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Doppelperfekt und Präteritumsschwund

Eine Korpusanalyse

Title: Doppelperfekt und Präteritumsschwund

Term Paper , 2009 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Romy Knobel (Author)

German Studies - Linguistics
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Ich hatte mir schon länger Gedanken gemacht gehabt, aber die Idee kam dann spontan.
Klingt dieser Satz richtig? Stellt man diese Frage direkt, bekommt man wahrscheinlich ein Nein zu hören, doch lässt man einen solchen Satz bewusst in ein Gespräch einfließen, äußert das Gegenüber sicher keine kritische Resonanz. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass eine Form wie „gemacht gehabt“, die nur in den wenigsten Grammatiken nennenswerte Berücksichtigung findet, in der gesprochenen Sprache so häufig verwendet wird, dass sie im Alltag von den wenigsten als falsch empfunden wird. Im Allgemeinen geht man allerdings davon aus, dass dieses Phänomen, namens Doppelperfekt, regional gebunden ist und zwar an den Süden Deutschlands. Weiterhin wird es von vielen Linguisten in Verbindung mit dem oberdeutschen Präteritumschwund gebracht, also der Tatsache, dass das Präteritum im südlichen Deutschland vom Perfekt verdrängt wird bzw. wurde und somit auch vom Doppelperfekt. Gegen diese sehr verbreitete Meinung gibt es sehr viele Stimmen, und auch der unvoreingenommene Hörer nimmt doppelte Perfektformen nicht nur im Süden Deutschlands wahr. Die Absicht dieser Hausarbeit ist nun zu untersuchen, wie es sich mit diesen beiden Phänomenen fernab der Theorie und der unteren Hälfte Deutschlands tatsächlich verhält. Dies wird anhand eines stichprobenartigen Korpus von etwa 250.000 Wörtern überprüft, der sich aus je zwei süddeutschen und norddeutschen Zeitungen zusammensetzt. Daran wird zwar nicht zu erkennen sein, wie verbreitet die untersuchten Formen in der Umgangssprache sind, aber es wird hoffentlich zu Tage treten, inwieweit diese sich in der Sprache der Medien durchgesetzt haben. Natürlich ist anzunehmen, dass in der geschriebenen Sprache mehr darauf geachtet wird alles „richtig“ zu machen, aber je nach Menge der gefundenen doppelten Prerfektformen bzw. je nach Auffälligkeit einer geringeren Zahl von Präteritumsformen in den oberdeutschen Zeitungen, wird sich immerhin erkennen lassen, inwieweit besagte Phänomene so etabliert sind, dass sie sich sogar an Orten des öffentlichen, schriftlichen Sprachgebrauchs wiederfinden. Falls die Daten es hergeben, wäre auch eine Beobachtung der möglichen Regelmäßigkeiten in der Verwendung von Präteritum, Perfekt und Doppelperfekt wünschenswert. Begonnen wird mit einem Überblick über einige bisherige Forschungserkenntnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftsstand

2.1. Präteritumschwund

2.2. Doppelperfekt

3. Korpusauswertung

3.1.Allgemeine Auswertung

3.1.1. Süddeutsche Zeitung

3.1.2. Nürnberger Zeitung

3.1.3. Die Zeit

3.1.4. Hamburger Abendblatt

3.2. Auswertung – Präteritumschwund

3.3. Auswertung – Doppelperfekt

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Vorkommen und die Verwendung der Phänomene „Doppelperfekt“ und „Präteritumschwund“ in der deutschen Pressesprache, um zu klären, inwieweit diese sprachlichen Merkmale, die oft als regional auf Süddeutschland begrenzt gelten, in überregionalen Medien präsent sind.

  • Analyse des oberdeutschen Präteritumschwundes im schriftlichen Sprachgebrauch.
  • Untersuchung des Doppelperfekts als grammatisches Phänomen in journalistischen Texten.
  • Stichprobenartige Korpusanalyse anhand süd- und norddeutscher Zeitungen.
  • Vergleich der Häufigkeit und Verwendung von Tempusformen in verschiedenen Medien.

Auszug aus dem Buch

3. Korpusauswertung

Aufgrund eines begrenzten Zeitrahmens ist der verwendete Korpus nur als exemplarisch und stichprobenhaft zu betrachten, jedoch lassen sich einige Aussagen trotzdem treffen. Verwendet wurden zwei Zeitungen aus Süddeutschland, eine Ausgabe der Süddeutschen Zeitung mit etwa 88.000 Wörtern und eine Ausgabe der Nürnberger Zeitung mit rund 37.000 Wörtern, und zwei Zeitungen aus Norddeutschland, eine Ausgabe der Zeit mit circa 99.200 Wörtern und eine Ausgabe des Hamburger Abendblattes mit 34.000 Wörtern. Der Korpus umfasst also 258.000 Wörter, wovon 187.000 auf stilistisch gehobenere Zeitungen (Zeit und Süddeutsche Zeitung) und 71.000 auf kleinere, etwas weniger anspruchsvolle Zeitungen fallen. Als Bezugsgröße wurden alle Zahlen auf ihr durchschnittliches Auftreten pro 10.000 Wörter umgerechnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Thema Doppelperfekt und Präteritumschwund vorgestellt und die Forschungsfrage zur Verbreitung dieser Phänomene in der geschriebenen Sprache der Medien dargelegt.

2. Wissenschaftsstand: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund zum Präteritumschwund und zur Entstehung des Doppelperfekts anhand der bestehenden linguistischen Literatur.

3. Korpusauswertung: Das Kernstück der Arbeit liefert eine statistische Auswertung und Analyse der gesammelten Zeitungsdaten im Hinblick auf Tempusgebrauch und Doppelperfekt-Belege.

4. Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass der Präteritumschwund in der Presse nicht nachweisbar ist und das Doppelperfekt nur sehr vereinzelt und spezifisch (meist im Konjunktiv) auftritt.

Schlüsselwörter

Doppelperfekt, Präteritumschwund, Korpusanalyse, Pressesprache, Tempusgebrauch, deutsche Grammatik, oberdeutsch, Perfekt, Präteritum, Sprachwandel, Konjunktiv, Sprachgebrauch, Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Doppelperfekts und den sogenannten oberdeutschen Präteritumschwund in der deutschen Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Verwendung von Vergangenheitsformen (Präteritum, Perfekt, Doppelperfekt) in der geschriebenen Mediensprache und deren regionale Verteilung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll analysiert werden, ob die genannten Phänomene, die oft als süddeutsch eingestuft werden, in überregionalen Zeitungen tatsächlich in signifikantem Maße vorkommen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin führt eine stichprobenartige Korpusanalyse von 258.000 Wörtern aus vier verschiedenen deutschen Zeitungen durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes und eine detaillierte quantitative Auswertung der Zeitungsartikel.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Doppelperfekt, Präteritumschwund, Korpusanalyse und Tempusverwendung.

Zeigt die Untersuchung einen Unterschied zwischen süd- und norddeutschen Zeitungen?

Nein, es konnte kein signifikanter regionaler Unterschied in Bezug auf den Präteritumschwund oder die Häufigkeit von Doppelperfektformen festgestellt werden.

Welche Rolle spielt der Konjunktiv bei den gefundenen Belegen für das Doppelperfekt?

Die meisten in den Zeitungen gefundenen Doppelperfektformen traten im Konjunktiv auf, was darauf hindeutet, dass diese Form hier zur Markierung der Vorzeitigkeit dient.

Wird das Doppelperfekt im Indikativ häufig in der Presse verwendet?

Nein, das Doppelperfekt im Indikativ ist in dem untersuchten Korpus extrem selten anzutreffen.

Wie bewertet die Autorin die Ausprägung des Präteritumschwunds in der Pressesprache?

Sie kommt zu dem Schluss, dass der Präteritumschwund in der untersuchten Schriftsprache nicht drastisch ausgeprägt ist und das Präteritum weiterhin stabil verwendet wird.

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Details

Title
Doppelperfekt und Präteritumsschwund
Subtitle
Eine Korpusanalyse
College
http://www.uni-jena.de/  (Germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Einführung in die Textlinguistik
Grade
1,3
Author
Romy Knobel (Author)
Publication Year
2009
Pages
12
Catalog Number
V139356
ISBN (eBook)
9783640494125
ISBN (Book)
9783640493678
Language
German
Tags
Doppelperfekt Präteritumschwund Präteritumsschwund doppel perfekt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Romy Knobel (Author), 2009, Doppelperfekt und Präteritumsschwund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139356
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