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"Framing". Strategie der Manipulation.

Title: "Framing". Strategie der Manipulation.

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Ender (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Es gibt Situationen, in denen wir wichtige Entscheidungen treffen müssen, die für den weiteren Verlauf unseres Lebens bedeutend sind. Deshalb wäre es beruhigend zu wissen, dass menschliche Entscheidungen nach einem Kosten-Nutzen-Kalkül funktionieren und nicht manipulierbar sind. In dieser Hausarbeit werde ich zeigen, dass es sehr wohl Entscheidungen gibt, die nicht nach Rationalitätskalkülen berechnet werden. Ich gehe der Frage nach, wie es möglich ist, dass Menschen in ihren Entscheidungen, objektiv gesehen, nicht rational sind und werde zeigen, wie ihr Entscheidungsverhalten manipuliert werden kann bzw. welche Strategien es für Manipulierende gibt. Im folgenden Kapitel bestimme ich, was in dieser Arbeit unter rationalem bzw. Nutzen maximierendem Handeln verstanden werden soll und welche Bedeutung der Definition der Situation1 in diesem Zusammenhang zukommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rationales Handeln und Manipulation

2.1. Nutzenmaximierung

2.2. Manipulation

3. Strategien der Manipulation

3.1. Framing

3.1.1. Referenzpunkt

3.1.2. Verlustaversion

3.1.3. Status Quo Bias

3.2. Heuristiken

3.2.1. Verfügbarkeitsheuristik

3.2.2. Optimismus

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, warum menschliche Entscheidungen häufig nicht den Kriterien der Rationalität folgen und wie dieses Entscheidungsverhalten durch externe Einflüsse gezielt manipuliert werden kann. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche psychologischen Mechanismen und Strategien Manipulierende nutzen, um Akteure zu bestimmten, für sie selbst vorteilhaften Handlungen zu bewegen.

  • Grundlagen des rationalen Handelns und der Nutzenmaximierung
  • Analyse von Framing als zentraler Manipulationsstrategie
  • Bedeutung von Referenzpunkten und Verlustaversion
  • Einfluss von Status Quo Bias und Entscheidungsheuristiken
  • Rolle von Optimismus und kognitiven Verzerrungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Framing

Die normative Theorie der Rationalen Wahl geht von einem rational handelnden Akteur aus, dessen "preference between options should be independent of their description". Die Unabhängigkeit der Präferenzen von der Form innerhalb einer Entscheidung, wie die Entscheidungsalternativen dargestellt sind, nennt man Invarianz. Kahnemann und Tversky gehen davon aus, dass eine normative Theorie der Rationalen Wahl keine adäquate Beschreibung von rationalem Handeln erbringen kann. Einer ihrer Gründe ist die Unterlaufung des Prinzips der Invarianz. An Beispielen zeigen sie, dass die Darstellungsweise des Entscheidungsproblems und der Entscheidungsalternativen das Prinzip der Invarianz systematisch untergraben. Akteure handeln also, mit anderen Worten, nicht konsequent in jeder Entscheidung nach den gleichen Präferenzen, sondern orientieren sich immer am Kontext der Situation, in der die Entscheidung getroffen wird. Die Strategie, die Darstellung der Situation zu verändern, nennt man Framing. Das Entscheidungsproblem und die Handlungsalternativen bekommen also einen Rahmen, der vom Akteur erkannt wird und als Grundlage für seine Entscheidung genommen wird. Das Prinzip der Invarianz hätte nach Kahnemann und Tversky eine Chance zu bestehen, wenn es Strategien gäbe, die das Framing untergraben. Solche Strategien werden von ihnen erläutert, unter anderem das Transformieren der verschiedenen Frames in einen einheitlichen Frame, also das gedankliche Umformulieren der Darstellungsweise. In ihren Experimenten zeigen sie das Scheitern der Invarianz und damit, dass Akteure nicht von allein die verschiedenen Darstellungsweisen in einen einheitlichen Rahmen transformieren. Das ist der Grund, warum das Prinzip des Framing funktioniert. Akteure bemerken oft nicht, dass das Entscheidungsproblem in einer bestimmten Art und Weise dargestellt wurde und orientieren sich an der ihnen vorliegenden Rahmung bzw. dem für sie gegebenen Kontext der Situation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der menschlichen Entscheidungsfindung ein und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten und Strategien der Manipulation von rationalem Verhalten.

2. Rationales Handeln und Manipulation: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Nutzenmaximierung und definiert Manipulation als bewussten Einfluss auf Entscheidungen, der das objektive Nutzenoptimum des Akteurs untergraben kann.

3. Strategien der Manipulation: Hier werden zentrale Strategien wie Framing, Heuristiken, Verlustaversion und der Status Quo Bias vorgestellt, die erklären, wie Entscheidungen systematisch verzerrt werden können.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Framing die bedeutsamste Manipulationsstrategie darstellt, da sie als Grundlage für viele andere Mechanismen wie die Verlustaversion oder den Status Quo Bias fungiert.

Schlüsselwörter

Manipulation, Rationales Handeln, Nutzenmaximierung, Framing, Invarianz, Referenzpunkt, Verlustaversion, Status Quo Bias, Heuristiken, Verfügbarkeitsheuristik, Optimismus, Entscheidungsverhalten, Kognitive Verzerrung, Handlungsalternativen, Nudge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen rationalen Entscheidungsmodellen und der tatsächlichen, oft manipulierbaren menschlichen Entscheidungsfindung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen ökonomische und psychologische Theorien zur Entscheidungsfindung sowie die Identifikation von Manipulationsstrategien, die menschliche Denksysteme beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Rahmung (Framing) von Entscheidungssituationen das Handeln von Akteuren beeinflusst werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse soziologischer Handlungstheorien sowie verhaltensökonomische Ansätze, insbesondere von Kahnemann, Tversky, Thaler und Sunstein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Nutzens und der Manipulation sowie eine detaillierte Vorstellung von Strategien wie Framing, Heuristiken und psychologischen Biases.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen Manipulation, Framing, Nutzenmaximierung, Verlustaversion sowie die Unterscheidung zwischen intuitiven und reflexiven Denksystemen.

Welche Rolle spielt die "Definition der Situation" nach Esser?

Sie bildet das Fundament für das Verständnis, warum Menschen subjektive Handlungsbewertungen vornehmen, die objektiv gesehen nicht immer nutzenmaximierend sind.

Warum wird Framing als die bedeutsamste Strategie eingestuft?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Framing die übergeordnete Strategie ist, da viele andere Phänomene wie die Verlustaversion oder der Status Quo Bias erst in Kombination mit einem bestimmten Framing ihre manipulativen Wirkungen voll entfalten.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen dem "Automatic" und dem "Reflective System"?

Das Automatic System steht für intuitives, unbewusstes Handeln, während das Reflective System kontrolliertes und rationales Überlegen beschreibt; Manipulation setzt zumeist bei der Umgehung des reflexiven Systems an.

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Details

Title
"Framing". Strategie der Manipulation.
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Rational Choice
Grade
1,3
Author
Stefanie Ender (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V139150
ISBN (eBook)
9783640489039
ISBN (Book)
9783640489206
Language
German
Tags
Manipulation Scheitern Entscheidungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Ender (Author), 2009, "Framing". Strategie der Manipulation., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139150
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