Diese Arbeit beinhaltet eine Falllösung und befasst sich mit den Folgen und Auswirkungen von Mobbing auf die psychische Gesundheit.
Die negative Beeinflussung durch Mobbing betrifft nicht nur die involvierten Personen, sondern die gesamte Unternehmenskultur und Wettbewerbsfähigkeit in der Weise, dass selbst eine Gefährdung der (Über-)Lebensfähigkeit des Betriebes gegeben sein kann, da aufgrund erhöhter Fehlzeiten, Fluktuationen der Belegschaft, Qualitätseinbußen beim Output oder anderweitiger verminderter Produktivität die betriebswirtschaftlichen Kosten pro Mobbing Fall bis zu 30.000 Euro betragen können.
Eine ökonomische Auswirkung ist die verminderte Leistungsmotivation und überhaupt die Arbeitsleistung des Mobbingbetroffenen selbst: Durch das Mobbing werden das Verhalten und die Leistungsbereitschaft des Betroffenen nachhaltig negativ beeinflusst, so nimmt zu Mobbingbeginn insbesondere diese dadurch ab, da sich der Betroffene sehr stark mit seiner Situation und mit der Abwehr von Aktionen beschäftigen muss, womit Konzentration und Arbeitsfreude verloren gehen.
Mit Fortdauer des Mobbings wird der Betroffene die Motivation zu leistungsgerechten Handeln verlieren und schließlich resignieren und zu einer bewussten Leistungsreduzierung (innere Kündigung) kommen. Die Erscheinungsformen Absentismus, Fluktuation, Leistungsminderung können auf die durch das Mobbing hervorgerufene Arbeitsunzufriedenheit zurückgeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
Falllösung (12 Seiten)
Aufgabe 1: Mobbing und die Folgen
Ad 1.2 Auswirkung auf die psychische Gesundheit
Ad 1.3 Widerstandsfähigkeit
Ad 1.4 Auswirkung auf die Organisation
Aufgabe 2: Erhebung der Ist-Situation
Aufgabe 3: Präventionsmaßnahmen
Ad 3.2 Führungskräftetraining
Ad 3.3 Umgang mit Mobbing/Prävention von Mobbing-Folgen
Ad 3.4 Finanzierung der Maßnahmen
Aufgabe 4: Evaluationskonzept
Ad 4.1 Erfolgsindikatoren
Ad 4.2 Beteiligung
Aufgabe 5: Mitarbeiterinformation
Ad 5.1 Titelblatt
Ad 5.2 Broschüre
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich intensiv mit der Phänomenologie, den Auswirkungen und der Prävention von Mobbing in einem betrieblichen Kontext, mit dem Ziel, ein praktisches Konzept zur Intervention und gesundheitlichen Absicherung für Betroffene zu entwickeln.
- Epidemiologie und gesundheitliche Folgen von Mobbing-Prozessen
- Ökonomische und organisatorische Auswirkungen auf Unternehmen
- Entwicklung und Evaluation präventiver Maßnahmen am Arbeitsplatz
- Rolle von Führungskräften bei der Gestaltung eines positiven Arbeitsklimas
- Strategien zur Mitarbeiterinformation und vertraulichen Fallbearbeitung
Auszug aus dem Buch
Ad 1.1 Epidemiologie von Mobbing
Erstmals wurden im Mobbing-Report der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) repräsentative Daten für Deutschland geliefert: so konnte im Untersuchungszeitpunkt im Jahr 2000 eine Mobbing-Quote von 2,7% - bei einer Gesamterwerbstätigenzahl von 38,988 Millionen Beschäftigten - 1 Million Beschäftigte objektiviert werden; werden auch bereits vorgegangene Mobbingsituationen einbezogen, so erhöht sich die Betroffenheitsquote auf 11,3%, welches die Aussage zulässt, dass bereits jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter bereits mindestens einmal in ihrem Erwerbsleben gemobbt wurde (vgl. Köllner, 2017, S. 123; Meschkutat et al, 2002, S. 24).
Generell kommt Mobbing in allen Berufsgruppen und Arbeitsbereichen vor, jedoch deutet der derzeitige Wissensstand auf ein erhöhtes Mobbing-Risiko insbesondere in sozialen und Gesundheitsberufen: Mobbing-Raten von bis zu 30% im Gesundheits-/Sozialwesen werden beschrieben, insbesondere haben Beschäftigte (z.B. Erzieher, Sozialarbeiter, Altenpfleger) das höchste Mobbing-Risiko (vgl. Köllner, 2017, S. 123). In einer Langzeitstudie von Loerbroks et al. (2015) bei 621 Assistenzärzten in süddeutschen Krankenhäusern gaben 2004 insgesamt 12,9% an, am Arbeitsplatz gemobbt zu werden, in den Followup Jahren (1,2 Jahre und 2,8 Jahre später) stieg dieser Prozentsatz auf 14,9% und schließlich auf 15,9%. Die Daten des Mobbing-Reports BAuA 2002 lassen darauf schließen, dass neue Mitarbeiter gefährdeter sind als langjährig Beschäftigte; auch haben Frauen ein um 75% höheres Mobbing-Risiko als Männer, welches mit einem Machtgefälle am Arbeitsplatz zusammenzuhängen scheint (vgl. Köllner, 2017, S. 123).
Hinsichtlich der Altersgruppen lässt sich aussagen, dass die unter 25-Jährigen (3,7%) und die über 55-Jährigen (2,9%) am stärksten betroffen sind. Betrachtet man die Täter-Seite so sind dies häufig männliche Vorgesetzte im Alter zwischen 35 und 55 Jahren; hinsichtlich der Häufigkeit lässt sich sagen, dass nahezu jeder vierte Betroffene täglich und etwa jeder dritte Betroffene mehrmals pro Woche gemobbt wird, wobei die Dauer des Mobbings einige Monate bis mehrere Jahre beträgt (vgl. Köllner, 2017, S. 123).
Zusammenfassung der Kapitel
Aufgabe 1: Mobbing und die Folgen: Dieses Kapitel analysiert die epidemiologischen Hintergründe von Mobbing sowie dessen gravierende Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen und die Unternehmenskultur.
Aufgabe 2: Erhebung der Ist-Situation: Hier wird durch eine beispielhafte Mitarbeiterbefragung evaluiert, wie Mobbinghandlungen erkannt und von bloßen Konfliktsituationen unterschieden werden können.
Aufgabe 3: Präventionsmaßnahmen: Das Kapitel diskutiert praktische Instrumente wie Beratungsstellen, Führungskräftetraining und Richtlinien zur Etablierung eines wertschätzenden Arbeitsumfeldes.
Aufgabe 4: Evaluationskonzept: Es wird ein methodischer Rahmen zur Messung des Erfolgs eingeführt, wobei der Fokus auf Indikatoren wie Kommunikationsklima und Beschwerdemanagement liegt.
Aufgabe 5: Mitarbeiterinformation: Dieses Kapitel stellt konkrete Materialien für die betriebliche Kommunikation bereit, um Mitarbeiter zu sensibilisieren und ihnen Hilfsangebote aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Mobbing, psychische Gesundheit, Arbeitsplatz, Stressbewältigung, Prävention, Führungskräftetraining, Unternehmenskultur, Mitarbeiterbefragung, Konfliktmanagement, Arbeitsklima, Resilienz, Beschwerdemanagement, Interventionsstrategien, Mobbing-Report, Gesundheitsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz auseinander und erarbeitet Lösungen, um dieses zu identifizieren und systemisch zu unterbinden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen bei der Analyse gesundheitlicher Folgen, der Bedeutung von Resilienz, betriebswirtschaftlichen Konsequenzen und der praktischen Implementierung präventiver Kommunikationsstrukturen.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel besteht darin, Unternehmen ein Fallbeispiel und praktische Leitfäden an die Hand zu geben, um Mobbing professionell zu begegnen und das psychische Wohlbefinden der Belegschaft zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte Fallaufgabe, die auf bestehenden wissenschaftlichen Daten (z.B. BAuA-Berichte) und psychologischen Konzepten zur Konfliktbewältigung gründet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die gesundheitlichen und organisatorischen Auswirkungen von Mobbing detailliert beleuchtet als auch konkrete Strategien wie Führungskräftetrainings und Evaluationsmodelle vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Mobbing, Prävention, psychische Gesundheit, Arbeitsklima und Interventionsstrategien.
Wie definiert das Dokument Mobbing?
Mobbing wird als wiederholtes, absichtliches und unfaires Verhalten charakterisiert, das darauf abzielt, eine Person gezielt zu schikanieren, zu erniedrigen oder zu verletzen.
Welche Rolle spielt die Führungskraft?
Führungskräfte tragen eine zentrale Verantwortung bei der Gestaltung einer positiven Unternehmenskultur, müssen Anzeichen von Mobbing früh erkennen und aktiv für ein respektvolles Miteinander sorgen.
Warum ist eine externe Beratungsstelle alleine oft unzureichend?
Zwar bietet sie gute Nachsorge, ihr fehlt jedoch der präventive Ansatz, der notwendig ist, um die Dynamik von Mobbing bereits im Entstehen zu unterbrechen.
Wie kann der Erfolg von Maßnahmen gemessen werden?
Durch strukturierte Mitarbeiterbefragungen, die Analyse von Beschwerdehäufigkeiten und die kontinuierliche Überwachung der Unternehmenskultur und Kommunikationsqualität.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Mobbing im Betrieb. Auswirkungen und Folgen auf die psychische Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391958