Die vorliegende Arbeit stellt an einem fiktiven Fallbeispiel dar, wie die Akteure der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Konzept des Fallmanagements der Komplexität von herausfordernden Lebenslagen von Familien begegnen können und wie die einzelnen Handlungsschritte aufeinander aufbauen.
Vielfach gesellschaftlich kaum wahrgenommen, werden in Deutschland Kinder und Jugendliche in komplexen schwierigen familiären Situationen groß. Ihre Entwicklungsvoraussetzungen müssen als höchst bedenklich bezeichnet werden, eine soziale und wirtschaftliche Teilhabe stellt sich als restriktives Erleben dar. Auch wenn in Deutschland diverse sozialstaatliche Versorgungs- und Hilfesysteme gesetzlich verankert sind, werden diese Familien oft nicht erreicht. Kinder unseres Jahrhunderts erleben sehr diverse Lebenswirklichkeiten in unserer Gesellschaft. Immer wieder ist von Chancengerechtigkeit zu lesen, dennoch sind in der Realität vor allem die Lebenslagen und Bildungsverläufe die deutlichsten Unterscheidungsbereiche, mit denen Familien zu kämpfen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Mehrfach belastete Lebenszusammenhänge
1.2 Komplexen Problemlagen in Familien mit Fallmanagement begegnen
2. Falldarstellung
2.1. Familie Otto
3. Rechtliche Einordnung der Kinder- und Jugendhilfe am Beispiel Familie Otto
3.1. Allgemeine, übergeordnete rechtliche Verankerung des Hilfeanspruchs
3.1.1. Konkrete rechtliche Unterstützung im Fall Familie Otto
3.1.2. Zielgruppenidentifizierung und gewählte Arbeitsfelder
4. Fallmanagement
4.1. Fallmanagement-Gliederung in einzelne Phasen
4.2. Linking
4.2.1. Vorbereitung
4.2.2. Vermittlung
4.2.3. Anpassung
4.2.4. Fallbezogene Vernetzung
4.3. Monitoring
4.3.1. Normaler Fallverlauf im Monitoring
4.3.2. Drohender Abbruch durch Familie Otto
4.3.3. Fehlende Umsetzung der vereinbarten Leistung durch einen Leistungserbringer
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert anhand des fiktiven Fallbeispiels "Familie Otto", wie das Konzept des Fallmanagements in der Kinder- und Jugendhilfe eingesetzt werden kann, um komplexe familiäre Problemlagen zu bewältigen, Hilfeprozesse zu koordinieren und die Selbsthilferessourcen der Betroffenen nachhaltig zu reaktivieren.
- Grundlagen des Fallmanagements und dessen Phasenmodell
- Rechtliche Rahmenbedingungen nach dem SGB VIII
- Prozessschritte des Linkings (Vorbereitung bis Vernetzung)
- Monitoring-Verfahren zur Qualitätssicherung und Krisenprävention
- Umgang mit Abbruchrisiken und Leistungserbringern
Auszug aus dem Buch
4.2. Linking
Wie aus Abbildung zwei ersichtlich, stellt das Linking die vierte Phase des Fallmanagements dar. Es soll Klienten mit den Stellen und Diensten der Leistungserbringung verbinden. Grundsätzlich gliedert sich der Prozess des Linking in vier Phasen; Vorbereitung, Vermittlung, Anpassung und fallbezogene Vernetzung. (Wendt, 2018, S. 159-160)
4.2.1. Vorbereitung
Familie Otto muss auf die Kooperation mit Dritten vorbereitet werden, um die angebotenen Hilfen so bald wie möglichst selbständig in Anspruch nehmen zu können. Der Fallmanager ist angehalten und darauf bedacht die Familie bereits sehr früh in die Auswahlverfahren und Kontaktaufnahme zu involvieren, da sichergestellt werden soll, dass während der Phase der Verantwortungsübergabe kein Bruch auftritt. Befürchtungen, aber auch Erwartungen werden offen kommuniziert, um der sensiblen Phase Rechnung zu tragen. Dies geschieht durch eine persönliche Teilnahme der Leistungsanbieter, denn Familie Otto soll die Möglichkeit haben Fragen zu stellen und Informationen zu erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen von Familien in komplexen Lebenslagen und führt in das Konzept des Fallmanagements als Lösungsstrategie ein.
2. Falldarstellung: Hier wird die belastete Ausgangssituation der Familie Otto detailliert geschildert, um die Notwendigkeit sozialpädagogischer Interventionen zu begründen.
3. Rechtliche Einordnung der Kinder- und Jugendhilfe am Beispiel Familie Otto: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen und Ansprüche nach dem SGB VIII, die im konkreten Fall Familie Otto zur Anwendung kommen.
4. Fallmanagement: Der Hauptteil beschreibt die Steuerung der Fallsituation über die Phasen des Linkings und Monitorings sowie die Koordination verschiedener Akteure.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die Bedeutung des Fallmanagements für eine strukturierte Unterstützung und betont die Notwendigkeit, Hilfesysteme angesichts steigender Fallzahlen anzupassen.
Schlüsselwörter
Fallmanagement, Casemanagement, Kinder- und Jugendhilfe, Familie Otto, SGB VIII, Hilfeplanung, Linking, Monitoring, Sozialpädagogische Familienhilfe, Leistungsverhältnis, Kindeswohl, Krisenprävention, Kooperation, Vernetzung, Einzelfallhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendung des Fallmanagements in der Kinder- und Jugendhilfe anhand eines fiktiven Fallbeispiels, um Familien bei komplexen Problemen effektiv zu begleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die rechtliche Verankerung der Hilfen, die Prozessphasen des Fallmanagements sowie die Steuerung und Vernetzung verschiedener Leistungserbringer.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung, wie durch gezieltes Fallmanagement (Linking und Monitoring) Ressourcen von Familien reaktiviert werden und eine eigenständige Lebensführung wieder ermöglicht wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine fiktive Fallstudie, um theoretische Konzepte des Fallmanagements auf praktische Szenarien anzuwenden und durch Fachliteratur zu untermauern.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Phasen des Linkings, die Qualitätssicherung durch Monitoring, den Umgang mit Drohendem Abbruch und die rechtlichen Aspekte der Leistungserbringer.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Fallmanagement, Hilfen zur Erziehung, Kindeswohl, SGB VIII, Ressourcenaktivierung und multiperspektivische Fallarbeit.
Warum ist die "Phase des Monitorings" für die Familie Otto besonders wichtig?
Da Frau Otto unter schweren Depressionen leidet, ist eine engmaschige Begleitung notwendig, um Krisen frühzeitig zu erkennen und einen Abbruch der Hilfe zu verhindern.
Welche Rolle spielt der Schulsozialarbeiter in diesem Fall?
Er fungiert als wichtige informelle Netzwerkressource, die sowohl Lailas Anliegen einbringt als auch zwischen Familie, Schule, SPFH und Jugendamt vermittelt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Linking und Monitoring in der Kinder- und Jugendhilfe. Nutzen der Methode anhand einer fiktiven Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1394506