„Frei und friedlich ist diese Welt, wenn alle in Frieden und ohne Mangel leben können.“ Die Vereinten Nationen liefern 60 Jahre nach Verabschiedung der UN-Charta vielfältige Schlagzeilen. „Die Reform der Vereinten Nationen – die Weltorganisation unter Anpassungsdruck“? Die UNO und das Völkerrecht in der Weltordnungskrise? Sie sind seit Jahren starker Kritik ausgesetzt. Schrille und lautstarke Kritik kommt insbesondere von der US Regierung. Sie fordert eine Reform der Weltorganisation und Anpassung des Völkerrechts an die neuen Herausforderungen. Dazu zählen u. a. der Krieg gegen den internationalen Terrorismus und der Kampf gegen Massenvernichtungswaffen in den Händen von „Schurkenstaaten“. Offensichtlich ist die Auffassung in diplomatischen Kreisen weit verbreitet, dass die Vereinten Nationen das 21. Jahrhundert ohne Reformen kaum überleben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Vereinten Nationen in einer Krise? – auf jeden Fall vor Veränderungen!
2. Definition Menschenrechte
2.1 Naturrecht als Grundkategorie
2.1.1 Antike
2.1.2 Christentum
2.1.3 Historischer Stellenwert John Lockes
2.1.4 Abgrenzung Menschenrechte <-> Grundrechte
3. Historische Entwicklung
3.1. Englische Verfassung
3.2 Amerikanische Unabhängigkeitserklärung
3.3 Französische Revolution
3.4 Die deutsche Entwicklungslinie
4. Völkerrechtliche und europarechtliche Regelungen
4.1 UN-Konventionen und UN-Abkommen
4.1.1 Die UN-Charta
4.1.2 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
4.1.3 Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes
4.1.4 Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte
4.1.5 Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt) vom 19. Dezember 1976
4.1.6 Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (vom 10. Dezember 1984)
4.1.7 Genfer Flüchtlingskonvention vom 28. Juli 1951 und das Zusatzprotokoll über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte und über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte
4.1.8 Übereinkommen über die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau - Frauenrechte sind Menschenrechte
4.1.9 Kinderrechte sind Menschenrechte
4.1.10 Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung
4.2 Europäische Konventionen und europäische Abkommen
4.2.1 Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK)
5. Institutionen
5.1 Die Bedeutung der UNO (UN)
5.2 UN-Generalversammlung
5.3 Der Sicherheitsrat
5.4 UN-Menschenrechtskommission (Human Rights Commission)
5.5 Internationaler Strafgerichtshof (International Criminal Court; ICC)
5.6 Internationaler Gerichtshof (IGH)
5.7 Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)
6. Menschenrechtsverletzungen trotz internationaler Vorschriften – eine traurige Realität
6.1 Einzelverstöße gegen völkerrechtliches Vertrags- und Gewohnheitsrecht
6.2 Beispiele für Menschenrechtsverletzungen aus einzelnen Ländern
7. Schutz der Menschenrechte
7.1 Probleme
7.2 Menschenrechtsorganisationen
8. Ausblick
9. Quellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den Status quo der Menschenrechte 60 Jahre nach Verabschiedung der UN-Charta, untersucht die Kluft zwischen theoretischer Idee und tatsächlicher globaler Wirklichkeit und hinterfragt die Effektivität des aktuellen internationalen Schutzsystems.
- Historische Herleitung des Naturrechts und der Menschenrechte
- Analyse völkerrechtlicher und europarechtlicher Regelungen zum Menschenrechtsschutz
- Funktionsweise zentraler UN-Institutionen und internationaler Gerichtshöfe
- Dokumentation systematischer Menschenrechtsverletzungen und deren Ursachen
- Bewertung von Schutzmechanismen und Zukunftsstrategien für einen effektiveren Schutz
Auszug aus dem Buch
2. Definition Menschenrechte
Menschenrechte sind angeborene, unveräußerliche und unantastbare vorstaatliche Rechte und Ansprüche des Einzelnen zum Schutz seiner Person im politischen Leben und zur Entfaltung und Teilhabe am gesellschaftlichen Prozess. Menschenrechte sind Freiheitsrechte. Diese sind in einer verfassungsmäßigen Ordnung einklagbar und durchsetzbar. Sie sichern einen Mindeststandard an individueller Freiheit sowie politischer und sozialer Gleichheit. Sie gelten als Legitimationsgrundlage und Maßstab für das politische Leben.
Menschenrechte sind ein politischer Schlüsselbegriff. Das Ziel aller Menschenrechte ist die Wahrung der Menschenwürde. Sie treten insbesondere dann in das politische Blickfeld und sind Gegenstand humanitärer Aktionen, wenn es zu massiven Beeinträchtigungen von Menschenrechten oder gar zu Verletzungen kommt. Menschenrechtspolitik dient dem Menschen. Er steht im Mittelpunkt. Seine Würde ist unantastbar. Die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit soll gewährleistet werden: politisch, geistig, wirtschaftlich, kulturell und sozial.
Im juristischen Sinne sind Menschenrechte Rechte des Einzelnen, zu deren Wahrung der Staat aufgrund völkerrechtlicher Normen verpflichtet ist. Sowohl die eigenen Staatsangehörigen als auch die Menschen, die in einem bestimmten Staatsgebiet leben, haben das Recht auf Schutz.
Damit die Entfaltung und Durchsetzung gewährleistet werden kann, wird eine rechtsstaatliche Ordnung benötigt. Diese schützt den Menschen vor Übergriffen des Staates und sichert individuelle Teilhaberechte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Vereinten Nationen in einer Krise? – auf jeden Fall vor Veränderungen!: Beleuchtet den Reformdruck, unter dem die UNO steht, und diskutiert die Debatte um eine Neuausrichtung sowie die Erweiterung des Sicherheitsrates.
2. Definition Menschenrechte: Definiert Menschenrechte als unveräußerliche Freiheitsrechte, betont die zentrale Bedeutung der Menschenwürde und grenzt diese von nationalen Bürgerrechten ab.
3. Historische Entwicklung: Zeichnet den Weg der Menschenrechtsidee von der englischen Verfassung über die amerikanische und französische Revolution bis hin zur deutschen Entwicklung nach.
4. Völkerrechtliche und europarechtliche Regelungen: Gibt einen detaillierten Überblick über wichtige UN-Konventionen und das europäische System des Menschenrechtsschutzes, wie die EMRK.
5. Institutionen: Analysiert die Aufgaben und Kompetenzen zentraler Akteure wie UNO, Sicherheitsrat, Internationaler Strafgerichtshof und Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte.
6. Menschenrechtsverletzungen trotz internationaler Vorschriften – eine traurige Realität: Dokumentiert systematisches Versagen beim Schutz vor Unterernährung, Gewalt gegen Frauen, Kinderarbeit und anderen schwerwiegenden Rechtsbrüchen in verschiedenen Staaten.
7. Schutz der Menschenrechte: Erörtert die Hindernisse bei der globalen Durchsetzung und stellt die Rolle von Nichtregierungsorganisationen wie amnesty international dar.
8. Ausblick: Formuliert Anforderungen an eine zukunftsorientierte Menschenrechtspolitik und betont die Notwendigkeit, internationale Mechanismen weiterzuentwickeln.
9. Quellen: Listet die verwendete Literatur und Dokumente für die Analyse auf.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Menschenwürde, UNO, Völkerrecht, UN-Charta, Sicherheitsrat, Menschenrechtsverletzungen, Internationaler Strafgerichtshof, EMRK, Entwicklungszusammenarbeit, Diskriminierung, Folterverbot, Rechtsstaatlichkeit, amnesty international, Kinderrechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem hohen Anspruch der Menschenrechte als universelle Werte und der oft enttäuschenden Realität ihrer weltweiten Einhaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die historische Herleitung, die rechtliche Verankerung in internationalen Abkommen, die Rolle der Institutionen sowie die Dokumentation aktueller Menschenrechtsverstöße.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, ob das bestehende kollektive und humanitäre Sicherungssystem der Vereinten Nationen 60 Jahre nach Gründung der Charta den aktuellen Herausforderungen noch gewachsen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wendet eine analytisch-deskriptive Methode an, indem er historische Quellen, völkerrechtliche Dokumente und aktuelle politische Berichte sowie Statistiken zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung von UN-Konventionen, die Funktion der Institutionen und eine Analyse spezifischer Problemfelder wie Folter, Kindeswohl und die Lage in Ländern wie China oder Afghanistan.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Menschenwürde, Völkerrecht, UNO, Sicherheitsrat, Schutzmechanismen und die Universalität der Menschenrechte.
Wie bewertet der Autor den Sicherheitsrat der UN?
Er sieht ihn als zentrales, aber reformbedürftiges Organ an, das durch Vetorechte und machtpolitische Interessen der ständigen Mitglieder oft in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen?
Organisationen wie amnesty international werden als unerlässliche Wächter dargestellt, die den Schutz der Menschenrechte aktiv einfordern und das Bewusstsein dafür fördern.
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- Prof. Dr. Dr. Assessor jur., Mag. rer. publ. Siegfried Schwab (Author), Silke Schwab (Author), 2009, Menschenrechte zwischen Idee und Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139348