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Paradoxe Fügungen in Kafkas Erzählung "Josefine die Sängerin oder das Volk der Mäuse"

Título: Paradoxe Fügungen in Kafkas Erzählung "Josefine die Sängerin oder das Volk der Mäuse"

Trabajo , 2002 , 23 Páginas , Calificación: 2 +

Autor:in: Barbara Wehmeyer (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Geschichte von Josefine und dem Mäusevolk


In Kafkas Erzählung „Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse“ wird dem Leser durch eine anonyme Maus von der einzigartigen und rätselhaften Stellung der Sängerin Josefine im Volk der Mäuse berichtet. Die Erzählermaus, selber Teil des Volkes und zugleich kritisch distanziert, macht die Haltungen von Volk und Sängerin einsichtig. Obwohl das Volk in dem von ihr angepriesenen Gesang lediglich ein schwaches, übliches Pfeifen zu vernehmen meint, wird es von seiner Macht fortgerissen, hält Josefine in Ehren und erträgt geduldig ihre Künstlerallüren. Dies wirft sowohl beim Erzähler als auch beim Leser die Frage nach der tieferen Wirkung ihrer Auftritte auf. Die Nachgiebigkeit des Volkes hört allerdings da auf, wo es sich den Forderungen der Sängerin nach Arbeitsbefreiung versagt. Hier liegt der Wendepunkt der Geschichte: Josefines Illusion über ihren Gesang auf der einen und die Realität des Mäusevolkes auf der anderen Seite sind dermaßen inkongruent, dass es zu keiner Lösung kommt und es mit Josefine zuende gehen muss. In der Ahnung, dass ihre Kunst vom Volk nicht verstanden wird, strebt sie umso mehr nach gesteigerter Anerkennung. Um sich nicht selbst untreu zu werden, muss sie mit ihrer Forderung “stehen oder fallen“(212). In narzisstischer Selbstüberschätzung vermeint sie, der desillusionierenden Zurückweisung durch die auch für sie wirksamen Gesetze sowie dem Abbruch ihrer Glaubwürdigkeit entgehen zu können: Sie verschwindet...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die Geschichte von Josefine und dem Mäusevolk

2. Verwirrende Gedanken über Josefines Kunst

3. Paradoxe Fügungen in Kafkas Erzählung

4.

4.1 Formale Ebene

4.2 Inhaltliche Ebene

4.3 Distanzierte Betrachtung

4.4 Des Rätsels Unlösbarkeit

5. Ursache und Wirkung der paradoxen Fügungen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzähltechnischen und inhaltlichen Paradoxien in Franz Kafkas Erzählung „Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse“. Das primäre Ziel ist es, die dialektische Struktur der Erzählung sowie das Spannungsfeld zwischen der Sängerin und ihrem Volk zu analysieren, um das Rätsel um die Natur von Josefines Kunst zu durchleuchten.

  • Analyse der formalen Ebene (Konjunktionen, Negationen, Erzählperspektive)
  • Untersuchung der inhaltlichen Ebene und der Mensch-Tier-Symbolik
  • Betrachtung der Rolle Kafkas und autobiographischer Bezüge
  • Erörterung der Unlösbarkeit des Rätsels um die künstlerische Wirkung

Auszug aus dem Buch

4.1 Formale Ebene

Auf der formalen Ebene wird dieses Phänomen mittels den gesamten Text durchziehender Konjunktionen wie „aber“, „trotz“, „allerdings“ und „wenn“ deutlich. So werden z.B. fünf aufeinanderfolgende Absätze mit „aber“ eingeleitet. Auf diese Weise werden die unterschiedlichen Gedankengänge der Erzählermaus sprachlich manifestiert: „...aber diese Antwort ist nicht befriedigend. Wenn es wirklich so wäre, müsste man...“(201), „...wenn das alles wahr wäre...“(201) oder „Und doch ist es wahr...“(206). Sie finden ihre Niederschrift in einer oft merkwürdigen Absatzeinteilung und langen Sätzen, die lediglich durch zahlreiche Semikola unterteilt sind. Die häufigen Konjunktive halten die Aussagen zusätzlich vage.

Ein weiteres Stilmittel, welches Kafka wiederholt verwendet, ist die Negation. Bereits der Hauptgegenstand der Erzählung ist ein Nichterlebnis. Hier beschreibt ein Text, also Schrift als stumme Sprache, einen Klang, der nicht vorhanden ist, macht also Abwesendes lesbar. Er demonstriert das Paradox einer Sängerin, die die Anerkennung ihrer Nicht-Kunst, ihres Nicht-Gesangs durch das nichtverstehende, unmusikalische Volk sucht. Bereits im dritten Satz bringt Kafka diesen Widerspruch in einer doppelten Negation auf den Punkt: „Es gibt niemanden, den ihr Gesang nicht fortreißt, was umso höher zu bewerten ist, als unser Geschlecht im ganzen Musik nicht liebt.“(200)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Geschichte von Josefine und dem Mäusevolk: Das Kapitel führt in das Spannungsverhältnis zwischen der rätselhaften Sängerin Josefine und dem kritisch distanzierten, aber dennoch faszinierten Mäusevolk ein.

2. Verwirrende Gedanken über Josefines Kunst: Hier wird die dialektische Argumentationsweise der Erzählermaus beleuchtet, die durch ständige Umkehrungen eine Eindeutigkeit über die Natur von Josefines Gesang unmöglich macht.

3. Paradoxe Fügungen in Kafkas Erzählung: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Paradoxen, das bei Kafka über die bloße rhetorische Figur hinausgeht und als grundlegendes Strukturprinzip der gesamten Erzählung fungiert.

4. (Kapitel ohne Titel): Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Ebenen der Paradoxie, beginnend bei formalen Stilmitteln über inhaltliche Widersprüche bis hin zur bewussten Irreführung des Lesers.

4.1 Formale Ebene: Untersucht wird der Einsatz von Konjunktionen, Konjunktiven und Negationen, die die Aussagen der Erzählung dauerhaft vage halten.

4.2 Inhaltliche Ebene: Fokus auf der Unterscheidung zwischen erzählter Ebene und der Reflexionsebene der Erzählermaus, die das Paradox einer singenden Maus zum Zentrum macht.

4.3 Distanzierte Betrachtung: Eine Analyse des Textsystems aus der Distanz, wobei auch Kafkas Rolle als Verfasser und die Vermischung von Mensch- und Tierwelt betrachtet werden.

4.4 Des Rätsels Unlösbarkeit: Dieses Kapitel kommt zu dem Schluss, dass die Widersprüche der Erzählung bewusst nicht auflösbar gestaltet sind.

5. Ursache und Wirkung der paradoxen Fügungen: Abschließende Betrachtung, die die erzählerischen Paradoxien mit der psychischen Verfassung Kafkas und seiner Lebenssituation verknüpft.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Josefine die Sängerin, Volk der Mäuse, Paradoxie, Dialektik, Erzählermaus, Künstlertum, Sprachanalyse, Literaturwissenschaft, Interpretation, Ambivalenz, Identitätskrise, Moderne, Sinnstiftung, Unlösbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spezifischen erzähltechnischen Paradoxien in Kafkas Erzählung „Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse“ und deren Bedeutung für die Interpretation der Geschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Dialektik der Erzählerfigur, das Spannungsverhältnis zwischen dem Künstler und der Gesellschaft sowie die bewusste Infragestellung von Logik und Eindeutigkeit durch Kafka.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kafka durch ein „gleitendes Paradox“ den Leser zur ständigen Relativierung seiner Erkenntnisse zwingt und so eine rationale Deutung des Geschehens verhindert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf formaler, inhaltlicher und meta-ebener Ebene untersucht und durch Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse, eine inhaltliche Ebene, eine distanzierte Betrachtung des Gesamtsystems sowie die Untersuchung der Ursachen für die Unlösbarkeit des künstlerischen Rätsels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Paradoxie, Dialektik, Josefine, Kafkas Künstlertum, Erzählperspektive und die Vermischung von Mensch- und Tierwelt.

Wie beeinflusst das Erzählverhalten der „Erzählermaus“ die Wahrnehmung des Lesers?

Die Erzählermaus verunsichert den Leser, indem sie jede Behauptung sofort durch eine Gegenthese relativiert, was den Leser in einen ständigen Prozess des Umdeutens zwingt.

Inwiefern spielt Kafkas persönliches Leben eine Rolle bei der paradoxen Gestaltung?

Die Arbeit legt dar, dass die Paradoxien als Ausdruck für Kafkas eigene Ambivalenzen, seine Krankheit und sein Gefühl der Beziehungslosigkeit zum Leben gedeutet werden können.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Paradoxe Fügungen in Kafkas Erzählung "Josefine die Sängerin oder das Volk der Mäuse"
Universidad
University of Hamburg
Curso
Seminar II: Franz Kafka
Calificación
2 +
Autor
Barbara Wehmeyer (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
23
No. de catálogo
V13937
ISBN (Ebook)
9783638194570
ISBN (Libro)
9783638686853
Idioma
Alemán
Etiqueta
Paradoxe Fügungen Kafkas Erzählung Josefine Sängerin Volk Mäuse Seminar Franz Kafka
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Barbara Wehmeyer (Autor), 2002, Paradoxe Fügungen in Kafkas Erzählung "Josefine die Sängerin oder das Volk der Mäuse", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13937
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