Das Tipi der nordamerikanischen Indianer


Seminararbeit, 2003
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsangabe

Einleitung:

1. Vor – und Nachteile des Tipis und seine Schutzfunktion

2. Materialien und Konstruktion des Tipi

3. Ökonomische und soziale Funktionen des Tipi

4. Symbolgehalt, Ornamentik u. Weltbild (Ideologie)

Literaturliste

Anhang

Einleitung

Die schriftliche Ausarbeitung meines Referats „Das Tipi der nordamerikanischen Indianer“ gliedert sich in vier Abschnitte. Zunächst werde ich auf die Vor – und Nachteile des nordamerikanischen Tipi und seine Schutzfunktion zu sprechen kommen, ehe im zweiten Teil genauer auf die Materialien und die Konstruktion des Zeltes eingegangen wird.

Den größten Teil der Arbeit wird der dritte Abschnitt „Ökonomische und soziale Funktion“ ausmachen. Hier wird zunächst der Lebensraum der nordamerikanischen Plains – und Prärie – Indianer beschrieben, sowie auf ihre Wirtschaftsform eingegangen.

Des weiteren wird der Transport des Tipi beschrieben, ehe die wichtige Rolle der Frau in Bezug auf das Tipi sowie die Feierlichkeiten bei der Einweihung eines neuen Zeltes zu Sprache gebracht werden. Es folgt eine Beschreibung der Raumordnung im Tipi und der Einrichtungsgegenstände. Mit einer Schilderung der Verhaltensregeln im Zelt wird das dritte Kapitel beschlossen. Der vierte Abschnitt, in dem zunächst eine Beschreibung verschiedener Tipi – Formen erfolgt, ehe die Symbolik der Tipi – Elemente und die Bemalung des Tipi beschrieben werden, wird die Hausarbeit beschließen.

Neben den anderen in der Literaturliste aufgeführten Quellen war das wichtiges Grundgerüst für mein Referat das Standardwerk „The Indian Tipi. Its History, Construction, and Use“ von Reginald und Gladys Laubin. Bei den Autoren handelt es sich um ein Ehepaar, das sich über Jahrzehnte hinweg mit der indianischen Kultur und dem Leben im Tipi auseinandergesetzt hat und auch über Monate hinweg in Tipis lebte. Insbesondere der gute Kontakt zu verschiedenen Indianerstämmen, so wurden die beiden von einem Sioux – Ältesten in die Familie aufgenommen, in Verbindung mit einer sorgsam ausgewählten Bibliographie, haben so ein hoch informatives Buch entstehen lassen, das alle wichtigen Informationen zum Tipi der Prärie – und Plains – Indianer beinhaltet.

1. Vor – und Nachteile des Tipis und seine Schutzfunktion

Das nordamerikanische Tipi, der Begriff setzt sich aus zwei Bausteinen der Sprache der Sioux zusammen, was übersetzt soviel wie „Benutzt zum Wohnen“ bedeutet, war im Vergleich zu anderen Zelten relativ leicht aufzubauen, falls nötig auch von einer Einzelperson. Es bot eine geräumige Wohnfläche, war gut belüftet, kühl im Sommer, durch das Feuer im Innern behaglich im Winter und durch seine stabile Konstruktion beständig gegen starke Winde und Niederschläge. (Laubin, 1977: vii) So schreibt auch Paul Wilhelm von Würtemberg in seinen Aufzeichnungen zu seiner Nordamerikareise 1822 – 1824: „Das Zelt (...) widersteht dem ärgsten Unwetter und den heftigsten Stürmen, bedarf auch selbst im Winter nur eines sehr geringen Feuers, um warm erhalten zu werden. Diese ledernen Jurten sind viel zweckmäßiger als linnene Zelt und schützen vollkommen gegen die Nässe.“(Schulze – Thulin: 1987: 94)

Auch war das Tipi im Vergleich zu anderen Zelten relativ im Innern relativ hell. (Laubin, 1977: vii) Zudem sorgte das Innenfutter dafür, dass keine Schatten durch das Feuer nach außen geworfen werden konnten, was nicht nur der familiären Privatsphäre diente, sondern auch den Vorteil hatte, dass eventuell vor dem Zelt lauernde Feinde nicht auf die Schatten der Bewohner zielen konnten. (Laubin, 1977: 56) Ein weiterer Vorteil des Innenfutters des Tipis war, dass damit Schlangen, andere Kriechtiere und zumindest ein großer Teil der Insekten wie etwa Moskitos aus dem Zelt gehalten werden konnten. (Laubin, 1977: 180)

Größter und wenn nicht sogar einziger Nachteil des Tipis war zumindest in früheren Zeiten die schwierige Transportierbarkeit der Tipi – Stangen, die das Grundgerüst des Zeltes bildeten. (Laubin, 1977: viii)

2. Materialien und Konstruktion des Tipi

a) Die Pfähle, das Grundgerüst des Tipi

Als Ausgangsmaterial für die Pfähle des Tipi waren bei den Indianerstämmen der Southern Plains leichte Hölzer, wie Zedern bzw. Tannen am beliebtesten, da jene relativ einfach zu transportieren waren. (Laubin, 1977: 7) Im Gebiet der Rocky Mountains wurden die in diesem Areal häufig anzutreffenden Kiefern oft verwendet. (Laubin, 1977: 20)

Für ein Tipi von einen Durchmesser von 12 Fuß, das vorwiegend für die Jagd eingesetzt wurde, benötigte man Stämme in der Länge von 15 Fuß. Ein durchschnittliches Familienzelt mit einem Durchmesser von 20 Fuß hingegen, bedurfte Baumstämmen in der Länge von 21 bis 25 Fuß.( Laubin, 1977: 19) Die für das Zelt verwendeten Stämme mussten sehr gerade und glatt sein. Das heißt, nach dem Fällen des Baumes mussten alle Äste und Zweige sowie die Baumrinde entfernt werden. (Laubin, 1977: 20) Zudem wurden die Stämme vor ihrem Gebrauch etwa drei Wochen in der Sonne getrocknet.( Laubin, 1977: 22)

Die dickere Seite des Stammes, welcher in den Boden gerammt wurde, womit ein Rutschen der Zeltes verhindert werden sollte, wurde vor dem Gebrauch angespitzt. (Laubin, 1977: 19)

Dieser Bereich des Stammes musste mit entfernter Rinde mindestens einen Durchmesser von drei bis vier Inch besitzen. (Laubin, 1977: 20)

Als Grundgerüst für das Tipi wurden die drei schwersten Stämme benutzt, welche mit Büffelsehnen in Dreiecksform zusammengebunden wurden. (Laubin, 1977: 36) . Einige Indianer – Stämme wie die Crow und die Blackfoot – Indianer verwendeten eine Konstruktion mit vier Stämmen als Grundgerüst, doch war diese Form ist aber weniger stabil und hatte auch andere Nachteile, so etwa beim Aufstellen des Zeltes, bei Sturm usw. (Laubin: 1977: 16) , weshalb ich darauf weniger eingehen werde.

Beim aufgestellten Dreistamm - Tipi ragten die Spitzen der Stämme etwa 4 – 6 Fuß über den obersten Teil, der aus Häuten bestehenden Bedeckung des Zeltes.( Laubin, 1977: 19) Dieses dünnere Ende des Stammes, mussten einen Durchmesser von etwa zwei Inch aufweisen. (Laubin, 1977: 20)

Von den beschriebenen Pfählen wurden für ein durchschnittliches Tipi 15 für das Grundgerüst benötigt, von denen dann jeweils fünf pro Seite des Dreiecks angebracht wurden. Zwei weitere, meist dünnere Stämme dienten zur Befestigung der Rauchflügel, die später noch näher beschrieben werden. Bei größeren Tipis wurden 20 Stämme, 18 für das Grundgerüst, zwei für die Rauchflügel benutzt. . (Laubin, 1977: 20)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das Tipi der nordamerikanischen Indianer
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Ethnologie)
Veranstaltung
Seminar: Konstruktion, Funktion und Symbolik traditioneller Bauformen
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V13949
ISBN (eBook)
9783638194686
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das Tipi der nordamerikanischen Indianer, seine Konstruktion, die verwendeten Materialien, kultureller Hintergrund, soziale und ökonomische Funktionen.
Schlagworte
Tipi, Indianer, Seminar, Konstruktion, Funktion, Symbolik, Bauformen
Arbeit zitieren
Magister Artium Roland Sonntag (Autor), 2003, Das Tipi der nordamerikanischen Indianer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13949

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