Texte lesen und verstehen in der Grundschule. "Hänsel und Gretel" von den Brüdern Grimm und "Die Schwäne auf dem Wasser" von Benno Pludra


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003
57 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reflexion von Leitfragen und Begriffen zur Erschließung von Geschichten
2.1 Analyse und Interpretation des Grimmschen Märchens
„Hänsel und Gretel“ mit Hilfe von Leitfragen. Dokumentation und
Reflexion der Überarbeitungen
2.2 Erschließung signifikanter Aspekte von epischen Texten
anhand 10 ausgewählter Kategorien

3. Analyse und Interpretation eigener Geschichten
3.1 Geschichten in sieben Sätzen

4. Untersuchung und Bewertung produktiver und analytischer Leistungen
von Schülern im Umgang mit der Geschichte „Die Schwäne auf dem Wasser“
von Benno Pludra
4.1 Arbeitsblatt zu „Die Schwäne auf dem Wasser“
4.2 Analyse und Bewertung der Schlüsse von Schülern einer 4. Klasse
4.3 Wie haben die Schüler ihren eigenen Schluss und den Schluss der
Originalgeschichte analysiert?

5. Romane lesen
5.1 Entwurf zweier Unterrichtsstunden zum Buch „Ronja Räubertochter“
5.2 Vergleich zweier Einheiten

6. Sachtexte lesen
6.1Entwurf zweier Unterrichtsstunden zum „Lesen und Verstehen von Sachtexten“
6.2 Begründung und Kommentar

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Seminarmappe gründet sich auf das Seminar „Texte lesen und verstehen in der Grundschule“. Im Verlauf des Wintersemesters 2002/ 2003 wurden dem Kurs regelmäßig Hausaufgaben erteilt. Aus diesen und einigen zusätzlichen Analysen und Begründungen wurde die hier vorliegende Seminarmappe erstellt.

Sie enthält 5 große Themenbereiche:

- Reflexion von Leitfragen und Begriffen zur Erschließung von Geschichten (am Beispiel von „Hänsel und Gretel“ von den Brüdern Grimm)
- Analyse und Interpretation eigener Geschichten
- Untersuchung und Bewertung produktiver und analytischer Leistungen von Schülern im Umgang mit einer Geschichte (am Beispiel von „Die Schäne auf dem Wasser“ von Benno Pludra)
- Romane lesen (am Beispiel von „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren)
- Sachtexte lesen (am Beispiel von „Der indische und der afrikanische Elefant“ von Alfred Zoll)

Anhand dieser 5 Themenbereiche werden eigene Unterrichtsentwürfe, Schlüsse zu der Geschichte „Die Schwäne auf dem Wasser“, geschrieben von Viertklässlern während eines Unterrichtsbesuches, und „Geschichten in 7 Sätzen“ dargestellt und analysiert.

2. Reflexion von Leitfragen und Begriffen zur Erschließung von Geschichten

2.1 Analyse und Interpretation des Grimmschen Märchens „Hänsel und Gretel“ mit Hilfe von Leitfragen. Dokumentation und Reflexion der Überarbeitungen.

Das Märchen ist im Anhang einzusehen (Text A).

Im Folgenden werden die Antworten zu den Leitfragen dargestellt.

Erste Bearbeitung der Fragen

1. Wer sind Hänsel und Gretel?

Hänsel und Gretel sind Geschwister und die Kinder von einem armen Holzhacker und seiner Frau (Z. 1,2)

2. Wann spielt die Geschichte?

Die Geschichte spielt zu einer Zeit, „wo große Teuerung ins Land kam“ und der Holzhacker folglich das tägliche Brot für seine Familie nicht mehr bezahlen konnte (Z. 2-4).

3. Wo spielt die Geschichte?

Genau betrachtet spielt die Geschichte an 3 Orten:

- Der Holzhacker wohnt mit seiner Familie am Ende eines großen Waldes (Z.1)
- Die Geschichte spielt in diesem großen Wald, wo die Eltern regelmäßig Holz hacken (Z.36-51)
- Die Geschichte spielt am Hexenhäuschen (Z. 98-165)

4./ 5.a Haben Hänsel und Gretel im Verlauf der Handlung dauerhafte Erfolge oder Misserfolge?

Worin bestehen diese Erfolge von Hänsel und Gretel?

Setzt man das Schicksal der Kinder als gegeben voraus, kann man sagen, dass sie dauerhaft Erfolge haben. Die Eltern müssen ihre Kinder aussetzen, weil sie sie nicht mehr ernähren können. Aber die Kinder finden immer wieder Möglichkeiten um zu überleben. Hänsel wirft Kieselsteine und Brotkrumen auf den Weg, um den Rückweg wiederzufinden (Z.36/76). Sie irren ein Stück durch den Wald und plötzlich sitzt ein weißes Vöglein auf einem Ast, das sie zu dem Hexenhäuschen führt (Z.95). Das Hexenhäuschen ist aus Nahrungsmitteln gebaut, wodurch die Kinder dem Hungertod entgehen (Z.99-101).

Kurz bevor Hänsel von der Hexe gegessen werden soll, schafft es Gretel durch eine List die Hexe selbst in den Ofen zu stoßen (Z.155). Die Kinder überleben. Da die Hexe nun tot ist, können sie in das Hexenhaus gehen und Perlen und Edelsteine stehlen (Z.163). Zum Schluss hilft den beiden die weiße Ente weiter, die sie über das große Wasser bringt (Z. 170).

6a. Hatten Hänsel und Gretel jeweils Schwierigkeiten zu überwinden um erfolgreich zu sein? Gesetzt dies war der Fall: Worin bestanden diese Schwierigkeiten? Waren sie womöglich besonders groß?

Hänsel und Gretel müssen die heimlich gehörte Nachricht verdauen, dass sie ausgesetzt werden sollen und Hänsel muss sich nachts, wenn die Eltern schlafen, aus dem Haus schleichen und Kieselsteine sammeln. Erst dann hat er eine Möglichkeit gefunden um zu überleben (Z.36).

Bevor die Kinder das weiße Vöglein sehen, müssen sie tagelang durch den Wald irren und hungern (Z.89,90).

Bevor es Gretel gelingt die Hexe in den Ofen zu stoßen, müssen weitere Schwierigkeiten überwunden werden. Hänsel, der im Stall eingesperrt ist, ist so schlau und zeigt der Hexe einen Knochen und nicht seine Finger, damit die Hexe denkt, dass er nicht fetter wird. Hänsel kann damit Zeit schinden (Z.136,137). Dadurch, dass Gretel sich dumm anstellt und so tut als wüsste sie nicht wie man nachsieht ob der Ofen schon heiß ist, zeigt die Hexe es ihr ungeduldig und kriecht in den Ofen. Dies ist Gretels Chance um die Hexe in den Ofen zu stoßen (Z.155).

Die Schwierigkeiten, die Hänsel und Gretel überwinden müssen, sind lebensbedrohlich.

8. Wie werden Hänsel und Gretel in dem Erzähltext bewertet?

Auf der einen Seite scheinen Hänsel und Gretel schlau und gewieft zu sein, da Hänsel zum einen die Kieselsteine mit Absicht im Wald verliert, um den Rückweg zu finden (Z.36) und Gretel zum anderen die Hexe überlistet und sie selbst in den Ofen stößt (Z.155).

Auf der anderen Seite scheinen die beiden kindlich naiv zu sein, da sie sich begeistert an das Hexenhäuschen machen und davon essen ohne stutzig zu werden, ohne zu bemerken, dass es essbare Häuser eigentlich nicht gibt (Z.100).

10. Welche weiteren Fragen sind geeignet, den Erzähltext zu erschließen?

Wie unterscheiden sich Hänsel und Gretel in ihrem Verhalten?

Diese erste Beantwortung zeigt, dass die Antworten noch recht knapp ausfallen und meist nur das genannt wird, was ausdrücklich im Text formuliert ist. Bis auf eine Aufgabe wurden die Fragen verstanden. Bei Aufgabe 8 wird die Frage nicht präzise beantwortet. Gefragt ist hier nach der Bewertung von Hänsel und Gretel im Erzähltext. Beantwortet wird die Frage aber mit Hilfe von Eigenschaften und Fähigkeiten. Die tatsächliche Bewertung anhand von Textstellen wird außer Acht gelassen.

Des Weiteren wurden 2 Fragen nicht beantwortet.

Überarbeitung der Fragen 1-3

1. Wer sind Hänsel und Gretel?

Hänsel und Gretel sind Geschwister und die Kinder von einem armen Holzhacker und seiner Frau (Z. 1,2). Sie leben zusammen mit ihrem leiblichen Vater und ihrer „Stiefmutter“ (Z.17) am Rande eines großen Waldes. Aus dieser Tatsache lässt sich schließen, dass sie Halbwaisen sind.

Hänsel scheint älter zu sein als seine Schwester Gretel. Dies lässt sich anhand der Zeile 23 (Hänsel sprach zu Gretel: „sei getrost, liebes Schwesterlein“) und der Zeile 83 (Hänsel tröstete sein Schwesterchen) belegen. Die Geschwister werden als „Bübchen“ und „Mädchen“ bezeichnet (Z.2). Schätzt man hiernach das Alter der Kinder ein, so kann man sagen, dass Hänsel ungefähr 8 bis 9 Jahre alt sein muss und Gretel ca. 7 Jahre.

Hänsel und Gretel sind die Hauptfiguren der Geschichte. Von ihnen ist durchgängig die Rede, vor allen Dingen auch am Anfang und am Ende der Geschichte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Wann spielt die Geschichte?

Die Geschichte spielt zu einer Zeit, „wo große Teuerung ins Land kam“ und der Holzhacker folglich das tägliche Brot für seine Familie nicht mehr bezahlen konnte (Z. 2-4).

Außerdem scheint die Geschichte im Herbst zu spielen. Dies kann man daraus schließen, dass Hänsel und Gretel nachts im Wald am Feuer schlafen sollen, weil es sonst zu kalt wird. Zeile 37, 38: „Nun sammelt Holz, ihr Kinder, ich will ein Feuer anmachen, damit ihr nicht friert.“ Und da die Kinder für dieses Feuer einen Haufen Reisig sammeln, kann es noch nicht Winter sein, denn dann wäre das am Boden liegende Holz wahrscheinlich schon festgefroren und außerdem würden keine Beeren mehr an den Büschen hängen (Z.90).

Des Weiteren ist die Frage, wie lange die gesamte Geschichte spielt:

- Die Kinder werden das erste Mal ausgesetzt: 3 Tage
- Sie sind wieder zu Hause: ein paar Tage
- Die Stiefmutter führt die Kinder tiefer in den Wald und sie irren herum: 2,5 Tage
- Sie sehen am dritten Tag das weiße Vöglein, das sie zum Hexenhaus führt
- Bei der Hexe: 4 Wochen
- Rückweg: 1 Tag

Dauer des Märchens: 5-6 Wochen

3. Wo spielt die Geschichte?

Genau betrachtet spielt die Geschichte an 5 Orten:

- Der Holzhacker wohnt mit seiner Familie vor einem großen Wald (Z.1).
- Die Geschichte spielt in diesem großen Wald, wo die Eltern regelmäßig Holz hacken (Z.36-51).
- Die Geschichte spielt am Hexenhäuschen (Z. 98-165).
- Die Geschichte spielt am See (Z.167-177).
- Die Geschichte spielt wieder zu Hause vorm Wald (Z.179-184).

Nach der Überarbeitung der ersten drei Fragen wird sofort deutlich, dass jetzt ausführlicher geantwortet wird. Hinzu kommt, dass mehr zwischen den Zeilen gelesen wird und dadurch mehr Interpretation in die Fragen einfließt.

Zur ersten Frage: Wo in der ersten Fassung nur ein Satz zu finden war, wird nun stärker differenziert. Zusätzlich zu der Tatsache, dass Hänsel und Gretel Geschwister und die Kinder von einem armen Holzhacker und seiner Frau sind, erfährt man nun, dass die Frau die Stiefmutter ist und die Kinder aus diesem Grunde Halbwaisen sind. Außerdem werden aufgrund der Zeilen 23 und 83 Vermutungen über das Alter der Kinder angestellt. Des Weiteren wird eine Tabelle erstellt, die Aufschluss über die Rollen der beiden im Märchen und die Beziehung zueinander Aufschluss gibt.

Zu der zweiten Frage werden, zusätzlich zu der bereits genannten Tatsache, dass die Geschichte zu einer Zeit spielt, „wo große Teuerung ins Land kam“ und der Holzhacker folglich das tägliche Brot für seine Familie nicht mehr bezahlen konnte (Z. 2-4) jetzt die Dauer des Märchens errechnet und Vermutungen über die Jahreszeit angestellt.

Die Frage 3 wird differenzierter dargestellt, indem nun 5 Orte genannt werden. Außerdem wird die topographische Analyse durch eine Skizze (siehe Anhang: Skizze B) vervollständigt.

Überarbeitung der Fragen 4- 7

Um die Frage 4./ 5a besser verstehen und genauer klären zu können, ob und wie viele dauerhafte Erfolge Hänsel und Gretel im Verlaufe der Handlung haben, muss man sich Gedanken über den Begriff des Erfolges machen.

Was ist Erfolg?

- verbesserte Situation
- wenn eine Handlung zum gewünschten Ziel führt
- wenn ein gestecktes Ziel erreicht wird
- vor dem Erfolg steht die Überwindung einer Schwierigkeit
- die Veränderung wird als positiv angesehen

Bei der Beantwortung der Frage muss differenziert werden zwischen den eher kurzweiligen Erfolgen während des Märchens und den dauerhaften Erfolgen, die am Ende des Märchens stehen.

4./ 5.a Haben Hänsel und Gretel im Verlauf der Handlung dauerhafte Erfolge oder Misserfolge?

Worin bestehen diese Erfolge von Hänsel und Gretel?

Setzt man das Schicksal der Kinder, dass die Eltern sie nicht mehr versorgen können und sie deshalb aussetzen, als gegeben voraus, kann man sagen, dass sie dauerhaft Erfolge haben.

Versteht man die Frage so, dass sie dauerhaft, im Laufe der Geschichte immer wieder Erfolge haben, sind folgende zu nennen:

Die Eltern setzen ihre Kinder aus, weil sie sie nicht mehr ernähren können. Aber die Kinder finden immer wieder Möglichkeiten um zu überleben.

Hänsel wirft Kieselsteine und Brotkrumen auf den Weg, um den Rückweg zu markieren (Z.36/76).

Sie irren ein Stück durch den Wald und plötzlich sitzt ein weißes Vöglein auf einem Ast, das sie zu dem Hexenhäuschen führt (Z.95).

Das Hexenhäuschen ist aus Nahrungsmitteln gebaut, wodurch die Kinder dem Hungertod entgehen (Z.99-101).

Kurz bevor Hänsel von der Hexe gegessen werden soll, schafft es Gretel durch eine List die Hexe selbst in den Ofen zu stoßen (Z.155). Die Kinder überleben.

Da die Hexe nun tot ist, können sie in das Hexenhaus gehen und Perlen und Edelsteine stehlen (Z.163).

Zum Schluss hilft den beiden die weiße Ente weiter, die sie über das „große Wasser“ bringt

(Z. 170).

Versteht man die Frage aber so, dass die Kinder am Ende des Märchens einen oder mehrere Erfolge haben, die dauerhaft bestehen bleiben, also z.B. für die nächsten Jahre oder für den Rest des Lebens, dann muss man sagen, dass es zwei Erfolge gibt:

Hänsel und Gretel finden den Weg nach Hause und leben mit ihrem Vater dort in Frieden zusammen (Z.180-184).

Hänsel und Gretel stehlen die Perlen und Edelsteine der Hexe, gelangen so zu Reichtum und müssen mit ihrem Vater nicht mehr in Armut leben (Z.163).

An der Überarbeitung der Frage 4./ 5a ist zu bemerken, dass kurz zuvor der Begriff des Erfolges näher erläutert wurde, da die Antwort jetzt in zwei Sichtweisen differenziert wird. Zu Beginn der Antwort wird grundlegend gesagt, dass, wenn man das Schicksal der Kinder, ausgesetzt zu werden, als gegeben voraussetzt, die Kinder Erfolge haben. Danach wird separiert in die Erfolge, die die beiden immer wieder im Verlaufe des Märchens haben und die Erfolge, die die Kinder am Ende des Märchens haben und die dauerhaft bestehen bleiben. Damit wird diese Antwort in der Überarbeitung genauer ausgeführt, indem die zweite Sichtweise des Erfolges hinzugefügt wird. Zu diesem zweiten Punkt werden zwei Erfolge genannt.

6a. Hatten Hänsel und Gretel jeweils Schwierigkeiten zu überwinden um erfolgreich zu sein? Gesetzt dies war der Fall: Worin bestanden diese Schwierigkeiten? Waren sie womöglich besonders groß?

Meiner Meinung nach müssen Hänsel und Gretel jeweils Schwierigkeiten überwinden um erfolgreich zu sein.

Hänsel und Gretel müssen die heimlich gehörte Nachricht verdauen, dass sie ausgesetzt werden sollen und Hänsel muss sich nachts, als die Eltern schlafen, aus dem Haus schleichen und Kieselsteine sammeln. Erst dadurch hat er eine Möglichkeit gefunden, um zu überleben (Z.36).

Bevor die Kinder das weiße Vöglein sehen, müssen sie tagelang durch den Wald irren und hungern (Z.89,90).

Bevor es Gretel gelingt, die Hexe in den Ofen zu stoßen, müssen weitere Schwierigkeiten überwunden werden. Hänsel, der im Stall eingesperrt ist, ist so schlau und zeigt der Hexe einen Knochen und nicht seine Finger, damit die Hexe denkt, dass er nicht fetter wird. Hänsel kann damit Zeit schinden (Z.136,137).

Dadurch, dass Gretel sich dumm anstellt und so tut als wüsste sie nicht wie man nachsieht ob der Ofen schon heiß ist, zeigt die Hexe es ihr ungeduldig und kriecht ein Stück in die Ofenöffnung. Dies ist Gretels Chance, um die Hexe in den Ofen zu stoßen (Z.155).

Die Schwierigkeiten, die Hänsel und Gretel überwinden müssen, sind lebensbedrohlich.

Zu dieser Frage wurde nur ein Einführungssatz hinzugefügt. Der Inhalt blieb bestehen.

7a. Warum hatten Hänsel und Gretel bestimmte Erfolge? Gesetzt sie hatten Schwierigkeiten und sogar besonders große Schwierigkeiten zu überwinden: Wodurch war es Hänsel und Gretel gleichwohl möglich, erfolgreich zu sein?

Meiner Meinung nach beruhen die Erfolge von Hänsel und Gretel auf Klugheit, List, Glück und auch Frömmigkeit.

Klugheit (List):

Als die Kinder das erste Mal ausgesetzt werden sollen, finden sie den Rückweg nur, weil Hänsel so schlau ist und Kieselsteine sammelt und sie auf den Weg wirft (Z.36).

Als die Hexe Hänsel mästen will und täglich guckt, ob er schon fett geworden ist, hält er ihr anstatt eines Fingers einen Knochen hin, damit sie denkt, dass er noch nicht zugenommen hat (Z.136, 137).

Gretel stellt sich der Hexe gegenüber dumm an und lässt diese in die Ofenöffnung kriechen, damit sie ihr dann einen Stoß geben kann und die Hexe im Ofen landet (Z. 155).

Gretel ist so klug und hält Hänsel davon ab, dass sie beide zusammen auf den Rücken der Ente steigen, weil diese sie beide vielleicht nicht tragen kann (Z.176, 177). Allerdings kann man auch hier streiten, da die Ente in der Realität nicht mal Hänsel, einen Jungen von ca. 9 Jahren, tragen könnte. Vielleicht wäre die Ente im Märchen auch in der Lage gewesen beide zu tragen.

Glück:

Den Kindern begegnet das weiße Vöglein, das sie zu dem Hexenhaus führt. Hier kann man nun streiten, ob das positiv oder negativ ist, aber ich denke es ist eher positiv, da es die Kinder für den Moment vor dem Hungertod rettet (Z.89,90).

Die weiße Ente am Ende des Märchens hilft den Kindern, indem sie sie über das große Wasser bringt (Z.175).

Frömmigkeit:

Auch die Frömmigkeit, die Hänsel und Gretel an den Tag legen, scheint ein Faktor zu sein, der zu den Erfolgen führt. Der Glaube an Gott gibt ihnen Mut.

Z.23, 24: „Sei getrost, liebes Schwesterlein, und schlaf nur ruhig ein, Gott wird uns nicht verlassen.“

Z. 68, 69: „Der liebe Gott wird uns schon helfen.“

Im Gegensatz dazu wird die Hexe in Zeile 156 als gottlos bezeichnet.

Das, was zu Hänsels und Gretels Erfolgen führt, scheint also eine Mischung aus Frömmigkeit, Glück, aber vor allen Dingen auch Listigkeit zu sein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten

Details

Titel
Texte lesen und verstehen in der Grundschule. "Hänsel und Gretel" von den Brüdern Grimm und "Die Schwäne auf dem Wasser" von Benno Pludra
Hochschule
Universität Lüneburg  (Institut für deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik)
Veranstaltung
Texte lesen und verstehen in der Grundschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
57
Katalognummer
V13915
ISBN (eBook)
9783638194396
ISBN (Buch)
9783656634225
Dateigröße
5899 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit enthält zusätzlich 16 Seiten gescannten Anhang.
Schlagworte
Texte, Grundschule, Analyse, Interpretation, Märchens, HÄNSEL, GRETEL, Brüdern, Grimm, Untersuchung, Schülerleistungen, Geschichte, SCHWÄNE, WASSER, Benno, Pludra, Seminarmappe
Arbeit zitieren
Alexandra Ludwig (Autor), 2003, Texte lesen und verstehen in der Grundschule. "Hänsel und Gretel" von den Brüdern Grimm und "Die Schwäne auf dem Wasser" von Benno Pludra, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13915

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