Das Betreten und Verlassen des Tempels bildet einen szenischen Rahmen für die Erzählung der Tempelreinigung. Innerhalb dieses Rahmens kommt es zur Auseinandersetzung mit den Hohenpriestern und Schriftgelehrten. Die oben aufgeführte Gliederung soll das Geschehen im Tempel verdeutlichen mit besonderer Betonung der Verse 13 und 16, welche von einer direkten Konfrontation mit den Hohenpriestern und Schriftgelehrten berichten, in der
Jesus die Heilige Schrift zitiert.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorbesinnung
1. Übersetzungsvergleich
2. Kontext und Abgrenzung
3. Gliederung
4. Formkritik und mündliche Überlieferung
5. Literarkritik
5.1 Synoptischer Vergleich
5.2 Redaktionsgeschichte
6. Traditionsgeschichte
7. Begriffserklärungen
8. Religionsgeschichtliche Reflexion
9. Einzelexegese
10. Skopus
11. Verkündigungsansatz
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit widmet sich einer exegetischen Untersuchung der Perikope der Tempelreinigung nach Matthäus 21, 12-17. Das primäre Ziel ist es, die alttestamentlichen Bezüge der Tempelreinigung zu klären, die spezifisch matthäischen redaktionellen Ergänzungen – insbesondere die Heilung im Tempel – zu analysieren und deren Bedeutung für das Verständnis Jesu als Messias im Kontext der damaligen Zeit zu erarbeiten.
- Exegetische Analyse der Tempelreinigung in Mt 21, 12-17.
- Untersuchung des synoptischen Vergleichs und der matthäischen Redaktion.
- Traditionsgeschichtliche Einordnung der prophetischen Zeichenhandlung Jesu.
- Deutung der Rolle von Kindern und geheilten Randgruppen im messianischen Kontext.
- Transfer der Erkenntnisse in einen zeitgenössischen Verkündigungsansatz.
Auszug aus dem Buch
Vers 14:
Jesus heilt Blinde und Lahme im Tempel. Ein letztes Mal wendet er sich den Ausgestoßenen zu. Trotz Jesu Wut gegenüber dem Treiben im Tempel lässt er sich auf die zu Ihm gekommenen Kranken ein und vollbringt vor den Augen aller Anwesenden ein Wunder. Er schenkt ihnen Hoffnung und schenkt ihnen Anteil an seiner Gemeinschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorbesinnung: Die Autorin reflektiert persönliche Assoziationen zur Tempelreinigung und formuliert die Leitfragen zur Bedeutung der alttestamentlichen Zitate und des Handelns Jesu.
1. Übersetzungsvergleich: Es werden die Lutherbibel, die MacArthur Studienbibel und eine Interlinearübersetzung verglichen, um Nuancen in der Wortwahl und deren Bedeutung für das Textverständnis zu ermitteln.
2. Kontext und Abgrenzung: Dieses Kapitel verortet die Perikope innerhalb des 21. Kapitels des Matthäusevangeliums und begründet die Abgrenzung des Abschnitts als eigenständige Einheit.
3. Gliederung: Hier wird die Struktur der Erzählung in sieben Abschnitte unterteilt, um den szenischen Rahmen und die Konfrontationen zu verdeutlichen.
4. Formkritik und mündliche Überlieferung: Die Erzählung wird als prophetische Zeichenhandlung und Streitgespräch analysiert sowie historisch-kritisch in den Entstehungskontext des Matthäusevangeliums eingeordnet.
5. Literarkritik: Dieser Teil befasst sich mit dem synoptischen Vergleich der Tempelreinigung und der spezifischen redaktionellen Vorgehensweise des Matthäus.
6. Traditionsgeschichte: Es wird die Verbindung zu alttestamentlichen Prophetenhandeln und die Bedeutung des Begriffs "Räuberhöhle" untersucht.
7. Begriffserklärungen: Definition zentraler Fachbegriffe wie Schriftgelehrte, Sohn Davids, Betanien, Wechsler und Tempel als Bethaus.
8. Religionsgeschichtliche Reflexion: Analyse der zeitgenössischen Gruppen wie Zeloten und Sadduzäer und deren Verhältnis zum Tempelkult und zu Jesus.
9. Einzelexegese: Detaillierte Vers-für-Vers-Exegese (Vers 12-17), in der die theologische Absicht des Matthäus herausgearbeitet wird.
10. Skopus: Zusammenfassende Bestimmung der Kernaussage, dass Jesus als der verheißene Messias den Tempel reinigt und erneuert.
11. Verkündigungsansatz: Die Autorin entwirft einen konkreten Vorschlag für die Anwendung des Textes in einer Andacht für einen Jugendkreis.
Schlüsselwörter
Tempelreinigung, Matthäusevangelium, Messias, Exegese, Sohn Davids, Räuberhöhle, Schriftgelehrte, prophetische Zeichenhandlung, Redaktionsgeschichte, Heilung, Tempelkult, Bethaus, Zitatanalyse, Randgruppen, Verkündigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine exegetische Untersuchung des Abschnitts über die Tempelreinigung im Matthäusevangelium (Mt 21, 12-17) und beleuchtet dessen theologische Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die literarkritische Einordnung, der synoptische Vergleich, die Traditionsgeschichte sowie die spezifisch matthäische Redaktionsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, warum Matthäus spezifische Ergänzungen wie die Heilung der Blinden und Lahmen vornimmt und welche Rolle Jesus dabei als Messias einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Methode, inklusive Formkritik, Literarkritik und Traditionskritik, um die Perikope zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Untersuchung des Textaufbaus, vergleicht Übersetzungen und analysiert die handelnden Personen und ihre Reaktionen theologisch.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Messias, Tempelreinigung, Sohn Davids, Räuberhöhle und die Auseinandersetzung zwischen Jesus und den religiösen Autoritäten.
Welche besondere Bedeutung misst die Autorin der Heilung im Tempel bei?
Die Heilung wird als matthäisches Sondergut interpretiert, durch das Jesus den Ausschluss von Randgruppen aufhebt und die Ankunft der messianischen Endzeit markiert.
Wie deutet die Autorin das Schweigen Jesu am Ende des Abschnitts?
Das Schweigen wird als bewusste Handlung interpretiert, um den Gegnern Raum zum Nachdenken zu geben oder eine nutzlose Diskussion mit den verstockten Schriftgelehrten zu vermeiden.
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- Anika Dehnbostel (Author), 2008, Neutestamentliche Exegese - Tempelreinigung Mt. 21, 12-17, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139509