Zunächst wird der Text To What Ends Military Power? von Robert J. Art vorgestellt, und der wesentliche Inhalt wiedergegeben. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hierbei auf der Einführung und Erläuterung zweier der vier dort vorgestellten Functions of Force, namentlich swaggering und deterrence. Nach einer eingehenden Betrachtung dieser Begriffe und damit verbundenen theoretischen Grundlage, wird die russische Militärgroßübung Zapad 2017 vorgestellt. Dazu bedient sich diese Arbeit eines Papieres des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. Nach der Vorstellung Zapads erfolgt eine inhaltliche Verknüpfung mit den zuvor erläuterten Begriffen swaggering und deterrence.
Schließen soll diese Arbeit mit einer kurzen Schlussbetrachtung, welche die inhaltlichen Kernpunkte erneut wiedergibt und zusammenfasst. Ebenso wird die Fragestellung erneut aufgegriffen. Nach dieser gilt es herauszustellen, inwiefern die zwei vorgestellten Functions of Force auf die Militärgroßübung Zapad 2017 angewendet werden können, und an welchen spezifischen Stellen ein möglicher Vergleich hinkt. Anschließend und nach Beantwortung der obigen Frage wird ein Ausblick auf eine etwaige Weiterentwicklung der Forschungsfrage geboten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung: The Four Functions of Force
2.1 Erstbetrachtung Swaggering
2.2 Erstbetrachtung Deterrence
3 Zapad 2017
3.1 Im Kontext Swaggering
3.2 Im Kontext von Deterrence
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die russische Militärgroßübung „Zapad 2017“ auf Basis der von Robert J. Art definierten „Four Functions of Force“. Dabei wird analysiert, inwiefern die Funktionen „Abschreckung“ (deterrence) und „Prahlerei“ (swaggering) zur Einordnung dieser Übung herangezogen werden können und welche Zielsetzungen die Russische Föderation damit verfolgt.
- Analyse militärischer Machtfunktionen nach Robert J. Art
- Untersuchung der Militärübung Zapad 2017 im Kontext russischer Außenpolitik
- Vergleich zwischen den Konzepten Deterrence und Swaggering
- Psychologische Wirkung von Militärmanövern auf internationale Akteure
- Perspektivwechsel zwischen russischer Bedrohungswahrnehmung und westlicher NATO-Sicht
Auszug aus dem Buch
2 Einführung: The Four Functions of Force
Robert J. Art stellt zu Beginn seines Artikels heraus, dass die Ziele, welche durch den Einsatz oder das Androhen militärischer Gewalt vielfältig sind. Ebenso sei militärische Gewalt für das Erreichen bestimmter Ziele besonders prädestiniert. Für andere Ziele sei Gegenteiliges der Fall. So vielfältig militärische Gewalt eingesetzt werden könne, so unterschiedlich gehen verschiedene Staaten damit um. Um für eine weitreichende Analyse der Funktion militärischer Gewalt nicht aber in einer bloßen Auflistung zu enden, definiert Art diese in die folgenden Vier: Verteidigung, Abschreckung, Zwang und „Prahlen“ (vgl. Art 1980: 141). Herauszustellen gilt noch, dass gewöhnlicher Weise nur Großmächte über die Fähigkeit verfügen, zwei oder mehr der zuvor genannten Wirkungen zu erzielen. Ebenso erfolge die Unterscheidung nicht immer trennscharf. Auch verfolgen nicht alle Staaten dieselben Ziele im Zusammenhang des Einsatzes militärischer Gewalt. Ausschließlich im Hinblick auf die eigene Verteidigung sei hier eine Ausnahme zu machen (vgl. Art 1980: 142).
Sollte Verteidigung als militärisches Mittel nicht umsetzbar sein, so folgt auf der nächsten Stufe der Priorisierung die Abschreckung, also deterrence. Die Wirkung dieser Maßnahme sei gleichzeitig am schwierigsten zu demonstrieren- Swaggering, also Prahlen, am schwierigsten analytisch festzuhalten. Compellence, also Zwang, sei am einfachsten darzustellen aber gleichzeitig am schwierigsten zu erreichen (vgl. Art 1980: 142).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, stellt das Fallbeispiel Zapad 2017 vor und erläutert die methodische Herangehensweise anhand von Robert J. Arts „Four Functions of Force“.
2 Einführung: The Four Functions of Force: Dieses Kapitel definiert die vier von Robert J. Art entwickelten Funktionen militärischer Gewalt und legt den Fokus besonders auf die theoretischen Grundlagen von „Swaggering“ und „Deterrence“.
2.1 Erstbetrachtung Swaggering: Dieser Abschnitt erläutert den Begriff der „Prahlerei“ als machtpolitisches Instrument zur Steigerung des nationalen Ansehens und zur Darstellung militärischer Fähigkeiten auf der internationalen Bühne.
2.2 Erstbetrachtung Deterrence: Hier wird das Konzept der „Abschreckung“ als Androhung von Vergeltungsmaßnahmen eingeführt, um potenzielle Angriffsszenarien bereits im Vorfeld zu verhindern.
3 Zapad 2017: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über die historischen Grundlagen und die Durchführung der russisch-weißrussischen Militärübung Zapad 2017, unterlegt durch Berichte des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages.
3.1 Im Kontext Swaggering: Hier wird untersucht, wie Zapad 2017 als Instrument der psychologischen Kriegsführung und zur Selbstinszenierung Russlands fungiert.
3.2 Im Kontext von Deterrence: Dieser Abschnitt analysiert das Manöver als strategische Abschreckungsmaßnahme gegenüber NATO-Staaten und beleuchtet die wechselseitigen Wahrnehmungen der Bedrohungslage.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Schwierigkeit einer trennscharfen Anwendung der Machtfunktionen auf reale Szenarien und bietet einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Zapad 2017, Robert J. Art, Militärgroßübung, Abschreckung, Deterrence, Swaggering, Prahlerei, Russische Föderation, NATO, Machtpolitik, Geopolitik, Internationale Sicherheit, Militärstrategie, Kalter Krieg, Verteidigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Funktionen militärischer Macht anhand der russischen Militärgroßübung „Zapad 2017“ und verknüpft diese mit der Theorie von Robert J. Art.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Machtprojektion, militärische Abschreckung (Deterrence), demonstrative Machtpolitik (Swaggering) und das Spannungsfeld zwischen Russland und der NATO.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die Militärübung Zapad 2017 primär als defensive Abschreckung oder als offensive Demonstration von Stärke (Swaggering) zu interpretieren ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Robert J. Art sowie der Auswertung von Berichten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages und journalistischer Analysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Konzepte eingeführt, die Militärübung Zapad 2017 detailliert vorgestellt und beide Konzepte auf das Manöver angewendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind insbesondere Zapad 2017, Abschreckung, Swaggering, Machtpolitik und internationale Sicherheit.
Welche Rolle spielen Atomwaffen bei Zapad 2017 laut der Analyse?
Atomwaffen dienen als Komponente zur Stärkung der abschreckenden Wirkung und unterstreichen Russlands Status als Großmacht, wobei die nukleare Drohkulisse eine „De-Eskalation“ durch Abschreckung intendiert.
Warum wird Zapad 2017 aus westlicher und russischer Sicht so unterschiedlich bewertet?
Die Divergenz resultiert aus der jeweils unterschiedlichen „Bedrohungsanalyse“: Russland sieht sich durch NATO-Osterweiterung und Militärmanöver eingekreist, während westliche Staaten wie Litauen das Ausmaß der Übung als direkte offensive Bedrohung wahrnehmen.
- Citation du texte
- Michael Wagner (Auteur), 2021, Zwischen Abschreckung und Prahlerei: Eine Betrachtung der Militärgroßübung "Zapad 2017", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1391984