Vor mehr als 2000 Jahren begann die Geschichte des Ortes Mogontiacum, eine Stadt, die heute Landeshauptstadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz ist. Mainz ist damit eine der ältesten Siedlungsplätze der römischen Zivilisation auf deutschem Boden. Zwar ist Mogontiacum, das ich in der folgenden Arbeit vereinfacht und der heutigen Sprache angepasst Mainz nenne, ein kontrovers diskutiertes und in zahlreichen Veröffentlichungen beschriebenes Thema, doch so fiel es mir bei der Sichtung der Literatur zum Thema Siedlungsgebiete der Römer in Germanien auf, dass unter den römischen Städten in Germanien Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) und Augusta Treverorum (Trier) den Hauptteil der verfügbaren Literatur einnehmen, was sich Aufgrund der Bedeutung der Städte in der Spätantike zweifellos erklären lässt.
Ich lege dieser Arbeit nur Sekundärliteratur zur Grunde, da diese umfangreich und auch auf einem aktuellen Stand der Forschung ist und mir diesem Thema angemessen erscheint. Von Quellenanalysen sehe ich ab, weil ich meine zu glauben, durch sie nur auf einzelne Bereiche beschränkt Einblicke bekommen zu können.
In dieser Arbeit möchte ich die Entwicklung einer römischen Stadt in Germanien aufzeigen, wobei ich mich nicht nur auf die Stadt beschränke, sondern auch auf das Umland eingehe, weil sich die wirtschaftliche Entwicklung in dieser Region stark auf sämtliche Lebensbereiche in Mainz auswirkten und sie somit nicht getrennt von einander behandelt werden können. Gerade auf wirtschaftlicher Ebene möchte ich Mainz mit den zwei anderen Metropolen Köln und Trier vergleichen, da sich im ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende noch nicht erkennen ließ, welche dieser Städte einmal von größerer Bedeutung für das Imperium Romanum in Germanien sein würde, oder ob es bereits in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhundert Anzeichen dafür gab, warum Köln oder Trier einmal zu bedeutenderen Bastionen der Römer in Germanien werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Anfänge Mogontiacums - Ein Überblick
Aufbau und Struktur
Wirtschaftliche Entwicklung im Rheingebiet - Ein Vergleich
Mainz - Ein Fortleben Mogontiacums
Resümee
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung von Mogontiacum (dem heutigen Mainz) im 1. Jahrhundert nach Christus. Ziel ist es, die städtische Entstehung, die wirtschaftliche Bedeutung im Vergleich zu anderen römischen Rheinmetropolen wie Köln und Trier sowie die Rolle des Militärs für den lokalen Wohlstand zu analysieren.
- Militärgeschichte und Ursprünge von Mogontiacum
- Strukturelle Entwicklung der römischen Stadt
- Wirtschaftlicher Aufschwung und Handel im Rheingebiet
- Vergleichende Analyse der römischen Rheinmetropolen
- Rezeptionsgeschichte und Wiederentdeckung des römischen Erbes
Auszug aus dem Buch
Die Anfänge Mogontiacums - Ein Überblick
In den Jahren 58 bis 51 v. Chr. hatte Cäsar Gallien erobert und zur östlichen Grenze dieses neuen römischen Machtbereichs den Rhein bestimmt. Lag der Fluss zunächst noch am äußeren Rand der militärischen Auseinandersetzungen, so erhielt er zentrale Bedeutung, als Kaiser Augustus das Konzept für eine Germanien-Offensive entwarf, deren Ziel möglicher Weise die Elbe sein sollte. Augustus betraute mit dieser Operation seine Stiefsöhne Drusus und Tiberius, die bereits im Jahre 15 v. Chr. das Alpenvorland unter römische Kontrolle gebracht hatten.
Ausgangspunkt der Germanenfeldzüge des Drusus waren die um das Jahr 13. v. Chr. errichteten Legionslager in (Vetera bei) Xanten und in Mainz. Letzteres entstand auf einer strategisch günstig gelegenen Anhöhe gegenüber der Mainmündung. Römische Einheiten legten im Gebiet des heutigen Kästrich / Klinikum ein Zweilegionslager (ca. 26 ha) an. Ein zweites Lager wurde bei Weisenau errichtet. Dort existierte bereits eine keltische Siedlung. Sie war nach dem Gott Mogon benannt, und nach ihr erhielt zuerst das Lager, später die Stadt den Namen Mogontiacum. Diese Namensgebung geschah in Verbindung mit dem `Drusus-Kult`, den alljährlichen Gedenkfeiern für den bei den römischen Soldaten populären Feldherren, der im Jahr 9 v. Chr. bei einem Sturz vom Pferd tödlich verletzt worden war und dem man ein beeindruckendes Ehrenmal (`Drususstein`, später im letzten Kapitel dieser Arbeit genauer betrachtet) gesetzt hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation, Mainz als eine der ältesten römischen Siedlungen auf deutschem Boden zu untersuchen und betont die Bedeutung eines Vergleichs mit anderen Rheinmetropolen.
Die Anfänge Mogontiacums - Ein Überblick: Dieses Kapitel beschreibt die militärische Gründung von Mainz durch Drusus sowie den allmählichen Übergang von einem Legionslager zu einer blühenden Zivilsiedlung.
Aufbau und Struktur: Hier wird der städtebauliche Charakter von Mainz analysiert, wobei insbesondere der untypische, von der römischen Norm abweichende Grundriss der Stadt hervorgehoben wird.
Wirtschaftliche Entwicklung im Rheingebiet - Ein Vergleich: Der Fokus liegt auf der ökonomischen Dynamik, die durch die Stationierung des Militärs und den resultierenden Warenhandel entstand, wobei Mainz mit anderen Regionen verglichen wird.
Mainz - Ein Fortleben Mogontiacums: Dieses Kapitel behandelt das Ende des römischen Mainz sowie die spätere Wiederentdeckung der antiken Spuren durch Humanisten und Archäologen.
Resümee: Der Autor zieht ein Fazit über die Entwicklung von Mainz im 1. Jahrhundert und reflektiert die Gründe für die spätere Bedeutung des Standorts.
Schlüsselwörter
Mogontiacum, Mainz, Römische Geschichte, 1. Jahrhundert n. Chr., Rheinprovinzen, Legionslager, Germanienpolitik, Siedlungsstruktur, Wirtschaftsgeschichte, Romanisierung, Drususstein, Stadtentwicklung, Antike, Archäologie, Colonia.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung des römischen Mainz (Mogontiacum) im 1. Jahrhundert n. Chr. und dessen Bedeutung innerhalb des Imperium Romanum.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der militärischen Gründung, der zivilen Siedlungsentwicklung, der wirtschaftlichen Prosperität durch das Militär und der archäologischen Wiederentdeckung der römischen Überreste.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich Mainz als römische Stadt entwickelte, welche Rolle die Wirtschaft dabei spielte und warum Mainz im Vergleich zu Köln oder Trier nicht zur Colonia erhoben wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Auswertung aktueller Sekundärliteratur, um die Entwicklung der Stadt sowie deren wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die militärischen Anfänge, die bauliche Struktur der Stadt, den wirtschaftlichen Vergleich mit anderen Rheinmetropolen und eine historische Einordnung des Fortlebens Mogontiacums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mogontiacum, Römische Geschichte, 1. Jahrhundert, Wirtschaftsgeschichte, Romanisierung und Siedlungsstruktur.
Warum war die wirtschaftliche Situation in Mogontiacum so dynamisch?
Die hohe Kaufkraft der dort stationierten Legionen und der strategisch günstige Zusammenfluss von Main und Rhein schufen die Grundlage für einen florierenden Handel und eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung.
Welche Rolle spielte der Drusus-Kult für die frühe Stadtentwicklung?
Der Drusus-Kult, der sich um das Ehrenmal für den verstorbenen Feldherrn bildete, stärkte die Identität des Lagers und war ein wichtiger Faktor für die frühe Benennung und Bedeutung des Ortes.
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- Sven Lüer (Author), 2003, Mogontiacum das römische Mainz im 1. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13946