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Homosexuelle und Kinderwunsch

Von den Möglichkeiten und Folgen auf die Elternschaft

Title: Homosexuelle und Kinderwunsch

Term Paper , 2009 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Stefanie Ender (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Lange litten Homosexuelle unter gesellschaftlicher und rechtlicher Diskriminierung. Im Nationalsozialismus wurden sie in Deutschland sogar in Konzentrationslagern vernichtet. Heute ist die gesellschaftliche Diskriminierung zunehmend einer immer breiter werdenden Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren gewichen. Ab dem 1. August 2001 ist es homosexuellen Paaren durch das Lebenspartnerschaftsgesetz in Deutschland möglich "dem Standesbeamten persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit [zu] erklären, miteinander eine Partnerschaft auf Lebenszeit führen zu wollen"1. Die Lebenspartnerschaft einzugehen ist zwar nicht das gleiche wie zu heiraten, aber es stellt eine erhebliche Verbesserung der rechtlichen Lage für Homosexuelle dar. Dennoch ergeben sich für Homosexuelle rechtliche Nachteile, wenn sie ihren Kinderwunsch realisieren möchten, eben aus dem Grund, weil sie in Deutschland keine Ehe eingehen können.
In dieser Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie es homosexuellen Paaren trotz der meist hinderlichen Rechtslage in Deutschland möglich ist, ihren Kinderwunsch zu realisieren. Weiterführend soll untersucht werden, welche Folgen die verschiedenen Familienformen, die aus der Realisierung des Kinderwunsches Homosexueller entstanden, auf die Formen von Elternschaft haben. Um diesen Fragen nachzugehen, habe ich mich mit Literatur über homosexuelle Eltern zu beschäftigen versucht. Leider ist dieses Gebiet in der Soziologie2 bisher wenig erforscht worden und ich musste eine Beratungsbroschüre des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland e.V.3 zu Rate ziehen, obwohl die Daten, die dort genannt werden, nicht hinreichend belegt sind. Dieses Problem sollte in naher Zukunft durch wissenschaftliche Analysen zum Thema "Kinderwunsch Homosexueller" behoben werden. In der vorliegenden Hausarbeit beginne ich in Kapitel 2 die Formen von Elternschaft zu erläutern, die es nach Hoffmann-Riem gibt. In Kapitel 3 beschreibe ich Möglichkeiten, die Homosexuelle haben, um ihren Kinderwunsch zu realisieren. Dabei gehe ich auf rechtliche Beschränkungen in Deutschland ein und versuche Lösungen für diese Probleme zu geben. In Kapitel 4 untersuche ich die Folgen auf die Elternschaft bzw. erkläre die resultierende Komplexität der Elternschaft. In Kapitel 5 gehe ich darauf ein, welche Konsequenzen sich aus der Komplexität der Elternschaft und der Tatsache, dass ein Kind homosexuelle Eltern hat, für die Elter-Kind-Beziehung ergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen von Elternschaft

3. Möglichkeiten zur Realisierung des Kinderwunsches

3.1. Adoption

3.2. Heterologe Insemination

3.3. Pflegschaft

3.4. Leihmutterschaft

3.5. Queer – Familie

4. Folgen auf die Formen von Elternschaft

4.1. Adoptionsfamilie

4.2. Familie aus heterologer Insemination

4.3. Pflegschaftsfamilie

4.4. Familie, die auf Leihmutterschaft gründet

4.5. Queer – Familie

5. Folgen auf die Elter-Kind-Beziehung

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie homosexuelle Paare trotz der oft einschränkenden rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland ihren Kinderwunsch realisieren können und welche Auswirkungen diese Familienkonstellationen auf die Struktur der Elternschaft sowie die Elter-Kind-Beziehung haben.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen für die Familienplanung gleichgeschlechtlicher Paare.
  • Analyse verschiedener Familienformen wie Adoption, Insemination und Queer-Familien.
  • Untersuchung der Komplexität biologischer, rechtlicher und sozialer Elternschaft.
  • Einfluss der Familienkonstellation auf die Alltagsgestaltung und Elter-Kind-Beziehung.

Auszug aus dem Buch

3.2. Heterologe Insemination

Das Wort Insemination stammt aus dem Lateinischen (inseminare) und bedeutet so viel wie sähen, einpflanzen. Die heterologe Insemination ist ein Verfahren, bei dem einer Frau der Samen eines Mannes eingeführt wird, der nicht ihr Partner ist. Es gibt in Deutschland Samenbanken, bei denen Spender ihren Samen gegen eine Vergütung abgeben, manchmal sogar gegen bis zu 100 Euro. Der Samen wird eingefroren und ein Zeit lang aufbewahrt. In dieser Zeit werden Laboruntersuchungen an ihm vorgenommen, zum Beispiel wird er auf Hepatitis B und HIV getestet. Danach kann er der Frau eingeführt werden. In etwa 17 Prozent ist ein Befruchtungsversuch erfolgreich. Das heißt, die Frau trägt ein Kind mit ihrem Erbgut und den Genen des fremden Samen aus. Das geborene Kind hat ein Recht darauf spätestens mit vollendetem 18. Lebensjahr den Namen des Spenders zu erfahren. Anonyme Samenspenden gibt es in deutschen Samenbanken nicht. Von Betroffenen, die auf diese Art gezeugt wurden, wird der Vorgang aber nicht selten als Abweichung von der Normalität gesehen. Es fehle jeglicher Liebesakt bei der Zeugung, lautet die Kritik. Dennoch ist die heterologe Insemination für lesbische Paare eine der wenigen Möglichkeit ein leibliches Kind zu bekommen und gemeinsam groß ziehen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die historische und aktuelle rechtliche Situation homosexueller Paare in Deutschland ein und formuliert die Forschungsfrage zur Realisierung des Kinderwunsches.

2. Formen von Elternschaft: Es werden die Definitionen biologischer, rechtlicher und sozialer Elternschaft sowie deren Zusammenfallen in der Kernfamilie versus deren Aufspaltung in abweichenden Familienmodellen erläutert.

3. Möglichkeiten zur Realisierung des Kinderwunsches: Das Kapitel beschreibt verschiedene Wege der Familienbildung, darunter Adoption, Insemination, Pflegschaft, Leihmutterschaft und das Konzept der Queer-Familie unter Berücksichtigung rechtlicher Hürden.

4. Folgen auf die Formen von Elternschaft: Hier werden die durch die Familienformen entstehenden komplexen Elternschaftskonstellationen und die spezifische Verteilung von Zuständigkeiten analysiert.

5. Folgen auf die Elter-Kind-Beziehung: Es wird untersucht, wie sich alternative Familienkonstellationen auf den Alltag und die Erziehung auswirken und inwieweit die sexuelle Orientierung der Eltern die Bindung zum Kind beeinflusst.

6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Herausforderungen homosexueller Paare zusammen und betont, dass alternative Familienformen zwar komplexer sind, aber eine bewusste Entscheidung für die Elternschaft darstellen.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Kinderwunsch, Regenbogenfamilie, Elternschaft, Adoption, Heterologe Insemination, Pflegschaft, Leihmutterschaft, Queer-Familie, Rechtliche Diskriminierung, Soziale Elternschaft, Biologische Elternschaft, Familienkonstellation, Erziehung, Elter-Kind-Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation homosexueller Paare in Deutschland, die den Wunsch haben, Eltern zu werden, und analysiert die dabei auftretenden rechtlichen und sozialen Herausforderungen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?

Im Zentrum stehen die rechtlichen Möglichkeiten zur Familienbildung, die theoretische Einordnung verschiedener Elternschaftsformen und die Auswirkungen dieser Familienmodelle auf das Kind und die Beziehungsdynamik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie homosexuelle Paare trotz hinderlicher Rechtslage Kinder bekommen können und welche Folgen die daraus resultierenden Familienkonstellationen für das Konstrukt der Elternschaft haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer Literaturanalyse basiert, ergänzt durch Daten aus Beratungsbroschüren und Studien zu Regenbogenfamilien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich abgedeckt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Möglichkeiten der Familienrealisation (Adoption, Insemination, etc.) und eine Analyse der daraus resultierenden komplexen Elternschaftsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Homosexualität, Kinderwunsch, Regenbogenfamilie, rechtliche Rahmenbedingungen und die Typologie der Elternschaft.

Warum spielt das Konzept der "Kernfamilie" in dieser Analyse eine zentrale Rolle?

Die Kernfamilie dient als theoretischer Vergleichsmaßstab, um die Komplexität und die abweichenden Strukturen moderner, homosexueller Familienformen besser einordnen und beschreiben zu können.

Inwiefern beeinflusst das deutsche Recht die Möglichkeiten für Queer-Familien?

Da das deutsche Recht in der Regel nur zwei Personen als sorgeberechtigte Eltern vorsieht, entstehen bei Queer-Familien mit bis zu vier beteiligten Elternteilen erhebliche rechtliche Schwierigkeiten bei der Sorgerechtsverteilung.

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Details

Title
Homosexuelle und Kinderwunsch
Subtitle
Von den Möglichkeiten und Folgen auf die Elternschaft
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Spätmoderne Verwandtschaftsverhältnisse
Grade
1
Author
Stefanie Ender (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V139154
ISBN (eBook)
9783640486397
ISBN (Book)
9783640486571
Language
German
Tags
Homosexuelle Kinderwunsch Möglichkeiten Folgen Elternschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Ender (Author), 2009, Homosexuelle und Kinderwunsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139154
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