In der folgenden Arbeit werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Filme "Le Doulos" (1962) vom Regisseur Jean-Pierre Melville und Quentin Tarantinos Debütfilm "Reservoir Dogs" (1992) untersucht. Um die beiden Filme anhand von inhaltlichen, sowie auch ästhetischen Aspekten vergleichen zu können, bedarf es vorerst einer kurzen Einführung in deren Regisseure und Film-Hintergründe, sowie einer Inhaltsangabe, in der die wichtigsten Punkte herausgestellt werden sollen. Darauf folgend werden die Gemeinsamkeiten, wie auch die Unterschiede erfasst und herausgearbeitet.
Die beiden Filme gehören dem Genre des Gangsterfilms an und handeln von einem Polizei-Spitzel, der die Gangster vor große Probleme stellt. In der anschließenden Analyse des Films Le Doulos wird sich auf die Edition der Amazon Prime Kaufrechte des Studios Rome Paris Films und Compagnia Cinematografica Champion, sowie auf die Netflix Kaufrechte des Films Reservoir Dogs der Live Entertainment und Dog Eat Dog Productions Inc. berufen.
Inhaltsverzeichnis
1. Steckbrief Reservoir Dogs
1.1. Quentin Tarantino
1.2. Hintergrundrecherche
1.3. Inhaltsangabe
2. Steckbrief „Le Doulos“
2.1. Jean-Pierre Melville
2.2. Hintergrundrecherche
2.3. Inhaltsangabe
3. Vergleich von Le Doulos und Reservoir Dogs
3.1. Inhaltliche Aspekte
3.1.1. Vergleich der Spannungskurven
3.1.2. Inhaltliche Gemeinsamkeiten
3.1.3. Inhaltliche Unterschiede
3.2. Ästhetische Aspekte
3.2.1. Ästhetische Gemeinsamkeiten
3.2.2. Ästhetische Unterschiede
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Jean-Pierre Melvilles „Le Doulos“ (1962) und Quentin Tarantinos Debütfilm „Reservoir Dogs“ (1992). Das primäre Ziel ist es, die Verbindung zwischen Melvilles klassischem französischen Gangsterfilm und Tarantinos modernem Regiedebüt in Bezug auf inhaltliche Konzepte und ästhetische Inszenierungsweisen analytisch herauszuarbeiten.
- Analyse der narrativen Strukturen und Spannungskurven beider Werke.
- Untersuchung der Bedeutung von Dialogen und dem Einsatz von Gewalt als ästhetisches Mittel.
- Vergleich der Rollenbilder und der Funktion von Frauenfiguren im Gangstergenre.
- Herausarbeitung der Unterschiede in der zeitlichen Erzählstruktur und der Chronologie.
- Bewertung der Einflüsse von Melvilles Werk auf Tarantinos Inszenierungsstil.
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Inhaltliche Gemeinsamkeiten
Die inhaltlichen Gemeinsamkeiten der beiden Filme bestehen in erster Linie in ihrem Genre: dem Gangsterfilm mit einem Polizeispitzel. Die Suche nach dem Spitzel erweist sich in beiden Filmen als wichtig und wird am Ende auch erfolgreich aufgelöst.
Die Intensität der Dialoge zwischen den Figuren ist ebenso in beiden Filmen von Bedeutung. Obwohl es sich in Reservoir Dogs doch eher um allgemeinere Themen, als die Arbeit betreffende Gespräche handelt, stehen die Dialoge deutlich im Vordergrund. Dies zeigt sich ausgezeichnet in der Anfangsszene im Café. Die Figuren werden hier nicht äußerlich definiert und vorgestellt, sondern stark sprachlich ausdifferenziert. Die äußerliche Definierung der Figuren erweist sich schon anhand der gleichen schwarzen Anzüge als schwer. Die Dialoge in Reservoir Dogs nehmen andererseits auch die Funktion des Botenberichts ein. Das erkennt man gut an der Szene zwischen Mr. White und Mr. Pink, die sich gegenseitig über den Tathergang austauschen, jedoch verzichtet Tarantino hier fast gänzlich auf bildliche Darstellungen. Hingegen steht das Sprechen über die Arbeit in Le Doulos im Vordergrund. Man denke nur an die 9‘38‘‘ Szene in der Polizeiwache.
Eine weitere Gemeinsamkeit besteht in der Tötung fast aller Figuren am Ende, was doch auch stark an die klassische Tragödie erinnert. Jeder muss für das bezahlen, was er getan hat, heißt mit dem Tod. Verrat wird in beiden Gangsterwelten hart bestraft und es gibt keine Chance auf Vergebung, was besonders die Abschlussszene in Reservoir Dogs zeigt, denn Mr. Orange wird von seinem väterlichen Betreuer Mr. White erschossen, obwohl man deren Beziehung als Freundschaft bezeichnen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Steckbrief Reservoir Dogs: Dieses Kapitel liefert eine biografische Einführung in Quentin Tarantino sowie Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte und eine detaillierte Inhaltsangabe des Films.
2. Steckbrief „Le Doulos“: Hier wird das Leben des Regisseurs Jean-Pierre Melville beleuchtet und der Film „Le Doulos“ im Kontext zeitgenössischer Kritiken sowie durch eine ausführliche Inhaltsangabe vorgestellt.
3. Vergleich von Le Doulos und Reservoir Dogs: In diesem Hauptteil wird ein detaillierter Abgleich beider Filme hinsichtlich inhaltlicher Plot-Strukturen, ästhetischer Gestaltungsmittel, musikalischer Untermalung und der Darstellung von Gewalt vorgenommen.
Schlüsselwörter
Gangsterfilm, Quentin Tarantino, Jean-Pierre Melville, Reservoir Dogs, Le Doulos, Polizeispitzel, Film Noir, Spannungskurve, Ästhetik, Gewaltinszenierung, Dialoge, Tragödie, Episodenhaftigkeit, Heist-Movie, Filmvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert vergleichend die zwei Gangsterfilme „Le Doulos“ und „Reservoir Dogs“, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer narrativen und ästhetischen Gestaltung zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Figurenkonstellation (insbesondere die Rolle des Polizeispitzels), den narrativen Strukturen wie Rückblenden und Spannungskurven sowie der filmischen Ästhetik.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, den Einfluss von Melvilles Werk auf Tarantinos Stil zu untersuchen und aufzuzeigen, wie beide Regisseure das Genre des Gangsterfilms interpretieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Analyse stützt sich auf eine vergleichende Filmanalyse, die Erstellung von Spannungskurven sowie die Untersuchung dramentheoretischer Aspekte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in inhaltliche Aspekte, wie den Vergleich der Spannungskurven und narrativen Gemeinsamkeiten, sowie ästhetische Aspekte, wie Kameratechnik, Musik und Rollendarstellung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Wesentliche Begriffe sind Gangsterfilm, Spiegel-Szenen, Episodenhaftigkeit, Aristotelische Dramentheorie und die Ästhetisierung von Gewalt.
Warum spielt die Figur des Polizeispitzels eine so zentrale Rolle in beiden Filmen?
In beiden Werken ist die Suche nach dem Verräter der Motor für die Handlung und die tragische Zuspitzung, was die moralische Instabilität der Gangster-Welt verdeutlicht.
Wie unterscheidet sich die Gewaltdarstellung bei Tarantino von der bei Melville?
Während Melville Gewalt oft funktional einsetzt, nutzt Tarantino sie zur Ästhetisierung, etwa durch choreografierte Szenen, die den grausamen Akt als künstlerisches Element erscheinen lassen.
Welche Rolle spielt die „Einheit des Ortes“ laut der aristotelischen Dramentheorie im Vergleich?
Diesen Aspekt hält Tarantino bei „Reservoir Dogs“ strikt ein, während sich Melvilles „Le Doulos“ über verschiedene Schauplätze und einen längeren Zeitraum erstreckt.
- Quote paper
- Julia Steindl (Author), 2021, Die Melville-Bezüge und eventuellen Abweichungen im Film "Reservoir Dogs" im Vergleich zu "Le Doulos", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1394626