Die Hausarbeit setzt sich mit der Sprachförderung im Unterricht auseinander. Anhand von Witzen soll erörtert, ob diese zur Sprachewusstheit/-sein bei Schüler:innen beitragen.
Zum lernförderlichen Unterrichtsklima gehört neben Gerechtigkeit auch eine zufriedene und fröhliche Grundstimmung. Wie kann diese zufriedene und fröhliche Grundstimmung erreicht werden? Möglicherweise mit einem interessanten, aber auch witzigen Unterricht, der die Schülerinnen und Schüler dort abholt, wo sie sich gerade befinden und auch an ihren Erfahrungshorizont anknüpft. Überdies bietet diese Form der Unterrichtsgestaltung nicht nur die Möglichkeit, einen gewissen Grad an Humor in die Ausgestaltung des Unterrichts einzuarbeiten, sondern möglicherweise bietet die Frage auch einen Ansatzpunkt für metasprachlichen Sprachunterricht, in dem die SuS ein stückweit induktiv über Sprachphänomene zu einer allgemeingültigen Regel finden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DER BEGRIFF DER SPRACHBEWUSSTHEIT UND SEINE HERKUNFT
3 GRAMMATIKUNTERRICHT UND SPRACHBEWUSSTHEIT
4 UNTERRICHTSMODELL VON MARCY ZIPKE (2008)
4.1 Vorbetrachtung zur Studie
4.2 Konzeption und Ablauf der Studie
4.3 Die Resultate der Studie
4.4 Chancen und Risiken für den Einsatz im deutschsprachigen Sprachunterricht
5 FAZIT/SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des metalinguistischen Unterrichtsmodells von Marcy Zipke (2008) auf den deutschsprachigen Sprachunterricht. Dabei wird analysiert, inwiefern die Arbeit mit sprachlichen Mehrdeutigkeiten, wie sie in Rätseln und Witzen vorkommen, die Sprachbewusstheit und die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern fördern kann, wobei die spezifischen linguistischen Gegebenheiten des Deutschen berücksichtigt werden.
- Grundlagen der Sprachbewusstheit und deren Abgrenzung vom Sprachbewusstsein
- Bedeutung des metalinguistischen Wissens im Grammatikunterricht
- Analyse des US-amerikanischen Unterrichtsmodells von Marcy Zipke (2008)
- Herausforderungen beim Transfer der Methode auf die deutsche Sprache
- Potenziale von Rätseln und mehrdeutigen Begriffen als spracherwerbsfördernde Instrumente
Auszug aus dem Buch
4.1 Vorbetrachtung zur Studie
Teaching Metalinguistic Awareness and Reading Comprehension with Riddles ist eine Studie von Marcy Zipke aus dem Jahr 2008. Die englischsprachige Studie versucht aufzuzeigen, dass anhand von Knock-Knock Jokes (Klopf-Klopf-Witze) und Riddles (Rätseln) das Verständnis für Worte und Sätze verbessert werden kann, indem der Lernende metasprachlich über die richtige Bedeutung von Wörtern und Sätzen nachdenkt. Zipke legt in der Vorbetrachtung zu ihrer Studie dar, dass Kinder bereits in jungen Jahren mit Sprache arbeiten und experimentieren – sie macht ihre Beobachtung an zwei Aspekten fest: einerseits am Spaß beim Spiel/Experimentieren mit Sprache und andererseits an der Entdeckung der Sprache an sich. Die Autorin verweist selbst auf eine Vielzahl von Studien, aus denen sie verschiedene Erkenntnisse rezipiert und für ihre eigene Studie adaptiert oder aber als Ideengeber für die Entwicklung ihrer eigenen Studie fungieren (vgl. Zipke 2008, S. 128).
Aufgrund der Ausdrucksvielfalt sowohl der englischen als auch der deutschen Sprache können eine Vielzahl von Wörtern und Sätzen ambig sein. Deshalb stolpern Empfänger:innen (Leser:innen und Hörer:innen) über sprachliche Mehrdeutigkeiten und sind gezwungen über diese nachzudenken, um die tatsächliche Aussage der/des Sender:in zu dekodieren und zu verstehen. Hierfür ist es wichtig, dass nicht nur der Text als Ganzes erfasst wird, sondern dass auch die Mehrdeutigkeiten der einzelnen Wörter und Sätze bekannt sind. Insbesondere im englischsprachigen Wortschatz gibt es weit mehr als 1.000 Wörter, die regelmäßig im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet werden, die ambig sind, u. a. auch Homonyme sein können. Zipke verdeutlicht an dem Beispiel des Wortes can, die Unterscheidung der lexikalischen und der syntaktischen Ambiguität. Weiterhin verweist sie auf eine Studie von Cairns/Waltzman/Schlisselberg (2004), welche nachweisen konnten, dass das Erkennen und das Verstehen von Ambiguitäten bei Sätzen gute Indikatoren sind, inwieweit sich die Lesefähigkeiten der SuS im weiteren Verlauf der Schullaufbahn entwickeln wird (vgl. Zipke 2004, S. 129).
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung eines lernförderlichen Unterrichtsklimas durch Humor und führt in die Thematik der Sprachbewusstheit sowie die Relevanz der Studie von Marcy Zipke ein.
DER BEGRIFF DER SPRACHBEWUSSTHEIT UND SEINE HERKUNFT: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Grundlagen, indem es verschiedene Begrifflichkeiten und Definitionen der Sprachbewusstheit aus der Sprachdidaktik gegenüberstellt.
GRAMMATIKUNTERRICHT UND SPRACHBEWUSSTHEIT: Es wird die Rolle der Sprachbewusstheit für den Grammatikunterricht erörtert und die Bedeutung der (Schrift-)Sprache als Medium für metalinguistische Reflexionen hervorgehoben.
UNTERRICHTSMODELL VON MARCY ZIPKE (2008): Dieses Kapitel widmet sich detailliert der Studie von Zipke, ihrer methodischen Umsetzung sowie der Analyse von Chancen und Risiken für den deutschsprachigen Raum.
FAZIT/SCHLUSS: Die Arbeit endet mit einer abschließenden Reflexion darüber, inwiefern ein sprachbewusster Unterricht die Lesefähigkeiten von Lernenden nachhaltig fördern kann und wo Anpassungsbedarf für das Deutsche besteht.
Schlüsselwörter
Sprachbewusstheit, Sprachbewusstsein, Metasprachliches Wissen, Grammatikunterricht, Ambiguität, Mehrdeutigkeit, Leseverständnis, Sprachförderung, Induktives Lernen, Sprachdidaktik, Schriftspracherwerb, Metakommunikation, Sprachreflexion, Unterrichtsmodell, Zipke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein metalinguistisches Unterrichtsmodell, das auf der Arbeit von Marcy Zipke (2008) basiert, genutzt werden kann, um Sprachbewusstheit und Lesevermögen bei Schülern durch die gezielte Auseinandersetzung mit sprachlichen Mehrdeutigkeiten zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Sprachbewusstheit, der Auseinandersetzung mit metasprachlichen Lernprozessen im Grammatikunterricht und der praktischen Anwendung von Rätseln und Witzen zur Analyse von Ambiguitäten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu klären, inwiefern sich die US-amerikanischen Erkenntnisse von Zipke auf den deutschsprachigen Sprachunterricht übertragen lassen und welche didaktischen Anpassungen für eine erfolgreiche Vermittlung notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse didaktischer Konzepte gepaart mit einer kritischen Prüfung der Studie von Marcy Zipke sowie die Entwicklung eigener didaktischer Beispiele zur Überprüfung der Modellübertragbarkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Begrifflichkeiten geklärt, der Zusammenhang von Sprachbewusstheit und Grammatikunterricht erläutert und schließlich das Unterrichtsmodell von Zipke (2008) analysiert, inklusive seiner Stärken und Herausforderungen für den Deutschunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Sprachbewusstheit, Metasprachliches Wissen, Ambiguität, Grammatikunterricht und Sprachförderung.
Warum ist eine direkte Übertragung des Modells von Zipke auf den Deutschunterricht schwierig?
Die deutsche Sprache ist durch Genusfestigkeit und eine komplexe syntaktische Struktur geprägt, wodurch sich Wörter erst durch den Kontext oder Begleiter eindeutig bestimmen lassen, was eine direkte 1:1-Übertragung der englischsprachigen Aufgabenformate erschwert.
Welche Hilfestellung schlägt die Autorin zur Visualisierung der Reflexionsprozesse vor?
Als hilfreiches Instrument zur Strukturierung der Analyse von Mehrdeutigkeiten wird die sogenannte "3W-Tabelle" vorgeschlagen, die den Sätzen eine Einteilung nach Subjekt, Verb und Objekt abverlangt.
Bietet das Modell eine vollständige Lösung für den Unterricht?
Nein, die Autorin betont, dass das Konzept von Zipke lediglich als methodischer Einstieg und erste Anregung dient, die von der Lehrkraft didaktisch weiterentwickelt werden muss.
- Citar trabajo
- Michael Brieden (Autor), 2023, Witze zur Sprachförderung. Entwicklung und Begründung eines Unterrichtsmodells, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391891