Diese Arbeit stellt die schriftliche Ausarbeitung eines Referats zum Thema „Vorsätze“ im Seminar „Selbstregulation“ dar. Das Referat wurde mit 1,0 bewertet. Hauptgegenstand sind die von Gollwitzer et al. (1993 -2008)erarbeiteten Strategien zum erfolgreichen Umsetzen von Vorsätzen. Es werden die sogenannten Wenn-Dann-Pläne vorgestellt. Gollwitzer bezeichnet diese Pläne als Vorsätze (Implementation Intentions)und grenzt sie von simplen Zielabsichten ab. Sie stellen eine besondere Art der Absichtsfassung dar und können die Realisierung von Zielen fördern. Es wird näher erläutert, welche psychologischen Prozesse hierbei die Zielerreichung unterstützen. Darüber hinaus werden die moderierenden Faktoren und mögliche Einsatzgebiete von Wenn-Dann-Plänen vorgestellt. Die Arbeit bezieht sich stets auf wissenschaftliche Literatur und stellt aktuelle Studien als Beleg vor.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorsätze
2.1 Was sind Vorsätze?
2.2 Prozesse
2.2.1 Chronische Aktivierung der spezifizierten Situation
2.2.2 Automatischer Handlungsbeginn
2.2.3 Automatische Handlungsausführung
2.3 Moderatoren
2.4 Einsatzgebiete
2.4.1 Förderung erwünschten Verhaltens
2.4.2 Kontrolle unerwünschten Verhaltens
3 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Wirksamkeit von Vorsätzen (Implementation Intentions) als Strategie zur erfolgreichen Zielumsetzung. Es wird analysiert, wie durch die Formulierung spezifischer Wenn-Dann-Pläne die Kluft zwischen motivationaler Absicht und tatsächlichem Handeln überbrückt werden kann.
- Psychologische Grundlagen des Rubikon-Modells der Handlungsphasen
- Mechanismen der automatischen Handlungssteuerung durch Vorsätze
- Einfluss moderierender Faktoren auf die Wirksamkeit von Vorsatzbildung
- Anwendungsbereiche in der Verhaltensförderung und -kontrolle
- Empirische Belege zur kognitiven Entlastung und Selbstregulation
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Automatische Handlungsausführung
Nach der automatischen Aufnahme der Handlung kann, ebenfalls automatisch, deren weitere Ausführung vonstatten gehen. Da diese Vorgänge ohne weiteres eingeleitet werden, müssen hierfür keine kognitiven Ressourcen aufgewendet werden. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass die günstige Gelegenheit sofort und auch bei hoher kognitiver Belastung genutzt werden kann (Achtziger & Gollwitzer, 2006). Das konnte beispielsweise durch Experimente mit Doppelaufgaben, also paralleler Erledigung zweier Aufgaben, belegt werden (z.B. Brandstätter, Lengfelder, & Gollwitzer, 2001, Studie 3 und 4, zitiert nach Achtziger & Gollwitzer, 2006, S. 291).
Insbesondere Personen mit Handlungskontrollproblemen können davon profitieren, dass durch Vorsätze die kognitiven Ressourcen bei der Handlungsausführung geschont werden. Dies konnte unter anderem in Studien mit Drogenabhängigen (Brandstätter et al., 2001, Studien 1 und 2, zitiert nach Gawrilow & Gollwitzer, 2008, S. 264) oder bei Patienten mit Schädigungen des Frontalhirns (Lengfelder & Gollwitzer, 2001) gezeigt werden. Letztere sind nicht in der Lage automatisierte Vorgänge bewusst zu kontrollieren. Wenn bei diesen Menschen zwischen einem Hinweisreiz und einer bestimmten Handlung eine Verknüpfung besteht, dann löst dieser Reiz unabsichtlich und unabwendbar die damit assoziierte Reaktion aus. Folglich müssten diese Patienten mit einer Läsion des Frontalhirns bei einer Reaktionszeitaufgabe schneller auf Reize reagieren, als gesunde Personen, wenn sie diesbezüglich einen Wenn-Dann-Plan formuliert haben (Achtziger & Gollwitzer, 2006). Lengfelder und Gollwitzer (2001, Studie 2) konnten dies bestätigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, warum trotz hoher Motivation häufig Ziele nicht erreicht werden, und stellt die Wenn-Dann-Pläne als Lösungsansatz vor.
2 Vorsätze: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Vorsätze, ihre Abgrenzung zu einfachen Zielabsichten sowie die psychologischen Prozesse, die sie wirksam machen.
2.1 Was sind Vorsätze?: Hier wird die Definition von Vorsätzen im Rahmen des Rubikon-Modells sowie deren hierarchische Unterordnung unter Zielintentionen dargelegt.
2.2 Prozesse: In diesem Abschnitt werden die spezifischen kognitiven Prozesse wie die chronische Situationsaktivierung und die automatische Handlungsauslösung beschrieben.
2.2.1 Chronische Aktivierung der spezifizierten Situation: Dieses Unterkapitel erklärt, wie die Wenn-Dann-Formulierung die mentale Repräsentation kritischer Situationen dauerhaft aktiviert.
2.2.2 Automatischer Handlungsbeginn: Hier wird erläutert, wie durch den Vorsatz die Handlungskontrolle an eine Situation delegiert wird, was einen schnellen und effizienten Handlungsbeginn ermöglicht.
2.2.3 Automatische Handlungsausführung: Dieses Kapitel behandelt den Vorteil der kognitiven Ressourcenschonung bei der Ausführung, insbesondere bei Personen mit Handlungskontrollproblemen.
2.3 Moderatoren: Dieser Abschnitt thematisiert die Faktoren, die den Einfluss von Vorsätzen moderieren, wie etwa die Stärke des Verpflichtungsgefühls.
2.4 Einsatzgebiete: Hier wird das Anwendungsspektrum von Vorsätzen für die Förderung und Kontrolle von Verhalten in der Praxis aufgezeigt.
2.4.1 Förderung erwünschten Verhaltens: Dieses Kapitel zeigt anhand von Studien, wie Vorsätze die prospektive Gedächtnisleistung und die Zielumsetzung unterstützen können.
2.4.2 Kontrolle unerwünschten Verhaltens: Hier wird die Anwendung von Suppressionsvorsätzen zur Unterdrückung ablenkender oder unerwünschter Handlungen und Gedanken erläutert.
3 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Kernaussagen der Arbeit zusammen und plädiert für einen verstärkten Einsatz von Vorsatzstrategien in der Praxis.
Schlüsselwörter
Vorsätze, Implementation Intentions, Wenn-Dann-Pläne, Selbstregulation, Motivation, Volition, Rubikon-Modell, Zielintentionen, Handlungskontrolle, kognitive Ressourcen, automatisches Verhalten, Suppressionsvorsätze, prospektives Gedächtnis, ADHS, Zielerreichung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Strategie der Vorsatzbildung als effektives Werkzeug zur Überwindung von Schwierigkeiten bei der Zielumsetzung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Zielintentionen und Vorsätzen, die Rolle automatischer kognitiver Prozesse sowie die praktische Anwendung bei der Verhaltenssteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es darzulegen, wie Menschen durch die Verwendung von Wenn-Dann-Plänen ihre Zielerreichung fördern und problematische Handlungsphasen überbrücken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär zur Argumentation verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch das Rubikon-Modell und der Analyse einschlägiger empirischer Studien zu automatischen Handlungsprozessen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Vorsätzen, die Analyse der zugrunde liegenden mentalen Prozesse, die Darstellung moderierender Faktoren sowie die Untersuchung konkreter Einsatzgebiete.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?
Schlüsselbegriffe wie Selbstregulation, Implementation Intentions, Wenn-Dann-Pläne und kognitive Entlastung stehen im Zentrum der wissenschaftlichen Argumentation.
Welche Rolle spielen Vorsätze bei der kognitiven Entlastung?
Vorsätze reduzieren die Notwendigkeit bewusster Willensanstrengung, da die Handlungskontrolle an externe Reize delegiert wird, was Ressourcen schont.
Können Vorsätze auch bei Kindern mit ADHS eingesetzt werden?
Ja, Studien zeigen, dass Kinder mit ADHS durch die Formulierung spezifischer Vorsätze ihre Leistung in Klassifikations- und Reaktionsaufgaben signifikant steigern können.
Was ist das sogenannte Rubikon-Modell im Kontext dieser Arbeit?
Es ist ein theoretisches Modell der Handlungsphasen, das zwischen motivationalen und volitionalen Zuständen unterscheidet und den Einsatzort von Vorsätzen in der Planungsphase definiert.
Garantieren Vorsätze immer das Erreichen eines Ziels?
Nein, es gibt keine hundertprozentige Garantie; ungeeignete Formulierungen, bei denen die gewählte Situation zu speziell oder unrealistisch ist, können die Effektivität mindern.
- Quote paper
- Franziska Loth (Author), 2009, Strategien zur erfolgreichen Umsetzung von Vorsätzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139203