Angehörige leiden selbst immens unter der Krankheit des von ihnen zu betreuenden Menschen. Bevor sie diesen in ein Pflegeheim geben, haben sie ihre nahe-stehende Bezugsperson meist schon längere Zeit autonom gepflegt. Angehörige zählen daher zu den Risikogruppen für psychische Erkrankungen. Deswegen beschäftigt sich diese wissenschaftliche Arbeit damit, Angehörige mit Hilfe systemischer Beratung zu unterstützen.
Die häufigsten Ursachen von Demenzen werden intensiver beleuchtet. Da es über 80 andere Ursachen von Demenzen gibt, wird auf die Aufzählung jeder einzelnen verzichtet, weil der Rahmen einer Hausarbeit hierfür nicht ausreicht. Die Begriffsbestimmungen, Ursachen und Symptome von Demenz, sind in den ersten Kapiteln aufgeführt. Das soll helfen die weitreichenden Auswirkungen dieser Krankheiten zu verstehen und damit die physischen und psychischen Folgen für Angehörige nachvollziehen zu können. Nur mit diesem Fachwissen kann eine umfassende Beratung zu dieser Thematik stattfinden. Im ersten Kapitel wird sich die Arbeit nun mit dem Begriff und den Formen/ Ursachen von Demenzen auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was versteht man unter Demenz
3. Formen und Ursachen von Demenzen
3.1 Die Alzheimer Erkrankung
3.2 Die vaskuläre Demenz
3.3 Die frontotemporale Demenz
3.4 Die Lewy- Körperchen Demenz
4. Belastungen und Herausforderungen im Umgang mit demenziell Erkrankten Menschen
5. Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten
6. Was ist systemische Beratung
6.1 Welche Methoden werden in der systemischen Beratung angewendet
7. Unterstützungsmöglichkeiten und Grenzen der systemischen Beratung bei der Beratung pflegender Angehörigen von demenziell erkrankten Menschen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Belastungen pflegender Angehöriger demenziell erkrankter Menschen und analysiert, inwieweit systemische Beratung als Unterstützungsmöglichkeit zur Bewältigung des Alltags und zur Prävention psychischer Überlastung eingesetzt werden kann.
- Physische und psychische Belastungen pflegender Angehöriger
- Krankheitsbilder und Ursachen von Demenzen
- Methoden der systemischen Beratung bei pflegenden Angehörigen
- Grenzen und Möglichkeiten der professionellen Beratungsarbeit
- Niedrigschwellige Unterstützungsangebote und Ressourcen
Auszug aus dem Buch
6.1 Welche Methoden werden in der systemischen Beratung angewendet
Die Schwere der Erkrankung kann sich in der psychischen und körperlichen Verfassung der pflegenden Angehörigen widerspiegeln. Im späteren Verlauf und mit Zunahme der Symptome der Krankheit, steigt die emotionale und psychische Belastung der Angehörigen. Daher sollte man bei Bedarf am Anfang des Beratungsgespräches zunächst auf den Zustand der demenziell erkrankten Angehörigen eingehen (vgl. Kojer/Schmidl, 2016, S. 311). In einem Erstgespräch ist es ratsam den Klient*innen die Möglichkeit einzuräumen alles zu berichten, was sie diesbezüglich gerade beschäftigt (ebd., 2016, S. 324). Es sollte sich nicht allzu lange mit den Problemen auseinandergesetzt werden, denn um Lösungen zu finden ist es ratsamer sich eher mit dem Finden von Ressourcen und Lösungsmöglichkeiten zu befassen (vgl. Michel-Schwartze, 2007, S, 173).
Die systemische Beratung kann flexibel und dadurch bedarfsgerecht mit den Klient*innen gestaltet werden (vgl. Eggert, 2022). Das Joining (Beginn des Gesprächs) ist die so genannte Aufwärmphase kurz nach dem Ankommen der Klient*innen. Der erste Eindruck ist signifikant für einen guten Beziehungsaufbau. Das Contracting oder die Auftragsklärung dient dazu, die Ziele der Klient*innen für die folgenden Beratungsgespräche festzulegen (vgl. Kutz, 2020, S. 31). Es ist ratsam eine Auftragsklärung vorzunehmen (vgl. Michel-Schwartze, 2007, S. 174). Da man davon ausgehen kann, dass Angehörige von demenziell erkrankten Menschen freiwillig in die Beratung kommen und keine Auflage von einer Behörde erhalten haben, dürfte dies in diesem Setting einfacher sein als beispielsweiße in einer Suchtberatung. Es sollte ebenso überprüft werden, ob der Auftrag und Schwerpunkt der Klient*innen für die Berater*innen selbst annehmbar bzw. durchführbar sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die demografische Relevanz von Demenzerkrankungen und die steigende Belastung pflegender Angehöriger im häuslichen Umfeld.
2. Was versteht man unter Demenz: Definiert Demenz als Oberbegriff für neurogenerative Prozesse und thematisiert die Kritik am Begriff sowie die Bedeutung der Persönlichkeitserhaltung.
3. Formen und Ursachen von Demenzen: Differenziert zwischen verschiedenen Demenzformen wie Alzheimer, vaskulärer, frontotemporaler und Lewy-Körperchen-Demenz.
4. Belastungen und Herausforderungen im Umgang mit demenziell Erkrankten Menschen: Erörtert die physischen, psychischen und sozialen Belastungen sowie den schwierigen Rollenwechsel pflegender Angehöriger.
5. Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten: Gibt einen Überblick über gesetzliche Ansprüche, Entlastungsangebote und Beratungsressourcen für pflegende Angehörige.
6. Was ist systemische Beratung: Führt in die theoretischen Grundlagen des systemischen Ansatzes ein und erläutert die Besonderheiten in der Beratungsanwendung.
6.1 Welche Methoden werden in der systemischen Beratung angewendet: Stellt praktische Fragetechniken und systemische Methoden wie Joining, Genogrammarbeit und Reframing vor.
7. Unterstützungsmöglichkeiten und Grenzen der systemischen Beratung bei der Beratung pflegender Angehörigen von demenziell erkrankten Menschen: Analysiert ethische Grenzen, professionelle Distanz und die Notwendigkeit von Ressourcenfokussierung.
8. Fazit: Fasst zusammen, dass systemische Beratung ein geeignetes präventives Medium darstellt, sofern die Grenzen der Methoden und die Belastbarkeit der Systemmitglieder beachtet werden.
Schlüsselwörter
Demenz, pflegende Angehörige, systemische Beratung, Soziale Arbeit, psychische Belastung, Ressourcenorientierung, Rollenwechsel, Palliative Care, Unterstützungsangebote, Gesprächsführung, Prävention, Systemtheorie, Lebensqualität, Angehörigenberatung, Demenzformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Angehörigen demenziell erkrankter Menschen und untersucht, wie diese durch Ansätze der systemischen Beratung in ihrem Alltag entlastet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den verschiedenen Krankheitsbildern der Demenz, den resultierenden physischen und psychischen Belastungen für das familiäre System sowie den Beratungsansätzen zur Bewältigung dieser Herausforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der systemischen Beratung aufzuzeigen, um pflegende Angehörige präventiv zu unterstützen und ihre individuelle Lebenssituation in den Beratungsprozess zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung anhand von Fachliteratur, Studien und rechtlichen Grundlagen zur Sozialen Arbeit und Demenzberatung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Krankheitsbildes Demenz, die Analyse der Belastungssituationen, eine Übersicht über gesetzliche Hilfen sowie die detaillierte Vorstellung systemischer Beratungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Demenz, systemische Beratung, pflegende Angehörige, Ressourcenorientierung, psychische Belastung und Soziale Arbeit.
Wie unterscheidet sich systemische Beratung in dieser Arbeit von einer therapeutischen Behandlung?
Die Arbeit grenzt Beratung von Therapie dahingehend ab, dass Beratung eher ressourcenorientiert und zukunftsgewandt ist, während Therapie primär auf die Behandlung diagnostizierter psychischer Erkrankungen und die Bearbeitung der Vergangenheit fokussiert.
Welche Rolle spielt die mobile Demenzberatung in der Schlussbetrachtung?
Die Arbeit identifiziert die mobile Beratung als besonders wichtiges, niedrigschwelliges Angebot, um jene Angehörige zu erreichen, die aufgrund von eingeschränkter Mobilität oder hoher Zeitbelastung keine stationären Beratungsstellen aufsuchen können.
- Quote paper
- Angelina Schmidt (Author), 2023, Unterstützungsmöglichkeiten von Angehörigen demenziell erkrankter Menschen durch systemische Beratung in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1392018