Deutsche Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen im Ausland


Hausarbeit, 2004
44 Seiten

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Deutsche Bibliotheken im Ausland
2.1 Vorab
2.2 Funktion

3. Einrichtungen
3.1 Staatliches
3.2 Historisches
Deutsches Historisches Institut (DHI)
Orient-Institut (OI) der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG)
Deutsches Archäologisches Institut
Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes
Deutsche Presse im Ausland
3.3 Sprachliches
Goethe Institut
Deutsches Institut für Japanstudien in Tokyo (DIJ)
3.4 Kunst
Kunsthistorisches Institut in Florenz-Istituto die/die Storia dell`Arte
Bibliotheca Hertziana in Rom, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte
Kunstbibliotheken-Fachverbund Florenz-München-Rom
3.5 Wirtschaft/ Forschung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Bertelsmann
Volkswagen AG
Siemens
Max-Planck-Institut für Psycholinguistik
Robert-Bosch-Stiftung GmbH (RBSG)
3.6 Stiftungen
Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. (SPD- verwandt)
Heinrich-Böll Stiftung (Bündnis 90/ Die Grünen-verwandt)
Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU- verwandt)
Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP- verwandt)
Hanns-Seidel-Stiftung (CSU- verwandt)
3.7 Bildung
Deutsche Schulen im Ausland
Germanistik-Institute im Ausland
Deutsche Universität(en) im Ausland
3.8 Religion
3.9 Deutsche Lesesäle
3.10 Anderes

4. Anhang

5. Quellen

1. Einleitung

Auf das Thema „ Deutsche Bibliotheken im Ausland “ bin ich durch meine Suche nach einem Praktikumsplatz gestoßen, der sich außerhalb Deutschlands befinden sollte. Zwar findet man in vielen interessanten Städten der Welt große und bedeutende Bibliotheken in denen ich gern ein Praktikum absolvieren würde, aber meist stellt die Sprache eine Barriere dar. Länder wie Griechenland oder die Türkei kommen daher für mich von vorn herein nicht in Frage. Da mir aber bereits bekannt war, dass es Bibliotheken in den Einrichtungen der Goethe- Institute oder etwa der Deutschen Archäologischen Institute im Ausland gibt, kam mir die Idee nach weiteren solchen Einrichtungen und vor allem nach derartigen Bibliotheken zu recherchieren. Bei ähnlichen Einrichtungen wäre dann auch die Sprache am Praktikumsplatz kein Problem mehr.

Um in manchen Fällen eine gezielte Einrichtung näher beschreiben zu können oder damit die Auswahl leichter fällt, habe ich mich an gegebener Stelle näher mit den Einrichtungen in der Türkei beschäftigt. Die Wahl fiel nicht nur aus persönlichem Interesse auf dieses Land, sondern auch aufgrund der Vielfältigkeit deutscher Institutionen vor Ort, die teilweise eine sehr lange Tradition haben.

Mit diesem Thema habe ich also nicht nur ein für mich interessantes Thema für eine Hausarbeit, sondern zudem auch etwas gefunden, was für meine eigene Zukunft wichtig sein könnte.

Die größte Herausforderung bei der Bearbeitung des Themas war zunächst das Recherchieren nach deutschen Institutionen im Ausland. Die weitere Hürde bestand dann darin herauszufinden, ob diese Einrichtungen auch Bibliotheken besitzen. Leider zeigte mir meine Recherche nach Literatur keine befriedigenden Erfolge. Es gibt nicht annähernd ein Standartwerk, welches ich an dieser Stelle nennen könnte. Dementsprechend wenige Informationen habe ich dann auch den im Literaturverzeichnis aufgeführten Publikationen entnommen. Aufgrund diesen Mangels blieb mir letztendlich nur die teilweise mühevolle Recherchearbeit im Internet- zu Beginn zumeist mittels ungezielter Suche. Aber auch hier halfen mir im Grunde nur die Homepages der einzelnen Institutionen und vor allem der E-Mail Kontakt mit den dort beschäftigten Mitarbeitern.

Aufgrund dieser schwierigen Recherche ist es gut möglich, dass ich auf einige Einrichtungen nicht eingegangen bin. Möglicherweise liest aber jemand diese Arbeit und kann mir hierzu noch einige Tipps geben.

Trotz dieses Mangels an für mich relevanter Literatur, war ich andererseits äußerst überrascht als ich bei meiner Suche nach deutschen Institutionen im Ausland auf derart viele Einrichtungen gestoßen bin. Da es sich bei den meisten aber nur um Verbände, Freundschaftsvereine oder Clubs handelte, spielten sie von vornherein für meine Hausarbeit kaum eine Rolle, da man hier ausschließen kann Bibliotheken vorzufinden.

Die Gründe für die große Anzahl deutscher Einrichtungen außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik sind vielseitig und sollen zumindest ansatzweise auch in der Arbeit angesprochen werden. So spielen vor allem historische und wirtschaftlich günstige Faktoren eine große Rolle. Außerdem gehört die deutsche Sprache neben Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch zu den fünf Weltsprachen.

In diesem Zusammenhang sollte man auch erwähnen, dass allein in der Schweiz, Österreich und in Deutschland 90 Millionen Menschen deutsch sprechen. Dies wiederum bedeutete, dass die deutsche Sprache die meist gesprochene Sprache innerhalb Europas ist. Daneben kommt Deutsch als Staatssprache aber auch noch in Luxemburg hinzu, sowie Deutsch als regional anerkannte Sprache in Belgien (Eupen- St. Vith), und Italien (Provinz Bozen). Weitere 3,5 Millionen Menschen mit deutscher Muttersprache leben in zahlreichen europäischen Ländern verstreut. Hierzu zählen weniger die Ausgewanderten, als mehr die Bevölkerungsgruppen die sich aufgrund historischer Entwicklungen an den folgenden Stellen niedergelassen haben: so in Nordschleswig, im Elsass, Lothringen, Südtirol, Jugoslawien, Tschechien, Ungarn, Rumänien und der Sowjetunion.[1]

Ein Ende dieser Entwicklung und der Zusammenarbeit zwischen den Staaten ist derzeit nicht in Sicht. Eher sollten wir damit rechnen, dass es in Zukunft noch weit mehr solcher Einrichtungen geben wird.

2. Deutsche Bibliotheken im Ausland

2.1 Vorab…

Hierbei möchte ich nicht nur Bibliotheken herausfinden und näher betrachten, die ausschließlich deutsche Literatur im Ausland besitzen. Für mich gehören des Weiteren große deutsche Firmen im Ausland dazu, die vielleicht teilweise deutsche, aber auch anderssprachige Literatur in ihren Bibliotheken haben. So muss man aber zunächst ausfindig machen, welche großen deutschen Firmen einen Sitz oder eine Außenstelle im Ausland haben und ob diese wiederum auch eine Bibliothek betreiben. Und des Weiteren sollen mich auch Einrichtungen interessieren, die weniger mit der deutschen Sprache, als mehr mit dem Land Deutschland überhaupt zu tun haben und sich beispielsweise mit der deutschen Kultur oder Geschichte auseinandersetzen etc. Auch hier kann man annehmen, dass solche Bibliotheken zumindest einige deutsche Bücher in ihrem Bestand haben. Aber gibt es solche Einrichtungen überhaupt?! Wen könnte es interessieren, ob es deutsche Literatur oder Literatur über Deutschland gibt?

Wenn wir das Ganze aber umgekehrt, also aus deutscher Sicht betrachten, finden sich Organisationen anderer Länder auch vor Ort: das British Counsil oder das Institut Français sind nur die zwei bekanntesten von sehr vielen Beispielen. Es ist auch nicht nur der kulturell- sprachliche Bereich, der Bibliotheken aufweist. Auch aus dem politischen oder wirtschaftlichen Bereich kann man Bibliotheken nennen…

An dieser Stelle soll noch darauf hingewiesen werden, dass es bei „Deutsche Bibliotheken im Ausland“ vorrangig um die Einrichtungen geht, die von der Bundesrepublik Deutschland gestützt werden. Die Bibliotheken in Österreich oder der Schweiz sollen mich also in diesem Zusammenhang nicht interessieren, da dies den Rahmen sprengen würde[2]. Anders verhält es sich wieder bei deutscher Literatur allgemein, die eventuell an Germanistikinstituten im Ausland vorhanden ist und durchaus von einem Österreicher oder Schweizer stammen kann.

2.2 Funktion

In einer Zeit, in der verstärkt weltwirtschaftliche Verflechtungen an Bedeutung gewinnen (auch Globalisierung genannt), ist es vorteilhaft viele Sprachen zu sprechen und den Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern zu fördern und zu pflegen. Gerade Deutschland, als eine der großen Industrienationen in der Welt, hat hierbei eine zentrale Rolle zu übernehmen. Deutsche Bibliotheken im Ausland sollen dabei als Informationszentren den Weg zu deutschsprachigen Informationen auch im Gastland ermöglichen. Eine zentrale Rolle spielen hier die Goethe- Institute, die sowohl Sprachkurse, als auch Literatur und andere Medien über Deutschland zur Verfügung stellen. Funktion dieser Institute, die hier vertretend für viele andere stehen sollen, ist die Lieferung deutschlandbezogener Informationen, zugleich wird aber auch das Ziel der internationalen Zusammenarbeit auf kultureller, gesellschaftlicher und politischer Ebene gefördert. Durch die ständige Präsenz (nicht nur ein zeitbeschränktes Projekt) kann man auf längere Sicht hin die Menschen durch Fachpersonal und vielseitige Kommunikationsmittel betreuen und beraten. In vielen Ländern helfen die Institute zudem beim Demokratisierungsprozess.

Zusammenfassend kann man die Ziele hier allerdings nicht erörtern, da die jeweiligen Mitarbeiter je nach Fachgebiet der Bibliothek/ oder der Einrichtung auf verschiedene Nachfragen eingehen müssen und sich außerdem den spezifischen Anforderungen des Gastlandes anpassen müssen. Jede Bibliothek im Ausland scheint andere Ziele zu verfolgen und einen speziellen Leserkreis um sich geschaffen zu haben. Aufgrund dieser Differenzierungen ist es nötig, diese ausländischen deutschen Bibliotheken nicht gemeinsam, sondern jede für sich zu behandeln, um ihre Eigenheiten beizubehalten.

Da aber viele Länder in denen deutsche Bibliotheken errichtet werden sollten, nicht über die technischen Standards verfügten, war es teilweise nötig zuvor die Informationsstruktur zu fördern, bevor man mit der wirklichen Bibliotheksarbeit beginnen konnte.

Zudem ist es wichtig mit diversen Institutionen vor Ort in Kontakt zu treten, woraus der Bekanntheitsgrad der eigenen Institution stetig steigt, neue Anregungen eingebracht werden können und eventuell Gemeinschaftsprojekte entstehen können. Diese anderen Institutionen sind in meinem Fall vor allem andere Bibliotheks- und Informationseinrichtungen, aber auch Verlage oder Ausbildungsstätten. Im Falle der Goethe- Institute wäre es zudem wichtig, Kontakt zu Institutionen, wie dem British Counsil oder dem Institut Français aufzunehmen, die ähnliche Ziele verfolgen.

Zu diesem Punkt des Kontaktes gehört aber auch das Kommunikationsklima zwischen Personal und dem Nutzer der Einrichtung oder der Bibliothek. Ein angenehmes und vertrautes Klima ist besonders wichtig, da diese Einrichtung für den Benutzer nun einmal die Bundesrepublik vertreten. Oftmals sind diese Bibliotheken zudem die einzigen Anlaufstellen für Deutschland-Informationen oder deutsche Literatur und andere Medien. In vielen Gegenden konnten so Informationslücken gefüllt werden, da gerade die deutsche Sprache keine unrelevante ist. Zudem ist Deutsch die Sprache, die in Europa von den meisten Menschen gesprochen wird.

Zur Leistungsmessung der einzelnen Einrichtungen im Ausland können Zählungen (der Bestände, Ausleihen oder Besucher), Fragebögen, Interviews oder Gruppendiskussionen ausgewertet werden. Dies vermittelt gleichzeitig, welches Bild von deutschen Institutionen im Ausland herrscht. Des Weiteren besteht die Möglichkeit die Richtlinien wissenschaftlicher Bibliotheken der IFLA[3] heranzuziehen, die allerdings nur bedingt angewendet werden können, denn letztendlich entscheidet der Nutzer selbst was ihm gefällt und was nicht. Und wenn der Kundenwunsch nun einmal in eine bestimmte Richtung geht und beispielsweise „Deutsch als Fremdsprache“ sehr begehrt ist, sollte man dieses Exemplar lieber mehrfach anschaffen, als eine Kundenunzufriedenheit heraufzubeschwören.

Neben der Erfüllung der Benutzerwünsche sind die Institutionen, die meist von der Bundesrepublik unterstützt werden, verpflichtet weitere Leistungen zu erbringen. So müssen Institutionen, die sich der Forschung zuwenden, wie etwa die Deutschen Archäologischen Institute, jährlich die neuesten Forschungsergebnisse mittels Publikationen präsentieren. Anscheinend nehmen aber gerade derartige Einrichtungen ihre Aufgabe sehr ernst und führen darüber hinaus weitere Veranstaltungen, wie Vorträge, Kolloquien, Ausstellungen u.v.m. durch.

Es verwundert nicht, dass deutsche Institutionen vermehrt in Großstädten- oder sogar Hauptstädten angesiedelt sind. Nehmen wir etwa das Beispiel Kairo mit mehreren deutschen Einrichtungen, wie etwa die Friedrich- Naumann- Stiftung, die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, die Hanns- Seidel Stiftung, die Konrad- Adenauer Stiftung, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Deutsche Akademische Austauschdienst, das Deutsche Archäologische Institut, die Deutsche Evangelische Gemeinde, eine Deutsche Evangelische Oberschule, eine Deutsche Katholische Gemeinde, eine Deutsche Schule der Borromäerinnen oder das Goethe Institut.[4] Allein an diesem Beispiel sieht man die Notwendigkeit deutscher Bibliotheken. Zum einen für die Einheimischen, um etwa mit dem Fortschritt in Deutschland mitzuhalten und zu lernen und zum anderen für in Kairo ansässige Deutsche. Diese Bibliotheken bieten dann gehäuft die wichtigsten deutschen literarischen Werke. In diesem Zusammenhang sollte man keineswegs verachten, dass Deutschland eine Vielzahl an bedeutenden Schriftstellern hervorbrachte.

Deutsche Literatur und Literatur über Deutschland sind wichtig, wenn man unser Land, unsere Kultur und vor allem auch unsere Geschichte kennenlernen will.[5]

3. Einrichtungen

3.1 Staatliches

Grundvoraussetzung für eine Zusammenarbeit zwischen zwei Staaten oder internationalen Organisationen ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Dies geschieht meist vor Ort indem man ständige Vertreter in das jeweilige Land sendet, wodurch die Beziehungen zwischen Entsende- und Empfangsstaat gefördert werden sollen.

Die Botschaft ist die ständige Vertretung eines Staates im Ausland. Sie untersteht im Regelfall den Außenministerien (dt. Bez. „ Auswärtiges Amt[6], engl. „ Foreign Office “, amerik. „ State Department “) und wird in dem jeweiligen Land durch einen Botschafter repräsentiert und geleitet[7].

Im Regelfall besitzen die Botschaften der Bundesrepublik in ihren Auslandsvertretungen keine Bibliotheken. Es existieren lediglich Handapparate mit der erforderlichen Dienstliteratur[8].

Am Beispiel der Deutschen Botschaft der Türkei in der Hauptstadt Ankara soll dies verdeutlicht werden. Die Botschaft besitzt eine Bibliothek, eben einen solchen Handapparat, mit etwa 1150 Büchern[9]. Die Bestände dienen nur den Beschäftigten der Botschaft selbst und sind daher auch in keinem Online- Katalog verzeichnet. Trotz allem aber werden die Titel erfasst.

Regelmäßig kommen Bücher, vor allem aus den Bereichen Politik und Soziales hinzu. Die Bibliothek der Botschaft in Ankara erhält zudem seit mehreren Jahre diverse Periodika, wie etwa „Internationale Politik, Orient- und Foreign Affairs“.

Die Ordnung in diesen recht kleinen Bibliotheken der Botschaften, soweit es denn überhaupt Bibliotheken gibt, muss man sich dann wohl auch ähnlich der Systematik in Ankara vorstellen[10]:

Wenn schon die großen Botschaften keine umfangreichen oder zumindest keine öffentlich zugänglichen Bibliotheken besitzen, schließt es sich von selbst aus, dass die Konsulate bzw. Generalkonsulate Bibliotheken haben. Diese sind zwar auch ständige Vertreter eines Staates im Ausland, gegenüber den Botschaften sind sie aber nicht für den gesamten Bereich der diplomatischen Beziehungen zuständig und dementsprechend kleiner. Konsulate sind vor allem für wirtschaftliche Interessen des Entsendestaates zuständig, wobei die Visastellen sichtbarster Ausdruck der Konsulatstätigkeit sind[11].

3.2 Historisches

Hier ist an allererster Stelle die Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland [12] (DGIA) mit Sitz in Bonn zu nennen. Diese Stiftung erhält finanzielle Zuwendungen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) der Bundesrepublik Deutschland. Sie besteht seit 1. Juli 2002 aus den fünf Deutschen Historischen Institutionen, dem Deutschen Institut für Japanstudien in Tokyo und dem Orient- Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Die in ihrer Arbeit unabhängigen Institute betreiben wissenschaftliche Forschungen und fördern die Zusammenarbeit in dem jeweils ansässigen Land.

Deutsches Historisches Institut (DHI)

Das Institut verfügt über Abteilungen in Rom, Washington[13] D.C., Warschau, Paris und London. Wie der Name bereits sagt, handelt es sich um ein Institut, welches sich vorrangig mit der deutschen Geschichte und darüber hinaus auch mit der Geschichte des jeweiligen Gastlandes beschäftigt. Die Beziehungen des jeweiligen Institutssitzes und der Bundesrepublik spielen auch beim Sammelgebiet in der Bibliothek eine besondere Rolle. Zu beachten ist des Weiteren der Zeitraum ab dem frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. Für die früheren Zeiträume sind wieder andere altertumswissenschaftliche Einrichtungen zuständig, die in dieser Ausarbeitung auch noch angesprochen werden.

Alle Institute und deren Bibliotheken sind neben der DGAI auch Mitglied in der 1972 gegründeten Arbeitsgemeinschaft außeruniversitärer historischer Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (AHF). Zweck ist die historische Forschung auf allen Bereichen und wissenschaftliche Zusammenarbeit, sowie die Vertretung gemeinsamer Interessen der Mitgliedsinstitutionen, zu denen hauptsächlich Einrichtungen gehören, die ihre Sitz in Deutschland haben. Das AHF wird seit 1985 institutionell durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert.

Die Bibliotheken der Institute

Zunächst fallen die umfangreichen Bestände aller Bibliotheken auf, die zwischen 22.000 und 156.000 Bänden liegen.

Die Katalogisierung ist nicht einheitlich, sondern richtet sich nach dem Ort des Sitzes. In der Römischen und Warschauer Abteilung benutzt man die Regeln für die alphabetische Katalogisierung in Wissenschaftlichen Bibliotheken (RAK-WB), in London blieben sogar die Preußischen Instruktionen (PI) in Gebrauch und existieren neben RAK-WB, da die Umstellung auf das neue Regelwerk für die alten Katalogbestände zu umständlich und kostspielig gewesen wäre. In Washington D.C. katalogisiert man verständlicherweise nach den Anglo-American Cataloging Rules (AACR). Die unterschiedlichen Katalogisierungen hängen damit zusammen, da die Bestände auch in regionale Kataloge aufgenommen werden und dort nur eine Katalogisierung vorherrscht, während RAK-WB zum Teil völlig unbekannt ist. Dies sollte nur klar machen, dass selbst die Abteilungen, die zu einer Institution gehören, nicht immer einheitlich sein müssen. Das ist wohl eine Besonderheit deutscher Bibliotheken im Ausland- man muss sich den zumeist den Begebenheiten anpassen.

Rom besitzt zum Beispiel einen Alphabetischen, aber auch einen Systematischen Katalog. Ähnlich geht auch London vor, nur das die Art der Katalogisierung eben anders erfolgt. Darüber hinaus besitzt das Institut in London einen Schlagwortkatalog (SWK), in dem die Literatur auch nach ihrem Inhalt mittels Schlagworten erschlossen ist.

Mittlerweile werden die Bestände der Institute aber nicht mehr in den herkömmlichen Zettelkatalog, sondern in einen so genannten Online Public Access Catalogue (OPAC = Online verfügbarer Katalog, der den Bestand der Einrichtung wiedergibt) verzeichnet (in Warschau gibt es überhaupt keinen Zettelkatalog, da das Institut noch nicht so lange existiert und daher die Möglichkeit bestand von Anfang an in einen OPAC zu katalogisieren) und man versucht derzeit auch die älteren Bestände dort hinein zu übernehmen. Außer in Washington D.C. (à INMAGIC[14] ) benutzen die anderen Institute das oft in wissenschaftlichen Bibliotheken genutzte bibliothekarische EDV-System ALLEGRO-C für die Erwerbung, Katalogisierung und den OPAC- Eintrag. Nach der Literatur kann man entweder mittels Registerlisten (Bsp. Warschau: Verfasser- und Personenregister; Körperschaften; Stichwörter aus Titeln/Schlagwörter; Hauptsachtitel von Monographien; Zeitschriftenregister; Verlage/Orte/Erscheinungsjahre; Hilfsregister; Signaturen und ISBN- Register) oder durch logische Kombinationssuche mehrere Begriffe oder Namen suchen.

Die Neuerwerbungen werden monatlich in so genannten Neuerwerbungslisten zusammengefasst. Über die Anschaffung von neuen Werken entscheidet meist der Leiter der Bibliothek in Einklang mit dem schriftlich niedergelegten Sammelprofil[15]. Man bezieht sich bei der Entscheidung auf Verlagskataloge, Rezensionen in Fachorganen (beides gedruckt und elektronisch) und natürlich auf Vorschläge von Mitarbeitern und Benutzern der Bibliothek des DHI.[16]

Zudem veröffentlichen die Institute selbst neueste Forschungsergebnisse. Zu nennen wären hier vor allem die bereits über 40 Bände zählenden Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts, da diese in deutscher Sprache abgefasst sind. Daneben unterstützen die Institute aber auch selbst Forschungen und pflegen die Beziehungen zu Fachwissenschaftlern in dem ansässigen Land. Daneben werden Vorträge gehalten, es finden Tagungen, Diskussionsrunden oder auch Workshops statt. Zudem werden Stipendien an deutsche Doktoranden und Habilitanden vergeben, um deren Forschungen zu fördern.

Die Bibliotheken stehen allen Besuchen für das wissenschaftliche Arbeiten kostenlos zur Verfügung, man benötigt lediglich eine Leserkarte. Es handelt sich um Präsenzbibliotheken, dass heißt, eine Ausleihe aus den Beständen ist nicht möglich. Die Bibliotheken sind aber dennoch an die deutsche Fernleihe (auf diesen Widerspruch wird in der Fußnote 23 näher eingegangen) und das internationale Datennetz angeschlossen. Außerdem sind Kopiermöglichkeiten vorhanden.

Die Bibliotheken des DHI im Einzelnen:

Rom- Istituto Storico Germanico (1888 als “Königlich Preußische Historische Station” gegründet, um die Archivarbeit deutscher Historiker in Rom zu erleichtern, nachdem Papst Leo XIII. das Vatikanische Archiv öffnete)

Der Bestand umfasst den Komplex der deutsch- italienischen Beziehungen vom Mittelalter bis zur Neuzeit, sowie der Kirchen- und Papstgeschichte. Die Abteilung für Zeitgeschichte konnte durch den Ankauf von Spezialbibliotheken deutlich erweitert werden. Hinzu kommen die wichtigsten historischen Zeitschriften aus Italien und Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kann man bis heute einen extremen Anstieg des Bestandes erkennen. Wiedereröffnet wurde die Bibliothek 1953 mit 30.000 Bänden, 1964 waren es bereits über 40.000 Bände. Schnell verdoppelte sich der Bestand und 1982 zählte man bereits mehr als 100.000 Bände. Heute findet man vor Ort einen Bestand von 156.000 Bänden, sowie 737 laufende Zeitschriften. Daneben existieren aber auch Mikrofiche und Mikrofilme (stark verkleinerte fotografische Aufnahmen von Einzeldokumenten, Bildern, Aufsätzen etc.), und die dazugehörenden Lesegeräte.

Im institutseigenen Archiv findet man darüber hinaus Materialien zur Geschichte des Instituts und einige Nachlässe.

Publikationen: Nuntiaturberichte aus Deutschland; Repertorium Germanicum (Nachweis deutscher Personen und Orte in päpstlichen Registern); Italia Pontificia (Papsturkunden; bereits abgeschlossen); Codex Diplomaticus Amiatinus; Zeitschrift Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken; Reihe Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts; Periodica Storia e Critica und Bibliographische Informationen.

Das Institut besitzt des Weiteren eine umfangreiche Musikgeschichtliche Abteilung, die 1960 gegründet wurde. Allein hier findet man weitere 48.300 Bände (hier: Bücher und Noten) und weitere 390 Zeitschriftentitel (davon 218 Laufende), sowie etwa 3.600 Tonträger und 2.700 Mikroformen/Fotokopien über alles was mit den Beziehungen zwischen deutscher und italienischer Musik zu tun hat, über die historischen Voraussetzungen und die Einflüsse in Europa. Diese Abteilung publiziert zudem die Reihe Concentus Musicus und Analecta Musicologica.

Paris, Institut Historique Allemand (als „Centre Allemand de Recherches Historiques“ 1958 gegründet und seit 1964 unter seinem jetzigen Namen bekannt)

Der Gesamtbestand der Bibliothek umfasst etwa 100.000 Medieneinheiten, sowie über 400 laufende Zeitschriften. Ähnlich wie in den anderen Instituten bilden auch hier die Beziehungen der beiden Staaten die Grundlage für das Sammelgebiet, daneben aber auch die eigene Geschichte und die westeuropäische Geschichte von der Spätantike bis zur Neuzeit (Gallien, Burgund, Humanismus, Absolutismus, Französische Revolution, Lothringen, deutsche Besatzung in Frankreich 1940-1944 u.ä.). Daneben wird aber auch auf die Archivwissenschaft in Deutschland und Frankreich eingegangen.

Der Lesesaal (hier rechts im Bild) bietet Platz für 50 Besucher. Auch sind Internetanschlüsse vorhanden.

Publikationen: Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte. + Beihefte; Pariser Historische Studien; Reflexionen über Deutschland im 20. Jahrhundert; Studien und Dokumente zur Gallia Pontificia; Instrumenta.

Washington D.C., German Historical Institute (gegr. 1987)

Das Institut verfügt über 200 laufende Zeitschriften und einem Gesamtbestand von 22.000 Bänden. Sammelgebiet ist die Geschichte Deutschlands, sowie der USA und deren Beziehungen zu einander. Speziell wird aber auf den Kalten Krieg (Hauptprojekt ist ein 2-bändiges Werk mit ca. 1.6000 Seiten mit dem Titel „ Deutschland und die USA im Zeitalter des Kalten Krieges, 1945- 1990 “) und Einzelstudien zur Sozialgeschichte und politischen Geschichte beider Staaten eingegangen. Das Ziel des Instituts liegt darin amerikanischen und deutschen Historikern und Politikwissenschaftlern die Möglichkeit des persönlichen Austauschs zu gewähren.

Publikationen: Publications of the German Historical Institute (bisher 23 Bände); Transatlantische Historische Studien (bisher 10 Bände); Annual Lecture Series und Occasional Papers. Weiterhin erschienen bisher 11 Studienführer („Reference Guides“) und der Bulletin of the German Historical Institute erscheint 2x jährlich.

London, German Historical Institut (gegr. 1975)

Die Beschäftigten der Präsenzbibliothek kümmern sich um etwa 55.000 Bände und 220 laufende Zeitschriften. Das Sammelgebiet umfasst die Erforschung der britischen Geschichte, die Repräsentation der deutschen Geschichte ab 1517, die internationale Politik- hier vor allem die Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien, des Weiteren findet man etwas über Geschichtswissenschaft- hier vor allem Vergleiche zwischen beiden Staaten und natürlich Informationen über das Dritte Reich. Englische Gesandtschaftsberichte von 1815 bis 1871, die britische Besatzungspolitik nach 1945, das Empire und Commonwealth und die englische Sozialgeschichte nehmen darüber hinaus eine besondere Stellung ein.

Publikationen: Bulletin mit Rezensionen und Neuerscheinungen zur deutschen Geschichte erscheint 2x jährlich; publiziert werden aber auch die Ergebnisse der zwei großen Tagungen im Jahr; Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts (bisher über 40 Bände)

Warschau, Niemiecki Instytut Historyczny W Warszawie (gegr. 1993 und ist damit die jüngste Einrichtung)

Der Bestand der Bibliothek umfasst etwa 60.000 Bände und weitere 340 laufende Zeitschriften. Auch sind eine große Anzahl an Karten und CD-Roms vorhanden. Das Sammelgebiet umfasst die Zeit von der frühmittelalterlichen Christianisierung bis zur Gegenwart, wobei die Beziehungen beider Staaten sowie deren Geschichte (v.a. die Judenproblematik und die Geschichte der deutschsprachigen Territorien) eine Rolle spielen. Außerdem werden aus dem westeuropäischen und angloamerikanischen Raum die wichtigsten Übersichtswerke angeschafft. Die Bestände sind nach einer institutseigenen Systematik geordnet.

Da die Bibliothek noch nicht so lange existiert, beherbergt sie vor allem neuere Literatur, ältere Bestände erhielt sie aber auch aufgrund von Schenkungen.

Publikationen: Bulletin / seit 1995 jährlich erscheinender Rechenschaftsbericht; darin auch Informationen zur Geschichte der Bibliothek, ihrer quantitativen Bestandsentwicklung, Angaben zu Non-Books etc. (auch über Homepage abrufbar); Deutsches Historisches Institut Warschau. Quellen und Studien

Orient-Institut (OI) der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG)

Wie bereits erwähnt gehören auch die Orient- Institute der Morgenländischen Gesellschaft zur DGIA.

Das ältere der beiden Institute befindet sich in Beirut (Libanon; Abbildung S. 10) in einer älteren Villa. Die Einrichtung wurde 1961 durch Mittel des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT, heute BMBF), der Fritz- Thyssen- Stiftung und der Volkswagenstiftung gegründet. Damals besaß das Institut bereits eine Bibliothek. Der Bestand stieg seit der Gründung rapide, aber kontinuierlich.

Aufgrund des Bürgerkrieges (1975- 1991) wurde das Gebäude längere Zeit nicht genutzt. 1987 entstand dann in Istanbul eine Außenstelle des Instituts. In Beirut konnte die Arbeit erst 1994 wieder aufgenommen werden. Die Einrichtung ist nun wieder in der Lage ihre Beziehungen zu ähnlichen Institutionen weltweit zu pflegen.[17].

Schwerpunkte sind die Orientalistik und Islamforschung, sowie die Studien des Mittleren Ostens. Dabei spielen Arabistik, Semitistik, Iranistik, östliche Kirchengeschichte, sowie die Geschichte und Regionalforschung Libanons eine große Rolle, aber auch Urbanisierungsprozesse, sowie Literatursoziologie und Geschichte der Literatur in den Ländern des Nahen Osten.

Im Bestand (beider Institute) findet man eine periodische Sammlung von 1.700 Titeln und etwa 125.000 Monografien, insgesamt ein Bestand von über 150.000 Bänden. Auch hier wird nichts ausgeliehen und man darf sogar nur eine bestimmte Anzahl an Büchern jeden Tag einsehen. Außerdem ist das Arbeiten in Gruppen im Lesesaal verboten.

Man findet vor Ort zwei Katalogarten: Zum einen den traditionellen Zettelkatalog und seit 2003 wechselte man zum sog. Image- Katalog. Hierbei werden die konventionellen Katalogkarten gescannt und als Bilddateien als Online- Katalog bereitgestellt. Außerdem befinden sich die Bestände nach 1994 in einem OPAC.

An Publikationen erscheinen die „ Beiruter Texte und Studien “ (BTS), die „ Bibliotheca Islamica “ (BI) mit kritischen Editionen arabisch-islamischer Texte, das Jahrbuch „ Beiruter Blätter “, sowie „ Zokak el-Blat(t) “ mit zumeist Vorträgen.

Ein weiteres Institut findet man in Istanbul. Dieses entstand gezwungenermaßen während der Wirren des Krieges im Libanon. Nach dem Ende des Krieges blieb Istanbul als Außenstelle der Beiruter Institution allerdings erhalten. Im Bestand führte man die Themen Iranistik, Islamwissenschaft etc. der Orient- Forschung weiter, spezialisierte sich aber nach und nach hin zur Turkologie, zur Geschichte der Osmanen und auch zu Themen der modernen Türkei. Neu ist in letzter Zeit zudem der Weg hin zu Nachbarwissenschaften wie Linguistik, Soziologie etc.

Neben diesem allgemeinen Sammelauftrag bestehen die Aufgaben des Instituts in der Durchführung relevanter Forschungsprojekte und Konferenzen, sowie der Herausgabe wissenschaftlicher Publikationen, Bearbeitung von wissenschaftlichen Anfragen und der Beschaffung von Material. Zu den Publikationen gehören in Istanbul „ Türkische Welten “ und „ Iranische Welten “ (eine Unterreihe der Beiruter Texte und Studien) und „ Pera Blätter “ (hauptsächlich mit Vorträgen der Institution).

Deutsches Archäologisches Institut

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI)[18] ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die vom Auswärtigen Amt, als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, getragen wird. Es wurde 1829 als Instituto di Corrispondenza Archeologica in Rom gegründet, um dem wüsten Graben nach alten Schätzen mit wissenschaftlichen Forschungen entgegenzutreten. Sie ist die älteste auswärtige Kulturinstitution in Rom.

Die Zentrale, mit einer Präsenzbibliothek die etwa 80.000 Bände und 413 laufende Zeitschriften umfasst[19], befindet sich in Berlin (Podbielskiallee 69-71; gegr. 1945). Daneben existieren mehrere Kommissionen und Abteilungen im In[20] - und Ausland und einige Außenstellen, auf die ich später noch eingehen werde.

Aufgabe des DAI ist die Durchführung archäologischer Grabungen und Forschungen und die anschließende Erschließung der Monumente. Darauf aufbauend folgen normalerweise Publikationen, Kolloquien, Kongresse oder diverse Veranstaltungen, die sich mit dem Thema der Archäologie beschäftigen. In Athen gibt es zusätzlich einen Attika- Kurs für Nachwuchswissenschaftler, die in den Disziplinen Klassische Archäologie, Philologie und Alte Geschichte unterrichtet werden. Und in Istanbul ist zu speziellen Abendvorträgen über die in- und ausländische wissenschaftliche Forschung sogar die Öffentlichkeit eingeladen. Die Istanbuler Abteilung führt darüber hinaus Führungen zu Istanbuler Stadtteilen, Bauwerken und Sammlungen durch. Interessant scheinen in Rom die Pompeji- Kurse für Lehrer von Gymnasien zu sein, aber auch Führungen durch Rom werden für ausgewähltes Publikum durchgeführt.

Der Kontakt zur internationalen Wissenschaft ist dabei sehr wichtig, da sich die meisten Forschungsgebiete außerhalb Deutschlands befinden. Daneben ist natürlich auch die Öffentlichkeitsarbeit äußerst wichtig, wozu auch die Führung der hier zu behandelnden Bibliotheken zählt.

Die Bibliotheken des DAI

Zuständig für die Auslandsinstitute und somit auch für die Bibliotheken ist das Bundesaußenministerium, das sich die Finanzierung archäologischer Forschungen gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft teilt.

Der Aufbau der Institute ist immer ähnlich. Oft besteht ein recht großer Bestand an Literatur und zumeist noch eine Photothek. Größere Abteilungen verfügen des Weiteren noch über Archive mit speziellen Sammlungen.

Die Abteilungen Rom und Athen sind Mitglieder in der Arbeitsgemeinschaft der Kunst- und Museumsbibliotheken (AKMB), der derzeit mehr als 230 Mitglieder vor allem aus Deutschland angehören. Rom gehört vor allem aufgrund seines Sammelschwerpunktes in der frühchristlichen und byzantinischen Kunstgeschichte bis zum 7. Jh. n.Chr., die zwischen Klasssicher Archäologie und Kunstgeschichte liegt (zugleich DFG- Förderung) dazu. Athen ist zusätzlich in der 1946 gegründeten Arbeitsgemeinschaft für Spezialbibliotheken (ASpB), der heute 645 solcher Bibliotheken angehören.

Wie schon die der DHI sind auch die Bestände der Bibliotheken der Deutschen Archäologischen Institute sehr umfangreich und reichen von 38.000 bis 182.000 Bänden.

Das Sammelgebiet lässt sich allerdings besser bestimmen, da hier nur ein bestimmter Teil der Geschichte, nämlich die Klassische Archäologie[21] und eine Vielzahl von Nachbar- und Hilfswissenschaften[22], aus dem großen Spektrum herausgegriffen wird. Allerdings gibt es Spezialisierungen je nach Region (Italien- klassische Archäologie; Madrid- Altertum auf dem Gebiet des heutigen Spaniens und Portugals…).

Der wissenschaftliche Leiter der Bibliothek trifft auch hier die Erwerbungsentscheidungen, nachdem Verlagskataloge, Rezensionen etc. von den Fachreferenten durchgesehen und angekreuzt wurden. Außerdem werden zum Teil auch Leserwünsche berücksichtigt. Daneben werden auch verschiedene Neuerscheinungsdienste in Zettel- und elektronischer Form bezogen.

Auch für die Erwerbung deutsprachiger Literatur gibt es keine festen approval-plans, da Tausch und Geschenk eine zu große Rolle spielen. Die Erwerbung richtet sich in erster Linie nicht nach der Sprache sondern nach den Inhalten. Das heißt, dass es darum geht alle maßgeblichen Publikationen zu bekommen, unabhängig von der Sprache. Am Beispiel der Abteilung Rom soll dies näher erläutert werden: Unter den 1.270 laufenden Zeitschriften des Jahres 2004 waren 182 deutsche, d.h., mit deutschem Erscheinungsort (nicht Schweiz oder Österreich). Bei den Monografien werden derartige Statistiken leider nicht geführt. Man kann aber schätzen, dass es sich trotz allem bei 25-30% um deutschsprachige Literatur handelt. Dies spricht doch auch für Deutschland als Standort für die Entstehung hochwertiger Publikationen. Die italienischen Titel dürften ungefähr gleichauf liegen. Was mich etwas verwunderte ist, dass erst danach, zwar mit geringem Abstand, die Sprachen Englisch und Französisch, und dann Spanisch folgen. Daneben werden aber auch neugriechische, türkische, rumänische, kroatische, jugoslawische, russische etc. Titel, wenn auch in geringerem Maße, erworben. Je nach Lage des Instituts kann man, beispielsweise in Istanbul, vermehrt türkische, englische und deutsche Titel finden.

Die Bestände sind in Freihandaufstellung zugänglich. Allerdings ist auch hier in keiner Bibliothek eine Ausleihe möglich- es handelt sich auch hier um reine Präsenzbibliotheken, in denen aber eingeschränkte Kopiermöglichkeiten bestehen. Der größte Teil des Bestandes befindet sich jeweils im Magazin, wird durch das Personal ausgehändigt und kann im Lesesaal eingesehen werden. Allgemeine Titel, Enzyklopädien, Museums- und Ausstellungskataloge sind im Lesesaal allerdings frei zugänglich.

Zugang haben Wissenschaftler altertumswissenschaftlicher und anderer Fachdisziplinen. In Rom können sogar Studenten der Altertums- und Kunstwissenschaften, die sich auf ihre akademische Abschlussprüfung vorbereiten, auf Antrag für 3 Monate die Bibliothek nutzen. Die etwas kleinere Bibliothek in Madrid wird zum Beispiel jährlich von etwa 2.500 Besuchern benutzt (etwa 10 pro Tag).

Die Bibliotheken des DAI im Einzelnen [23] :

Abteilung Rom- Istituto Archeologico Germanico[24] (1829 gegründet)

- Die Abteilung ging aus dem 1829 gegründeten Urinstitut „Instituto di Corrispondenza Archeologica“ hervor, dessen Aufgabe darin bestand alle bekannten Denkmäler des klassischen Altertums zu sammeln und zu publizieren. Nach 1945 begann man dann erst vermehrt mit der Feldforschung- allerdings vorrangig außerhalb Italiens mit anderen Instutionen.

In dieser größten altertumswissenschaftlichen Fach- und Spezialbibliothek in deutschem Besitz gibt es derzeit 14 Beschäftigte. Der Gesamtbestand umfasst rund 200.000 Bände (darunter 20.000 Dissertationen) und 2000 Zeitschriften.

Das Sammelgebiet „Frühchristliche und frühbyzantinische Kunst“ wird hier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Aufgrund dieser Unterstützung und einem reichen Bestand an Werken des 16. bis 19. Jh. erhält diese Präsenzbibliothek mit Freihandaufstellung ihre besondere Bedeutung.

Dieser Bibliothek ist im selben Gebäude die „ Bibliotheca Platneriana “ mit einem kleinen Bestand von 5.000 Einheiten angegliedert. Diese umfasst eine Spezialsammlung alter Literatur, vor allem aber zur Geschichte italienischer Städte.

Im Archiv des DAI in Rom befinden sich des Weiteren Nachlässe bedeutender Archäologen (Henzen, Hülsen, Mau, Petersen, Curtius…), sowie Gelehrtenzeichnungen und -briefe und Originalzeichnungen vor allem aus dem 19. Jh. Hervorheben sollte man auf jeden Fall Reproduktionen und Faksimiles etruskischer Grabmalereien, Zeichnungen nach griechischen Vasenbildern und Nachzeichnungen pompejianischer Wandgemälde. Daneben aber auch originale Dokumente des Instituto di Corrispondenza Archeologica. Der Zugang erfolgt nach Absprache mit dem Bibliothekar.

Auch existiert eine Photothek mit ca. 280.000 schwarz-weiß Fotos aller Denkmälergattungen der griechischen und römischen Antike, vorwiegend aber Fotos von Dingen die sich in Italien befinden. Zwar sind auf den Bildern Denkmäler des gesamten Mittelmeerraums verzeichnet, dennoch überwiegt der Anteil an Fotos die sich in Italien befinden. Abzüge können von jedem gegen einen bestimmten Betrag angefordert werden. Ein großer Teil dieser Fotos wurde zwischen 1988 und 1991 in einer Mikrofiche-Edition veröffentlicht („ Index der antiken Kunst und Architektur “ in der DAI gegebenen Ordnung). Zutritt haben allerdings nur ausgewiesene Forscher.

Das Institut ist Mitglied der “Unione Internazionale degli Istituti di Archeologia, Storia e Storia dell`Arte in Roma” und der AIAC („ Associazione Internazionale di Archeologia Classica “).[25]

In Rom publizierte Schriften sind die jährlich erscheinenden “Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung”, des Weiteren die dazugehörigen Reihen “Ergänzungshefte”, “Sonderschriften”, “Palilia”, sowie die Monografie “Bilderhefte”. Eine weitere Schrift wäre „ Archäologie und Seismologie. La regione vesuviana dal 62 al 79 d. C. Problemi archeologici e sismologici. Akten des Colloquiums in Boscoreale 1993 “. In der Reihe „ Das Deutsche Archäologische Institut. Geschichte und Dokumente “ sind diverse Bereiche des Archivs erschlossen.

Die Sacherschließung der Bestände bis 1925 liegt in Buchform vor. Ab 1956 sind alle Monographien und Aufsätze in Zeitschriften, Sammelwerken, Kongressen und Festschriften sowie Rezensionen bibliographisch verzettelt. In Rom katalogisierte man bis einschließlich 1995 nach den Preußischen Instruktionen. Im Jahre 1996 hat sich die Bibliothek dem römischen Verbundkatalog URBS (Unione Romana Biblioteche Scientifiche) angeschlossen, in welchem 16 wissenschaftliche Bibliotheken unterschiedlicher Nationalitäten in Rom zusammen katalogisieren. Derzeit wird ein Systemwechsel durchgeführt und ab Juni 2005 wird dann in den Gesamtkatalog ZENON der DAI-Bibliotheken katalogisiert (dazu später mehr). Die Teilnahme an URBS wird dann nur noch offline sein, d.h., dass die Daten in den URBS-Katalog nur noch in noch festzulegenden Abständen eingespielt werden.[26]

Abteilung Athen (1874 als erste Zweigstelle des DAI gegründet)

- Die Abteilung wurde auf Betreiben des Deutschen Reichstages 1872 errichtet und 1874 eröffnet. Das Gebäude, welches seit 1888 für das DAI vorgesehen wurde, trägt historische Wurzeln; es handelt sich um ein Gebäude, welches auf Betreiben Heinrich Schliemanns in spätklassizistischem Stil errichtet wurde.

Die Bibliothek setzt sich aus etwa 72.000 Bänden, sowie 360 laufende Zeitschriften zusammen. Das Sammelgebiet umfasst vor allem das griechische Altertum von der Bronzezeit bis in die Spätantike.

Daneben existiert eine Photothek die bereits kurz nach der Gründung angelegt wurde und mittlerweile über 140.000 Negative- darunter auch 60.000 alte Glasnegative beinhaltet.

Das Archiv verwahrte des Weiteren Dokumente zur Geschichte der Abteilung, in etwa Briefwechsel bedeutender Gelehrter und daneben spezielle Sammlungen aller Grabungsplätze.

Publiziert werden von hier jährlich die „ Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts- Abteilung Athen “, sowie dazugehörende „ Beihefte “.

Abteilung Istanbul (zum 100-jährigen Jubiläum des Instituts 1929 gegründet. Seit 1989 ist die Abteilung in einem Teil der ehemaligen Deutschen Botschaft untergebracht)

Durch die bedeutenden archäologischen Grabungen unter Führung Deutschlands in Troja, Milet, Priene oder Pergamon wurde eine Zweigstelle des DAI vor Ort in Istanbul notwendig. Lediglich ein Fachangestellter kümmert sich um 55.000 Bände, 290 laufende Zeitschriften und 450 Pläne in der Bibliothek. Zum Sammelgebiet gehört neben dem bereits Bekannten auch die Archäologie aus den Gebietes des Alten Orients, Anatolien, der Byzantinistik, Arabistik, Iranistik, Turkologie und der Levante[27]. Der Zeitraum beginnt mit der Urgeschichte Kleinasiens und geht bis zur osmanischen Herrschaft.

Die Photothek des Hauses besitzt etwa 120.000 Fotos. Allein das Pergamonarchiv beinhaltet circa 50.000 Aufnahmen.

In den „ Istanbuler Mitteilungen “ informiert die Abteilung jährlich die Öffentlichkeit über die Aktivitäten. Daneben gibt es auch wieder die „ Istanbuler Forschungen “ und die „ Istanbuler Beihefte “. Zu nennen wäre daneben noch der Ausstellungskatalog „ Erinnerungen. Frühe Fotografien aus der Anfangszeit deutscher archäologischer Forschung “.[28]

Abteilung Kairo (1929 als „Deutsches Institut für ägyptische Altertumskunde“ gegründet und 22 Jahre später dem DAI angegliedert)

Die Bibliothek hat einen Bestand von 38.000 Bänden und 250 laufenden Zeitschriften. Das Gebiet umfasst die Ägyptologie von der Kultur der Pharaonen bis ins islamische Mittelalter.

Die interne Photothek besitzt zudem circa 35.000 Aufnahmen.

Publiziert wird jährlich die Reihe „ Archäologische Veröffentlichungen “, sowie „ Abhandlungen “, „ Quellen zur Geschichte des Islamischen Ägyptens “, „ Sonderschriften “ und „ Studien zur Archäologie und Geschichte Altägyptens

Abteilung Madrid (1943 gegründet)

Die Bibliothek der Abteilung Madrid umfasst mehr als 60.000 Bände und 700 laufende Zeitschriften. Außerdem einen kleinen Bestand anderer Medien (100 Mikrofiche, 50 Atlanten, 30 CD-Roms, Video). Madrid spezialisierte sich besonders auf die Regionen der Iberischen Halbinsel, sowie auf das Marokko vom Palöolithikum bis zur christlichen und späteren islamischen Epoche im frühen Mittelalter. In der Bibliothek ist der Nutzer außerdem berechtigt auf externe Datenbanken zuzugreifen.

Die Abteilung in Madrid verwendet als einzige nicht die Bibliothekssoftware ALEPH500 der israelischen Firma ExLibris sondern katalogisiert nach RAK in einen Zettel- und einen Online- Katalog mittels dem EDV- System BISLOK.

Darüber hinaus verfügt auch diese Abteilung über 20.000 Fotos.

Nennenswerte Publikationen sind die jährlich erscheinende Zeitschrift „ Madrider Mitteilungen “, aber auch dazugehörend: „ Forschungen “, „ Beiträge “, „ Iberia Archeologica “, sowie die bereits komplette Reihe „ Hispania Antiqua “.

Eine Bibliografie zur Archäologie der Inberischen Halbinsel gibt es seit 1965. Sie erschien bis 1994 in gedruckter Form in den oben genannten Madrider Mitteilungen, aber 1986 dann auch als selbständiger Band. Seit 1994 wird die Bibliografie nur noch auf CD-Rom angeboten und seit 2003 ist die Bibliografie ab dem Bestand von 1989 auch online einsehbar und zwar beim DAI- Bibliotheksverbund (siehe S. 15).

Das DAI hat aber neben diesen benannten Instituten im Ausland noch weitere Außenstellen. In Deutschland arbeitet das DAI nämlich auch mit der Orient- Abteilung und der Eurasien- Abteilung zusammen. Diese Institutionen sind auch im Ausland vertreten und besitzen ebenfalls nennenswerte Bibliotheksbestände.

Die Orient- Abteilung des DAI wurde 1996 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Die Bibliothek hier weist einen Bestand von 29.000 Bänden und 159 laufenden Zeitschriften auf. Daneben gibt es aber noch die Außenstellen in Bagdad, Damaskus und Sanaa mit eigenen Bibliotheken.

Themenschwerpunkt ist die Region südlich der Türkei und westlich des Iran. Zeitlich befasst man sich mit den frühen Hochkulturen und der griechisch- römischen Antike in diesem vorderasiatischen Raum. Wie das DAI führt auch die Orient- Abteilung Ausgrabungen und geologische Forschungen durch. Einige Forschungen, wie etwa die in der Oasenstadt Tayma im heutigen Süd-Arabien, werden sogar von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

[...]


[1] nach: Kulturexport als Politik? Aspekte deutscher auswärtiger Kulturpolitik (Da diese Publikation noch von 1976 ist, ist es durchaus möglich, dass sich seither einige Angaben geändert haben). Die vollständigen Angaben sind ab S. 46 im Literaturverzeichnis einzusehen.

[2] unter www.uibk.ac.at/c108/obib.html findet man die wichtigsten Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen in Österreich; unter www.ch.ch/urn:ch:de:ch:ch.02.15.05:01 die wichtigsten Bibliotheken in der Schweiz.

[3] IFLA = I nternational F ederation of L ibrary A ssociations and Institutions; Zusammenschluss der nationalen bibliothekarischen Vereine und Verbände, zur Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Bibliothekswesens

[4] Eine Übersicht findet man etwa unter: www.ifa.de/links/dnetz_afrika.htm

[5] inhaltlich nach: Kedziora, Markus: Überlegungen zur Bewertung multilingualer Informationsdienstleistungen am Beispiel der Goethe- Institute im Ausland

[6] Im Auswärtigen Amt in Deutschland ist es sogar möglich eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (Bibliothek) zu machen.

[7] nach: Das große DATA BECKER Lexikon [Elektronische Ressource]

[8] E-Mail-Kontakt: 116-20@auswaertiges-amt.de (Brigitte Heiduk)

[9] Wenn in den Publikationen unterschiedliche Bestandsangaben auftraten habe ich mich zumeist an den größeren zahlen orientiert, da man davon ausgehen kann, dass der Bestand in den meisten Bibliotheken nicht zurückgeht, sondern höchstens zunimmt.

[10] E-Mail- Kontakt: vw-103@anka.auswaertiges-amt.de (Funda Erdan) Deutsche Botschaft in Ankara

[11] nach: Das große DATA BECKER Lexikon [Elektronische Ressource]

[12] Die Informationen über die einzelnen Einrichtungen stammen, wenn nicht anders angegeben, von den Homepages der Institute oder von Seiten die über diese Institute berichte. Die URLs werden im Quellenverzeichnis nach ihrer Abhandlung im Kontext angegeben und werden nicht immer noch extra in Fußnoten benannt.

[13] Einige Fakten zu den Bibliotheken im Ausland, zu denen vor allem die des Deutschen Historischen Instituts und die des Deutschen Archäologischen Institutes gehören entstammen der Publikation: „Spezialbibliotheken in Deutschland. Bd. 4 / Bearbeitet von Petra Hauke

[14] INMAGIC: Eine Volltextdatenbank und Retrievalsystem für große Textmengen in verschiedensten Formaten. Auch von den Bibliotheken der Goethe- Institute der Region USA/Kanada genutzt. Auch für Faksimile- Datenbanken geeignet (nach: www.ub.uni- dortmund.de/listen/inetbib/msg07961.html und bak-information.ub.tu-berlin.de/software/buero.html).

[15] im Anhang am Besipiel Warschau einsehbar

[16] E-Mail- Kontakt: dhi@dhi.waw.pl (Dr. des. Stefan Wiederkehr, Leiter der Bibliothek) und janas@dhi.waw.pl (Izabella Janas, M.A.) vom Deutschen Histotischen Institut in Warschau (daher die näheren Angaben zu diesem Standort)

[17] Hierzu zählen das „Centre d`Etudes pour le Monde Arabe Moderne“ (CEMAM) der dort ansässigen Universität und der Islamic University in Lebanon, Khalde sowie das „Institut Français du Proche-Orient“ (IFPO). Auch leistet die Friedrich- Ebert- Stiftung vor Ort ihren Beitrag, genau wie das „Consultative Center for Studies and Documentation“, sowie das „International Center for Human Sciences“ in Jubayl, der „American University of Beirut“ und der USEK. In Istanbul ist das „Institut Français d’Etudes Anatoliennes“ (IFEA) ein wichtiger Kooperationspartner

[18] E-Mail-Kontakt: DAI- Orient- Abteilungen orient@dainst.de

[19] Die Zeitschriften sind auch in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) verzeichnet

[20] direkte Inlandseinrichtungen des DAI: Zentrale (+ Architektur-Referat, + Naturwissenschaftliches Referat) in Berlin; Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) Bonn (1979 gegr.); Römisch- Germanische Kommission (RGK) Frankfurt am Main (gegr. 1902); Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik (AEK) München (1967 dem DAI angeschlossen). 1995 wurde in Berlin die Eurasien- Abteilung angeschlossen und 1996 fand der Zusammenschluss der Abteilung Bagdad und der Stationen Damaskus und Sanaa zur Orient- Abteilung, ebenfalls mit Sitz in Berlin, statt. Auf die beiden letztgenannten Organisationen werde ich auch noch eingehen.

[21] Klassische Archäologie: Ist die Wissenschaft der materiellen Hinterlassenschaften der griechischen und römischen Kultur, einschließlich ihrer Vorstufen und Nachwirkungen, sowie die Beziehungen zu den benachbarten, von anderen Archäologien erforschten Kulturen die sich im Zeitraum von circa 2000 v.Chr. bis um 400 n.Chr. datieren lassen

[22] Alte Geschichte, Klassische Philologie, Christlichen Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Vorderasiatische Archäologie, Ägyptologie oder Geschichte des Byzantinischen Reiches. Hilfswissenschaften wie etwa die Numismatik oder die Epigraphik spielen dabei auch eine Rolle. In geringerem Maße liegen in den Instituten aber auch Werke zur Vorderasiatischen Archäologie, der Ägyptologie und der Provinzialrömischen Archäologie vor.

[23] Bis 1998 existierte noch eine Außenstelle in Lissabon, die allerdings geschlossen wurde. Die Sammlung befindet sich heute als Dauerleihgabe im Instituto Português de Arqueologia.

[24] Die Bibliothek trägt das Sigel Y1. Im Allgemeinen weisen Sigel auf die offizielle Teilnahme am Deutschen (also dem überregionalen) Leihverkehr hin. Bei den mit Y gekennzeichneten Bibliotheken handelt es sich allerdings um deutsche Bibliotheken deren Sitz außerhalb Deutschlands liegen, die aber ihren Bestand in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) verzeichnen und abrufbar sind. Bei diesen handelt es sich zwar um Präsenzbibliotheken, aber trotz allem werden in seltenen Fällen Ausnahmen gemacht und trotz allem Publikationen aus dem Haus gegeben. Der Umsatz ist allerdings sehr gering.

[25] Laut der (leider nur italienischen) Homepage sind auch die Biblioteca Hertziana, das DHI in Rom und das Römische Institut der Goerres- Gesellschaft (als deutsche Mitglieder) in dieser Vereinigung.

[26] E-Mail Kontakt: frohlich@relayhost.vatlib.it (Dr. Thomas Fröhlich) vom DAI in Rom

[27] Levante: umfasst die Gebiete des heutigen Syrien, Jordanien und des Libanon

[28] E-Mail-Kontakt: bibliothek@istanbul.dainst.org (Beate Vollmer) vom DAI-Istanbul

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Deutsche Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen im Ausland
Autor
Jahr
2004
Seiten
44
Katalognummer
V139466
ISBN (eBook)
9783668175891
ISBN (Buch)
9783668175907
Dateigröße
929 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsche Bibliotheken, Goethe-Institut, Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Deutsches Historisches Institut, Orientinstitut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft
Arbeit zitieren
Kathrin (Autor), 2004, Deutsche Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen im Ausland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139466

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Deutsche Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen im Ausland


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden