Das Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist es, die objektive Testbatterie Arbeitshaltungen von Kubinger und Ebenhöh (1996) auf Verfälschbarkeit durch Variation der Salienz des Leistungsmotivs zu überprüfen. Daraus sollen Schlussfolgerungen für die Verwendbarkeit des Tests innerhalb der Personalauswahl von Führungskräften gezogen werden. Die im dritten Subtest erfasste Dimension „Leistungsmotivation“ als relevantes Konstrukt bei Führungskräften wird zusätzlich mit der Erhebung mittels Fragebogenmethode (Kurzform Leistungsmotivationsinventar, Schuler & Prochska, 2001) verglichen. Es wurde eine Studie konzipiert, die die angestrebten Aussagen ermöglichen soll und eine Grundlage für eine mögliche Kaufentscheidung darstellen kann. Diese Studie soll mit potentiellen Führungskräften durchgeführt werden. In einem Pretest mit n = 4 Testpersonen zeigte sich bereits die prinzipielle Machbarkeit des Versuchsplans, es konnten jedoch auch einige Hinweise für Modifikationen entnommen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Theoretischer Hintergrund
1.1 Persönlichkeitsdiagnostik in der Personalauswahl
1.2 Verfälschbarkeit von Persönlichkeitsinventaren
1.2.1 Einfluss kognitiven Primings auf Verfälschungstendenzen
1.3 Objektive Persönlichkeitstests
1.4 Die Testbatterie Arbeitshaltungen
1.4.1 Evaluierung der Testbatterie Arbeitshaltungen
1.5 Forschungsintention und Hypothesen
2 Methode
2.1 Versuchsdesign und abhängige Variable
2.2 Statistische Hypothesen und Auswertung
2.3 Stichprobe
2.4 Untersuchungsmaterial
2.5 Versuchsablauf
3 Pretest
4 Diskussion
4.1 Implikationen des Pretests
4.2 Einschränkungen der Studie
4.3 Rückbezug zur Kaufempfehlung
5 Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, die objektive Testbatterie „Arbeitshaltungen“ (AHA) auf ihre Verfälschbarkeit durch kognitives Priming des Leistungsmotivs zu untersuchen, um eine wissenschaftliche Grundlage für ihre Anwendung in der Personalauswahl von Führungskräften zu schaffen.
- Überprüfung der Robustheit objektiver Persönlichkeitstests gegenüber Verfälschungstendenzen.
- Einfluss von kognitivem Priming auf das Antwortverhalten in psychologischen Tests.
- Vergleich der AHA-Leistungsmotivation mit dem standardisierten Leistungsmotivationsinventar (LMI-K).
- Evaluation der diagnostischen Eignung der AHA für hochkarätige berufliche Auswahlprozesse.
Auszug aus dem Buch
1.4 Die Testbatterie Arbeitshaltungen
Die computerisierte Testbatterie Arbeitshaltungen besteht aus drei Untertests. Die Aufgaben des ersten „Flächengrößen Vergleichen“, der konzeptionell an den Untertests T 62 aus der OA-TB 75 angelehnt ist (Kubinger & Litzenberger, 2003), bestehen aus je zwei Bildern mit unregelmäßig gestalteten Flächen. Die Testperson soll unter Zeiteinschränkungen entscheiden, welche der beiden Flächen die größere ist. Es ist auch möglich, die Antwortalternative „keine Entscheidung“ zu wählen. Die richtigen Antworten sind oft schwer zu erkennen, so dass Raten und Fehler provoziert werden. Mit diesem Untertest soll die Polarisierung der beiden „kognitiven Stile“ Reflexivität und Impulsivität erfasst werden. Diese Konstrukte gehen auf Kagan (1965) zurück und thematisieren die Informationsverarbeitung in einer Problemsituation mit hoher Antwortunsicherheit. Das Antwortverhalten kann dabei entweder impulsiv – also schnell und fehlerbehaftet – oder reflexiv – also langsam und mit geringer Fehlerzahl – erfolgen.
Der Untertest „Symbole Kodieren“ basiert auf dem Untertest T 17 der OA-TB 75 (vgl. Kubinger & Litzenberger, 2003). Die Testperson muss über fünf Durchgänge zu je 50 Sekunden Bearbeitungszeit gemäß eines Kodierungsschlüssels vier verschiedene schwarz weiße Figuren entsprechenden bunten Symbolen zuordnen. Nach jedem Durchgang erfolgt eine Rückmeldung über die Anzahl richtiger Kodierungen, ab dem zweiten Durchlauf soll die Testperson zusätzlich prognostizieren, wie viele Symbole sie als nächstes schaffen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Problematik von Verfälschungen in der Eignungsdiagnostik und führt in die theoretischen Grundlagen des kognitiven Primings sowie die spezifische Testbatterie Arbeitshaltungen ein.
2 Methode: Hier wird das experimentelle Versuchsdesign, die Hypothesenbildung sowie das für die Durchführung und statistische Auswertung verwendete Material detailliert dargelegt.
3 Pretest: Dieser Abschnitt beschreibt die Durchführung und Ergebnisse einer Vorstudie zur Prüfung der methodischen Machbarkeit und Plausibilität des Studiendesigns.
4 Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse des Pretests, diskutiert die methodischen Einschränkungen der geplanten Studie und leitet daraus eine Empfehlung für die praktische Kaufentscheidung der Testbatterie ab.
5 Literatur: Auflistung der im Rahmen der Forschungsarbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Arbeitshaltungen, AHA, Personalauswahl, Verfälschbarkeit, kognitives Priming, Leistungsmotivation, objektive Persönlichkeitstests, Führungskräfte, Validität, Reliabilität, Versuchsdesign, Leistungsmotivationsinventar, LMI-K, Diagnostik, Anspruchsniveau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die objektive Testbatterie „Arbeitshaltungen“ (AHA) durch die bewusste oder unbewusste Aktivierung (Priming) des Leistungsmotivs manipulierbar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Verfälschungssicherheit in der Eignungsdiagnostik, die Wirksamkeit von kognitivem Priming und der Einsatz computergestützter Testverfahren bei der Auswahl von Führungskräften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Testbatterie AHA valide Ergebnisse liefert, auch wenn sich Bewerber in einer leistungsbezogenen Stresssituation befinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein zweifaktorielles between-subjects Versuchsdesign angewandt, das experimentelles Priming mit einer anschließenden Testung durch das AHA oder das LMI-K kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Forschungsfragen, die methodische Planung der empirischen Studie sowie die kritische Diskussion der Ergebnisse aus einem durchgeführten Pretest.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Verfälschbarkeit, objektive Persönlichkeitstests, Leistungsmotivation und diagnostische Validität in der Personalauswahl.
Warum wurde für die Studie ein Pretest mit vier Personen durchgeführt?
Der Pretest diente der Prüfung der methodischen Machbarkeit, der Validierung der Coverstory auf Plausibilität und der Identifikation von Schwachstellen vor Beginn der Hauptstudie.
Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Arbeit für die Kaufentscheidung?
Wenn sich die Testbatterie als anfällig gegenüber Priming-Effekten erweist, wird von einem Kauf abgeraten; bei Robustheit kann sie als valides Instrumentarium für die Personalauswahl empfohlen werden.
- Quote paper
- Dipl.-Psych. Janusch Sieber (Author), 2008, Zur Verfälschbarkeit der objektiven Testbatterie "Arbeitshaltungen" (AHA) durch erhöhte Salienz des Leistungsmotivs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139516