Die mykenische Kultur - im Sagenkreis bekannt durch Agamemnon und Klytamnästra, in der Archäologie bekannt durch die "Goldmaske des Agamemnon" - ist charakterisiert durch die Übernahme von Elementen der minoischen Kultur, die als erste Hochkultur Europas galt. Sie stellt eine hochentwickelte, zentralistische Kultur dar, die um 1200 vor Christus fast vollständig verschwand. Die genauen Gründe dafür sind bis heute nicht erklärt. Die Arbeit soll einen ersten Einblick über wichtige Fakten dieser hochentwickelten Kultur schaffen sowie einige bedeutende Städte beschreiben, um die Sachlage und den Forschungsstand darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichtlicher Abriss
3 Linear-B-Schrift
4 Grabsitten
5 Gesellschaftliche Struktur
6 Mykenische Kunst
7 Mykenische Religion
8 Städte
8.1 Mykene
8.2 Tiryns
8.3 Pylos
8.4 Theben
8.5 Orchomenos
8.6 Gla
8.7 Dimini
8.8 Iklaina
9 Ende der mykenischen Kultur
10 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet eine strukturierte Ist-Analyse der mykenischen Kultur, um einen fundierten Überblick über den aktuellen Forschungsstand, gängige Meinungen und wissenschaftliche Theorien zu dieser bedeutenden Epoche zu geben. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die mykenische Kultur aus dem minoischen Erbe entwickelte, welche gesellschaftlichen und politischen Strukturen prägend waren und welche Faktoren zum Zusammenbruch der Palastzentren um 1200 v. Chr. führten.
- Entwicklung und Ausprägung der mykenischen Kultur aus minoischen Wurzeln.
- Aufbau der gesellschaftlichen Hierarchie und Machtverhältnisse in den Palaststaaten.
- Wissenschaftliche Analyse der mykenischen Schriftsprache (Linear B) und Bestattungsrituale.
- Untersuchung architektonischer Besonderheiten und urbaner Zentren.
- Kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen für das Ende der mykenischen Palastkultur.
Auszug aus dem Buch
8.1 Mykene
Dieser Ort in der Argolis war der namensgebende Ort der Kultur, vermutlich auch der größte oder mächtigste Ort – nicht umsonst führt der König von Mykene, Agamemnon, das griechische Heer in den Trojanischen Krieg.
Die Burg liegt auf einem Hügel, der an drei Seiten steil abfällt, was sich strategisch als vorteilhaft erweist. Trotzdem war der gesamte Palast von Mauern umgeben, die mehrere Bauphasen aufweisen und immer wieder erweitert wurden. Insgesamt umfasst die Mauer ein Areal von 30.000 m², hat einen Umfang von 900 Metern und eine Dicke bis zu 7,50 Metern. Die Mauern werden aufgrund der Größe der Steine als Kyklopenmauern. Der Großteil der Mauer besteht aus nur sehr grob bearbeiteten Kalksteinblöcken. Die Mauern des Löwentores sind im Gegensatz dazu bearbeitet. Das Material stammt aus der Umgebung. Die Blöcke sind oft ein bis zwei Meter lang und bis zu einem Meter hoch. Zwischen den großen Quadern befindet sich Füllmaterial. Auf der Mauer befand sich vermutlich ein Wehrgang. Im 13. Jahrhundert wurde der Mauerring durch die Kyklopenmauern im Südwesten erweitert und der Gräberrund A wurde dadurch in die Stadt miteinbezogen. Ein Hinweis auf die Vorfahren, die Abstammung und gleichzeitig auch ein Hinweis, dass an die Ahnen gedacht wird. Erst einige Jahre später wurde auch die Nordostseite von einer Mauer umgeben und dadurch konnte der unterirdische Wasserspeicher in späthelladisch IIIB2 in das Stadtareal integriert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein und erläutert die geografischen und historischen Abgrenzungen zwischen minoischer und mykenischer Kultur.
2 Geschichtlicher Abriss: Dieser Abschnitt bietet eine chronologische Übersicht der kulturellen und sozialen Entwicklungen auf dem griechischen Festland und Kreta bis zum Aufstieg der mykenischen Palastzentren.
3 Linear-B-Schrift: Hier wird die Notwendigkeit der Entwicklung der Linear-B-Schrift für administrative Zwecke und deren Bedeutung für das Verständnis der soziopolitischen Organisation erläutert.
4 Grabsitten: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Grabbauten und Grabbeigaben im Hinblick auf ihre Aussagekraft über soziale Hierarchien und religiöse Vorstellungen.
5 Gesellschaftliche Struktur: Der Fokus liegt hier auf der elitären Sozialordnung, dem Verwaltungssystem unter dem „wanax“ und der Rolle des Megarons als politisches Zentrum.
6 Mykenische Kunst: Dieses Kapitel beschreibt die stilistische Wandlung von geometrischen Mustern zu komplexen naturalistischen Motiven im Zuge der kulturellen Blüte.
7 Mykenische Religion: Hier werden die spärlichen archäologischen Befunde zu Kulthandlungen sowie die religiöse Rolle des Königs („wanax“) und potenzieller Opferrituale diskutiert.
8 Städte: Dieser umfassende Teil untersucht die baulichen Strukturen und strategischen Besonderheiten ausgewählter mykenischer Zentren wie Mykene, Tiryns und Pylos.
9 Ende der mykenischen Kultur: Dieses Kapitel analysiert die vielfältigen Theorien – von externer Invasion bis hin zu internen Revolten und Naturkatastrophen – für den Zusammenbruch des Palastsystems.
10 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die einseitige Quellenlage sowie das Fortbestehen mykenischer Traditionen nach dem Zusammenbruch.
Schlüsselwörter
Mykenische Kultur, Bronzezeit, Palastzentren, wanax, Linear B, Megaron, Kyklopenmauern, Archäologie, Sozialstruktur, Grabbeigaben, Agamemnon, Thalassokratie, Untergang, Späthelladikum, Griechenland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die mykenische Kultur als bedeutende Hochkultur, von ihren minoischen Wurzeln über ihre Blütezeit als zentralisiertes Palastsystem bis hin zu ihrem Zusammenbruch um 1200 v. Chr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Gesellschaftsstruktur, dem Verwaltungsapparat, der Bedeutung der Palastarchitektur, künstlerischen Ausdrucksformen und der kritischen Untersuchung der Ursachen für den kulturellen Zusammenbruch.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist eine Ist-Analyse der mykenischen Ära, die den aktuellen Forschungsstand zusammenfasst und einen Überblick über gängige Theorien zu Politik, Kultur und Untergang bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse archäologischer Funde, schriftlicher Quellen wie der Linear-B-Tafeln sowie der Interpretation historischer Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Untersuchung soziopolitischer Konzepte (wie das Megaron oder die Rolle des wanax), die Analyse bedeutender mykenischer Stützpunkte und die Diskussion verschiedener Untergangstheorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe umfassen Mykene, Palastzentren, wanax, Linear B, Bronzekultur, soziopolitische Struktur und kultureller Zusammenbruch.
Welche Rolle spielt der "wanax" in der mykenischen Gesellschaft?
Der "wanax" stand an der Spitze der sozialen Hierarchie, besaß weitgehende Landbesitzrechte und vereinigte sowohl weltliche als auch religiöse Autorität auf sich.
Wie sicherte die mykenische Elite ihre Macht in den Palästen?
Durch repräsentative Bauten, die Kontrolle über Handelsrouten, die Nutzung des Megarons als machtvolles Zentrum und die Vereinnahmung prestigeträchtiger Güter stellte die Elite ihre Vormachtstellung unter Beweis.
Warum war der Zusammenbruch der Palastzentren um 1200 v. Chr. so folgenreich?
Dieser Zusammenbruch beendete das zentralisierte Verwaltungssystem, führte zum Verlust administrativer Fähigkeiten wie der Schrift und initiierte eine Phase der kulturellen Schlichtheit, die schließlich den Übergang in die Eisenzeit ebnete.
Welche Bedeutung hatten die Befestigungsanlagen wie in Mykene oder Tiryns?
Sie dienten der Absicherung des politischen Zentrums, der Elite und der Ressourcen und spiegeln in ihrer massiven Bauweise mit Kyklopenmauern eine zunehmende Bedrohungslage zum Ende der mykenischen Zeit wider.
- Arbeit zitieren
- Sigrid Vollmann (Autor:in), 2023, Die mykenische Zeit. Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1392699