, Transit, Exil, Aufklärung, Antisemitismus, Denunziation, Zeitgeschichte, Schreibstrategien, Emigration

Häufig gestellte Fragen

Was ist das übergeordnete Thema dieser Vorlesungsreihe?

Die Reihe befasst sich mit der Exilliteratur der Jahre 1933 bis 1945, wobei verschiedene Romane analysiert werden, um aufzuzeigen, wie Autoren das Exil, die gesellschaftlichen Umbrüche im NS-Deutschland und die damit verbundenen psychologischen Belastungen literarisch verarbeitet haben.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Fluchtsituation, dem Identitätsverlust, der psychologischen Entwicklung von Charakteren zwischen Anpassung und Widerstand sowie der Frage, wie Literatur als Medium zur Aufarbeitung von Zeitgeschichte dient.

Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?

Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Lebenswirklichkeit der Exilautoren zu schaffen und zu zeigen, wie deren Werke als Zeugnisse einer zerstörten Weltanschauung und als Strategien zur Bewältigung von Entwurzelung fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung herangezogen?

Die Untersuchung erfolgt primär literaturwissenschaftlich und zeitgeschichtlich, indem die Romane auf Basis ihrer Entstehungsgeschichte, Handlungsstrukturen, Erzähltechniken und der Darstellung ihrer Protagonisten analysiert werden.

Welche Inhalte werden in den Hauptteilen konkret behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Vorlesungen zu spezifischen Autoren wie Lion Feuchtwanger, Irmgard Keun, Anna Seghers und Thomas Mann, bei denen jeweils die Entstehungsgeschichte, Handlung, zentrale Motive und die Erzählsituation des Werkes detailliert beleuchtet werden.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?

Kennzeichnend sind Begriffe wie Exil, Heimatlosigkeit, Identitätsentwurf, Transit, nationalsozialistische Ideologie, psychologische Deformation und die Rolle der Intellektuellen im Widerstand.

Wie unterscheidet sich Sannas Perspektive in "Nach Mitternacht" von anderen Werken?

Sanna zeigt die Gesellschaft aus einer kindlich-naiven, aber dennoch sensiblen Perspektive „von unten“, was einen starken Kontrast zur analytischen oder eher distanzierten Betrachtungsweise in Werken wie denen von Feuchtwanger darstellt.

Welche Rolle spielt die Metapher der Schildkröte bei Veza Canetti?

Sie dient als Identifikationssymbol für jüdische Exilanten, da sie ihr „Haus“ auf dem Rücken tragen müssen und sich in einer Welt, in der sie nirgends Fuß fassen können, ständig vor Verfolgung schützen müssen.

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Details

Titel
Überblick über die Exilliteratur
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften)
Veranstaltung
Romane des Exils (1933-1945)
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1391368
ISBN (PDF)
9783346934840
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exilliteratur Feuchtwanger Keun Klaus Mann Thomas Mann
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Überblick über die Exilliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391368
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Leseprobe aus  16  Seiten
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