Kennziffern und Darstellungsmöglichkeiten der Altersstruktur an regionalen Beispielen


Seminararbeit, 2007

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Darstellungsmöglichkeiten der Altersstruktur
2.1 Die Alterspyramide
2.2 Age Structure Index (nach Coulson)
2.3 Das Dreiecksdiagramm

3 Kennziffern der Altersstruktur
3.1 Abhängigkeitsrelation
3.2 Altenlastquotient
3.3 Jugendlastquotient
3.4 Billeter-Index
3.5 Index der Jugendlichkeit einer Bevölkerung
3.6 Median- und Durchschnittsalter
3.7 Altersindex (nach Veyret-Verner)

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundtypen der Alterspyramide

Abbildung 2: Idealisierte Darstellung des Age Structure Index

Abbildung 3: Age Structure Index Brasiliens 2000

Abbildung 4: Dreiecksdiagramm zur Altersstruktur ausgewählter Länder

Abbildung 5: Veränderung der Altersstruktur verschiedener Großräume

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Abhängigkeitsrelationen ausgewählter Länder 2007

Tabelle 2: Altenlastquotienten ausgewählter Länder 2007

Tabelle 3: Jugendlastquotienten ausgewählter Länder 2007

Tabelle 4: Indexwerte nach Billeter für ausgewählte Länder 2004

Tabelle 5: Index der Jugendlichkeit der Bevölkerung für ausgewählte Länder 2007

Tabelle 6: Altersindizes nach Veyret-Verner für ausgewählte Länder 2004

1 Einleitung

Die Altersstruktur bezeichnet den „Altersaufbau einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt“ (DE LANGE, 1991, S. 18). Die Untersuchung der Altersstruktur ist dahin gehend interessant, dass man mit ihr zurückliegende demographische Prozesse, wie Wanderungen, Geburten und Sterbefälle beschreiben kann. Des Weiteren lassen sich anhand des Altersaufbaus auch Tendenzen der Entwicklungen erkennen, denn die Bevölkerungszusammensetzung nach dem Alter beeinflusst die zukünftigen Geburten- und Sterberaten und damit das Ausmaß des Bevölkerungswachstums (DE LANGE, 1991, S. 18).

2 Darstellungsmöglichkeiten der Altersstruktur

Um genaue Aussagen und Interpretationen über die Altersstruktur geben zu können, muss die Bevölkerung nach ihrem Alter differenziert werden (HEINEBERG, 2003, S. 60). Aussagekräftige Abbildungen liefern dabei die verschiedenen graphischen Darstellungen der Altersstruktur.

2.1 Die Alterspyramide

Die Alterspyramiden sind eine der bekanntesten und anschaulichsten Methoden zur Darstellung der Altersstruktur einer Bevölkerung (GEBHARDT u.a., 2001, S. 131). Hierbei handelt es sich um ein Häufigkeitsdiagramm, welches geschlechterspezifisch für die einzelnen

Altersgruppen absolute oder relative Häufigkeiten darstellt (HEINEBERG, 2003, S. 60). „Im Allgemeinen werden die Männer auf der linken und die Frauen auf der rechten Seite [...] dargestellt“ (GEBHARDT u.a., 2001, S. 131). Man unterscheidet insgesamt sechs Grundformen der Alterspyramide, welche in Abbildung 1 zu erkennen sind. Die Form des gleichschenkligen Dreiecks (Abb. 1a) „ist typisch für Länder mit hohen und über längere Zeit hinweg konstanten Geburten- und Sterberaten“ (KULS u.a., 2002, S.74). Die Geburtenzahlen nehmen absolut gesehen zu, jedoch bleibt die Bevölkerungszunahme aufgrund der hohen Sterberaten gering (DE LANGE, 1991, S.18). Die Zuspitzung der Pyramide ergibt sich aus der steigenden Sterblichkeit mit fortschreitendem Alter und aus dem Fakt, dass die ältere Bevölkerung aus einer merklich kleineren Ausgangsbevölkerung hervorgegangen ist (KULS u.a., 2002, S.74).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Grundtypen der Alterspyramide (Quelle www.univie.ac.at/ bevoelkerungsgeographie/Materialien/Folien/Kap4a_WS0506.pdf ; Abruf: 15.06.2007

Eine davon leicht abgewandelte Form ist die Pyramide mit einer verbreiterten Basis und geschwungenen Seiten (Abb. 1b). Diese Modifikation tritt dann auf, wenn besonders bei den Kindern die Sterberate abzusinken begonnen hat und die Geburtenrate weiterhin konstant hoch ist (KULS u.a., 2002, S.74). Die dadurch entstehenden Geburtenüberschüsse bedingen ein rasches Bevölkerungswachstum (HEINEBERG, 2003, S.61). Abbildung 1c zeigt eine Alterspyramide die einem Bienenkorb ähnelt. Diese Form entsteht bei lang anhaltenden, niedrigen Geburten- und Sterberaten. Durch die erst in älteren Jahrgängen steigende Sterblichkeit erfolgt eine Zuspitzung der Pyramide relativ spät. Die Bienenkorbform kennzeichnet stationäre Bevölkerungen (DE LANGE, 1991, S. 18). Pyramiden in Form einer Glocke entstehen, wenn nach langer Zeit mit geringen Geburten- und Sterberaten, die Geburtenhäufigkeit wieder steigt (Abb. 1d) (KULS u.a., 2002, S. 74). Die in Abbildung 1e gezeigte Alterspyramide in Form einer Urne kommt durch kontinuierlich abnehmende Geburtenzahlen bei gleichzeitig hoher Lebenserwartung zu Stande. Dieses kennzeichnet eine über lange Zeit schrumpfende Bevölkerung (DE LANGE, 1991, S. 19). Wenn dieser Bevölkerungsrückgang sehr schnell und nachhaltig geschieht, ergibt sich die in Abbildung 1f zu erkennende Tropfenform (KULS u.a., 2002, S. 74).

Allerdings ist die Alterspyramide einer Bevölkerung meistens nicht genau einer Grundform zuzuordnen. Einerseits weil sich das generative Verhalten allmählich als auch, wegen politischer und wirtschaftlicher Ereignisse, schnell ändert. Andererseits können Deformationen aufgrund von Kriegen und Wanderungen eine Abweichung der Alterspyramide von den Idealtypen bedingen (DE LANGE, 1991, S. 19). Eine weitere Möglichkeit, die Altersstruktur (relativ und absolut) graphisch darzustellen, bietet der Age Structure Index nach Coulson.

2.2 Age Structure Index (nach Coulson)

Für die Berechnung des Age Structure Index wird die Bevölkerung eines Landes in 5-Jahres- Altersgruppen unterteilt, wobei auf eine Untergliederung nach dem Geschlecht verzichtet wird (KULS u.a., 2002, S.78).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Idealisierte Darstellung des Age Structure Index (Quelle: Kuls u.a., 2002, S. 79)

Wie in Abbildung 2 zu erkennen ist, werden die prozentualen Anteile der Altersgruppen in einem Koordinatennetz abgetragen. Auf der x-Achse wird das Alter und auf der y-Achse der prozentuale Anteil der Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung abgebildet. Die dadurch erfassten Punkte im Koordinatensystem werden mit Hilfe einer Regressionsgerade angenähert. Deren Anstieg ergibt dann den Age Structure Index. Je negativer der Anstieg der Geraden ist, desto jünger ist die abgebildete Bevölkerung. Mit wachsendem Anteil älterer Bevölkerungsgruppen nähert sich der der Anstieg der Gerade dem Wert Null, bei besonders alten Bevölkerungen kann er sogar positive Werte annehmen. Der Vorteil dieses Index liegt in der Tatsache, dass die gesamte Verteilungsform der Bevölkerung berücksichtigt wird. Allerdings macht die Verwendung des Age Structure Index nur Sinn, wenn die Regressionsgerade gut angepasst ist. Falls der Altersaufbau durch bestimmte Einflüsse wie Wanderungen, Kriegseinwirkungen sehr verzerrt ist, ist die Verwendung dieser Index wenig hilfreich (KULS u.a., 2002, S.78f). Ein empirisches Beispiel für die Anwendung des Age Structure Index liefert die Abbildung 3.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Age Structure Index Brasiliens 2000 (Quelle: eigene Darstellung; Daten: www.ibge.gov.br/brasil_em_sintese/tabelas/populacao_tabela05.htm; Abruf: 17.06.2007

Im Jahr 2000 ergab sich für Brasilien der dargestellte Age Structure Index. Man erkennt eine Regressionsgerade mit einem relativ starken, negativen Abstieg, was für eine junge Bevölkerungsstruktur spricht. Aufgrund der Entwicklung, die Brasilien in der Zwischenzeit genommen hat, ist damit zu rechnen, dass der negative Anstieg der Gerade abgenommen hat und weiter abnehmen wird.

Eine andere Möglichkeit zur Darstellung der Altersstruktur eine Bevölkerung ist das Dreiecksdiagramm.

2.3 Das Dreiecksdiagramm

Für die Darstellung in einem Dreiecksdiagramm wird die Bevölkerung in drei Hauptgruppen unterteilt. International ist es gebräuchlich zwischen Kindern und Jugendlichen (0 bis 14 Jahre), Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) und alten Menschen (65 Jahre und älter) zu unterscheiden (BÄHR, 1997, S. 104).

[...]

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Details

Titel
Kennziffern und Darstellungsmöglichkeiten der Altersstruktur an regionalen Beispielen
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V139526
ISBN (eBook)
9783640494422
ISBN (Buch)
9783640494491
Dateigröße
766 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kennziffern, Darstellungsmöglichkeiten, Altersstruktur
Arbeit zitieren
Sebastian Hammer (Autor), 2007, Kennziffern und Darstellungsmöglichkeiten der Altersstruktur an regionalen Beispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139526

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