Wie mache ich eine Predigt? Wie trage ich sie vor? Was kann ich guten Gewissens sagen? Wen interessiert das?
Mit diesen Fragen habe ich das homiletische Seminar an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau begonnen. Ich hatte zwar schon ein paar Hausandachten gehalten, aber irgendwie fühlte ich mich immer inkompetent: Was will ich als junger Spund denn älteren Generationen an Lebensweisheiten auftischen? Dazu hatte ich kaum Ahnung wie, wo, wann und warum die Evangelien eigentlich entstanden sind. Historisch-kritische Exegese war ein Fremdwort für mich, systematische Theologie wie eine Tabellenkalkulation und feministische Theologie wie vom anderen Stern.
Im Predigtkurs habe ich vor allem gelernt mir Gedanken zu machen, was die Zuhörenden erwarten und was ich mitbringe.
In dieser Seminararbeit wird die Entstehung einer Predigt zu Lk 14, 25-33 aufgezeichnet. Schritt für Schritt erfolgt der Weg zu Predigt unter schonungsloser Offenlegung der eigenen Gedanken und Gefühle. Es werden dabei folgende Stationen beschritten: Der "1. Blick", Ideensammlung, historisch-kritische Exegese, systematisch-theologische Überlegungen, Persönlichkeitsstudie, Milieu-Studien und Kommunikationstheorie, Auswahl des des Themas "Wertekritik - auch heute", Gestaltung des Gottesdienstes und Halten der Predigt, Nachbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
I. BEOBACHTUNGEN AM TEXT
1. Der erste Blick
2. Gespräche im Seminar
3. Arbeit am Computer
4. Notizzettel-Sammlung
II. Exegetische Überlegungen
0. Mein Vorverständnis
1. Der Text
2. Die Eigenschaften
3. Die Herkunft
4. Die Entstehung
5. Die Auslegungsgeschichte
6. Mein Verständnis
III. Systematisch-theologische Überlegungen
1. Eigene Forschungen zu „Nachfolge“
2. Fremde Forschungen zu „Nachfolge“
IV. Homiletische Überlegungen
1. Allgemeine Lebensweltforschung
2. Milieus in der Kirche
3. Gemeindesoziologie im Stadtteil Ansbach-Hennenbach
V. Überlegungen zur Gestalt der Predigt
1. Themenwahl
2. Präsentation
3. Gliederung
VI. Überlegungen zur Gestalt des Gottesdienstes
1. Gestaltung des Gottesdienstes
2. Begründung
VII. Die Predigt
1. Die Predigt
2. Analyse und Begründung
VIII. Nachbetrachtung
1. Meine Eindrücke (als Liturg)
2. Eindrücke der Seminarteilnehmenden (als Gottesdienstbesuchende)
3. Was ich aus dem Seminar mitnehme
4. Danksagungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert den methodischen Entstehungsprozess einer Seminarpredigt über den Bibeltext Lukas 14, 25-33. Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer methodisch verantworteten Predigt, die eine Brücke zwischen der historisch-kritischen Exegese und der Lebenswelt heutiger Gottesdienstbesuchender schlägt, wobei insbesondere die Relevanz der "Wertekritik" im Kontext der Nachfolge Jesu untersucht wird.
- Methodische Reflexion des homiletischen Entstehungsprozesses
- Historisch-kritische Exegese von Lk 14, 25-33
- Milieutheoretische Analyse der Gottesdienstgemeinde
- Rhetorische und kommunikationswissenschaftliche Gestaltung der Predigt
- Kritische Selbstreflexion und Nachbetrachtung der Liturgie
Auszug aus dem Buch
2. Die Methodik
In dieser Arbeit wird die Entstehung einer Predigt zu Lk 14, 25-33 aufgezeichnet. Schritt für Schritt erfolgt der Weg zu Predigt. Jede Station lädt ein zum Ruhen und Zurückschauen: Warum bin ich so vorgegangen und nicht anders?
Nach intensiver Arbeit und umfangreichen Studien konnte ich schließlich guten Ge(h)wissens eine Predigt über die Nachfolge Jesu halten.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Beschreibt den persönlichen Ausgangspunkt des Autors im homiletischen Seminar und die methodische Herangehensweise an die Erstellung der Predigt.
I. BEOBACHTUNGEN AM TEXT: Analysiert den ersten persönlichen Zugang zum Text, die Einbindung von Seminardiskussionen und die konkrete Vorbereitung am Computer.
II. Exegetische Überlegungen: Bietet eine wissenschaftliche Textanalyse, untersucht die Herkunft sowie die Auslegungsgeschichte der Perikope Lk 14, 25-33 und formuliert ein eigenes Verständnis.
III. Systematisch-theologische Überlegungen: Untersucht das Konzept der "Nachfolge" basierend auf eigenen Forschungen sowie ausgewählten wissenschaftlichen Literaturquellen.
IV. Homiletische Überlegungen: Setzt sich mit modernen Milieumodellen und der Gemeindesoziologie auseinander, um die spezifische Zielgruppe in Ansbach-Hennenbach zu verstehen.
V. Überlegungen zur Gestalt der Predigt: Dokumentiert den Prozess der Themenwahl, die Entscheidung für die Gattung der Lehrpredigt und die rhetorische Strukturierung des Inhalts.
VI. Überlegungen zur Gestalt des Gottesdienstes: Erläutert die liturgische Gestaltung sowie die Auswahl von Musik und Gebeten unter Berücksichtigung der soziologischen Gegebenheiten.
VII. Die Predigt: Enthält das Predigtmanuskript und eine detaillierte, abschnittsweise Analyse und Begründung des gewählten Aufbaus.
VIII. Nachbetrachtung: Reflektiert die Erfahrungen als Liturg, die Resonanz der Seminarteilnehmenden und die persönlichen Lernerfolge aus dem Seminar.
Schlüsselwörter
Predigtlehre, Homiletik, Exegese, Lukas 14, Nachfolge Jesu, Wertekritik, Milieumodelle, Gemeindesoziologie, Gottesdienst, Rhetorik, Lehrpredigt, Theologie, Kommunikation, Liturgie, Selbstreflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodisch verantworteten Vorbereitung und Durchführung einer Seminarpredigt über den schwierigen Text Lk 14, 25-33.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historisch-kritische Exegese, die Anwendung soziologischer Milieumodelle auf die Kirchengemeinde und die rhetorische Gestaltung einer zeitgemäßen Predigt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Weg von der ersten Textbegegnung über exegetische Arbeit und Milieuanalyse bis hin zum konkreten Predigtentwurf transparent und kritisch zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt vor allem die historisch-kritische Exegese kombiniert mit homiletischen Reflexionsmethoden und moderner Milieuforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in exegetische Studien, systematische Überlegungen zum Nachfolge-Begriff, soziologische Analysen der Zielgruppe und praktische Überlegungen zur Gottesdienstgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Homiletik, Exegese, Nachfolge Jesu, Wertekritik, Milieutheorie, Gottesdienst, Kommunikation.
Wie geht der Autor mit der "Härte" des Textes Lk 14, 25-33 um?
Er thematisiert die Härte durch eine "Wertekritik", indem er die antiken familiären Werte gegen heutige individuelle Freiheitsvorstellungen stellt, ohne dabei den biblischen Kontext zu verleugnen.
Warum spielt die Milieutheorie eine so wichtige Rolle?
Sie dient dem Autor dazu, die spezifischen Erwartungen, den Bildungsstand und die religiöse Prägung der Gottesdienstbesucher in Ansbach-Hennenbach zu analysieren, um die Predigt passgenau formulieren zu können.
Welche Rolle spielt die Selbstreflexion?
Die Selbstreflexion ist essenziell, da der Autor sich als "Lernenden" begreift, der seine eigenen Vorlieben, Ängste und den eigenen Persönlichkeitstyp kritisch hinterfragt, um eine einseitige "Egotrip-Predigt" zu vermeiden.
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- Diplom-Verwaltungswirt (FH) Peter Schmidt (Author), 2007, Seminarpredigt über Lk 14, 25-33, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139418