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Niedrigschwellige Suchthilfe. Hat die HIV-Epidemie die Sucht-/Drogen-Hilfe transformiert?

Título: Niedrigschwellige Suchthilfe. Hat die HIV-Epidemie die Sucht-/Drogen-Hilfe transformiert?

Trabajo Escrito , 2022 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Lana Briede (Autor)

Trabajo social
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Die Anfänge der niedrigschwelligen Hilfe-Angebote an Drogengebraucher*innen entstehen wohl schon Anfang der Siebzigerjahre, z.B. die ersten Drogenberatungsstellen, welche sich als Hilfe zur Selbsthilfe verstehen, Einrichtungen für Langzeittherapie, Entgiftungs- und Behandlungseinrichtungen, so auch das Polamidonprogramm in Hannover.

Im Laufe der Erfahrung mit stationärer Langzeittherapie wird dies nun der "Königsweg", um Drogensüchtige zu behandeln, sodass alle anderen Möglichkeiten aus dem Fokus geraten. Erst durch die alarmierende Zunahme der HIV-Infektionen unter Drogengebrauchenden Mitte der 80er findet der Gedanke des niedrigschwelligen Angebots Einzug in die Hilfeangebote-Palette für drogenabhängige Menschen. Ein bis dahin verfolgter Leitsatz "Die Abstinenz" wird durch den "Drogenkonsum erstmal akzeptierenden Ansatz" erweitert. Durch das Ergänzen des auf Abstinenz gezielten Hilfespektrums finden nun solche Begriffe Einzug in die Suchthilfe wie "nicht-bevormundende", "suchtbegleitende", "offensive", "klientenorientierte" "oder "niedrigschwellige" Drogenarbeit mit "schwellenlosen Angeboten". Stöver schreibt weiter: "Schwellen im Zugang zur Drogenhilfe sollen abgebaut werden, um die Reichweite der Hilfsangebote zu vergrößern, insbesondere für die Drogengebraucher, die hochschwellige drogenfreie Angebote nicht mehr erreichen können oder wollen. Eine Erhöhung der Reichweite ist nur durch bedürfnisgerechte, lebensweltnahe Ausgestaltung der Angebote möglich, die sich auf die Alltagsprobleme und Risiken der Gebraucher einlassen. Eine Bevormundung durch beratende oder therapeutische Institutionen wird aufgegeben zugunsten der Betonung der Selbstbestimmung der Drogengebraucher".

Nur wie soll solch eine Hilfe aussehen? Eine Antwort darauf liefern neben den in Deutschland mittlerweile weit aufgestellten Spritzenautomaten die Drogenkonsumräume.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Exkurs in die mit Drogen-/Suchtarbeit verbundenen Begrifflichkeiten

3. Die zwei Ansätze der Sucht-/Drogen-Arbeit

3.1 Der abstinensbasierte Ansatz

3.2 Der akzeptierende Ansatz

4. HIV-Epidemie und ihr Einfluss auf Drogengebraucher*innen

4.1 Was ist HIV und AIDS?

4.2 Exkurs zu der Historie HIV erreicht Deutschland

4.3 HIV-Ansteckung bei Drogengebraucher*innen

4.4 Der Präventions-Gedanke

5. Niedrigschwellige Suchthilfe

5.1 Was ist ein Drogenkonsum-Raum?

5.2 Gesetzliche Grundlagen

5.3 Zielgruppe

5.4 Das Angebot und Ziele

6. Drogenkonsumräume in Berlin

6.1 Vista Berlin

6.2 FixPunkt e.V.

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und strukturellen Einfluss der HIV-Epidemie auf die Sucht- und Drogenhilfe in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie diese Epidemie zu einem Paradigmenwechsel von rein abstinenzbasierten Ansätzen hin zu akzeptierenden Hilfeleistungen und der Etablierung niedrigschwelliger Angebote wie Drogenkonsumräumen geführt hat.

  • Historische Entwicklung der Drogenhilfe im Kontext von HIV/AIDS
  • Gegenüberstellung abtinensbasierter und akzeptierender Ansätze
  • Bedeutung der gesundheitspräventiven Drogenpolitik
  • Strukturen und gesetzliche Rahmenbedingungen niedrigschwelliger Suchthilfe
  • Fallbeispiele für Drogenkonsumräume in Berlin (Vista & FixPunkt e.V.)

Auszug aus dem Buch

3. Die zwei Ansätze der Sucht-/Drogen-Arbeit.

Begibt man sich auf die Spuren der Entwicklung der Suchthilfe, begegnet einem immer wieder die Aussage „das alte Paradigma“. Wenn es aber doch ein „altes Paradigma“ gibt, dann dürfte es auch ein neues geben. Astrid Leicht, die Gründerin des FixPunkt e.V. erinnert sich, dass die damalige Zeit (gemeint sind die 80er) von dem Paradigma geprägt war, dass den Drogenabhängigen sehr schlecht zu gehen habe und so lange keine Hilfe erfahren solle, bis er nicht in der „Gose“ liege, denn erst dann sei der Konsument bereit abstinent zu werden. Und sobald die Abstinenz erreicht sei, sind auch alle Probleme gelöst. Ebenso galten alle Hilfeleistungen als Suchtverstärker, Unterstützer sowie als Hilfeleistungen, die die Sucht verlängern würden. Damals sei alles abgelehnt worden, was heute als Schadensminderung gilt (vgl. Leicht 2018: 4:03-6:45).

Durch das Aufkommen von immer mehr HIV-Ansteckungen unter den damaligen Drogenbenutzer*innen wird rasch klar, dass auch die Menschen erreicht werden müssen, die noch kein eigenes Bedürfnis nach dem Aufhören mit dem eigenen Konsum haben oder gar nicht können, da die Hürden für damalige Hilfe-Programme zu hoch sind (vgl. Stöver 1991: 14). Ebenso beobachtet Stöver, dass die Mitte der 80er eine Art Umorientierung der professionellen Drogenarbeit einleiten, die sich mehr in Richtung „akzeptierend“ entwickelt. „Schwellen im Zugang zu Drogenhilfe sollen abgebaut werden, um die Reichweite der Hilfsangebote zu vergrößern, insbesondere für die Drogengebraucher, die hochschwellige drogenfreie Angebote nicht mehr erreichen können oder wollen. Eine Erhöhung der Reichweite ist nur durch bedürfnisgerechte, lebensweltnahe Ausgestaltung der Angebote möglich, die sich auf die Alltagsprobleme und Risiken der Gebraucher einlassen. Eine Bevormundung durch beratende oder therapeutische Institutionen wird aufgegeben zugunsten der Betonung der Selbstbestimmung der Drogengebraucher“ (Stöver 1991: 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die historische Ausgangslage und die Notwendigkeit, der Stigmatisierung von Drogenkonsumenten durch die Auseinandersetzung mit der HIV-Epidemie entgegenzuwirken.

2. Exkurs in die mit Drogen-/Suchtarbeit verbundenen Begrifflichkeiten: Definiert zentrale Begriffe wie Abhängigkeit, Substanz sowie die rechtlichen und fachlichen Einordnungen im Kontext der Drogenhilfe.

3. Die zwei Ansätze der Sucht-/Drogen-Arbeit: Vergleicht den klassischen, abstinenzbasierten Fokus mit dem alternativen, akzeptierenden Paradigma.

4. HIV-Epidemie und ihr Einfluss auf Drogengebraucher*innen: Analysiert, wie die medizinische Krise Anfang der 80er Jahre einen Umbruch in der Präventionspolitik gegenüber Drogenkonsumenten erzwang.

5. Niedrigschwellige Suchthilfe: Erläutert die Entstehung niedrigschwelliger Angebote sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Ziele von Drogenkonsumräumen.

6. Drogenkonsumräume in Berlin: Zeigt die praktische Umsetzung und Beispiele der mobilen und stationären Drogenhilfe durch Organisationen wie Vista und FixPunkt e.V. auf.

7. Fazit: Fasst zusammen, wie der Druck durch die HIV-Epidemie letztlich zur nachhaltigen Etablierung akzeptierender und lebensrettender Drogenarbeit führte.

Schlüsselwörter

Drogenhilfe, HIV-Epidemie, Schadensminderung, Harm-Reduction, Drogenkonsumraum, FixPunkt e.V., Sucht, Abstinenz, Prävention, Drogengebraucher, akzeptierende Arbeit, Berlin, Betäubungsmittelgesetz, Akzeptanz, Infektionsschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die HIV-Epidemie der 1980er Jahre die professionelle Drogen- und Suchthilfe in Deutschland grundlegend gewandelt hat.

Welche Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Übergang von abstinenzorientierten zu akzeptierenden Hilfeansätzen, die Geschichte der HIV-Prävention bei Drogenkonsumenten und die rechtliche Legitimation von Drogenkonsumräumen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den transformativen Prozess der Drogenhilfe aufzuzeigen, der durch den Notwendigkeitsdruck der HIV-Ansteckungswellen bei Drogengebraucher*innen ausgelöst wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen Berliner Träger der Drogenhilfe, ergänzt um historische Quellen und Berichte.

Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Unterschiede zwischen abstinenzbasiertem und akzeptierendem Handeln, die medizinische und politische Entwicklung im Kontext von HIV/AIDS sowie die konkrete Arbeit der Drogenkonsumräume.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Harm-Reduction, HIV-Prävention, strukturelle Veränderung der Suchthilfe und akzeptierende Drogenarbeit beschreiben.

Welche Bedeutung kommt dem FixPunkt e.V. in dieser Untersuchung zu?

Als Pionier bei der Einführung mobiler Drogenkonsumhilfe in Berlin veranschaulicht FixPunkt e.V. den Wandel hin zu lebensweltnaher und niedrigschwelliger Unterstützung durch Akteure wie Astrid Leicht.

Wie haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch HIV verändert?

Die HIV-Epidemie führte dazu, dass der Besitz von Spritzbesteck entkriminalisiert wurde und durch das Betäubungsmittelgesetz schließlich die Eröffnung von Drogenkonsumräumen ermöglicht wurde, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

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Detalles

Título
Niedrigschwellige Suchthilfe. Hat die HIV-Epidemie die Sucht-/Drogen-Hilfe transformiert?
Universidad
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Calificación
1,0
Autor
Lana Briede (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
19
No. de catálogo
V1394082
ISBN (PDF)
9783346940384
ISBN (Libro)
9783346940391
Idioma
Alemán
Etiqueta
Drogen Drogenkonsumräume HIV-Epidemie Prävention Suchthilfe Drogenhilfe Niedrigschwelligleit Niedrigschwellige Suchthilfe Drogengebraucher Drogenkonsum Substanzen Suchtarbeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lana Briede (Autor), 2022, Niedrigschwellige Suchthilfe. Hat die HIV-Epidemie die Sucht-/Drogen-Hilfe transformiert?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1394082
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